KW 32: Frieden im Südsudan, Simbabwe: Unruhen nach Wahl, Flüchtlingskrise: Brüssel unterstützt Marokko

– NEWS –

Frieden im Südsudan: Die Konfliktparteien im Südsudan haben sich endgültig auf eine Teilung ihrer Macht geeinigt. Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar sowie verschiedene Rebellengruppen beschlossen bei einem Treffen im Sudan eine umfassende Friedensregelung. Diese beinhaltet eine Waffenruhe. Außerdem wird Machar Vizepräsident in einer Übergangsregierung. Vier weitere nachrangige Vizepräsidenten für die übrigen Konfliktparteien soll es ferner geben. In Kenia soll ein Folgetreffen stattfinden, auf dem dann Wirtschafts- und Menschenrechtsfragen besprochen werden. Bei dem Konflikt im Südsudan sind zehntausend Menschen getötet worden, ein Drittel der Bevölkerung war auf der Flucht.
derstandard.at

Simbabwe: Unruhen nach Wahl: In Simbabwe hat die Partei von Staatschef Emmerson Mnangagwa nach vorläufigen Teilergebnissen eine Mehrheit im Parlament geholt. Zwei Tage nach der Parlaments- und Präsidentschaftswahl kam es in der Hauptstadt Harare zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Anhängern der Opposition. Hunderte Menschen hatten sich versammelt, um gegen vermeintlichen Wahlbetrug zu protestieren. Der Agentur AFP zufolge eröffnete die Armee das Feuer mit scharfer Munition auf Demonstranten. Nach Angaben der Polizei gab es mindestens drei Tote. Die EU-Beobachtermission in Simbabwe hat den Wahlen erhebliche Mängel attestiert. Wähler seien Beeinflussungen, sanfter Einschüchterung, Druck und Zwang ausgesetzt gewesen. Die EU-Mission kritisierte in einer Erklärung ungleiche Wettbewerbsbedingungen und einen Mangel an Vertrauen in das Wahlverfahren. Im Vergleich zu früher habe sich das politische Klima bei den Wahlen aber verbessert. Besonders hoben die Beobachter hervor, dass die Abstimmung friedlich verlaufen sei.
tagesspiegel.de, tagesschau.de, zeit.de

Flüchtlingskrise: Brüssel unterstützt Marokko: Die spanische Hilfsorganisation „Proactiva Open Arms“ hat auf dem Mittelmeer 87 Migranten aufgenommen. Die Menschen, darunter acht Minderjährige, hätten zwei Tage in internationalen Gewässern getrieben, twitterte die Organisation. Wohin die Migranten gebracht werden sollen, ist unklar. Sowohl Italien als auch Malta wehren sich gegen private Seenotretter und lassen sie nicht in ihren Häfen anlegen. Stattdessen bringt die libysche Küstenwache immer öfter Migranten wieder zurück in das eigene Land, in dem häufig auch ein Bürgerkrieg herrscht. Brüssel stellte in den letzten Tagen bereits 30 Millionen Euro für Marokko bereit, um dort die Küstenüberwachung zu verbessern. Ob dieses Angebot ausreicht, um die Migration nach Spanien zu bremsen, bleibt abzuwarten. Europäische Diplomaten schließen nicht aus, dass Marokko seinen Grenzschutz in den letzten Wochen bewusst lockerte, um Brüssel unter Druck zu setzen und sehr viel höhere finanzielle Hilfen herauszuschlagen.
zeit.de, tagesspiegel.de

Mali vor der Stichwahl: In Mali hat der amtierende Präsident Ibrahim Boubacar Keïta im ersten Wahlgang 41,4 Prozent der Stimmen erhalten. Er muss damit Ende der Woche in die Stichwahl gegen Soumaïla Cissé, der 17,8 Prozent der Stimmen erhalten hat. Die 22 übrigen Kandidaten sprachen in einem gemeinsamen Kommuniqué von Wahlfälschung. In der Tat blieben in der umkämpften Wüstenzone, in der Jihadisten die öffentliche Ordnung stören, 700 Wahlbüros geschlossen. Andere berichten über die Existenz eines „Parallelwählerregisters“. 5.000 französischen Soldaten versuchen seit 2013 die aus der Sahara eindringenden islamistischen Milizen zu verjagen. Von den Wahlen in Mali erhoffen sich Beobachter ursprünglich eine Stabilisierung der Lage. Doch mit den zahlreichen Unregelmäßigkeiten wird zunehmend das Gegenteil befürchtet.
derstandard.at, taz.de

Südafrikas Präsident Ramaphosa will Enteignungen weißer Farmer beschleunigen tagesspiegel.de
European Stability Initiative: EU muss mit Westafrika kooperieren wdr.de
Kongo lässt populären Oppositionspolitiker Moise Katumbi nicht einreisen taz.de

– BACKGROUND –

Krieg behindert Kampf gegen Ebola: Der Kongo leidet unter der mittlerweile zehnten Ebola-Epedemie seit 1976. Doch während in der Vergangenheit WHO, internationale Helfer und Regierung die Seuche immer in den Griff bekommen haben, findet diesmal der Ausbruch mitten in einer Konfliktregion statt. Der Zugang internationaler Helfer ist schwierig. In Nord-Kivu und der Nachbarprovinz Ituri sind bereits 33 Menscnhan gestorben, 76 Verdachtsfälle melden die Behörden bereits. Auch ist das Vertrauen der Bevölkerung zerstört. Seit Jahrzehnten machen Banden den Ostkongo unsicher. Plünderungen, Morde und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Ein Millionen Menschen sind ständig auf der Flucht.
derstandard.at

Sandmafia am Victoriasee: Kenia, Tansania und Uganda teilen sich den Victoriasee, den größten Süßwassersee der Welt. Das ökologische Desaster dort ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Der von den Kolonialmächten ausgesetzte Barsch hat das ökologische Gleichgewicht zerstört. Der See gilt heute als überfischt. Weil weltweit Sand knapp wird, wird er im großen Stil am Victoriasee illegal abgebaut, denn die letzten und gut zugänglichen Sandvorkommen liegen in den großen Süswasserseen. Vor allem chinesische Investoren saugen in den Sumpfgebieten und auf dem offenem See Sand in gewaltigen Mengen ab.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

45 Milliarden Dollar an in den Bilanzen afrikanischer Unternehmen gebundenes Kapital könnten in Afrika bis 2020 freigesetzt werden.
finanzen-heute.com

– ZITAT –

„Unterwegs ins Land meiner Vorfahren, mein Vaterland. Mit Gott werden wir siegen.“
Kongos ehemaliger Rebellenchef, Vizepräsident und Oppositionsführer Jean-Pierre Bemba ist nach elf Jahren im Exil und zehn Jahren im Gefängnis wieder zurück in seiner Heimat.
taz.de

– ZULETZT –

NBA Africa Games: Im südafrikanischen Pretoria ging die dritte Auflage des NBA Africa Games an eine Weltauswahl um den italienischen Star Danilo Gallinari von den Los Angeles Clippers. Der Forward wurde folgerichtig zum MVP des Spiels gewählt. Die Weltauswahl siegte mit 98:94 gegen „Team Africa“. Doch nicht nur das Spiel stand im Mittelpunkt. Auch auf den Rängen gab es einiges zu sehen: Legenden wie Kareem Abdul-Jabbar oder Dikembe Mutombo hatten sich unter die Zuschauer gemischt, aber auch aktuelle Spieler wie Carmelo Anthony waren in der Arena anwesend und bekamen warmen Applaus.
spox.xom

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