KW 35: Afrika soll eigene Impfstoffproduktion bekommen, Tunesiens Präsident verlängert Aussetzung des Parlaments, Mehr als 100 entführte Schüler in Nigeria wieder frei

– NEWS –

Afrika soll eigene Impfstoffproduktion bekommen: Bei dem teils online abgehaltenen Treffen der Initiative „G20 Compact with Africa“ forderte Kanzlerin Angela Merkel mehr Engagement für eine eigenständige Produktion von Corona-Vakzinen in Afrika, kritisiert aber auch die Ungerechtigkeit der globalen Impfstoffverteilung. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa und der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Kongos Präsident Félix Tshisekedi pochten auf eine Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe. Deutschland lehnt eine Freigabe der Patente ab und will lieber Firmen wie BioNTech Produktionsstätten in Afrika aufbauen lassen.
dw.com

Tunesiens Präsident verlängert Aussetzung des Parlaments: Tunesiens Präsident Kais Saied hat mit einer Verordnung die Aussetzung des Parlaments verlängert. Die Suspendierung wie auch die Aufhebung der parlamentarischen Immunität der Abgeordneten blieben „bis auf Weiteres“ in Kraft, erklärte die tunesische Präsidentschaft in der Nacht auf Dienstag via Twitter. Der Präsident werde sich in den nächsten Tagen an das Volk wenden, hieß es. Saieds Gegner verurteilten sein Vorgehen als Staatsstreich. Mit der Aussetzung des Parlaments ist die moderat-islamistischen Ennahda-Partei entmachtet worden. Sie hatte das Parlament dominiert und kämpft nun mit internen Unstimmigkeiten.
derstandard.de

Mehr als 100 entführte Schüler in Nigeria wieder frei: Insgesamt 136 Mädchen und Jungen waren im Mai aus dem Islam-Seminar gekidnappt worden. Rund 200 Bewaffnete waren auf Motorrädern in der Stadt Tegina im Bundesstaat Niger im Nordwesten Nigerias eingefallen und hatten die Kinder in ihre Gewalt gebracht. Nun sind die Kinder wieder in Sicherheit, wie der Schulleiter Abubakar Alhassan der Einrichtung mitteilt. Dabei bleibt unklar, ob Lösegeld gezahlt wurde und wie viele Kinder genau befreit wurden. Seit Dezember wurden im Nordwesten und im Zentrum Nigerias laut Behörden-Angaben rund 1000 Schüler entführt, von denen eine unbekannte Anzahl wieder frei kam. Viele der gekidnappten Mädchen und Jungen bleiben spurlos verschwunden.
dw.com

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Algerien kappt Beziehungen zu Marokko: Algerien hat die diplomatischen Beziehungen zu Marokko gekappt, wie der algerische Außenminister Ramdane Lamamra auf einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt gab. Marokkos Außenministerium bedauerte die Entscheidung und bezeichnete den Schritt als „völlig ungerechtfertigt“. Schon letzte Woche hatte Algier behauptet, Marokko habe bei den jüngsten Waldbränden in Algerien die Finger im Spiel gehabt. Demnach sollen terroristische Gruppen, die teilweise von Marokko unterstützt würden, die Brände gelegt haben. Die Feuer waren in der ersten Augusthälfte ausgebrochen und haben Zehntausende Hektar Wald vernichtet sowie mindestens 90 Menschen das Leben gekostet.
taz.de

Die Wüste in Südafrika blüht in bunten Farben: Im Nordwesten Südafrikas sind weite Landschaften von Blütenteppichen bedeckt. Das Besondere: Tausende Arten von Wildblumen zeigen ihre Blüten nur drei Wochen im Jahr. Sonst ist die Gegend, genannt Namaqualand, eine reine Wüste.
tagesschau.de

Tödliche Schüsse auf südafrikanische Informantin in Korruptionsskandalen: Babita Deokaran, Finanzdirektorin der staatlichen Gesundheitsbehörde in der Gauteng-Provinz in Südafrika, wurde zu Beginn dieser Woche vor ihrem Johannesburger Haus mit einem Dutzend aus nächster Nähe abgegeben Schüssen getötet: Zuvor hatte die 53-Jährige Ermittlern der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit mehreren Korruptionsskandalen wichtige Informationen zukommen lassen. Deokaran trug unter anderem zum Bekanntwerden eines Betrugsfalls bei, in dessen Rahmen sich Provinzpolitiker des Afrikanischen Nationalkongresses mit Millionen von Rand an der stark überteuerten Beschaffung von Schutzkleidung für die Corona-Pandemie bereichert hatten.
derstandard.de

Rotes Kreuz: Zehntausende afrikanische Migranten verschwunden deutschlandfunk.de
Human Rights Watch: Krise im Sahel verschärft sich weiter rp-online.de
Erstes Unterwassermuseum Afrikas soll vor der Küste Kenias eingerichtet werden deutschlandfunk.de
Ex-Premierminister von Mali Soumeylou Boubèye Maïga wegen Vorwurf des Betrugs festgenommen africanews.com

– BACKGROUND –

Angela Merkel verabschiedet sich von Afrika: Zum letzten Mal trifft sich Deutschlands Kanzlerin mit afrikanischen Staatschefs zum „Compact with Africa“. Durch die Initiative wollte Angela Merkel die Wirtschaftsbeziehungen ausbauen. Vom Enthusiasmus über den „Merkel-Plan“-wie ihn der ivorische Präsident Alassane Ouattara zum Start 2017 titulierte-ist aber nicht viel übrig. „Wenn ich mir die afrikanischen Länder heute im Vergleich zu der Zeit ansehe, in der die Kanzlerin diese Statements gemacht hat, dann bin ich mir nicht sicher, dass sich die deutschen Wirtschaftsaktivitäten signifikant erhöht haben“, so die Einschätzung von Olumide Abimbola, Direktor der afrikanischen Denkfabrik APRI in Berlin. Noch immer bekommt der Kontinent nur gut ein Prozent aller deutschen Investitionen weltweit. Die Mehrheit der deutschen Firmen findet Afrika trotz zahlreicher Förderprogramme noch immer nicht attraktiv, 2019 investierten dort gerade mal 884 Firmen-42 mehr als 2017. Etwa zwei Drittel aller deutschen Umsätze und ein Großteil der Investitionen entfallen auf Südafrika. Hinter vorgehaltener Hand klagen afrikanische Diplomaten, dass deutsche Firmen zu ängstlich seien, obwohl die Konkurrenz doch gute Geschäfte in Afrika mache.
dw.com

Kriegsrecht im Norden Kongos bringt keine Ruhe: Als Kongos Präsident Félix Tshisekedi Anfang Mai über die Provinzen Nord-Kivu und Ituri das Kriegsrecht verhängte, wurde das vor Ort weithin begrüßt, drei Monate später überwiegt die Enttäuschung. „Blödsinn“ nennt Mosie Kiputulu, Präsident der organisierten Zivilgesellschaften in Bashu in Nord-Kivu, das Kriegsrecht. „Die Massaker sind größer geworden.“ Nach Zählungen lokaler Organisationen sind seit Verhängung des Kriegsrechts in den beiden Provinzen über 485 Zivilisten getötet worden. Provinzabgeordneter Jean Paul Ngahangondi kritisiert wahllose Verhaftungen durch Soldaten und Folter in Militärhaft mit Todesfolge. Denn auch die Gerichte der beiden Provinzen wurden mit dem Kriegsrecht zunächst unter Militärkontrolle gestellt. In drei Monaten sind außerdem in den beiden Provinzen drei Journalisten und ein Radiomitarbeiter getötet worden. Die Medien beklagen mangelnden Schutz.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

48.000 Personen sind in Afrika bei Gesellschaften des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds vermisst gemeldet.
deutschlandfunk.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Die Unsicherheit im Land hat die Preise für Produkte wirklich steigen lassen. Jedes Mal, wenn wir Einkaufen gehen, erhöht der Großhändler den Preis.“
Hawa Traore Touré, Ladenbesitzerin in Malis Hauptstadt Bamako über den Einfluss des lange anhaltenden Konflikts auf den Alltag.
tagesschau.de

– ZULETZT –

Afrikanische Bergwälder sind bessere Klimapuffer als gedacht: Die tropischen Bergwälder Afrikas sind ein besonders wertvoller Klimahelfer, denn sie speichern mehr Kohlenstoff in ihren Bäumen als alle anderen tropischen Wälder der Erde, wie Forscher entdeckt haben. Ursache dafür ist der hohe Bestand an alten, großen Bäumen, die eine überproportional hohe Speicherkapazität besitzen. Allerdings: Die Bestände dieser alten Wälder Afrikas sind akut gefährdet, allein seit dem Jahr 2000 ist ihre Fläche um 800.000 Hektar geschrumpft.
wissenschaft.de

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