KW 24: Afrikanische Union fordert Verdreifachung der Covid-19-Tests, Kapstadt bekommt Coronavirus nicht in den Griff, Experten prognostizieren Schub für E-Commerce in Afrika

– NEWS –

Afrikanische Union fordert Verdreifachung der Covid-19-Tests: Der Chef der Seuchenbehörde der Afrikanischen Union, John Nkengasong, fordert, dass die afrikanischen Staaten stärker in die Diagnostik des Coronavirus investieren. Auf dem gesamten Kontinent wurden bisher 3,4 Millionen Tests durchgeführt – das entspricht 1.700 Tests auf einer Million Menschen. Nkengasong erklärt, dass mehr Anstrengungen notwendig seien, um das Virus einzudämmen. Zwar gelten vielerorts Ausgangs- und Kontaktsperren, doch gerade in dicht besiedelten Vierteln sei es nahezu unmöglich einen Überblick über die Lage zu erhalten.
aerzteblatt.de

Kapstadt bekommt Coronavirus nicht in den Griff: Die südafrikanische Küstenmetropole Kapstadt ist weiterhin der Brandherd der Corona-Pandemie in Afrika. Die Kritik am Provinzchef Alan Winde wächst seitens der Regierung. Auch Staatschef Cyril Ramaphosa sieht ein Missmanagement in der Stadt. Insbesondere in den Townships würde sich das Virus schnell ausbreiten. Winde sieht das Hauptproblem in der geringen Anzahl der medizinischen Kräfte und fordert mehr staatliche Förderung. Gegenwärtig meldet Südafrika täglich über 2.500 neue Fälle und verbucht ein Drittel aller afrikanischen Todesopfer. Das Infektionsgeschehen ist weiterhin exponentiell.
derstandard.de

Experten prognostizieren Schub für E-Commerce in Afrika: Wegen des Coronavirus lassen sich immer mehr Menschen in Afrika Waren nach Haus liefern. Der E-Commerce-Markt ist noch relativ jung, vielerorts fehlt es an geeigneter Infrastruktur für zuverlässige Lieferungen. Allerdings könnte der Onlineversand laut Experten einen merklichen Schub erfahren und den Handelssektor damit ankurbeln. Kritiker sehen allerdings die Gefahr, dass primär internationale Konzerne profitieren. Kleine Händler hätten Chancen ihr Online-Geschäft auszubauen, allerdings angesichts der Konkurrenz unter erschwerten Bedingungen.
dw.com

Fulbe-Banden sind eine wachsende Gefahr in Nigeria: Nachdem über Jahre hinweg Boko Haram als gefährlichste und gewalttätigste Gruppe Nigerias Entführungen, Plünderungen und Mord durchführte, lösen die Fulbe die Miliz als akute Gefahr ab. Die Bevölkerungsgruppe der Fulbe umfasst 25 Millionen Menschen und stellt eine Minderheit in Nigeria dar. Über Jahrzehnte sind Spannungen und Ungleichheit zwischen den Volksgruppen gewachsen – die moslemischen Fulbe sehen sich benachteiligt. Zudem herrscht die Überzeugung, dass die Fulbe die legitime religiöse Führung in der Region ausmachen, weswegen die Banden gegen die etablierten Institutionen kämpfen. Gewalttaten der Fulbe werden in mehreren Ländern zwischen Senegal und Nigeria beobachtet.
heise.de

Erneuter Ebola-Ausbruch im Kongo: Im Norden der Demokratische Republik Kongo kam es zu einem erneuten Ausbruch der Infektionskrankheit Ebola. Man hatte sich zuvor bereits darauf eingestellt das Ende der Epidemie auszurufen, allerdings gibt es nun neue Todesfälle. Gesundheitsminister Eteni Longondo kündigte an, Medikamente und den Impfstoff schnellstmöglich in die betroffene Region zu schicken, dabei unterstrich der Politiker, dass die lokalen Behörden gut für die Versorgung von Kranken vorbereitet seien.
swp.de

Corona in Afrika: Minister warnt vor Fluchtbewegung rp-online.de
Afrikas Menschenrechtsgerichtshof vor dem Aus dw.com
Afrikas Bischöfe: Großkonzerne sollen in Krise Beitrag leisten domradio.de
Der Leuchtturmbau verschiebt sich sueddeutsche.de

– BACKGROUND –

Afrikanische Klimaaktivisten fordern mehr Aufmerksamkeit: Afrika trägt nur zu drei Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß bei, allerdings leidet der Kontinent unter den Folgen des Klimawandels am stärksten. Die UN prognostiziert merkliche wirtschaftliche Einbußen durch Wetterextreme. Aktivisten wie Vanessa Nakate aus Uganda und Happy Khambule aus Südafrika fordern mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz. Sie erklären, dass in vielen afrikanischen Ländern nur ein geringes Bewusstsein zum Thema ausgeprägt sei und sehr viel Handlungsbedarf bestehen. Dabei erklärt Khambule, dass Kampagnenarbeit in Afrika anders ablaufen müsse als in Westeuropa und Nordamerika. Ein Personenkult wie um die Aktivistin Greta Thunberg sei in Afrika schwer vorstellbar.
rnd.de

Elefanten weiterhin bedroht: Elfenbein galt lange als exotisches Luxusprodukt. Zwar ist es mittlerweile vielerorts verpönt die Stoßzähne von Dickhäutern zu kaufen, allerdings floriert das Geschäft der Wilderer weiterhin. Der Fokus hat sich indes verschoben. Während die Bedrohung der Elefanten auf die Kolonialisierung durch Europäer zurückzuführen sind, sind die Hauptabnehmer mittlerweile aus einer anderen Region. Insbesondere in China erwirbt die finanzielle Elite des Landes Elfenbein und gefährdet die schrumpfende Population der Dickhäuter.
faz.net

Warum Zusammenarbeit gegen das Coronavirus kaum fruchtet: Andreas Eckert, Professor am Seminar für Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität, erklärt im Interview, dass Aufrufe von Intellektuellen Afrikas weitestgehend ignoriert wurden. Die geistige Elite des Kontinents forderte panafrikanische Lösungsansätze, allerdings sind insbesondere autoritäre Regierungen nicht daran interessiert. Eckert sieht indes eine große Bedrohung für die Bevölkerung – der Arbeitsmarkt sei stark gefährdet, Krankheiten nehmen wieder zu, in Ostafrika herrscht weiterhin eine Heuschreckenplage.
zeit.de

Wirtschaftswissenschaftler befürchtet verlorenes Jahrzehnt in Afrika: Der Wirtschaftswissenschaftler Robert Kappel sieht ein langfristiges wirtschaftliches Risiko für Afrika durch das Coronavirus. Der Kontinent würde doppelt getroffen werden – einerseits durch den Einbruch des eigenen Marktes, andererseits durch die finanziellen Schwierigkeiten seiner Kooperationspartner in Europa und China. Finanzielle Förderprogramme seien langfristig bedroht. Kappel fordert, dass die Volkswirtschaften neue Handelsabkommen abschließen und unabhängiger werden.
derstandard.de

– ANGEZÄHLT –

Die Anzahl der Deutsch-Schüler in Afrika ist um 50 Prozent gestiegen.
deutschlandfunk.de

– ZITAT –
“In Afrika findet man überall gute Ideen und Möglichkeiten, Werte zu schaffen.”
Erick Yong, Mitgründer von Greentec Capital Partners, möchte afrikanischen Startups bei ihren Geschäftsideen helfen.
faz.net

– ZULETZT –

Bitcoin-Boom in Afrika: Die Firma Arcane Research hat die Adaption von Bitcoin untersucht und festgestellt, dass die Kryptowährung immer beliebter wird. Afrika sei der perfekte Nährboden für digitale Finanzleistungen. Die Experten mahnen allerdings, dass 60 Prozent der Regierungen ihre Positionen zu Bitcoin noch nicht geklärt hätten, was die flächendeckende Nutzung von Kryptowährungen erschweren würde.
btc-echo.de

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