KW 31: Unruhen nach Wahlen in Kenia befürchtet, Tunesien stärkt Frauenrechte, Regierungspartei gewinnt Parlamentswahlen im Senegal

– NEWS –

Unruhen nach Wahlen in Kenia befürchtet: In Kenia kursiert seit Wochen die Furcht, dass es bei den Wahlen nächsten Dienstag zu Gewalt kommen könnte. Am Montag hatte die Polizei die verstümmelte Leiche des Technikchefs der kenianischen Wahlkommission IEBC, Christopher Msando gefunden. Wer hinter dem Mord steckt, ist unklar. FBI und Scotland Yard unterstützen die kenianische Polizei bei ihren Ermittlungen, eine Sonderkommission wurde eingesetzt. Weil der Wahlausgang knapp sein könnte ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Vorwürfen wegen Wahlfälschung kommen wird, groß. Msando galt als ein Garant für eine technisch einwandfreie Durchführung der Wahl.
taz.de, derstandard.at

Tunesien stärkt Frauenrechte: Das tunesische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das erstmals Opfer von häuslicher Gewalt unter gesetzlichen Schutz stellt. Körperliche, moralische und sexuelle Gewalt werde gleichermaßen anerkannt und Opfer können juristische und psychologische Hilfe bekommen. Frauenministerin Naziha Laabidi sagte, dies sei ein „sehr bewegender Moment“ und ein „historisches Projekt“. Tunesien gilt als Vorreiter von Frauenrechten in der arabischen Welt, dennoch hat jede zweite Tunesierin bereits Gewalterfahrungen gemacht.
zeit.de

Regierungspartei gewinnt Parlamentswahlen im Senegal: Im Senegal hat sich die Regierungskoalition von Präsident Macky Sall zum Sieger bei den Parlamentswahlen erklärt. Man habe 42 von 45 Wahlkreisen gewonnen, verkündete Ministerpräsident Mahammed Boun Abdallah Dionne am Montag. Die Wahlbeteiligung lag bei 54 Prozent. Der Wahlkampf war von Gewalt zwischen Regierung und Opposition überschattet. Kurz vor der Wahl wurden zahlreiche Demonstranten festgenommen. Viele Senegalesen konnten nicht wählen, weil ihnen kein Personalausweis ausgestellt werden konnte. Die Präsidentschaftswahlen finden in zwei Jahren statt.
derstandard.at

Libysche Rivalen schließen Waffenruhe: Die wichtigsten Gegenspieler im libyschen Bürgerkrieg haben sich unter Vermittlung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf einen Zehn-Punkte-Plan verständigt. Der von UN anerkannte Regierungschef Fajes al Sarradsch und der im Osten des Landes herrschende General Chalifa Haftar erklärten sich zu einer Waffenruhe bereit. Zudem sollen im kommenden Frühjahr Wahlen abgehalten werden. Seit dem Sturz des Diktators Muammar al Gaddafi vor sechs Jahren wird Libyen von Machtkämpfen zerrissen. Während al Sarradsch als weitgehend macht- und einflusslos gilt, setzt Macron im Kampf gegen den Islamismus in Libyen offenbar in erster Linie auf General Haftar.
tagesspiegel.de, handelsblatt.com, spiegel.de

Verletzte beim Sturm auf spanisches Ceuta: Immer wieder versuchen afrikanische Migranten von Marokko aus über den Grenzzaun der spanischen Exklave Ceuta in die Europäische Union zu gelangen. Erneut sind nun mindestens 14 Menschen dabei verletzt worden. Nach Angaben der örtlichen Polizei hatten sich 200 Flüchtlinge an dem Versuch beteiligt. Etwa 70 hätten es geschafft, in die Exklave und damit in die EU zu gelangen. Zahlreiche Menschen seien mit Schnittwunden und Knochenbrüchen in Krankenhäuser eingeliefert worden, twitterte das Spanische Rote Kreuz.
tagesschau.de

Verteidigungsministerin von der Leyen bekräftigt Unterstützung für Kampf gegen Terror: Bei ihrem Besuch in Mali hat Ursula von der Leyen die Unterstützung Deutschlands für den Kampf gegen den Terror in der Region bekräftigt. Die innere Sicherheit der Region spiele eine wichtige Rolle bei der Beseitigung von Fluchtursachen. Deutschland und Frankreich wollen den Aufbau einer afrikanischen Eingreiftruppe vorantreiben, die den Vormarsch islamischer Extremisten im Sahel stoppen soll. Mitte September werde dazu eine Konferenz in Berlin stattfinden, kündigte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly nach einem Treffen mit von der Leyen an.
stern.de, handelsblatt.com

SPD-Politiker Pistorius unterstützt Auffanglager in Libyen: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat sich für ein Aufnahmelager für Geflüchtete außerhalb der EU-Grenzen ausgesprochen. Die Leute sollten nicht in Italien sitzen, sondern möglichst schon außerhalb der EU Ansprechpartner finden, in Anlaufstellen. Die Lager könnten entweder von Europäern oder der UN betrieben werden, sagte Pistorius. Grünen-Chefin Simone Peter lehnt Auffanglager für Flüchtlinge in Libyen ab. Dort stünden Menschenrechtsverletzungen auf der Tagesordnung.
tagesspiegel.de, handelsblatt.com

Keine Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo 2017 – Polizei unterdrückt Proteste taz.de
Beachvolleyball aus Afrika bei der WM in Österreich faz.net
Gescheiterte Ölerkundung in Angola halbiert Gewinn des Öl-Riesen BP handelsblatt.com

– BACKGROUND –

Start-up-Land Ruanda: Seit Mark Zuckerberg in Nigeria investiert hatte, herrscht in Sachen Start-ups Goldgräberstimmung in Afrika. Insgesamt 366,8 Millionen US-Dollar wurden 2016 in afrikanische Start-ups investiert. Im Vergleich zu 2015 bedeutet das ein Wachstum von 33 Prozent. Das meiste Geld fließt in die politische stabilen Volkswirtschaften Nigeria, Südafrika und Kenia. Mit 16 Milliarden Dollar folgt dann aber bereits das kleine Ruanda. Ein Beispiel dort: Das Start-up Zipline, das Blutkonserven mit Drohnen an Krankenhäuser liefert.
derstandard.at

Ruanda wählt: Am vierten August steht Ruandas autoritärer Herrscher Paul Kagame zur Wiederwahl. Kagame, der seit 2000 regiert, könnte dank Verfassungsänderung das Land noch bis 2034 anführen. Kagames politischer Entwurf gilt als widersprüchlich. Zum einen werden Oppositionelle mit tödlicher Gewalt verfolgt. Zum anderen gilt das Land dank effizienten Umudugudu-Treffen auf der kleinsten lokalen Ebene als ein Musterbeispiel der Selbstverwaltung und Selbstorganisation seiner Bürger. Für Kritiker sind die Bürgerversammlungen aber ein perfide System der Unterdrückung und Kontrolle. Dennoch: Kigali gilt als die sauberste und sicherste Hauptstadt Afrikas und selbst Entwicklungshelfer nennen Projekte in Ruanda immer wieder als leuchtendes Beispiel. Die Wahlen wird Kagame wohl mit über 90 Prozent gewinnen. Das Feld politischer Gegner wurde im Vorfeld sicherheitshalber reduziert.
derstandard.at, taz.de

Landwirtschaft in Sambia: Der US-Landmaschinenhersteller AGCO betreibt in Lusaka in Sambia eine Future Farm. Dort sollen nicht nur Traktoren, Pflüge oder Sähmaschinen verkauft werden, sondern auch Bauern darin unterrichtet werden wie die Technik richtig zu benutzen ist und wie man schonend mit den Böden umgehen kann. Ein mit einem Traktor bewirtschaftetes Feld bringt dreimal soviel Ernte. Ein Traktor kostet in einer einfachen Ausführung aber 9.300 Euro. Viele können sich das nicht leisten. Kredite von Banken sind oft zu teuer und das Risiko, die Farm zu verlieren, zu groß.
welt.de

– ANGEZÄHLT –

13 Prozent der Menschen in Afrika rauchen. Zwei Prozent aller Zigaretten weltweit werden in Afrika geraucht. Wegen schwindender Absätze in Europa und den USA setzten Tabakhersteller immer mehr auf den Wachstumsmarkt Afrika.
zeit.de

– ZITATE –

„Die Person, die hart arbeitet, ist immer eine Frau. Ich habe meine Kinder, und ich habe meine Farm. In meinem Leben ist kein Platz für einen neuen Mann.“
Grace Siatontola Silume ist Bäuerin in Sambia. Sie wurde von den Männern nicht ernst genommen, hat sich aber durchgesetzt.
welt.de

Der ewige Präsident: Simbabwes 93-jähriger Präsident Robert Mugabe will es weiterhin wissen und bei der Wahl 2018 noch einmal antreten. „Da wird gesagt, dass der Präsident geht! Ich gehe nicht“, erklärte Mugabe vor Tausenden Aktivisten der Regierungspartei Zanu/PF. „Die Ärzte und Pflegekräfte, die mich untersuchen, waren von meiner Kraft überrascht“, berichtet er von einem medizinischen Check-up. Letzte Woche hatte die First Lady Grace Mugabe eine Nachfolgediskussion vom Zaun gebrochen und ihren Mann aufgefordert einen Nachfolger auszuwählen.
taz.de

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