KW 20: Mehr Infektionskrankheiten treten in der Coronakrise auf, WHO will Naturmedizin testen, Westafrikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg

– NEWS –

Mehr Infektionskrankheiten treten in der Coronakrise auf: Da die Ressourcen der afrikanischen Gesundheitssysteme gegenwärtig auf die Eindämmung des Coronavirus fokussiert sind, werden andere Infektionskrankheiten vernachlässigt – und sie breiten sich wieder aus. Masern-Impfkampagnen wurden in den letzten Wochen ausgesetzt. Malaria bedroht die Menschen vor Ort und es wurden wieder neue Fälle von Ebola und Polio verbucht. Eigentlich war bereits eine Feier anlässlich des Aussterbend der Kinderlähmung geplant – allerdings dürfte diese ausfallen, wenn sich die Krankheit erneut verbreitet. In vielen afrikanischen Staaten drohen die Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte im Gesundheitswesen wieder verloren zu gehen.
tagesspiegel.de

WHO will Naturmedizin testen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Afrikanische Union (AU) wollen Naturmedizin klinisch testen. Zwar warnen die Institutionen vor vermeintlichen Kräuter-Wundermitteln, jedoch fordern sie, dass medizinische klinische Standards in Afrika genauso eingehalten werden wie in anderen Regionen der Welt. Ein Unternehmen in Madagaskar hatte einen Trank entwickelt, den es als Mittel gegen das Coronavirus anpries, da es das Immunsystem stärken solle. Der Kräuter-Cocktail wurde in großen Mengen nach Guinea-Bissau bestellt, auch Anfragen aus anderen Ländern erfolgten. Nun wolle AU und WHO sich dem Thema wissenschaftlich annähern, damit die Bürger eine qualitative Information über medizinische Wirkstoffe erhalten.
pharmazeutische-zeitung.de

Touristen bleiben aus – Naturschützer befürchten negative Folgen für Wildtiere: Wegen der Corona-Pandemie sind in Afrikas Wildparks kaum Touristen – die Einnahmen brechen ein. Nicht nur, dass Jobs durch das Ausbleiben der Reisenden bedroht sind, die Ranger in den Wildparks befürchten, dass die Mittel zur Neige gehen, um die Tiere in den Naturparks vor Wilderern zu schützen. Private Schutzgebiete hoffen nun auf Spenden, um zumindest einen Teil ihrer finanziellen Einbußen abfedern zu können und Wilderer abzuwehren. Noch immer versuchen diese Tiere wie Elefanten zu erschießen, um die Stoßzähne auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.
zdf.de

Südafrika startet klinische Studie mit Tuberkuloseimpfung: Im Kampf gegen das Coronavirus verabreicht Südafrika 500 Probanden im Rahmen einer klinischen Studie die BCG-Impfung, die normalerweise zum Schutz von Tuberkulose eingesetzt wird. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Menschen mit einer Impfung einen milderen Verlauf im Falle einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben. In einer zweiten Welle soll die Studie auf 3.000 Personen ausgeweitet werden, die primär im Gesundheitswesen arbeiten. Frankreich, Australien und die Niederlande führen ebenfalls Studien mit dem BCG-Impfstoff durch. In Südafrika erkranken noch immer jedes Jahr rund 300.000 Menschen an Tuberkulose.
aerzteblatt.de

Immer mehr Corona-Lockerungen: In Nigeria werden die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus im Zeitraum von sechs Wochen abgebaut. Erste Öffnungen fanden in den Metropolen bereits statt: Geschäfte öffneten wieder. Im öffentlichen Raum müssen Menschen Gesichtsmasken tragen und Abstandsregeln einhalten. Auch in Ruanda, Simbabwe und Namibia sollen Lockerung vollzogen werden. Südafrika und Ghana haben bereits zuvor schrittweise Öffnungen beschlossen.
onvista.de

Früheres VW-Werk in Südafrika wird zur Corona-Klinik: 4000 Menschen sollen in einer früheren Produktionsstätte des Autoherstellers Volkswagen betreut werden können, wenn sie am Coronavirus erkranken. Der erste Teil soll binnen sechs Wochen fertiggestellt werden und 1400 Patienten aufnehmen können. Das deutsche Entwicklungsministerium finanziert den Umbau und stellt auch Schutzkleidung im Wert von über fünf Millionen Euro zur Verfügung. Südafrika hat bisher die meisten registrierten Erkrankungen auf dem afrikanischen Kontinent.
industriemagazin.at

Das Ende der chinesischen Flitterwochen welt.de
Die Angst vor dem Hunger ist größer faz.net
Südafrika: Neue Airline soll entstehen austrianaviation.net
Heuschreckenplage gefährdet eine ganze Region t-online.de

– BACKGROUND –

Westafrikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg: Während am 8. Mai in Deutschland und den Alliierten-Staaten dem Ende des Zweiten Weltkrieges gedacht wurde, gibt es wenige Erinnerungen und Respekt für die westafrikanischen Soldaten, die damals von europäischen Kolonialherren eingezogen wurden. Rund eine Million Männer wurden an die Front gegen Deutschland und seine Bündnispartner geschickt – bis nach Südostasien. Nach Kriegsende gab es wenig Anerkennung und Entschädigung für die Soldaten, die im Weltkrieg mit belgischen und französischen Soldaten gegen das faschistische Deutschland kämpften. Die meisten von ihnen sind bereits gestorben, die wenigen Überlebenden beklagen, dass ihnen nur eine dürftige Kriegsrente geblieben ist.
dw.com

Eritreische Flüchtlinge in Äthiopien: Offiziell leben in Äthiopien 750.000 Flüchtlinge – die Dunkelziffer wird sehr viel höher geschätzt. Ein signifikanter Teil stammt aus dem Nachbarland Eritrea, das seit der Unabhängigkeit von Äthiopien 1993 als autoritäre Militärdiktatur kategorisiert wird. Es gab seitdem keine Wahlen mehr im Land, der Militärdienst, durch den Männer wie Frauen gehen müssen, wird von Amnesty International mit Zwangsarbeit verglichen. In Äthiopien finden die Flüchtlinge etwas Ruhe im Camp – allerdings könnte das Lager an der Grenze bald geschlossen werden. Für viele bedeutet die Flucht ein Leben am Rand der Illegalität – Papiere fehlen nämlich oft.
spiegel.de

Konflikte zwischen Kolonialismus und Postkolonialismus: Historiker und Anthropologen sind sich mittlerweile uneins über die Frage wie das Leben im Kolonialismus tatsächlich war. Während über lange Zeit das Bild des absoluten Machtanspruchs gegenüber den kolonialisierten Menschen verworfen wurde, sind postkoloniale Autoren der Auffassung, dass der Kolonialismus mit dem Holocaust vergleichbar sei. Sie sehen tiefe Konfliktlinien mit Hinblick auf Rassismus, Abwertung und Diskriminierung, die sich bis heute ziehen. Auch über die Wege zur Unabhängigkeit wird gestritten – Postkolonialisten unterstreichen die Gewalt und den Kampf vieler Menschen auf dem Weg zum eigenen Staat, während andere Forscher darauf hinweisen, dass der Systemübergang sehr viel ruhiger vonstattenging.
faz.net

– ANGEZÄHLT –

Rund 100.000 Menschen haben in Kenia ihr Obdach aufgrund einer starken Überschwemmung verloren.
rnd.de

– ZITAT –

“In Äthiopien sind die Exporte nach Europa um ein Drittel zurückgegangen. Fabriken schließen, 1,5 Millionen Jobs gehen bereits verloren. Viele Millionen Menschen rutschen in Armut ab.”
Entwicklungsminister Gerd Müller warnt vor den Folgen durch die Coronakrise.
dw.com

– ZULETZT –

Universität von Pretoria stellt Schutzmasken mit 3D-Drucker her: Weil die Schutzkleidung in Südafrika knapp ist, hat die Universität Pretoria sich dazu entschieden Schutzmasken für das Krankenpersonal mit dem 3D-Drucker herzustellen. 20 Stück werden täglich produziert: sie bilden eine Schutzscheibe, die als erste Barriere vor Tröpfchen schützen soll.
dw.com

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