KW 30: Impfstoffproduktion im Senegal startet, Sierra Leone schafft Todesstrafe ab, Zahlreiche Oppositionspolitiker in Tansania festgenommen

– NEWS –

Impfstoffproduktion im Senegal startet: In Afrika steigen die Corona-Zahlen rapide an, die WHO meldet 43 Prozent mehr Todesfälle binnen einer Woche. Gleichzeitig sind nur wenige Menschen geimpft. Nun liegen die Hoffnungen auf Senegal, wo das Institut Pasteur in Dakar versucht, die eigene Herstellung eines Corona-Impfstoffes zu etablieren-ein Lizenzprodukt. Deutschland unterstützt das Projekt in Senegal mit 20 Millionen Euro. Eine vergleichbare Initiative in Südafrika soll 50 Millionen erhalten. Amadou Alpha Sall, Leiter des Instituts, ist zuversichtlich, bald Impfampullen des Instituts Pasteur ausliefern zu können.
tagesschau.de

Sierra Leone schafft Todesstrafe ab: Das sierra-leonische Parlament hat am Freitag einstimmig die Abschaffung der Todesstrafe beschlossen. Der heutige Präsident Julius Maada Bio hatte den Schritt 2018 im Wahlkampf versprochen, Todesstrafen sollen nun in Lebenslange Haftstrafen umgewandelt werden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßte den Schritt, forderte aber auch, dass der Staat entschieden das Recht auf freie Meinungsäußerung von Bürgerrechtlern, Journalisten sowie Oppositionellen schützen müsse, so Amnesty-Rechtsberater Oluwatosin Popoola. Das westafrikanische Land hatte die Todesstrafe zuletzt 1998 vollstreckt.
n-tv.de

Zahlreiche Oppositionspolitiker in Tansania festgenommen: In Tansania sind zahlreiche Oppositionspolitiker festgenommen worden. Der Vorsitzende der größten Oppositionspartei, Freeman Mbowe, und elf weitere Mitglieder seien in Gewahrsam genommen worden, teilte die Partei über Twitter mit. Ihnen werde vorgeworfen, eine Veranstaltung zu Verfassungsreformen organisiert zu haben. Die örtlichen Behörden hatten das Treffen unter Verweis auf die Corona-Beschränkungen verboten. Die Partei erklärte, man verurteile die Unterdrückung der Menschenrechte, die Festnahmen seien ein Zeichen dafür, dass die Diktatur, die unter der Herrschaft von Präsident Magufuli existiert habe, weiter Bestand habe.
deutschlandfunk.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

28 entführte Schüler in Nigeria freigelassen: Im Nordwesten Nigerias sind 28 von bewaffneten Angreifern entführte Schüler freigelassen worden. Die Kinder und Jugendlichen seien seit Samstag wieder bei ihren Eltern, sagte der Direktor der Bethel Baptist High School, aus der Anfang Juli mehr als 120 Schüler verschleppt worden waren. 87 Schüler werden Behörden zufolge immer noch festgehalten, fünf weiteren gelang bereits zuvor die Flucht oder sie wurden freigelassen. Die Angreifer hatten am 5. Juli das Gebäude in Chikun im nordwestlichen Bundesstaat Kaduna gestürmt und die Schüler aus ihren Schlafsälen entführt.
nau.ch

Viele Zivilisten bei Kämpfen in Afar getötet: Bei schweren Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Rebellen in der nordäthiopischen Region Afar sind nach offiziellen Angaben mindestens 20 Zivilisten getötet und mehr als 50.000 vertrieben worden. Die Gefechte in dem an die Konfliktregion Tigray angrenzenden Gebiet dauern nach Angaben eines Sprechers der äthiopischen Katastrophenschutzbehörde noch an. Laut Zeugenaussagen haben die Kämpfer aus Tigray Häuser verbrannt, Eigentum geplündert und Zivilisten getötet. Durch die anhaltenden Kämpfe wurden nach UN-Angaben bereits Tausende Menschen getötet.
dw.com

Afrika besonders von Terrorismus betroffen: Afrika ist nach einem UNO-Bericht derzeit der am schwersten vom Terrorismus betroffene Kontinent. Demnach sind in Westafrika vor allem Terrorgruppen aktiv, die mit dem sogenannten Islamischen Staat verbunden sind. Im Osten, in der Sahelzone und in Somalia stehen die Gruppierungen eher dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe. Der Bericht über die Lage im ersten Halbjahr 2021 wurde in New York dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorgelegt.
deutschlandfunk.de

Nigerianischer Militärjet abgeschossen derstandard.at
Jemma Nunu Kumba als erste Frau im Südsudan zur Parlaments-Präsidentin ernannt africanews.com
Afrikas Kontinentalverband CAF für Fußball-WM im Zweijahres-Rhythmus spox.com
Messerangriff auf Malis Übergangspräsidenten vereitelt nzz.ch

– BACKGROUND –

Staudamm stürzt die Nil-Region in einen erbitterten Streit um Wasser: Äthiopien plant am Nil den größten Staudamm Afrikas. Das Mega-Projekt ist bereits weit fortgeschritten. In den flussabwärts gelegenen Anrainerstaaten sieht man sich durch die Baupläne jedoch bedroht. Die Spannungen in der Region nehmen zu. Rund zehn Jahre nachdem das Mega-Projekt GERD in Angriff genommen wurde, ist der Beginn der Stromerzeugung mit Hilfe des Wassers aus dem Blauen Nil im künftig größten Wasserkraftwerk des afrikanischen Kontinents in greifbare Nähe gerückt. Zugleich ist man sich in Addis Abeba darüber im Klaren, dass das Großprojekt am Blauen Nil bei den Nachbarn Sudan und Ägypten, für die das Nilwasser ebenfalls von großer Bedeutung ist, Bedenken ausgelöst hat. Die Regierung in Kairo sieht durch das Mega-Projekt seine Wasserversorgung gerade im Fall von Dürreperioden gefährdet. Auch der Sudan teilt als weiteres betroffenes Land die Sorgen vor einer möglichen Wasserknappheit. Trotz aller Beschwichtigungen von äthiopischer Seite bleibt man in Ägypten und dem Sudan skeptisch. Die Beziehungen zwischen dem Sudan und Äthiopien sind unterdessen bereits durch einen Grenzkonflikt belastet. Im April dieses Jahres führten sie gemeinsame Militär-Übungen durch. Dass es allerdings tatsächlich zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den Konfliktparteien kommt, ist unwahrscheinlich, zu weit fortgeschritten ist der Bau des Staudamms. Gleichzeitig würden sich für Ägypten und den Sudan durch eine militärische Intervention womöglich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten und in Addis Abeba den Wasserhahn zudreht.
focus.de

Inhaftierter Journalist in Marokko von Pegasus-App ausgespäht: Nicht seine kritische Berichterstattung über die korrupten Machenschaften des Königshauses wurde dem marrokanischen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Omar Radi am Montag zum Vorwurf gemacht. Ein Gericht in Casablanca verurteilte den 35-Jährigen vielmehr wegen Spionage und Vergewaltigung zu sechs Jahren Haft, Radi bestritt die Vorwürfe stets. Im Vorfeld des Prozesses wurden kritische Stimmen laut: Die marokkanische Vereinigung für Menschenrechte sowie Reporter ohne Grenzen und Human Rights Watch forderten ein faires Verfahren für Radi und einen weiteren festgenommenen Journalisten mit angemessenen Verfahrensgarantien. Radi sitzt seit Juli 2020 in Haft. Er wurde wenige Tage nach einer Nachforschung von Amnesty International festgenommen, bei der herauskam, dass auf Radis Telefon eine israelische Spyware installiert worden war, die alle Tätigkeiten des Smartphones weiterleitete, es handelte sich um das Programm Pegasus der Firma NSO-Software. Amnesty International beschuldigt dutzende Länder dieses Spionageprogramm gegen Oppositionelle benutzt zu haben. Das Urteil gegen Radi fiel am gleichen Tag an dem 17 Tageszeitungen weltweit eine Enthüllungsstory veröffentlichten, nach der 180 Journalisten mit Hilfe von Pegasus ausgehorcht worden seien.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

337 Menschen sind bei den Ausschreitungen in Teilen Südafrikas sind nach neuen Regierungsangaben ums Leben gekommen.
derstandard.at

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Es gibt eine Hierarchie: Der weiße Investor, dann der weiße Unternehmer in Afrika, dann erst kommt der einheimische schwarze Unternehmer.“
Sesinam Dagadu, Start-Up Gründer aus Ghana über die Situation in der Branche.
spiegel.de

– ZULETZT –

Baden-Württemberg will Benin-Bronzen an Nigeria zurückgeben: Baden-Württemberg will aus dem ehemaligen Königreich Benin geraubte Bronzen an Nigeria zurückgeben. Das Stuttgarter Linden-Museum erhält den Auftrag, konkrete Skulpturen und Reliefs für eine Rückgabe zu identifizieren und in Gespräche mit der nigerianischen Seite einzutreten, wie das Kunstministerium am Mittwoch mitteilte. „Die Spuren des Kolonialismus finden sich in den musealen Sammlungen des Landes, hier gibt es zahlreiche Kulturgüter, die in kolonialem Kontext zu Unrecht erworben wurden“, sagte Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) am Mittwoch. Vor Kurzem hatte das Land auch Objekte an Namibia zurückgegeben.
spiegel.de

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