KW 31: Flüchtlingskrise im Mittelmeer, Macron und Sanchez fordern Migrationsgipfel mit Afrika, BRICS-Gipfel in Johannesburg

– NEWS –

Flüchtlingskrise im Mittelmeer: Der Schwerpunkt der Flüchtlingskrise im Mittelmeer hat sich immer stärker nach Spanien verlagert: Allein von Freitag bis Sonntag trafen nach Angaben der Küstenwache mehr als 1.400 Bootsflüchtlinge in dem Land ein. Die meisten von ihnen kamen in kleinen Booten aus Nordafrika. Spanien hat in diesem Jahr Italien als Hauptankunftsland für Flüchtlinge in Europa abgelöst. Die bisherige Hauptroute von Libyen nach Italien ist inzwischen weniger frequentiert. Die neue Populistenregierung in Rom lässt kaum mehr Bootsflüchtlinge ins Land, zudem scheinen die libyschen Behörden verstärkt gegen Schlepper vorzugehen. Viele Migranten weichen deshalb in die Nachbarländer Algerien und Marokko aus, um von dort aus die Überfahrt nach Spanien zu versuchen. Nach einer mehr als zweiwöchigen Odyssee auf dem Mittelmeer sollen etwa 40 Migranten in Tunesien anlegen dürfen. Bereits am Donnerstag haben mehr als 600 Menschen den Grenzzaun der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta überwunden.
tagesspiegel.de, dw.com (Spanien), kurier.at (Tunesien), tagesschau.de (Ceuta)

Macron und Sanchez fordern Migrationsgipfel mit Afrika: Spanien und Frankreich werben zur Lösung der Flüchtlingskrise für eine gemeinsame Konferenz der zuständigen europäischen und afrikanischen Minister. Dies gaben der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez und der französische Präsident Emmanuel Macron im Rahmen eines Treffens der beiden Regierungschefs in Madrid bekannt. „Wir beide stimmen darin überein, dass es sich um eine globale Herausforderung handelt, die europäische Antworten erfordert, die sich auf Solidarität stützen müssen“, sagte Sanchez und betonte, dass man in den Herkunftsländern aktiv sein müsse. Man müsse das Problem gleichermaßen „mit Menschlichkeit und Wirksamkeit“ angehen. Zeit und Ort für die Konferenz gebe es noch nicht, daher werde sie „nicht vor September“ stattfinden.
orf.at

BRICS-Gipfel in Johannesburg: Zum zweiten Mal seit 2013 fand das Treffen der BRICS-Staaten in Südafrika statt. In Johannesburg gaben sich Größen wie Wladimir Putin aus Russland, Narendra Modi aus Indien und Chinas Staatschef Xi Jinping die Klinke in die Hand und warben um gute Wirtschaftsbeziehungen bei ihrem südafrikanischen Kollegen Cyril Ramaphosa. Die Gespräche hatten das Verhältnis der BRICS-Staaten untereinander und eine gemeinsame Position zu Gefahren wie den Handelskrieg mit den USA zum Thema. Auch für zahlreiche bilaterale Abkommen wurde die internationale Bühne genutzt. So vereinbarten zum Beispiel Südafrika und Russland, künftig bei der Atomenergie besser zusammenarbeiten zu wollen.
dw.com, sueddeutsche.de

Hochsicherheitswahl in Mali: In Mali wurde ein neuer Präsident gewählt. Die rund acht Millionen Wahlberechtigen konnten sich zwischen 24 Kandidaten entscheiden. Der amtierende Staatschef Ibrahim Boubacar Keïta hat wohl die größten Chancen, es wäre seine zweite Amtszeit. Oppositionsführer Soumaïla Cissé könnte aber genügend Stimmen für eine Stichwahl erhalten. Die Wahlbeteiligung war bis zu letzt gering. Hintergrund ist die problematische Sicherheitslage im Land. Islamistische Terroristen hatten mit Anschlägen auf die Wahl gedroht. Aus mehreren Bezirken wurden auch bewaffnete Angriffe auf Wahlbüros gemeldet. Mehrere Parteien hatten bereits im Vorfeld an der korrekten Durchführbarkeit der Wahl gezweifelt, auch weil auf der Website der Wahlkommission doppelte und fiktive Wahllokale aufgeführt wurden. Mit ersten Ergebnissen wird zur Mitte der Woche gerechnet. Das amtliche Endergebnis soll am Freitag verkündet werden.
tagesschau.de

Auch Simbabwe wählt: Beobachter sprechen von der „freisten Wahl“ seit Jahrzehnten, denn nach fast 40 Jahren steht der Name des Langzeitpräsident Robert Mugabe nicht mehr auf dem Simmzettel. Sein Nachfolger, der 75-jährige Emmerson Mnangagwa gilt als amtierender Präsident als aussichtsreichster Kandidat. Doch Oppositionsführer Nelson Chamisa ist nicht chancenlos. Sechs Millionen Wahlberechtigten können sich am heutigen Montag zwischen 23 Kandidaten entscheiden. Ganz frei ist die Wahl allerdings nicht. Der Wahlkampf verlief zwar weitgehend gewaltfrei und ohne große Einschüchterungskampagnen gegen Oppositionelle. Doch Mnangagwa und seine Partei Zanu-PF haben die staatlichen Ressourcen geschickt für ihre Kampagne genutzt.
inforadio.de

Pro Asyl appelliert an hessische Grüne: Maghreb-Staaten sind keine sicheren Herkunftsländer fr.de
Projekt „Refill“ sorgt auch für Trinkwasser in Afrika wz.de
Afrika droht die Diesel-Schwemme aus Europa dw.com

– BACKGROUND –

Die Afrika-Politik muss sich ändern: Afrikanische Länder kritisieren oft, die Europäer hätten ein sehr eingeschränktes Afrika-Bild, das hauptsächlich nur Probleme auf der Agenda hätte. Da machen die Afrikaner lieber Geschäfte mit China oder Russland als sich von denn Europäern weiter bevormunden zu lassen. Afrika-Politik ist für die EU im Moment Migrationspolitik – eine kultureller Austausch ist Fehlanzeige. Afrika wiederum hat genug vom „Helfersyndrom“ der Europäer mit Belehrungen in Sachen Rechtsstaatlichkeit und Wachstum. Einer anderen Sicht, schreibt Paul Starzmann im Tagesspiegel stünde auch die eigene Kolonialvergangenheit im Weg. Sich ihr zu Stellen und an mancher Stelle Entschuldigung für historische Verbrechen zu sagen stünde am Anfang einer neuen Beziehung.
tagesspiegel.de

Welt-Aids-Konferenz: In Amsterdam fand bis Freitag die 22. Welt-Aids-Konferenz statt. Der afrikanische Kontinent ist wie kein zweiter Ort der Erde von der Krankheit betroffen, hier leben die meisten HIV infizierten Menschen. Zwei Drittel davon befinden sich nach Angaben des UN-Programms Unaids in medizinischer Behandlung. Dennoch sterben jedes Jahr eine Million Menschen an der Krankheit. 1,8 Millionen  stecken sich jedes Jahr neu an. „In einigen Regionen der Welt sehen wir erneut, dass die Epidemie weiter zunimmt“, sagt Linda Gail-Bekker, die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft. Doch hoffnungslos ist die Lage nicht. Im östlichen und südlichen Afrika hätten sich seit 2010 30 Prozent weniger Menschen neu infiziert.
zeit.de

– ANGEZÄHLT –

14 Milliarden US-Dollar will China in den nächsten Jahren in Südafrika in Infrastruktur-, Landwirtschafts- und Technologieprojekte investieren.
orf.at

– ZITAT –

„Afrika wird unsere Top-Priorität sein.Wir werden unsere Märkte für Afrika offen halten. Wir werden unsere Industrien darin unterstützen, in Afrika zu investieren.“
Indiens Premierminister Modi buhlt im Rahmen des Treffens der BRICS-Staaten in Johannesburg um die Gunst der Afrikaner.
dw.com

– ZULETZT –

Europas größte Müllhalde ist in Afrika: Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“ startet diesen Donnerstag in Deutschland in den Kinos. Die Regisseure Florian Weigensamer und Christian Krönes lassen die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und porträtieren die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Die Müllhalde von Agbogbloshie wird höchstwahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen.
welcome-to-sodom.de

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