KW 21: Neuauszählung in Malawi, Homosexualität bleibt in Kenia weiter verboten, Botswana erlaubt wieder Elefantenjagd

– NEWS –

Gericht ordnet Nachzählung in Malawi an: Der Oberste Gerichtshof in Lilonge hat eine Neuauszählung in drei Bezirken angeordnet. Er gab damit einen Antrag von Lazarus Chakwera und seiner Malawischen Kongress Partei (MCP) statt. Die Opposition im Land hatte 147 massive Manipulationen in den Wahllokalen beklagt. So seien Zettel ausgebessert worden und Dokumente aus verschiedenen Regionen zeigten die immer selbe Handschrift. Laut Umfragen führte Amtsinhaber Peter Mutharika mit 40,9 Prozent. Europäische Beobachter hatten keine Verstöße bei der Wahl ausgemacht.
africanews.com

In Kenia bleibt Homosexualität verboten: Das Verfassungsgericht hat die Klage von Menschenrechtlern abgewiesen. Somit bleibt Homosexualität in Kenia, wie auch in über 30 anderen afrikanischen Staaten verboten. Diese Gesetze stammen noch aus der britischen Kolonialzeit. Die Klage hatte sich auf das Recht auf Privatsphäre, Menschenwürde und das Verbot von Diskriminierungen berufen. In ihrer Begründung argumentierten die kenianischen Richter unter anderem, dass eine Aufhebung den Weg für gleichgeschlechtliche Partnerschaften freimache, die wiederum nicht mit der Verfassung vereinbar seien.
dw.com

Botswana erlaubt wieder Elefantenjagd: Botswana hat das Verbot für die Jagd nach Elefanten aufgehoben. Die Population der Tiere habe enorm zugenommen und beeinträchtige die Lebensgrundlage der Menschen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Somit wird das Verbot fünf nach seiner Einführung wieder gekippt. Wie in anderen afrikanischen Ländern auch, sind in Botswana Nationalparks und Tierreservate nicht eingezäunt. So sollen Elefanten aufs Ackerland gelangen, wo sie die Ernten zerstören. Im Land selbst lebt ein Drittel aller Elefanten des afrikanischen Kontinents. Laut dem Internationalen Naturschutzverband IUCN sei ihre Zahl in den letzten Jahren auf 415.000 zurückgegangen sein.
tagesschau.de

Boko Haram tötet 25 Soldaten in Nigeria: Bei einem Hinterhalt im Südostens Nigerias sind rund 25 Soldaten und Zivilisten getötet worden. Für den Anschlag im Bundesstaat Borno zeichnet die islamistische Terrormiliz Boko Haram verantwortlich. Seit einem Jahrzehnt wird der Kampf gegen die Extremisten geführt. Der nigerianischen Regierung zufolge liegt Bodo Haram in seinen letzten Zügen. Obwohl ein finaler Schlag gegen die Gruppe bislang nicht erfolgen konnte. Der Konflikt hinterlässt über 30,000 Tote und Vertriebene.
africanews.com

Schriftsteller und Aktivist Binyavanga Wainaina gestorben: Der preisgekrönte nigerianische Schriftsteller Binyavanga Wainaina ist mit 48 Jahren verstorben. Seine bekanntestes Werk ist das Essay „Wie man über Afrika schreibt“, indem er sich mit Vorurteilen über den afrikanischen Kontinent beschäftigt. Neben seiner literarischen Arbeit engagierte sich Wainaina zudem für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Menschen. Nachdem er seine Homosexualität öffentlich gemacht hatte, würdigte das Time Magazine Binyavanga Wainaina 2014 als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens. Am Welt-Aidstag 2016 informierte Bainaina die Welt per Twitter darüber, dass er HIV-positiv sei.
tagesspiegel.de, edition.cnn.com

Algerien offiziell für malariafrei erklärt africanews.com
Das Global Media Forum zeigt Alltagsbeobachtungen des Fotokollektivs „Everday Africa“ dw.com
Westafrikanische Skulpturen im Museumsforum Altomünster sueddeutsche.de

– BACKGROUND –

Bevölkerungsexplosion und knapper Lebensraum in der Serengeti: Die Savanne Ostafrikas steht längst nicht mehr für endlose Natur und das Zusammenleben von Mensch und Tier. Im Naturschutzgebiet Masai Mara ist inzwischen eine vermehrte Ansiedlung von Massai zu beobachten, die viele Probleme mit sich bringt. Das Anwachsen der Bevölkerung sorgt für einen Kulturwandel beim Nomadenvolk. Sie treiben immer größere Viehherden ins Reservat, da die Dürre ihre Grasflächen vertrocknen ließ. Per Gesetz ist dies verboten, doch die Massai sehen keine andere Wahl, um sich zu ernähren. Experten sehen diese Entwicklung als einen Vorläufer für die drastischen Auswirkungen der Bevölkerungsexplosion Afrikas.
zdf.de

Keine Kandidaten für Algeriens Präsidentenwahl: In Algerien ließ sich am Stichtag kein möglicher Kandidat für die geplanten Präsidentenwahlen auf die Liste setzen. Dies berichten die Staatsmedien. Somit wird eine Verschiebung der Wahlen am 4. Juli immer wahrscheinlicher. Seit Monaten protestieren Menschen in Algerien. Zunächst verlangten sie den Rücktritt von Präsident Abdelaziz Bouteflika. Inzwischen richten sie sich gegen die Übergangsregierung, die ihnen aus zu vielen Vertrauten Bouteflikas und seines korrupten Staatsapparats besteht. Währenddessen berichteten einige Nachrichtenquellen, dass der ehemalige Militäroffizier Benzahia Lakhdar sich für die Wahl habe aufstellen lassen.
africanews.com

– ANGEZÄHLT –

3 von 17 der sogenannten Sustainable Development Goals der UN für mehr Nachhaltigkeit und gegen Hunger und Armut, könnten durch die Legalisierung von Cannabis in Afrika unmittelbar erfüllt werden. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von New Frottier Data, die sich mit den wirtschaftlichen Vorteilen dieses Gedankenspiels beschäftigt hat.
dailymaverick.co.za

– ZITAT –

„Now, we’re not asking, we’re telling: You have to pay attention to this continent“
Naomi Campbell erklärt bei der Fashion Week in Nigeria ihr Engagement für die afrikanische Modewelt.
edition.cnn.com

– ZULETZT –

Mobiler Haarschnitt in Ghana: Emmanuel Kojojojo Ankomah betreibt ein mobiles Herrenfrisörgeschäft im von Stromausfällen gebeutelten Ghana. Sein Geschäftsmodell und seine Preise fordern die ansässigen Salons heraus. Ein einfacher Schnitt kostet sechs Dollar. Kunden müssen aber umso tiefer in die Tasche greifen, je länger die Anfahrt dauert. Die Geschäfte laufen so gut, dass Emmanuel Kojojojo Ankomah inzwischen drei Frisöre eingestellt hat und einen eigenen PR-Agenten beschäftigt.
africanews.com

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