KW 33: Überfall auf Restaurant in Burkina Faso, Flüchtlingsretter stoppen Einsätze im Mittelmeer, Kenyatta erhält zweite Amtszeit

– NEWS –

Überfall auf Restaurant in Burkina Faso: Bei einem Angriff auf ein Restaurant in der westafrikanischen Stadt Ouagadougou wurden nach Regierungsangaben mindestens 18 Menschen getötet und ein Dutzend weitere verletzt. Unter den Toten seien mehrere Ausländer, darunter ein Franzose und ein Türke, eine Kanadierin, zwei Kuwaiterinnen, ein Libanese, ein Nigerianer und ein Senegalese, teilte ein Sprecher des Außenministeriums in Ouagadougou mit. Die Identität von drei weiteren Opfern stand am Montagabend noch nicht fest. Offen bleibt zudem, welche Gruppierung den Angriff zu verantworten hat. Ein Indiz deutet auf Al Qaida.
handelsblatt.com, tagesspiegel.de, taz.de

Flüchtlingsretter stoppen Einsätze im Mittelmeer: Wegen Sicherheitsrisiken im Mittelmeer vor Libyen unterbrechen einige Hilfsorganisationen ihre Missionen zur Rettung von Migranten. Einen Tag nach der Ankündigung von Ärzte ohne Grenzen zogen am Sonntag die deutsche Organisation Sea Eye und später auch Save the Children aus Großbritannien nach. Für NGOs werde das Klima auf dem Mittelmeer immer feindseliger. Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer sagte, die Fortsetzung der Rettungsaktionen in dem Gebiet sei gegenüber der Besatzung nicht mehr zu verantworten. EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos hat absolute Kompromisslosigkeit im Umgang mit Menschenhändlern und Schleppern im Mittelmeer angemahnt.
welt.de, zeit.de, handelsblatt.com

Kenyatta erhält zweite Amtszeit: Staatschef Uhuru Kenyatta hat sich mit 54,27 Prozent der Stimmen gegen Herausforderer Raila Odinga mit 44,74 Prozent durchgesetzt. Die Präsidentenwahl in Kenia ist nach Einschätzung internationaler Beobachter ohne Unregelmäßigkeiten abgelaufen. Es gebe keine Anzeichen für eine zentralisierte oder lokal begrenzte Manipulation, sagte die Leiterin der EU-Beobachtermission in Kenya, Marietje Schaake. Der Kandidat der Opposition, Raila Odinga, hatte am Mittwoch gesagt, Hacker seien in das Computersystem der Wahlkommission eingebrochen. Nach der Wahl kam es zu Ausschreitungen bei denen 24 Menschen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen gestorben sind.
zeit.de, dw.com

Schlepper werfen erneut Flüchtlinge ins Meer: Menschenschmuggler haben offenbar erneut Dutzende Flüchtlinge vor der Küste Jemens ins Meer gestoßen. Das berichtet die Internationale Organisation für Migration (IOM). Demnach kamen mindestens fünf afrikanische Flüchtlinge ums Leben, 50 weitere würden vermisst. Es handelte sich bereits um den zweiten derartigen Vorfall innerhalb von 24 Stunden. Bei den Flüchtlingen handelt es sich laut IOM vorwiegend um sehr junge Menschen aus Somalia und Äthiopien.
spiegel.de, dw.com

Abgestürzter Bundeswehr-Helikopter verlor Rotorblätter:  Der Hubschrauber war am 26. Juli abgestürzt, die beiden Piloten kamen ums Leben. Nach bisherigen Erkenntnissen lösten sich, nachdem das Luftfahrzeug in den starken Sinkflug übergegangen war, vor dem Aufschlag Teile, darunter die Hauptrotorblätter, heißt es in einer Mitteilung zum aktuellen Stand der Untersuchungen von Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel an den Wehrausschuss des Bundestags. Bis zum Absturz sei der Flug unauffällig verlaufen.
faz.net, tagesspiegel.de

Zuma übersteht Misstrauensvotum: Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat erneut ein Misstrauensvotum überstanden. Die mittlerweile achte Vertrauensabstimmung fand sogar im Geheimen statt. Zwar sprachen einige ANC-Abgeordneten Zuma das Misstrauen aus, doch am Ende reichte es wieder nicht. Die Amtszeit Zumas endet erst 2019. Allerdings könnte er als Parteichef des ANC im Dezember bei den Neuwahlen abgesetzt werden. Zuma ist in zahlreiche Korruptionsaffären verwickelt. Wegen seines Geschicks im Amt zu bleiben wird er auch als „Teflon-Präsident“ bezeichnet.
derstandard.at

28 Tote bei Selbstmordanschlag in Nigeria derstandard.at
Hunderte Tote nach Erdrutsch in Sierra Leone taz.de
WiWo-Herausgeberin Miriam Meckel und CIO Léa Steinacker diskutieren im Live-Stream über Digitalisierung in Afrika wiwo.de

– BACKGROUND –

Gescheitertes Zentralafrika: 35 internationale Hilfswerke, die in der Zentralafrikanischen Republik tätig sind, beschweren sich über die zunehmend bedrohlichen Arbeitsbedingungen und warnen vor einem Völkermord. „Die Frühwarnzeichen eines Völkermords sind vorhanden. Wir müssen jetzt handeln“, sagte etwa Stephen O’Brien, Leiter der humanitären Abteilung der Vereinten Nationen. „Wir fordern einen besseren Schutz von Zivilisten und einen besseren humanitären Zugang“, heißt es in der Stellungnahme der Hilfswerke. Das Land wird von Kleinkriegen zwischen Warlords und Regionalherrschern erschüttert. Die Zentralregierung ist schwach, die UN-Truppe mit 12.870 Soldaten und Polizisten ebenfalls.
taz.de

Kenia will Leichtathletik WM austragen: Kenia will die Leichtathletik WM 2023 ausrichten. Die Bewerbung des Landes verkündete Sportminister Hassan Wario am Dienstag. Bereits im Juni hat Kenia die U18-WM organisiert. „Wir haben gezeigt, dass wir kleinere Veranstaltungen austragen können, und jetzt ist es an der Zeit, dass wir auch große Wettbewerbe austragen“, so Wario. Kenia ist in der Leichtathletik ein großer Player. Mit fünf Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen war das Land im Medaillenspiegel der WM in London auf Platz zwei.
rp-online.de

Wieder mehr Urlauber in Nordafrika: Tunesien und Ägypten können bei Reisebuchungen in diesem Jahr wieder deutlich zulegen. Fast zwei Millionen Touristen besuchten Tunesien zwischen Januar und Ende Mai. Im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 37 Prozent. Die Zusammensetzung hat sich dabei aber geändert: Weniger Europäer, mehr Russen und Urlauber aus Algerien. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erhöht. Hotels haben oft ähnliche Sicherheitsstandards wie Flughäfen, die Polizei patrouilliert an Stränden und auf den Straßen. 15 Prozent der Bevölkerung in Tunesien lebt vom Tourismus. Nach Auskunft der Weltbank hängen 480.000 Arbeitsplätze am Tourismus.
welt.de

– ANGEZÄHLT –

Jedes Zehnte Mädchen in Afrika im Alter zwischen 15 und 19 Jahren bekommt ein Kind. Diese Zahl geht aus dem Datenreport hervor, den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) diese Woche veröffentlicht hat.
presseportal.de

– ZITATE –

„Wir sind täglich Zeugen der Gewalt. Das dritte Jahr hintereinander gilt die Zentralafrikanische Republik als das gefährlichste Land der Welt für humanitäre Helfer [. . .] Da die Hälfte der Bevölkerung von humanitärer Hilfe abhängt, ist es besorgniserregend, dass die humanitären Organisationen, die den Bedürftigsten Nothilfe zukommen lassen, dies nicht mehr tun können.“
35 Hilfsorganisationen fordern in einer gemeinsamen Erklärung besseren Schutz für ihre Arbeit in der Zentralafrikanischen Republik.
taz.de

„Kenia ist eine der wenigen funktionierenden Demokratien in Afrika, und dieses Land ist auch ein Anker der Stabilität in Ostafrika, und deshalb haben wir alle auch als internationale Gemeinschaft ein Interesse daran, dass die Demokratie in Kenia weiterhin funktioniert.“
EU-Wahlbeobachter David McAllister kann keine Unregelmäßigkeiten bei den Kenia-Wahlen feststellen und appelliert an Oppositionsführer Raila Odinga seine demokratische Niederlage zu akzeptieren und bei Zweifeln den Weg des Rechtsstaats zu gehen.
deutschlandfunk.de

Kalter Krieg in Afrika: Der Hausa-Dienst der Deutschen Welle ging 1963 zum ersten Mal auf Sendung und strahlt heute täglich zweieinhalb Programmstunden nach Nordnigeria und in benachbarte Länder. Die derzeit elfköpfige Redaktion freut sich über Zuschriften von Hörern. Seit 2006 können die sich zeitgleich zum Programm äußern, zunächst über SMS und neuerdings vor allem auf Facebook.“Für viele Menschen dort“, so DW-Hausa-Chef Thomas Mösch, „gilt eine Nachricht erst dann als glaubwürdig, wenn darüber neben den eigenen Medien auch die Hausa-Programme der britischen BBC, der Voice of America und der Deutschen Welle berichtet haben.“ Das Programm in der afrikanischen Sprache ist ein Relikt des kalten Krieges. Weil 80 Prozent der Bewohner in afrikanischen Städten vor 50 Jahren Radio hörten, viele von ihnen aber nicht lesen konnten, buhlten die Supermächte im Äther um die Gunst der Menschen.
spiegel.de

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