KW 18: Südafrika will Beschränkungen lockern, Gerüchte über möglichen Putsch im Sudan, Chinas Maskendiplomatie

– NEWS –

Südafrika will Beschränkungen lockern: Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa kündigte an, den Lockdown des Landes schrittweise wieder herunterfahren zu wollen. Erste Lockerungen sollen am 1. Mai starten. Die südafrikanische Wirtschaft leidet stark unter den strengen Auflagen, die wegen des Coronavirus verhängt wurden. Schon vor Ausbruch der Pandemie schwächelte das Land wirtschaftlich.
tagesschau.de

Entwicklungsministerium will afrikanische Staaten unterstützen: In vielen Entwicklungsländern steht die Produktion aber auch das alltägliche Leben derzeit still. Entwicklungsminister Gerd Müller will solche Staaten deshalb mit bis zu vier Milliarden Euro unterstützen. Es gebe dort überhaupt keine Stützungsprogramme. “500 Millionen Kinder, die bisher in der Schule einmal am Tag Essen bekommen haben, bekommen im Augenblick kein Essen mehr”, so Müller. Der Plan sieht unter anderem die Umschichtung von Geldern vor. In Tunesien soll beispielsweise das Geld, das normalerweise für die Ausbildung von Installateuren verwendet wird, für die Zeit der Krise in die Notstromversorgung von fünf Krankenhäusern fließen. Stimmen aus der Opposition kritisierten dieses Verfahren. Sie mahnten, man solle keine neuen Programme auflegen und gleichzeitig andere Maßnahmen kürzen.
br.de

Gerüchte über möglichen Putsch im Sudan: Im Sudan machen sich derzeit Gerüchte über einen möglichen Sturz demokratischen Regierung durch das Militär breit. Die Stabilität hat im Zuge der Corona-Krise stark abgenommen. Premierminister Abdalla Hamdok verhängte zum Wochenende eine dreiwöchige Ausgangssperre, nachdem die Zahl der Infektionsfälle auf 100 Anstieg. Es kam zu vereinzelten Protesten gegen die Maßnahme. Die Miliz Rapid Support Forces (RSF) versucht in der Krise die Rolle des Stabilisators zu übernehmen: Sie betreibt Quarantäneeinrichtungen, desinfiziert Straßen und verteilt Desinfektionsmittel.
derstandard.de

Überfälle auf Dörfer in Nigeria: In Nigeria führten bewaffnete Gruppen mehrere Überfälle auf insgesamt fünf Dörfer durch, bei denen insgesamt 47 Menschen getötet wurden. Die Attacken wurden von rund 300 Angreifern auf Motorrädern durchgeführt. Die Angreifer zündeten Häuser an und schossen auf die Bewohner. Der nigerianischen Polizei zufolge spezialisieren sich die Banden auf Viehdiebstahl, Raubüberfälle und Entführungen.
zeit.de

Neues Parlament in Mali – Oppositionsführer weiter verschwunden: In Mali wurde ein neues Parlament gewählt. Die regierende RPM (Sammlung für Mali) hat ersten Angaben zufolge rund ein Drittel der Sitze geholt. Die Wahlbeteiligung wird als sehr gering angegeben. Der Oppositionsführer Soumaila Cissé bleibt weiterhin verschwunden. Vor einem Monat wurde dieser von islamistischen Terroristen entführt. Bei den Entführern soll es sich unter anderem um Amadou Koufa handeln, einem Mitglied der Allianz Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime (JNIM).
taz.de

Zwölf Tote bei Bootsunglück in Kongo-Kinshasa nzz.ch
Afrikas Airlines kämpfen ums Überleben sueddeutsche.de
EU-Kommissarin setzt sich für Schuldenerlass für Afrika ein dw.com
WHO warnt vor Verdoppelung von Malaria-Todesfällen in Afrika durch Corona-Krise deutschlandfunk.de

– BACKGROUND –

Der afrikanische Kulturbetrieb und Corona: Vom Coronavirus ist nicht nur die afrikanische Wirtschaft betroffen, auch das kulturelle Leben leidet stark unter der Pandemie. Dabei sind gerade Musik-Festivals ein wichtiger Faktor für viele Musiker, Veranstalter, Booker und andere Personen, die in der Branche arbeiten. Die Rapperin Dama do Bling aus Mosambik beklagt, die Regierung habe schon vor der Pandemie wenig für Künstler getan. In der Krise fühle sie sich vollends allein gelassen. Der deutsch-nigerianische Musiker Adé Bantu wollte in Deutschland sein neues Album fertigstellen. Dorthin kann er jedoch momentan nicht reisen. Musikstreaming, das für viele westliche Künstler eine wesentliche Einnahmequelle darstellt, bringt afrikanischen Musikern oft nur wenig ein. “Am Streamen verdienen nur wenige Superstars”, so Bantu.
taz.de

Chinas Maskendiplomatie: Die chinesische Regierung unterstützt derzeit viele afrikanische Länder mit medizinischem Personal und Gütern wie Masken, Beatmungsgeräten und Schutzanzügen. Der chinesische Milliardär Jack Ma und dessen Stiftung spenden hohe Summen an Länder wie Ruanda und Kamerun. Mit den Hilfen betreibe China Diplomatie, so Stephen Chan, Professor für Politik und internationale Beziehungen an der London School of Oriental and African Studies. Die Unterstützung sei eine Fortsetzung der schon seit Jahren betriebenen Partnerschaft Chinas mit vielen afrikanischen Staaten und außerdem ein Versuch, die Kritik im Zuge der rassistischen Übergriffe, die afrikanischen Personen in China wiederfahren sind, abzumildern. Die Vorfälle lösten vielerorts Empörung aus.
dw.com

Die Folgen der Corona-Prohibition in Südafrika: In Südafrika wurde im Zuge der Corona-Krise ein strenges Alkoholverbot eingeführt. Der südafrikanische Polizeiminister Bheki Cele sagte nun, das Verbot wäre “die erste Corona-Maßnahme, die ich auch nach dem Ende der Ausgangssperre aufrechterhalten würde”. Südafrika ist unter den zehn Nationen mit dem größten Alkoholkonsum. Im Zuge der temporären Prohibition stiegen die Schwarzmarktpreise für Bier und andere alkoholische Getränke teilweise um das Dreifache. Einige Bürger beginnen deshalb, selbst Bier herzustellen. Südafrikanische Winzer sind von dem Verbot besonders betroffen. Diese beschäftigen rund 40.000 Farmarbeiter, die wiederum etwa 160.000 Menschen ernähren. Die Weingüter dürfen ihr Produkt inzwischen nicht einmal mehr für den Export an die Häfen bringen. Dies begründete die Regierung mit der Sorge, dass die Fahrer der Lieferungen ausgeraubt werden könnten.
faz.net

Mangelnde Datenlage zum Medizinsektor in Afrika: Viele afrikanische Staaten verfügen über eine unzureichende medizinische Infrastruktur, um Menschen mit dem Coronavirus zu behandeln. Laut WHO gibt es in 43 afrikanischen Staaten weniger als 5000 Betten auf Intensivstationen. Ob diese Zahlen tatsächlich stimmen, ist schwer festzustellen. Viele Daten sind veraltet. Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHT) mahnen: “Die Datenlage zur Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen und Behandlungskapazitäten in Afrika ist sehr lückenhaft”. Grund dafür sei die mangelhafte Ausstattung und die Unterbesetzung des Gesundheitssektors in Sub-Sahara-Afrika. Um den Datenmangel zu umgehen, damit die Regierungen die richtigen Entscheidungen treffen können, empfehlen die Forscher, vermehrt auf mathematische Modelle zu setzen, auch wenn diese wiederum neue Probleme aufwerfen. Die Prognosen basieren meist auf Daten aus China und Europa.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

150 Intensivbetten gibt es in Äthiopien für 105 Millionen Menschen.
tagesspiegel.de

– ZITAT –

“Viele Länder sind Teil von globalisierten Wertschöpfungsketten, die zum Teil unterbrochen sind. Andere haben einen starken Tourismus-Sektor. Touristen sind jetzt weg, Einnahmen brechen weg.”
Robert Dölger, der Beauftragte für Subsahara-Afrika und den Sahel im Auswärtigen Amt, über die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die afrikanischen Staaten.
tagesschau.de

– ZULETZT –

Termiten-Dünger in Tansania: Im Westen von Tansanie erforschen Wissenschaftler, wie Termiten für bessere Böden und saftigeres Gras sorgen, wovon auch die heimischen Antilopen profitieren. Die Termiten leben in ihren Hügeln in einer Symbiose mit dem Pilz Termitomyces, der ausschließlich dort wächst. Die Insekten bringen abgestorbenes Holz und anderes Pflanzenmaterial in ihre Hügel, wo dieses von den Pilzen zersetzt wird. Dadurch steigen der Stickstoff- und Phosphorgehalt der Böden stark.
faz.net

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