KW 29: Südafrika beginnt Aufräumarbeiten nach den Unruhen, Geflüchtete in Libyen laut Amnesty International Bericht Folter und sexueller Gewalt ausgesetzt, Vereinte Nationen üben Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Krisenregion Tigray

– NEWS –

Südafrika beginnt Aufräumarbeiten nach den Unruhen: Mehr als eine Woche nach Beginn der Ausschreitungen beginnen in Südafrika die Aufräumarbeiten. Viele im Land sind geschockt vom Ausmaß der Zerstörung, die Folgen werden noch lange spürbar sein. Der Schaden nach den Unruhen kann immer noch nicht beziffert werden, er wird jedoch auf mehrere Milliarden Rand geschätzt. Ganze Städte sind in ihrer Entwicklung um Jahre zurückgeworfen, vermuten mehrere Bürgermeister. Mehr als 200 Todesopfer der unruhigen Tage sind eine traurige Bilanz.
tagesschau.de

Geflüchtete in Libyen laut Amnesty International Bericht Folter und sexueller Gewalt ausgesetzt: Migranten sind laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Libyen noch immer „entsetzlichen Vergehen“ ausgesetzt, es gebe neue Beweise für „erschütternde Übergriffe, einschließlich sexueller Gewalt, gegen Männer, Frauen und Kinder“, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Greift die von der EU unterstützte libysche Küstenwache die Menschen auf See auf, werden sie in Internierungslager, deren Zustände immer wieder von Menschenrechtlern kritisiert werden, in dem nordafrikanischen Krisenland zurückgebracht. Ende 2020 hätten die libyschen Behörden die Misshandlungen der Migranten „legitimiert“, indem sie zwei von Milizen betriebene Internierungslager übernommen hätten, heißt es in dem Bericht. Amnesty beruft sich auf Aussagen Überlebender der Lager und verurteilt die „anhaltende Komplizenschaft europäischer Staaten“ mit Libyen. Laut dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR brachte die libysche Küstenwache zwischen Januar und Juni dieses Jahres mehr als 13.000 Menschen nach Libyen zurück–das waren mehr als im gesamten Jahr 2020.
taz.de

Vereinte Nationen üben Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Krisenregion Tigray: Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, und der UN-Menschenrechtsrat haben die massive Gewalt in der äthiopischen Konfliktregion Tigray angeprangert. Die Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen seien zutiefst besorgniserregend, heißt es in einer Resolution, die in Genf verabschiedet wurde. Die eritreischen Soldaten, die auf der Seite der äthiopischen Armee gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray kämpfen, befeuerten Berichten zufolge den Konflikt und seien in schwere Menschenrechtsverbrechen involviert. Die äthiopische Regierung wies die Vorwürfe zurück, das Außenministerium erklärte, man habe einer Untersuchung angeblicher Menschenrechtsverletzungen zugestimmt, die seit Mai läuft und durch die Resolution in ihrer Integrität untergraben sei. Die Aufständischen in Tigray haben nach eigenen Angaben eine neue Offensive gestartet und dabei die wichtige Stadt Alamata eingenommen.
dw.com

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Afrikanische Staatsoberhäupter treffen Weltbank in der Elfenbeinküste: 23 Staatsoberhäupter Afrikas kamen am Donnerstag in Abidjan zusammen, um mit der Weltbank über neue Gelder zu diskutieren. Für Wiederaufbauhilfen und Corona-Unterstützung wollen sie einen 100 Milliarden Dollar umfassenden Fonds einrichten. Außerdem fordern sie eine Schuldenumstrukturierung, um angemessen mit der Pandemie umgehen zu können. Der Ivorische Präsident Allassane Ouattara betonte, wie dringend das Geld benötigt werde und das historische Ausmaß eines solchen Fonds, der der Größte in der Geschichte der Internationalen Entwicklungsorganisation der Weltbank wäre.
africanews.com

Maas fordert Abzug ausländischer Söldner aus Libyen: Ausländische Kämpfer in Libyen gefährden nach Einschätzung der UN die geltende Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland. Bundesaußenminister Maas hält Initiativen, die Söldner aus dem Land zu schaffen, für erfolgversprechend. Deutschland hat in dem seit einem Jahrzehnt dauernden Konflikt eine Vermittlerrolle übernommen. Vor drei Wochen hatten sich hochrangige Vertreter aus 16 Ländern bei einer Konferenz in Berlin darauf verständigt, dass ausländische Kämpfer aus Libyen abgezogen werden sollen.
dw.com

„Vampir“ von Nairobi gesteht Morde: In Kenias Hauptstadt Nairobi soll ein Mann in den vergangenen fünf Jahren mindestens zehn Kinder ermordet haben. Der 20-Jährige habe nach seiner Festnahme am Mittwochabend gestanden, die Kinder entführt, getötet und im Dickicht zurückgelassen zu haben, teilte die kenianische Kriminalpolizei auf Twitter mit. Nach Angaben der Polizei betäubte der Täter seine Opfer mit einer weißen Substanz, ließ sie ausbluten und erwürgte manche von ihnen. Laut Direktion der Kriminalermittlungen hat er manchen Opfern „das Blut aus den Venen gesaugt“ und keine Reue für seine Taten gezeigt, weswegen er auch „Vampir“ genannt wird.
spiegel.de

Uno will nach Anschlag mehr Truppen für Mission in Mali derstandard.at
EU will Soldaten auf Ausbildungsmission nach Mosambik schicken tagesschau.de
Institut Pasteur in Dakar will ab 2022 Impfstoffe produzieren tagesschau.de
Afrikanische Fintech-Firmen ziehen verstärkt Investoren an handelsblatt.com

– BACKGROUND –

Marokko will Cannabisanbau legalisieren: Marokko will Cannabis für medizinische und kosmetische Zwecke legalisieren. Für die Cannabisbauern in der bettelarmen Rif-Region könnte das eine gute Nachricht sein. Doch viele befürchten, dass das Geschäft wieder einmal an ihnen vorbeigeht. Das sagt auch Mohamed Aabout. Er ist Journalist und Präsident der Allianz der Rif-Gebirge, eine Organisation, die sich um die Anliegen der Region kümmert. Aabout sagt, der Reichtum werde in Form von Hunderten Tonnen geschmuggelten Haschisch erst in Europa gemacht. Die Mehrheit unter ihnen agiert zwischen Spanien, Holland und sogar Deutschland und Frankreich. Mohamed Aabout schätzt, dass etwa eine halbe Million Menschen in Marokko vom Cannabisanbau lebt. Die Corona-Pandemie habe die sowieso schon schwierige Lage der Menschen in den historischen Cannabis-Anbaugebieten verschärft. Den Bauern macht das neue Gesetz Hoffnung, aber auch Sorgen. Sie fordern, dass nur die historischen Anbaugebiete Cannabis produzieren dürfen. Cannabisbauer Mohamed Lmrabet sowie den jungen Männern Youssef und Mohammed geht es aber auch um Amnestie: Zehntausende Betroffene sollen wegen Cannabis angeklagt oder schon hinter Gittern sein.
deutschlandfunkkultur.de

Zahl der Corona-Toten in Afrika steigt rapide: Auf dem afrikanischen Kontinent sind die Todesfälle aufgrund von Corona-Erkrankungen innerhalb von nur einer Woche um 43 Prozent gestiegen. „Dieser Anstieg ist der schnellste, den der Kontinent je gesehen hat“, sagte die Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti. Der Mangel an Sauerstoffgeräten und freien Betten auf Intensivstationen seien demnach die Hauptgründe für den rasanten Anstieg. Die Corona-Sterblichkeitsrate des Kontinents liegt nach Angaben der WHO bei 2,6 Prozent, während der weltweite Durchschnitt 2,2 Prozent beträgt. Der Großteil aller Todesfälle sei in Namibia, Südafrika, Tunesien, Uganda und Sambia registriert worden, sagte Moeti. Die sogenannte Dritte Welle werde vor allem durch die hochansteckende Delta-Variante angetrieben, die bisher in 21 der 55 afrikanischen Länder nachgewiesen worden sei. Insgesamt wurden in Afrika nach Angaben der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union über sechs Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 153.000 tödlich waren, die Impfquote auf dem Kontinent liegt bei unter zwei Prozent.
n-tv.de

– ANGEZÄHLT –

Etwa 74.000 Menschen sind in Madagaskar laut Welternährungsbericht direkt von schwerster Unterernährung bedroht.
deutschlandfunk.de

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Wie gestalten die mächtigen Frauen die Welt?
Auf female-leader.net gibt es mehr als Klischees.

– ZITAT –

„Das bringt kurzfristig aber nichts, wenn der Markt für Impfstoffe von den reichen Ländern leergekauft ist und Covax monatelang auf Lieferungen warten muss.“
„Entwicklungs“-Minister Gerd Müller (CSU) über die von denselben reichen Ländern bereitgestellten Geldbeträge für Impfstoffe.
welt.de

– ZULETZT –

Nigerianischer Tischtennis-Star mit Hoffnungen nach Tokio: Nachdem er bereits 2016 als erster Afrikaner ins Viertelfinale einziehen konnte, will der nigerianische Tischtennis Star Quadri Aruna bei den Olympischen Spielen in Tokio das Podium erreichen. Hierfür wechselte er extra aus der portugiesischen in die deutsche Tischtennis-Liga, um sich besser auf den Wettkampf vorzubereiten. In Nigeria ist der 32-Jährige bereits ein Superstar, der in der Okoya-Thomas-Halle des Teslim-Balogun-Stadions in Lagos seine Fans begeistert. Sicherlich werden ihn auch Fans aus ganz Afrika anfeuern, wenn er diese Spiele versucht, die chinesische Dominanz im Tischtennis zu durchbrechen.
dw.com

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