KW 2: Putschversuch in Gabun gescheitert, Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Kongo verschoben, Ruandas Präsident schürt Spannungen

– NEWS –

Putschversuch in Gabun gescheitert: Ein Putschversuch von fünf Offizieren gegen den Präsidenten Gabuns, Ali Bongo Ondimba, ist gescheitert. In der Nacht zum Montag ließen Soldaten aus einem Studio des staatlichen Radiosenders verlauten, der Präsident sei abgesetzt und wolle sich dem Willen des Volkes neigen. Der Offizier versteht sich als Teil einer patriotischen Bewegung der Jugend, welche die Würde des Landes wiederherstellen wolle. Regierungssprecher Guy-Bertrand Mapangou dementierte am Montagnachmittag die Aussagen und stellte klar, dass die Situation unter Kontrolle sei. Vier der fünf Militärs sind festgenommen worden, einer befindet sich auf der Flucht. Präsident Bongo Ondimba befindet sich derzeit zur Behandlung eines Schlaganfalls in Marokko.
spiegel.de

Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Kongo verschoben: Ursprünglich sollten an diesem Sonntag die Ergebnisse der Präsidentenwahl in der Demokratischen Republik Kongo mitgeteilt werden. Nun teilte der Chef der nationalen Wahlkommission  ,Corneille Nangaa, mit, dass die Ergebnisse erst in der kommenden Woche mitgeteilt werden sollen. Bisher seien nur knapp die Hälfte aller Stimmzettel zur Auswertung eingegangen. Die katholische Kirche, welche über 40.000 Wahlbeobachter verfügt, will das Ergebnis schon kennen und beklagt zahlreiche Unregelmäßigkeiten während der Wahlen. Seit Montag gibt es im Kongo keinen Zugang mehr zu Internet und Fernsehen. Am vergangenen Sonntag haben 39 Millionen Bürger über einen Nachfolger des Präsidenten Joseph Kabila, ein neues Parlament und neue Provinzregierungen abgestimmt. Gewalteskalationen werden befürchtet – die USA haben 80 Soldaten nach Gabun geschickt, um im Fall von Ausschreitungen eingreifen zu können. Es ist Donald Trumps erster neuer US-Militäreinsatz im Ausland.
dw.com taz.de

Ruandas Präsident schürt Spannungen: Die Beziehungen zwischen Ruanda und seinen Nachbarländern Uganda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo sind von politischer Instabilität geprägt. Ruandas Präsident Paul Kagame sorgte nun für neue Spannungen, indem er in seiner Neujahrsansprache diesen Ländern vorwirft, die Rebellion gegen sein Land zu unterstützen. Er brachte dortige oppositionelle Gruppen direkt mit den angrenzenden Ländern in Verbindung. Insbesondere die eisigen Beziehungen zwischen Ruanda und Burundi sind eine Ursache für die regionale Instabilität Ostafrikas. Ein Bericht der UN-Expertengruppe zum Kongo bestätigt derartige Vorwürfe teilweise. Für die multilateralen Beziehungen der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) wird dies zunehmend zum Problem.
dw.com

Entwicklungsminister reist nach Afrika: Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller wird das neue Jahr mit einer Reise in das südliche Afrika beginnen. Stationen sind die Länder Malawi, Sambia und Namibia. Müller unterstreicht den Willen Deutschlands, die südafrikanischen Länder unterstützen zu wollen. Gleichzeitig mahnte er jedoch auch, dass die Länder sich selbst für Reformen einsetzen müssten. Hierbei geht es vor allem um die Bekämpfung der Korruption, Einhaltung der Menschenrechte sowie Demokratie. Neben Umwelt- und Familienplanungsinitiativen wirden auch Gespräche mit namibischen Partnern über die Aufarbeitung der deutsch-namibischen Geschichte sehen.
bmz.de

Tunesiens Wahlkommission bestätigt Termine für Präsidentschaftswahlen maghreb-post.de
Zwei junge Deutsche in Ägypten verschwunden spiegel.de
Herkunft der Cholera im Jemen geklärt aerzteblatt.de
Ägypten eröffnet riesige Kirche de.euronews.com

– BACKGROUND –

Warum die Demonstrationen im Sudan ins Leere laufen: Seit Wochen wird im Sudan gegen Präsident Omar al-Baschir protestiert. Der zeigt sich davon jedoch wenig beeindruckt. Proteste, die sich anfangs nur auf erhöhte Lebensmittel- und Benzinpreise bezogen, haben sich auf das Politische ausgeweitet, Blut floß, Gebäude wurden in Brand gesetzt. Rufe nach einem Regierungswechsel wurden gewaltsam niedergeschlagen, es gab tote. Die Opposition findet jedoch nur wenig bis keine internationale Unterstützung. Dies könnte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass al-Baschir an der Macht die Interessen internationaler Partner vertritt. Auch arbeiten die USA und die EU mit Baschir zusammen, insbesondere in der Migrationskontrolle. Omar al-Baschir wird wegen Völkermords und Kriegsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht.
dw.com

Chinas Großmachtpolitik in Afrika: Seit 1991 geht die erste Reise des chinesischen Außenministers im neuen Jahr nach Afrika. Daran hat sich auch 2019 nichts geändert, diesmal ist der jetzige Amtsinhaber Wang Yi in Äthiopien, Senegal, Gambia und Burkina Faso unterwegs. Insbesondere Äthiopien, Afrikas zweitgrößtes Land, steht dabei im Fokus. Allein dort hat China seit 2000 mehr als zwölf Milliarden Dollar verliehen. Viele Länder können die Schulden nur mühsam zurückzahlen – die Chinesen haben mittlerweile ein enges Netz um den afrikanischen Kontinent geflochten und halten die Länder durch laufende Kreditzahlungen und Infrastrukturprojekte eng an sich.
businessinsider.de

UNO beklagt Straflosigkeit für Menschenhandel: Am Montag veröffentlichte das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) einen Bericht, in dem de facto Straffreiheit für Menschenhandel an den Pranger gestellt wird. Der Bericht kritisiert, dass es noch immer Gegenden der Straflosigkeit gebe. Die Zahl der Verurteilungen sei zwar gestiegen, ist im Verhältnis jedoch immer noch sehr niedrig. Laut UNODC wurden im Jahr 2016 knapp 25.000 Opfer von Menschenhandel registriert, 10.000 mehr als noch 5 Jahre zuvor. Knapp die Hälfte von ihnen seien Frauen. Laut UNODC ist sexueller Missbrauch der häufigste Grund für Menschenhandel.
neues-deutschland.de

– ANGEZÄHLT –

11,3 Millionen Besucher kamen in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres nach Marokko. Dies gab das marrokanische Fremdenverkehrsamt bekannt. Aus Deutschland kamen 10 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr. Die beliebtesten Urlaubsziele im Königreich sind weiterhin Marrakech und Agadir.
maghreb-post.de

– ZITAT –

„Die Diskussion über die Rückgabe afrikanischer Kunstwerke ist wichtig, aber sie steht überhaupt nicht im Gleichgewicht. Wie immer geben Länder wie Deutschland den Ton an. Doch eigentlich sollte doch bei der Debatte nicht Europa im Mittelpunkt stehen, sondern Afrika, wir, die Betroffenen und wie wir mit der Situation umgehen.“

Flower Manase, Leiterin der historischen und die pädagogischen Abteilung des Nationalmuseums von Tansania kritisiert den eurozentrischen Diskurs in Debatten über afrikanische Raubkunst und ihre Rückgabe.
deutschlandfunkkultur.de

– ZULETZT –

Ägyptisches Dorf setzt auf Solarenergie: Das etwa 250 Kilometer südlich von Kairo im Gouvernement Al-Minya am westlichen Ufer des Nils gelegene, ägyptische Dorf Bany Mahdy setzt auf Solarenergie. Durchschnittlich zehn Stunden am Tag scheint in Ägypten die Sonne. Rund 140 Solarmodule gibt es in dem Dorf bereits. Energiepreise sind in Ägypten in den letzten Jahren in die Höhe gestiegen. Die Anschaffung eines Solarpanels kostet in der Regel umgerechnet rund 200 Euro, lohnt sich auf lange Sicht aber. Die Panele sind leicht zu pflegen und verursachen keine laufenden Kosten.
de.euronews.com

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