KW 29: Tauwetter in Addis Abeba, Angriff auf Präsidentenpalast in Mogadishu, Ugandas Jugend protestiert gegen Soziale-Medien-Steuer

– NEWS –

Tauwetter in Addis Abeba: Im Rahmen eines Besuchs von Eritreas Präsident Issaias Afwerki in Addis Abeba wurde mehr als 20 Jahre nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen eine Botschaft Eritreas in Äthiopien eröffnet. Afwerki war von Samstag bis Montag in Äthiopien. Die Reise war ein Gegenbesuch zum Trip des äthiopischen Ministerpräsident Abiy Ahmed in der Vorwoche, bei dem auch ein Friedensvertrag zwischen den einst verfeindeten Ländern unterzeichnet worden war. Auch wirtschaftlich sollen nun schnell gemeinsame Bande geschaffen werden. Im Rahmen des Konflikts gekappte Telefonleitungen sind wieder im Betrieb. Ab dieser Woche gibt es auch wieder Direktflüge zwischen den beiden Ländern.
derstandard.at

Angriff auf Präsidentenpalast in Mogadishu: Die sunnitischen Terrorgruppe Al-Shabaab hat am Samstag den Präsidentenpalast in Somalias Hauptstadt Mogadishu angegriffen. Dabei sind vier Milizionäre und ein Soldat der Regierung getötet worden. Sieben Polizisten und sieben Zivilisten sind verletzt worden. Teilweise befinden sich die Verletzten in kritischem Zustand. Die Terroristen hatten zwei Autobomben nahe des Regierungssitzes gezündet und danach hatten die Milizionäre das Feuer auf den Palast eröffnet. Die sunnitische Terrorgruppe kämpft für die Errichtung eines Gottesstaates und kontrolliert weite Teile im Zentrum und im Süden des Landes. Regelmäßig kommt es in Mogadishu zu Angriffen auf teure Hotels und Regierungsgebäude.
derstandard.at

Ugandas Jugend protestiert gegen Soziale-Medien-Steuer: In Uganda werden Proteste gegen eine Soziale-Medien-Steuer zunehmend aggressiver, bei Demonstrationen werden immer wieder Tränengas, Gummigeschosse und Warnschüsse eingesetzt. Seit Anfang des Monats müssen die Menschen 0,04 Euro pro Tag zahlen, um überhaupt das Internet nutzen zu können. Die Opposition und Aktivisten hatten zu den Protesten aufgerufen. Galionsfigur ist Robert Kyagulanyi, mit 36 Jahren der jüngste Vertreter im Parlament und eine landesweit bekannter Rapper. „Man sagt mir, dass die Polizei mich sucht. Bin hier am Parlament, kommt und holt mich“, ließ er noch auf Twitter wissen. Mittlerweile soll er und ein weiterer Abgeordneter verhaftet worden sein.
taz.de

Müller fordert EU-Kommissar für Afrika: Entwicklungshilfeminister Gerd Müller fordert die EU auf, ihre Afrikapolitik neu auszurichten. „Europa ist gerade dabei, Afrika als Jahrhundertchance zu verpassen“,so Müller, der einen eigenen EU-Kommissar für Afrika vorschlägt. Bei ihm sollen „alle Fäden einer in sich stimmigen Afrikapolitik zusammenlaufen“. Im Zentrum stünden vor allem wirtschaftliche Interessen. Man verpasse, Afrika als „Chancenkontinent“ zu begreifen. Von 2021 bis 2027 sehe der EU-Haushalt für Afrika gerade ein Budget von 39 Milliarden Euro vor. Das zeige wie wenig Priorität Afrika habe. Anders sei das in China und Russland, diese Länder würden massiv investieren und sich knappe Rohstoffe wie Coltan und Lithium sichern.
zeit.de

PROASYL bezweifelt, dass die libysche Küstenwache zur Seenotrettung geeignet sein könnte proasly.de
14 Tote bei Anschlag in Mali derstandard.at
China will Militärbeziehungen zu Afrika ausbauen dw.com

– BACKGROUND –

Privatmann Obama in Afrika: Zum ersten Mal seit dem Ende seiner Präsidentschaft kommt der ehemalige US-Präsident Barack Obama nach Afrika. Bereist werden Kenia und Südafrika. In Kenia stehen neben Besuchen bei der Verwandschaft, der Eröffnung eines Sport- und Ausbildungszentrums für Jugendliche sowie Besuche bei Kenias Präsidenten Uhuru Kenyatta und dem Oppositionsführer Raila Odinga an. In Südafrika wird er eine Rede zu Ehren Nelson Mandelas halten, der am 18. Juli 100 Jahre alt geworden wäre. Außerdem trifft er den amtierenden südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa. Zum Abschluss spricht Obama vor 200 Stipendiaten seiner Stiftung, die er nach Johannisburg eingeladen hat.
dw.com

Handel hilft: Lebensmittel-Importe aus Europa nach Afrika stehen regelmäßig in der Kritik. Der Lebensmittelchemiker und Sachbuchautor Udo Pollmer hat sich dieses Argument genauer angeschaut. Billigimporte von Weizen und Fleisch aus Deutschland gibt es nicht, so sein Fazit. Weil unsere Lebensmittel zu teuer sind für den afrikanischen Markt, kämen andere Länder zum Zug, zum Beispiel Brasilien. Afrika ist Abnehmer von nur zwei Prozent der von Deutschland ausgeführten Waren. Davon machen die Agrarerzeugnisse wiederum weniger als ein Hundertstel aus. Spenden und Entwicklungshilfe seien da wesentlich problematischer zu beurteilen als der Handel. Wo Lebensmittel umsonst verteilt würden, käme die Landwirtschaft nicht auf die Beine. Afrikanische Intellektuelle fordern deswegen schon lange „man solle Afrika endlich in Ruhe lassen“. Handel würde dem Kontinent mehr bringen als Hilfen.
deutschlandfunkkultur.de

– ANGEZÄHLT –

Auf 54 Milliarden US-Dollar ist das Handelsvolumen Frankreichs mit Afrika innerhalb von nur fünf Jahren eingebrochen. 2013 waren es noch 73 Milliarden US-Dollar.
wallstreet-online.de

– ZITAT –

„Die Mehrheit hat bis jetzt wenig vom Wachstum mitbekommen.Die Menschen wollen Demokratie, etwas, das wir in diesem Land kaum gekannt haben. Aber sie wollen auch ein besseres Leben.“
Ökonom Bisrat Teshome macht klar: Trotz Wirtschaftswachstum sind 20 Prozent der Bevölkerung Äthiopiens arm.
taz.de

– ZULETZT –

Rettet das Südliche- das Nördliche Breitmaulnashorn?: Sieht so die Zukunft des Artenschutzes aus? Vom Nördlichen Breitmaulnashorn leben in einem Reservat in Kenia nur noch zwei Weibchen. Eigentlich wäre damit die Art ausgestorben. Seit Jahren arbeitet ein Team um den Veterinär Thomas Hildebrandt vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung daran, mit künstlicher Befruchtung Nachwuchs zu zeugen. Doch dafür sind die beiden Nashorndamen nicht geeignet, die eine hat eine vernarbte Gebärmutter, die andere schwache Beine, die eine Schwangerschaft wohl nicht mitmachen würden. Einspringen soll nun das Südliche Breitmaulnashorn – hier gibt es immerhin noch 20.000 Tiere. Hildebrandt und seinen Kollegen ist es nun gelungen, eine Eizelle eines Südlichen Breitmaulnashorns mit dem Spermium eines Nördlichen zu befruchten. Der nächste Schritt bestünde nun darin, den Hybrid-Embryo in den Uterus einer Leihmutter einzupflanzen.
zeit.de

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