KW 31: Afrika rodet am meisten Wälder, Olympische Jugendspiele im Senegal um vier Jahre verschoben, Afrikas Handelsabkommen auf 2021 verschoben

– NEWS –

Afrika rodet am meisten Wälder: Laut Untersuchung der UN-Landwirtschaftsbehörde FAO werden in Afrika am meisten Wälder gerodet. Damit hat der Kontinent den bisherigen Erstplatzierten – Südamerika – erstmals überholt. Grund für die zunehmenden Rodungen ist der Bedarf an landwirtschaftlicher Fläche, da immer mehr Menschen ernährt werden müssen. Zudem sehen Kleinbauern mit der Rodung von Tropenhölzern eine lukrative Einnahmequelle. Bis 2010 wurde in Südamerika noch doppelt so viel Wald gerodet als in Afrika – dies änderte sich im vergangenen Jahrzehnt.
tagesschau.de

Olympische Jugendspiele im Senegal um vier Jahre verschoben: 2022 hätten die Olympischen Jugendspiele in Senegals Hauptstadt Dakar stattfinden müssen. Diese wurden nun um vier Jahre auf 2026 verschoben. Grund seien Planungsunsicherheiten durch die Corona-Krise. Allerdings brodelt die Gerüchteküche, dass der Senegal mehr Zeit bräuchte, um die Infrastruktur zu erreichen. Dakar hatte sich vorgenommen neben neuen Sportanlagen einen Uni-Campus wie eine Schnellbahn zu errichten – alles mit der Unterstützung chinesischer Unternehmen. Bisher fanden noch nie Olympische Spiele auf dem afrikanischen Kontinent statt – die Jugendspiele wären die Premiere.
taz.de

Ostafrika fürchtet zweite Welle der Heuschreckenplage: Die warmen, feuchten Sommer begünstigen in Asien und in Ostafrika die Lebens- und Brutbedingungen für Heuschrecken. Nachdem im vergangenen Jahr eine erste Welle einer Heuschreckenplage für rund 20 Millionen Menschen ist Ostafrika Ernährungsunsicherheit bedeutete, wappnet man sich für den Fall einer zweiten Welle. Per App können Landwirte einen Heuschreckenbefall melden – woraufhin ein Sprühflugzeug mit Pestiziden geschickt wird. In Kenia sei die Lage gegenwärtig unter Kontrolle, doch die ungewöhnlich starke Heuschreckenplage könnte sich jederzeit wieder verschlechtern.
deutschlandfunk.de

Afrikas Handelsabkommen auf 2021 verschoben: Wegen der Corona-Pandemie wird der Start des afrikanischen Freihandelsabkommens AfCFTA auf den 1. Januar 2021 verschoben. Eigentlich hätte das Abkommen bereits im Juli 2020 in Kraft treten sollen. Es wird 1,2 Milliarden Menschen umfassen und bildet damit das größte Freihandelsabkommen der Welt. Die Weltbank prognostiziert, dass durch das Abkommen 450 Milliarden US-Dollar (385 Milliarden Euro) generiert werden könnten. 30 Millionen Menschen würden dadurch aus der Armut befreit werden können. Insbesondere infolge der Corona-Krise wird das Abkommen wichtig – der wirtschaftliche Einbruch macht vielen afrikanischen Staaten zu schaffen.
n-tv.de

Über 10.000 Gesundheitskräfte mit Corona-Virus infiziert: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet, dass in rund 40 Ländern insgesamt über 10.000 Gesundheitskräfte am Corona-Virus erkrankt sind. Dies läge daran, dass in den meisten Krankenhäusern nicht genug Schutzausrüstung gäbe. Die Isolation von Infizierten sei in lediglich acht Prozent der Krankenhäuser möglich. Lediglich 16 Prozent der Gesundheitseinrichtungen würden die Kriterien der WHO zur Bekämpfung der Pandemie erfüllen. Die Überlastung und Erschöpfung des Personals würde zusätzlich dazu beitragen, dass das Immunsystem geschwächt wird.
aerzteblatt.de

Äthiopien überrascht mit Stausee: Am vergangenen Mittwoch überraschte Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed mit der Verkündung, dass ein Nil-Stausee an der Grenze zum Sudan binnen kurzer Zeit die notwendige Menge für erste Tests für die Stromerzeugung erreicht hätte. Damit irritiert das Land insbesondere Ägypten, das vom Nil abhängig ist. Lange hatte Äthiopien dementiert die Schleuse geschlossen zu haben, immer wieder wurden Vermittlungen versucht. Ägypten steht nun vor vollendeten Tatsachen, versucht jedoch noch kleine Gewinne aus der Lage zu holen.
sueddeutsche.de

Ein Kontinent als pauschales Risiko sueddeutsche.de
Afrikas stille Rezession zdf.de
Mali auf dem Weg ins Chaos tagesschau.de
60 Tote bei neuem Gewaltausbruch in Darfur zeit.de

– BACKGROUND –

Skin Bleaching – gefährlicher Schönheitstrend: In mehreren afrikanischen Staaten werden Kosmetikprodukte zur Aufhellung der Haut vertrieben. Insbesondere Frauen möchten damit einen helleren Teint erreichen und folgen dem Schönheitsideal, das teilweise schwere gesundheitliche Schäden zur Folge haben kann. Leber- und Nierenschäden, die durch die Chemikalien in Skin-Bleaching-Produkten hervorgerufen werden, können sogar tödlich enden. In Ghana sind diese Mittel verboten – jedoch ist ein florierender Schwarzmarkt entstanden. Frauen sehen das koloniale Erbe für das Verständnis, dass helle Haut femininer und schöner sei.
deutschlandfunkkultur.de

Frauen halten Gewalt filmisch fest: Die Ladima-Foundation hat gemeinsam mit der Deutschen Welle Frauen in Afrika aufgerufen, ihre Erlebnisse während der Corona-Krise filmisch festzuhalten. Rund 200 Filme aus dem ganzen Kontinent wurden eingeschickt. Dabei wird deutlich, wie die Pandemie die Frauen belastet – sexuelle Gewalt und wirtschaftliche Not werden in der Krise verstärkt. Für viele war es schwer, den Lebensunterhalt zu verdienen, wenn die Kinder nicht mehr in die Schulen gehen oder von anderen betreut werden konnten. Die Ladima-Foundation widmet sich der Stärkung von Frauenrechten. Sie zeichnete 10 Filme aus – die Gewinnerinnen erhielten 500 Euro und die Möglichkeit Seminare zu besuchen. Ihre Filme sollen für Frauen auf der ganzen Welt verfügbar sein.
deutschlandfunk.de

Afrika muss sein Wirtschaftssystem nachhaltig verändern: In der Corona-Krise werden die fragilen Stellen der afrikanischen Wirtschaftsmodelle sichtbar. Internationale Hilfen und das Stunden von Schulden geben nur temporäre Hilfe. Hans-Joachim Preuß vertritt als Auslandsmitarbeiter die Friedrich-Ebert-Stiftung in Cotonou (Benin) und mahnt, dass die Folgen der Krise erst nach dem Auslaufen dieser Hilfsmaßnahmen sichtbar werden. Noch immer sind die Wirtschaftssysteme nicht wettbewerbsfähig genug – allerdings befürchtet Preuß, dass notwendige Reformen wegen des Krisenmanagements ausgesetzt werden und dies den Kontinent wieder zurückwirft.
ipg-journal.de

In Afrika tobt nicht nur Corona: Während die Weltgemeinschaft auf die Bekämpfung der Corona-Pandemie fokussiert ist, toben auf dem afrikanischen Kontinent vielerorts auch andere Infektionskrankheiten. Mediziner sind insbesondere besorgt wegen der Verbreitung von Masern – allein in diesem Jahr gibt es 50.000 neue Fälle. Wegen der Corona-Krise wurden Impfkampagnen ausgesetzt – nicht nur gegen Masern, sondern auch gegen Cholera, Masern, Meningitis, Kinderlähmung, Tetanus, Typhus und Gelbfieber. Damit könnte sich langfristig eine neue Gesundheitskrise entwickeln. Zudem gibt es weiterhin lokale Infektionsherde von Ebola.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

In der vergangenen Woche sind die Corona-Infektionszahlen in Namibia um 69 Prozent gestiegen.
aerzteblatt.de

– ZITAT –

“Es sterben in den afrikanischen Ländern verhältnismäßig wenige Menschen an der Krankheit bezogen auf die Bevölkerung. Das könnte daran liegen, dass die Menschen dort verhältnismäßig jung sind, könnte aber auch daran liegen, dass der Austausch durch Reisen etc. mit dem Rest der Welt verhältnismäßig kleiner ist als bei uns. Möglich wäre auch, dass in Afrika gewisse Kreuz-Immunitäten gegenüber der Krankheit herrscht. Die Zahlen könnten aber auch noch steigen.”
David Stadelmann, Professor für Entwicklungsökonomie an der Universität Bayreuth, über den Verlauf der Corona-Pandemie in Afrika.
watson.de

– ZULETZT –

Hotels von Läuferlegende Haile Gebrselassie in Brand gesetzt: In Äthiopien sind zwei Hotels des früheren Marathonläufers Haile Gebrselassie in Brand gesetzt worden. Hintergrund seien ethnische Unruhen, die seit Monaten im Land herrschen. Während der Ausschreitungen soll es zu Plünderungen gekommen sein, bevor die Hotels brannten. Gebrselassie fordert von der Regierung Schadensersatz für die Hotels.
welt.de

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