KW 17: Ramaphosa bricht wegen Unruhen Commonwealth-Gipfel ab, Südsudans Außenminister entlassen, Fünf Jahre EU-Streitkräfte in Mali

– NEWS –

Ramaphosa bricht wegen Unruhen Commonwealth-Gipfel ab: Wegen schwerer Ausschreitungen in der südafrikanischen Stadt Mahikeng musste Präsident Cyril Ramaphosa den Commonwealth-Gipfel in London verlassen. Er sei aufgrund der Zusammenstöße von Polizei und Sicherheitskräften „tief besorgt“, hieß es in einer Erklärung seines Büros. Fernseh-Bilder zeigen Rauchwolken über der Stadt im Nordwesten des Landes. Geschäfte wurden geplündert und ein Demonstrant kam ums Leben. Ramaphosa wies die Sicherheitskräfte zu „maximaler Zurückhaltung“ an. An die Demonstranten richtete er den Appell, ihre Unzufriedenheit nicht durch „Gewalt und Anarchie“ auszudrücken.
derstandard.at

Südsudans Außenminister entlassen: Im Südsudan hat Präsident Omar al-Bashir am Donnerstag seinen Außenminister entlassen, nachdem dieser die Zahlungsschwierigkeiten des Landes öffentlich gemacht hatte. Ibrahim Ghandour hatte vor dem Parlament beklagt, dass die Gehälter von Diplomaten nicht gezahlt würden und man auch mit den Mietzahlungen für Auslandsvertretungen im Rückstand sei. Das Land leidet derzeit unter einer Wirtschafts- und Finanzkrise. „Die Lage ist inzwischen gefährlich, weswegen ich nun öffentlich darüber rede“, so Ghandur am Mittwoch.
derstandard.at

Simbabwes Regierung zeigt im Arbeitskampf Härte: Simbabwe hat fristlos 15.000 Krankenschwestern und Krankenpflegern gekündigt. Laut Vizepräsident Constantino Chiwenga seien diese nach einem Streik nicht zu ihrer Arbeit zurückgekehrt, obwohl die Regierung einer geforderten Gehaltserhöhung zugestimmt hatte. Die Entlassung sei „im Interesse der Patienten und notwendig, um Leben zu retten“. Jetzt herrscht in den staatlichen Kliniken Notbetrieb. Um die Personallücke zu schließen, würden pensionierte Pflegekräfte zurückgeholt und Arbeitslose eingestellt. Die Gewerkschaft rief dazu auf, Streiks und Proteste fortzusetzen. Die Erklärung der Regierung würde nichts an der Lage ändern.
dw.com

Nil-Staaten streiten ums Wasser: In der Nil-Region spitzt sich der Streit ums Wasser zu. Hintergrund ist ein gigantischer Staudamm, der zurzeit am Blauen Nil in Äthiopien entsteht. Der Staudamm spielt bei den Plänen zur Modernisierung des ostafrikanischen Landes eine Hauptrolle. In Ägypten sieht man die Entwicklung mit Sorge, der Damm könnte die Wasserversorgung der 100 Millionen Ägypter gefährden. Gespräche zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan über eine faire Nutzung des Nilwassers blieben Anfang April ohne Ergebnis. Eine Studie der Universität Kairo kommt zu einem erschütternden Ergebnis: Wenn Äthiopien den See innerhalb von drei Jahren füllt, um möglichst rasch mit der Stromgewinnung beginnen zu können, wird in Ägypten rund die Hälfte des Ackerlands verdorren – Selbst bei sechs Jahren verdorren immer noch 17 Prozent.
rp-online.de

200 Kindersoldaten im Südsudan freigelassen dw.com
EU-Kommissar Günther Oettinger wirbt für Hinwendung nach Afrika stuttgarter-zeitung.de

– BACKGROUND –

Fünf Jahre EU-Streitkräfte in Mali: Seit mehr als fünf Jahren bildet die European Union Training Mission in Mali die Streitkräfte aus. Auch deutsche Soldaten sind beteiligt, der Bundestag berät gerade das Mandat bis Mai 2019. Hintergrund ist der Kampf gegen den Terror. Die „Forces armées et de sécurité du Mali“ war überfordert im Kampf gegen Islamisten und aufständische Tuareg. Eine militärische Intervention Frankreichs verhinderte 2013 einen Vormarsch der Islamisten auf Bamako. Doch bis heute ist das Land labil, der Friedensprozess mit den Tuareg ist instabil, Selbstschutz-Milizen haben die Kontrolle überall dort übernommen, wo das Gewaltmonopol des Staates fehlt. Bis 2019 soll mit Freiwilligen die Stärke der Armee auf 20.000 Mann anwachsen und neue Befehlsstrukturen eingeführt werden. „Was eine Herausforderung ist, ist westliche Führungsgrundsätze wie selbstständiges Denken und Handeln bei Soldaten auch in Malis Armee wirksam zu machen“, schildert der stellvertretende EUTM-Kommandeur, Oberst Busch, die Lage.
taz.de, spiegel.de

Afrika in der Schuldenfalle: Die Schuldenlast afrikanischer Staaten ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Jährlich wachsen die Verpflichtungen um 25 Prozent. Mit 28 Nationen befinden sich laut der NGO Jubilee mehr als die Hälfte der Staaten des Kontinents bereits in oder in unmittelbarer Gefahr einer Schuldenkrise. Westliche Staaten machen China verantwortlich. Die gigantischen Investitionen, die China vor allem in die Infrastruktur des Kontinents pumpte, wirken sich für die aufstrebenden Entwicklungsstaaten immer belastender aus. Tatsächlich müssen afrikanische Empfängerstaaten einen Großteil der chinesischen Hilfen zurückzahlen, was ihnen wegen der inzwischen wieder purzelnden Rohstoffpreise zunehmend schwerfällt.
derstandard.at

Investieren in Afrika: Afrika ist zurück auf der Investment-Landkarte. Das Bundeswirtschaftsministerium veranstaltete Ende März die „Start-up Night! Afrika 2018“. Volkswagen hat im Januar in Ruanda die „Mobility Solutions“ gegründet und will in der Region Car-Sharing und andere Dienste anbieten. Vor allem im Bereich der Telekommunikations- und Digital-Branche sehen Experten einen Markt mit 1,2 Milliarden Kunden. Experte Oliver Bell vom Vermögensverwalter T. Rowe Price sieht vor allem in den Ländern Nigeria und Ghana gute Aussichten für Investitionen.
extra-funds.de, welt.de

– ANGEZÄHLT –

177 Millionen Nutzer hat Facebook in Afrika. Viele von ihnen kommen über das Programm „Free Basics“, das kostenlosen Zugang zu dem sozialen Netzwerk ermöglicht. Doch die Nutzer bezahlen mit Ihren Daten und anders als zum Beispiel in Europa ist in den meisten Ländern Afrikas der Datenschutz nicht geregelt.
dw.com

– ZITAT –

„Mein Ansatz ist: kein Euro in korrupte Kanäle.“
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert für seinen Etat in diesem Jahr eine Milliarde Euro zusätzlich. Damit will er Krisenländer unterstützen, die Hilfe für Afrika ausbauen und dazu beitragen, Flüchtlingen in ihren Heimatregionen eine Perspektive zu geben
focus.de

– ZULETZT –

Land der Swasi: Swasiland heißt es eSwatini. Das hat König Mswati III. am Donnerstag nach jahrelangen Diskussionen entschieden. Hintergrund ist, dass man sich von der Vergangenheit als britisches Kolonialland distanzieren wollte. ESwatini bedeutet in der Landessprache „Land der Swasi“, also eigentlich das Gleiche, aber ohne englischen Einfluss. In Afrika kein Einzelfall. Auch Njassaland und Betschuanaland  legten jeweils mit der Unabhängigkeit von Großbritannien ihre Namen ab und heißen seither Malawi (1964) und Botsuana (1966).
derstandard.at, deutschlandfunk.de

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