KW 32: Unruhen in Äthiopien, Tschads umstrittene Regierung erhält Hilfe von deutscher Polizei, Das andere Somalia

– NEWS –

Unruhen in Äthiopien: Die blutige Niederschlagung illegaler Proteste in Äthiopien am Wochenende hat offenbar mehr Tote gefordert als zunächst bekannt. Von mindestens 97 Toten und mehreren hundert Verletzten sprach am Montagabend die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) unter Berufung auf Augenzeugen und Oppositionelle. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigte ein Diplomat 49 Tote. Beobachter betonen, es handele sich um Vorfälle in vielen verschiedenen Orten, wo Kommunikation nach außen teils schwierig ist. Was als Protest gegen autoritär getroffene administrative Entscheidungen begonnen hatte, entwickelte eine Eigendynamik, nachdem Urheber der ursprünglichen Proteste monatelang in Haft gehalten wurden.
taz.de, de.euronews.com

Tschads umstrittene Regierung erhält Hilfe von deutscher Polizei: Unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen und begleitet von einem Generalstreikaufruf der Opposition hat sich Idriss Déby, Tschads seit 1990 regierender Präsident, am Montag zu einer neuen Amtszeit vereidigen lassen. Im April war Déby in einer umstrittenen Wahl mit 60 Prozent wiedergewählt worden. Am Wochenende waren Oppositionsproteste in der Hauptstadt Ndjamena brutal niedergeschlagen worden. Laut einer Antwort der deutschen Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis/Grüne wird Tschads Polizei beim „Aufbau von Kapazitäten“ von der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt. Dies erfolge im Rahmen eines EU-Programms, in dem auch „Helme, Boote und Kraftfahrzeuge“ bereitgestellt würden.
taz.de

ANC erhält Dämpfer bei Kommunalwahlen: Für den regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) ist die größte Niederlage seit Ende der Apartheid eingetreten: Die Partei wird vermutlich doch nicht regieren bis Jesus kommt, wie Präsident Jacob Zuma stets gegenüber Kritikern erklärt hat. Nach dem schlechten Wahlergebnis mit 54 Prozent in den Kommunalwahlen der vergangenen Woche muss der ANC nun mit möglichen Koalitionspartnern reden, wenn er in den großen Städten Johannesburg und Tshwane weiterhin regieren will.
taz.de, de.euronews.com

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Lahme Rente: Mehr sparen und länger arbeiten. Der Abstand zwischen Arbeitseinkommen und Renteneinkommen nimmt weiter zu. Deutsche im Ausland mit Bezügen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden besteuert, oft sogar doppelt. Die Finanzämter langen richtig zu. Auch die Riesterrente lohnt sich kaum noch. Tipps zur Vermeidung der Altersarmut gibt der in Brüssel ansässige deutsche Fachanwalt für Steuerrecht Walter Grupp, bei belgieninfo.net. Jetzt noch rechtzeitig unverbindlichen Direktkontakt aufnehmen unter walter.grupp@grupp-partner.com.

Anspannung vor Wahlen in Sambia: Sambia galt lange Zeit auf dem Weg zu demokratischen Verhältnissen. Doch vor den fünften Wahlen in zehn Jahren ist die Anspannung groß. Die Anklagen gegen den korrupten Expräsidenten Rupiah Banda wurde fallengelassen, was als Rückschlag in Sachen Rechtsstaatlichkeit gilt. Dies sind nicht die einzigen Vorwürfe, mit denen Kurzzeitpräsident Edgar Lungu sich im Vorfeld der Wahl am Donnerstag konfrontiert sah. In den vergangenen Monaten häuften sich die Fälle, in denen Oppositionelle bedroht oder angegriffen wurden. Lungus stärkster Konkurrent, Oppositionsführer und Ökonom Hakainde Hichilema von der United Party for National Development (UPND), beschuldigte die Regierung am vergangenen Wochenende, repressiv gegen die Opposition vorzugehen und diese am Wahlkampf zu hindern. Der Präsident würde willkürlich Wahlveranstaltungen der Opposition verbieten und regierungskritische Medien mit fadenscheinigen Argumenten schließen lassen.
derstandard.at

Polizei stürmt Gay Pride in Uganda: In der letzten Woche fand in Ugandas Hauptstadt Kampala die Gay Pride Parade statt – in einem Land mit einer der homophobsten Verfassungen der Welt. Es begann als ein Freudenfest, doch dann stürmte die Polizei einen Club. Unter den 500 Gästen brach Panik aus. Die Polizisten nahmen erst einmal rund zehn Aktivisten fest, darunter den Vorsitzenden Frank Mugisha, der die Veranstaltung organisiert und den Club privat gemietet hatte, um eine Anmeldung bei der Polizei zu umgehen. Gegen drei Uhr am Freitagmorgen kamen alle Festgenommenen wieder frei, ohne Anklage, bestätigt Ugandas Polizeisprecher Fred Enaga und erklärt: „Wir hatten Informationen, dass eine Veranstaltung mit bis zu 1.000 Leuten stattfindet. Eine solche Party muss laut Gesetz angemeldet werden, um Sicherheit zu garantieren.“
journafrica.de, taz.de

Friedensgespräche in Mosambik unter internationaler Vermittlung sollen Bürgerkrieg abwenden derstandard.at
Rebellen unterzeichnen Fahrplan für neue Friedensgespräche im Sudan derstandard.at
Polizei erschießt Oppositionellen im Tschad derstandard.at
Wegen Totschlags verurteilter Ex-Sportstar Oscar Pistorius weist Spekulationen um Selbstmordversuch zurück de.euronews.com

– BACKGROUND –

Phantomweizen in Ägypten: Wie zu den Erntekampagnen in den ehemals kommunistischen Ländern berichteten im Frühsommer ägyptische Medien täglich über die Weizenmengen, die von den Bauern an den Staat verkauft wurden. Am Stichtag schlug die Rekordmenge von 4,8 Millionen Tonnen zu Buche, etwa 25 Prozent mehr als erwartet. Insider wunderten sich. „Glaub keine Zahl einer Behörde. Da wird immer Politik gemacht“, weiß ein Großbauer aus dem Delta und liefert die Erklärung für die wundersame Vermehrung: Korruption. So groß ist die Kapazität der Silos und Shonas (offene Lager) gar nicht. Mitglieder einer Fact-Finding-Mission des Parlaments haben unangekündigte Stichproben gemacht und gewaltige Differenzen – teilweise bis 50 Prozent – zwischen den tatsächlichen Mengen in den Silos und den in den Büchern aufgeführten festgestellt. Die Korruption sei systematisch und würde das Land Millionen kosten, erklärte der Parlamentarier Galal Awara gegenüber einer lokalen Zeitung.
derstandard.at

Das andere Somalia: Bürgerkrieg, Piraterie, islamistischer Terror – Somalia ist in der medialen Wahrnehmung ein Synonym für einen gescheiterten Staat. Während die Kameras internationaler Nachrichtenagenturen meist nur die vom Kugelhagel durchsiebten Fassaden und die Anzeichen von Armut und Verzweiflung ablichten, gäbe es ebenso viel über unbestreitbare Charaktereigenschaften vieler Somalier zu erzählen: Abenteuerlust, Erfindungsgeist und ein feinsinniges Gespür. Es sind genau diese Qualitäten, die Somaliern auf der ganzen Welt dabei geholfen haben, ihre florierenden Geschäften erfolgreich zu etablieren und aufrechtzuerhalten – vom Trödler auf Mogadischus belebten Bakara Markt bis hin zum Geschäftsführer eines internationalen Geldübermittlungsinstitutes. In Eastleigh, einem ehemals eher verkommenen Außenbezirk im Osten der kenianischen Hauptstadt Nairobi, haben somalische Geschäftsleute den dringend erforderlichen Aufschwung gebracht – Verkaufsstände, Shopping Malls und Night Lodges sind entstanden.
journafrica.de

– ANGEZÄHLT –

Dahabshiil, „Goldschmelze“ ist ein somalisches Finanztransferunternehmen, das weltweit 24.000 Standorte in 126 Ländern hat und 2.000 Menschen beschäftigt.
journafrica.de

– ZITATE –

„Wir werden jetzt den Menschen zuhören. Und zwar sowohl denjenigen, die in überwältigender Weise den ANC gewählt haben als auch denen, die dies nicht getan haben, weil sie damit eine wichtige Botschaft gesendet haben.“
Cyril Ramaphosa, Vizepräsident von Südafrika und ANC-Vizepräsident, reagierte in der Hauptstadt Pretoria auf die Stimmenverluste.
de.euronews.com

Dresdnerin gewinnt Radrennen quer durch Afrika: Katja Steenkamp (33) aus Dresden gewann kürzlich eines der härtesten Radrennen der Welt. In einer Wahnsinnstour über 12000 Kilometer. Im Januar war Start im ägyptischen Kairo, Ziel im Mai im südafrikanischen Kapstadt. Mehr als vier Monate sitzt Katja fast täglich im Sattel, im Schnitt gut 130 Kilometer pro Etappe. Danach steht sie als überraschende Siegerin der „Tour d’Afrique“ fest. Ihr Erfolgsgeheimnis? „Ich habe mich aus den täglichen Duellen der Männer herausgehalten. Viele sind unterwegs ausgeschieden. Krankheit, Defekte, Unfälle, Knochenbrüche oder weil sie sich schlicht übernommen haben.“
mopo24.de

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