KW 16: Geberkonferenz kann dem Kongo nicht helfen, Kämpfe in Zentralafrikanischer Republik, Tschad nicht mehr vom US-Einreisestopp betroffen

– NEWS –

Geberkonferenz kann dem Kongo nicht helfen: Die internationale Geberkonferenz für die Demokratische Republik Kongo konnte die Hoffnungen der Hilfsorganisationen nicht erfüllen. Von den für 2018 benötigten 1,68 Milliarden US-Dollar waren nur 530 Millionen zusammengekommen. Bereits im letzten Jahr blieben die eingesammelten Gelder weit hinter den Erwartungen zurück. Geldgeber scheinen zunehmend zu bezweifeln, dass die UN im Kongo sinnvolle Arbeit leisten kann, da die Arbeit internationaler Partner auf immer mehr Widerstand der Regierung Joseph Kabila stößt. So hat Kongos Regierung die Konferenz als Verletzung der eigenen Souveränität bezeichnet und sie offiziell boykottiert, auch wenn Vertreter im Umfeld der Konferenz gesichtet worden sind.
taz.de

Kämpfe in Zentralafrikanischer Republik: Seit letzter Woche versucht die Regierung der Zentralafrikanischen Republik zusammen mit UN-Blauhelmen muslimische Milizen im letzten mehrheitlich von Muslimen bewohnten Stadtteil der Hauptstadt Bangui zu zerschlagen. „Banditen nehmen die Bevölkerung als Geisel“, sagte Präsident Touadéra am Mittwoch, eine wütende Demonstration mit 1,500 Teilnehmern hatte 15 Leichen vor dem UN-Hauptquartier abgelegt. Angeblich Opfer von UN-Schüssen auf die Zivilbevölkerung. Hintergrund der neuen Spannungen sind die blutigen Massaker und Massenvertreibungen an den Muslimen im Jahr 2014. Und die Krise droht sich auszuweiten. In mehreren Städten im Osten des Landes, die von ehemaligen Séléka-Rebellen kontrolliert werden, riefen die jeweiligen Machthaber am Mittwoch den Alarmzustand aus und errichteten Barrikaden.
taz.de

Tschad nicht mehr vom US-Einreisestopp betroffen: Die USA haben die Einreisebeschränkungen für Bürger des Tschad aufgehoben. Präsident Donald Trump hatte das Land nachträglich auf die Liste von einem Einreisestopp betroffener Länder hinzugefügt. Angeblich soll eine Knappheit beim Papier für Passdokumente Ursache für diesen Schritt gewesen sein. Schließlich arbeitet der Tschad eigentlich mit den USA sehr eng zusammen. Mittlerweile hat das Land aber nachgebessert und seine Bestimmungen hinsichtlich der Weitergabe von Informationen und der Identitätsfeststellung verbessert.
derstandard.at

Deutscher Entwicklungshelfer im Niger entführt: Ein deutscher Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ ist im Niger verschleppt worden. Die stellvertretende Geschäftsführerin Bianca Kaltschmitt bestätigte dies am Donnerstag gegenüber der Deutschen Presseagentur. „Wir haben alle nötigen Krisenmaßnahmen eingeleitet, wir können aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine näheren Angaben zu den Details des Vorfalles machen,“ so Kaltschmitt. Man stehe in ständigem Austausch mit der deutschen Botschaft und dem Krisenstab der Auswärtigen Amtes. Nach Angaben des Online-Portals ActuNiger sind Islamisten für den Anschlag verantwortlich. Sie sollen einen Konvoi der NGO überfallen, ein Fahrzeug in Brand gesetzt und die Geisel entführt haben.
derstandard.at

Friends of the Earth drohen Shell mit Klimaklage. In Sachen Gas- und Ölvorkommen vor der Küste Mosambiks legt sich die Umweltorganisation Friends of the Earth (FOE) mit dem niederländisch-britischen Konzern Royal Dutch Shell an. In einem Schreiben fordern sie den Abbruch der Förderung fossiler Brennstoffe innerhalb von acht Wochen. Andernfalls werde man in den Niederlanden offiziell Klage einreichen. „Die Gasförderung und Infrastruktur in der Provinz Cabo Delgado wird Leben und Lebensgrundlagen zerstören, und es wird zum Klimawandel beitragen, der den Planeten zerstört“, erklärte Anabela Lemos, Direktorin der mosambikanischen FOE-Mitgliedsorganisation Justiça Ambiental.
jungewelt.de

Nationale Trauer: Winnie Mandela in Staatsbegräbnis beigesetzt derstandard.at
Kabinett verlängert deutsch Einsätze in Mali und Somalia dw.com
Ägypten: Präsident Sisi verlängert Ausnahmezustand um weitere drei Monate deutschlandfunk.de

– BACKGROUND –

#NotTooYoungToRun: In Nigeria wirft die Präsidentschaftswahl im Februar 2019 ihre Schatten voraus. Letzten Montag gab der 75-Jährige Amtsinhaber Muhammadu Buhari seine erneute Kandidatur bekannt. Auch die anderen Kandidaten um das höchste Staatsamt befinden sich bereits im Herbst ihres Lebens. Erstaunlich, sind doch knapp 190 Millionen Einwohner Nigerias jünger als 30 Jahre alt. Doch es regt sich Widerstand, die Jungen planen den Aufstand. Mit der Initiative „I Support #NotTooYoungToRun“ unterstützen 50 nigerianische NGOs einen Gesetzentwurf, der das Mindestalter für Präsidentschaftskandidaten von 40 auf 35 und das für Parlamentskandidaten von 30 auf 25 Jahre senken soll. „In einem Land, in dem nicht alle in die Politik eingebunden werden, kann es zu Gewalt kommen. Mit dem Gesetz soll Demokratie gestärkt und etwas gegen Ungleichheit getan werden,“ begründet Simon Obi von der NGO „Greenlight Initiative“ sein Engagement.
taz.de

Mit Drohnen gegen Wilderer. Im Kampf um das Überleben bedrohter Tierarten kommt immer mehr auch High Tech zum Einsatz. So wird die Bewegung von Herden mit Satellitenbildern beobachtet, auch Drohnen werden immer öfter eingesetzt. Auf der European Week of Astronomy and Space Science in Liverpool wurde gerade eine neuartige Drohne vorgestellt, die mittels Infrarotkamera Tiere und Menschen aufgrund der Wärme aufspüren kann, die ihr Körper abgibt. Zur Unterscheidung bedient man sich dabei einer Technik aus der Astronomie: „Die Infrarotaufnahmen von Tieren und Menschen leuchten auf ähnliche Weise wie Sterne und Galaxien im Weltraum“, sagt die Astrophysikerin Claire Burke. Da jede Spezies ein einzigartiges Muster aus wärmeren und kälteren Regionen habe, sei eine Unterscheidung möglich.
sueddeutsche.de

– WORKSHOP –

Afropean Bridges in Venedig: Am 20. und 21. April findet in Venedig der Workshop „Afropean Bridges – Identity, Representation, Opportunities“ statt. Dabei sollen die Errungenschaften der Partnerschaft zwischen Afrika und der EU diskutiert, aber auch kulturelle und soziale Fragen der postkolonialen Geschichte zwischen den beiden Kontinenten angesprochen werden. Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit der Internationalen Dekade der Vereinten Nationen für Menschen afrikanischer Abstammung statt und wurde von der Ca’ Foscari University of Venice in Zusammenarbeit mit der NGO Progressi organisiert. Alle Informationen zu Programm und Teilnahme gibt es hier:
afropeanbridges.org

– ANGEZÄHLT –

Bis 2016 will die WHO fast eine Milliarde Menschen in Afrika gegen Gelbfieber impfen. Federführend sind das Uno-Kinderhilfswerks und mehr als 50 weiteren Organisationen.
luzernerzeitung.ch

– ZITAT –

„Der Jugend Afrikas Perspektiven zu geben ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Hier wächst eine Macht heran, mit der zu rechnen ist, im Guten wie im Schlechten. Ich sage bewusst „Macht“ – weil ich glaube, dass genau das die richtige strategische Kategorie ist, mit der wir auf diese globale Herausforderung blicken sollten; genauso, wie wir auch den Aufstieg Chinas oder die Digitalisierung als neue Machtfaktoren in der Weltpolitik begreifen.“
Der ehemalige Bundespräsident und aktuelle UN-Beauftragte für Westsahara fordert von den Europäern eine realistischere Wahrnehmung Afrikas.
handelsblatt.com

– ZULETZT –

Reiche Männer, armer Kontinent: Die reichsten Familien der Welt entdecken den ärmsten Kontinent der Welt. Sie betreiben riesige Reservate und luxuriöse Lodges. So was das „Tswalu“ im Besitz der Diamantendynastie Oppenheimer früher eines der größten Jagdgebiete in der Kalahari. Die meisten der exquisiten Lodges befinden sich in Südafrika. Doch selbst im Kongo gibt es Camps für die Reichen. „Serra Cafema“ ist das entlegenste Camp, an der Grenze zu Angola. Hier leben die Himba-Nomaden und liegen Krokodile am Fluss. Das beeindruckte Microsoft-Milliardär Paul Allen. Doch das Engagement hat durchaus positive Seiten. Millionen fließen in Umweltprojekte und Infrastruktur.
manager-magazin.de

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