KW 18: Eklat am 1. Mai, Waffenstillstand in Mosambik verlängert, Parlamentswahl in Algerien

– NEWS –

Eklat am 1. Mai: Die historische Allianz zwischen der südafrikanischen Befreiungsbewegung ANC (Afrikanischer Nationalkongress) und dem Gewerkschaftsdachverband (Cosatu) scheint zerbrochen. Die zentrale Cosatu-Großkundgebung zum 1. Mai, die in der Stadt Bloemfontein stattfand – dem historischen Geburtsort des ANC –, musste vorzeitig abgebrochen werden, nachdem der als Hauptredner vorgesehene Staatschef Jacob Zuma ausgebuht wurde und das Podium wortlos wieder verließ. Zuvor hatte es tätliche Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern Zumas gegeben. Auch bei Gewerkschaftskundgebungen in Durban und Polokwane wurden ANC-Redner von den Zuhörern feindlich empfangen.
taz.de

Waffenstillstand in Mosambik verlängert: Mosambik kann auf Frieden hoffen. Oppositionsführer Afonso Dhlakama verlängerte auf unbegrenzte Zeit den einseitig ausgerufenen Waffenstillstand im Konflikt mit der Regierung. Der Vorsitzende der Renamo-Bewegung sprach am Donnerstag vom „Anfang vom Ende“ des Krieges. Die Renamo hatte von 1976 bis 1992 gegen die Regierung der früheren portugiesischen Kolonie gekämpft. In dem Bürgerkrieg wurden eine Million Menschen getötet. 2013 griffen die Renamo-Kämpfer wieder zu den Waffen. Nachdem er 2014 die Parlamentswahl verloren hatte, tauchte Dhlakama 2015 unter und versteckte sich in den Gorongosa-Bergen.
derstandard.at

Parlamentswahl in Algerien: Bei den Parlamentswahlen in Algerien am Donnerstag zeichnet sich nur eine geringe Wahlbeteiligung ab. Innenminister Noureddine Bedoui verglich in seiner Zwischenbilanz die Beteiligung mit der Wahl von 2012. Damals nahmen 43 Prozent der Wahlberechtigten teil. Teile der Opposition haben zum Boykott aufgerufen. Sie werfen der Regierung um Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika vor, keine fairen Wahlen zuzulassen. Das größte Flächenland Afrikas kämpft mit sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Vor allem der niedrige Ölpreis trifft das Land.
derstandard.at, taz.de

EU-Vorschläge für eine neue Afrika-Partnerschaft: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die Vorschläge der EU für eine engere Partnerschaft mit Afrika als Schritt in die richtige Richtung begrüßt. „Afrika ist unser Nachbarkontinent. Wie wir in Zukunft in Europa leben werden, hängt auch von der Entwicklung Afrikas ab. Afrika muss daher regionaler Schwerpunkt der EU sein“, erklärte Müller am Donnerstag in Berlin.Die gemeinsame Mitteilung der EU-Kommission und des Europäischen Auswärtigen Dienstes für eine EU-Afrika-Partnerschaft sieht insbesondere eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Investitionsförderung, gute Regierungsführung sowie Frieden und Sicherheit vor.
epo.de

Bundesregierung beim World Economic Forum on Africa: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries sind mit einer Wirtschaftsdelegation zum World Economic Forum on Africa nach Durban gereist. Wegen der Flüchtlingskrise gewinnt der Kontinent für die Bundesregierung eine zunehmend strategische Bedeutung. Mit Hilfe deutscher Unternehmen soll dort die Wirtschaftskraft gestärkt werden. So hat Siemens-Chef Joe Kaeser eine Absichtserklärung mit den Staaten Uganda und Sudan für eine Zusammenarbeit im Bereich Energieversorgung und Infrastruktur unterschrieben.
handelsblatt.com

Papst Franziskus stellt im Mai Frieden und Gerechtigkeit in Afrika ins Zentrum seines Gebetsapostolats de.radiocaticana.va
Boko Haram weist Berichte über angebliche Verletzung ihres Anführers zurück derstandard.at
Stützpunkt ghanaischer UN-Soldaten im Südsudan beschossen taz.de

– BACKGROUND –

Wenn die Heimat fremd wird: Migranten, die aus Europa zurückgeschickt werden, finden in Mali meist keinen Anschluss mehr. Der Verein der Abgeschobenen in Bamako versucht zu helfen. Die Mitarbeiter der NGO besorgen Wohnungen, stellen Kontakte zur Familie her, sind Ansprechpartner. Laut Coulibaly werden pro Monat etwa 50 Abgeschobene betreut. Ein Haus als Notunterkunft kann sich die Organisation allerdings nicht mehr leisten. Die NGO kritisiert, dass kleine Organisationen das Geld von EU-Hilfen nicht abrufen könnten.
taz.de

Picasso und Afrika: Das Musée du Quai Branly in Paris untersucht mit seiner aktuellen Sonderausstellung „Picasso primitiv“ die außereuropäischen Einflüsse im Schaffen Picassos. 1907 ging der junge Pablo Picasso (1881–1973) erstmals ins Pariser Musée du Trocadéro, wo die zur Weltausstellung von 1878 herangeschafften Objekte aus Afrika und Ozeanien mehr lagerten denn ausgestellt waren. Der Besuch bedeutete eine Wende in seinem Leben und prägte sein Schaffen nachhaltig. Später hatte Picasso einen Einfluss bestritten, schließlich würde dadurch die Schaffenskraft des Künstlers geschwächt und ins Hintertreffen geraten. Die Ausstellung ist noch bis 23. Juli zu sehen.
tagesspiegel.de

Umstrittene WHO-Kampagne: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie Menschen­rechtsorganisationen übten heute in Berlin massive Kritik an den von der WHO geförder­ten Kampagnen für die sogenannte freiwillige medizinische Vorhautbeschneidung von Männern in Afrika. „Zu behaupten, Beschneidung schütze vor HIV, ist wahrlich abenteuerlich, und dies so als Präventions­maßnahme zu bewerben, ist unseriös“, erklärte Ulrich Fegeler vom BVKJ. „Einzig Kon­dome schaffen Sicherheit gegenüber HIV.“ Die WHO beruft sich bei der Kampagne auf Studien, nach denen das HIV-Risiko um bis zu 60 Prozent sinke, wenn ein Mann beschnitten ist.
aerzteblatt.de

– ANGEZÄHLT –

130 Millionen Mädchen und Frauen in Afrika können nicht zur Schule gehen. Mit dem Projekt #Girlscount will die NGO „ONE“ im längsten Video der Welt 130 Millionen Frauen die beeindruckend große Zahl zählen lassen.
antenne.de

– ZITATE –

„Afrika braucht Netze. Der Kontinent braucht Mini-Netze und netzungebundene Energieversorgungssysteme. Afrika braucht einen guten Energiemix. Es wird nicht möglich sein, Industrie mit Solaranlagen zu betreiben. Wir brauchen eine Kombination von netzgebundener und netzungebundener Energie.“
Akinwumi Adesina, früher Landwirtschaftsminister in Nigeria, leitet seit 2015 die Afrikanische Entwicklungsbank. Sein Ziel ist es, in zehn Jahren 75 Millionen Menschen mit Strom zu versorgen.
tagesspiegel.de

Kein Netz – Wenn Despoten ihrem Volk den Stecker ziehen: Wenn das Volk zu aufmüpfig wird, ziehen Afrikas Staatschefs in jüngster Zeit immer häufiger den Stecker beim Internet. Allein 2016 griffen afrikanische Regierungen elf Mal zu dieser Maßnahme. Jüngstes Beispiel Kamerun: Mehr als drei Monate lang wurde die aufmüpfige englischsprachige Bevölkerung im Westen des Landes mit Internetentzug bestraft. Familien, die von den Überweisungen ihrer ins Ausland abgewanderten Angehörigen leben, sind von den Strafmaßnahmen besonders hart getroffen: Mit Internet und Mobilfunknetz wird auch ihr Geldtransfer gekappt.
badische-zeitung.de

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