KW 26: Attentate auf Regierungschefs, Gipfel der Afrikanischen Union, Annäherung zwischen Äthiopien und Eritrea

– NEWS –

Attentate auf Regierungschefs: Zwei Anschläge auf Regierungschefs hielten am Wochenende den afrikanischen Kontinent in Atem. Beide Anschläge verfehlten ihr Ziel, die Regierungschefs von Simbabwe und Äthiopien kamen mit dem Schrecken davon. In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba trat der 41-jährige Premierminister Abiy Ahmed trat zum ersten Mal vor Zigtausenden von Anhängern im Zentrum der äthiopischen Hauptstadt auf. Ein Attentäter wollte eine Granate auf die Bühne werfen, bei der darauf einsetzenden Massenpanik kamen zwei Teilnehmer ums Leben, 150 Menschen wurden verletzt. Der 75-jährige Emmerson Mnangagwa trat in Simbabwe in der oppositionellen Hochburg in Bulawayo auf. Bei dem Sprengstoffanschlag wurden mehrere hochrangige Regierungsmitglieder verletzt. In Simbabwe finden am 30. Juli Wahlen statt. Beide Anschläge haben gemeinsam, dass die neuen Präsidenten mit der gescheiterten Politik ihrer Vorgänger brechen wollen, und alte Eliten um ihre Privilegien und ihre Macht im Staat fürchten.
derstandard.at, nzz.ch

Gipfel der Afrikanischen Union: Die Afrikanische Union trifft sich diese Woche in Nouakchott, Mauretanien. Bis zum 02. Juli stehen der Kampf gegen Korruption, die Bürgerkriege im Südsudan, Somalia und Kongo-Kinshasa, der afrikanische Binnenmarkt und eine gemeinsame Linie zur Zukunft der Beziehungen mit EU auf dem Programm. Der Gipfel beginnt mit dem Treffen der Delegationen, am Donnerstag und Freitag tagt der Rat der Außenminister. Die Staats- Und Regierungschefs kommen dann am 01. und 02. Juli zusammen.
taarifa.rw

Annäherung zwischen Äthiopien und Eritrea: Im langjährigen Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea gibt es neue Hoffnung auf eine Lösung. Nachdem Äthiopien den Willen bekräftigt hatte, den Streit zu beenden, hat Eritreas Präsident Isaias Afwerki angekündigt, eine Delegation nach Addis Abeba zu schicken, um „künftige Handlungen zu planen“. Eritrea gehörte bis zu seiner Unabhängigkeit 1993 zu Äthiopien, der Krieg zwischen den beiden Ländern wurde 2000 im „Abkommen von Algier“ beendet, über die Grenzziehung besteht aber bis heute Uneinigkeit.
derstaandard.at, nzz.ch

Oettinger will Flüchtlingslager in Nordafrika: EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger will Migranten direkt in Nordafrika versorgen und dafür auch kurzfristig Mittel zur Verfügung stellen. Man wolle in ein „abgeschlossenes Dorf“ investieren. Man suche derzeit nach einem Partner, hierfür käme eine Regierung, eine Region oder eine örtliche Verwaltung infrage. Wasser, Abwasser, Kälte, Wärme, Obdach, Sicherheit, Kleidung, Nahrung und Bildung für ihre Kinder solle in einer Unterbringung „in Menschenwürde“ erfolgen. Vorbild seien die sechs Milliarden Euro zur Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei.
zeit.de

Truppen General Haftars erobern libysche Ölhäfen zurück derstandard.at
Entwicklungshelfer Kilian Kleinschmidt fordert Sonderwirtschaftszonen in Afrika deutschlandfunkkultur.de
Mindestens 86 Tote bei Angriff von Nomaden in Nigeria nzz.ch

– BACKGROUND –

Feministische Islamistin erobert Tunis: Die 53-jährige Souad Abderrahim will Bürgermeisterin von Tunis werden. Und sie hat gute Chancen, denn sie ist die Nummer eins der islamistischen Ennahda-Partei, Tunesiens meistgewählte Partei. Gewählt werden muss sie von der Stadtversammlung. Zur Wahl braucht sie allerdings noch einen Koalitionspartner. Sie wäre nicht nur die erste Frau im Amt, sondern auch das erste gewählte Stadtoberhaupt. Bisher wurden die Bürgermeister vom Präsidenten eingesetzt. Spätestens Anfang Juli könnte es zu ihrer Wahl kommen. Abderrahim selbst bezeichnet sich als „feministische Islamistin“, trägt Hosenanzüge und ihr Haar offen. Ihre Agenda: den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, die Müllabfuhr verbessern und die Parkanlagen auf Vordermann bringen.
taz.de

Drohnen über Afrika: Die Afrikanische Union will im Rahmen des wirtschaftlichen Entwicklungsprogramm NEPAD (New Partnership for Africa’s Development) Drohnen-Technologie einsetzen, um Afrikas Landwirtschaft effizienter und ertragsreicher zu machen. Das Strategiepapier „Drones on the Horizon – Transforming Africa’s Agriculture“, das auf dem African Innovation Summit in Ruanda erstmals vorgestellt wurde, fordert, dass man international nicht den Anschluss verlieren dürfe. Die Afrikanischen Staaten sind angehalten, ein nationales Regelwerk zu erlassen sowie Investitionen zu fördern. Und auch darauf weist die Studie hin: Die neue Technologie könnte Arbeitsplätze in der Landwirtschaft kosten, auch hier müssten bei der ohnehin hohen Arbeitslosigkeit auf dem Kontinent die Staaten einen Ausgleich schaffen.
drones-magazin.de

– ANGEZÄHLT –

Weil 700.000 Schüler ihre Prüfungen schreiben, wird in Algerien zwischenzeitlich das Internet blockiert. In der Vergangenheit wurde mithilfe von Smartphones einfach zu viel gespickt. Ein Maßnahme, die der Wirtschaft des Landes teuer zu stehen kommen könnte.
nzz.ch

– ZITAT –

„Die westlichen Staaten sollten anfangen, die Diktatur in Afrika zu stoppen. Sie sollten aufhören, Diktatoren zu unterstützen, die sich seit 35 Jahren oder noch länger an der Macht halten. Hört auf, Afrika auszuplündern. Investiert lieber mehr, um Arbeitsplätze für die Jugendlichen zu schaffen. Auch die Korruption ginge dann zu Ende. Stoppt die Kriege in den meisten Ländern des Nahen Ostens. Dann wird die Zahl der Flüchtlinge um 80 Prozent zurückgehen. Niemandem würde mehr einfallen, in die westlichen Länder aufzubrechen und dort zu leiden.“
Viele afrikanische Nutzer kommentieren die Diskussion um die Migrationspolitik in Europa und in Deutschland, so auch Nforgue J.
dw.com

– ZULETZT –

Sportbotschafter Boris – Dichtung oder Wahrheit?: Boris Becker als Diplomat der Zentralafrikanischen Republik? Dort sieht das nicht jeder so. Der Außenminister des Landes streitet ab, dass Beckers Diplomatenpass echt sei und hat die Behörden eingeschaltet. Becker aber besteht auf der Echtheit des Dokuments. „Ich habe diesen Pass vom Botschafter erhalten, ich habe mit dem Präsidenten bei vielen Gelegenheiten gesprochen, es war eine offizielle Ernennung“, so Becker am Freitag. Noch am Sonntag hatte die Botschaft Zentralafrikas in Brüssel erklärt, Becker sei vom Präsidenten in den diplomatischen Dienst berufen worden. Offenbar gibt es zwischen Präsident und Außenminister hierüber unterschiedliche Ansichten. Becker hatte zuletzt versucht ein Insolvenzverfahren in Großbritannien mit dem Hinweis auf seine angebliche diplomatische Immunität abzuwehren.
focus.de

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