KW 16: Africa CDC will eine Million Corona-Tests verteilen, Neuer Bezahlservice in Südafrika, 40 Jahre Unabhängigkeit Simbabwes

– NEWS –

Africa CDC will eine Million Corona-Tests verteilen: Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC, die zu der Afrikanischen Union gehört, plant, insgesamt eine Millionen Tests für das Coronavirus in afrikanischen Ländern zu verteilen. Die Tests werden von einem deutschen Unternehmen hergestellt. John Nkengasong, der Leiter des Africa CDC, rechnet mit einem Bedarf von bis zu 15 Millionen Tests in den nächsten Monaten.
aerzteblatt.de

Lesothos Premier lässt Panzer in der Hauptstadt auffahren: Thomas Thabane, der Premier von Lesotho, rief am Wochenende das Militär in die Hauptstadt Maseru. Augenzeugen berichteten von Panzerfahrzeugen auf den Straßen. Offenbar wurden hochrangige Vertreter der Polizei vom Militär festgenommen. Im Fernsehen sagte der Premier, er habe das Militär mit der “Wiederherstellung der Ordnung” beauftragt. Zuvor hatte Thabane versucht, den Polizeichef des Landes abzusetzen. Thabana war im Zuge der Ermittlungen um die Ermordung seiner Ex-Frau stark unter Druck geraten. Diese war im Juni 2017 erschossen worden.
dw.com

Neuer Bezahlservice in Südafrika: Eine App des englischen Start-ups Electroneum ermöglicht in einkommensschwachen Ländern dank der Kryptowährung ETN das Bezahlen kleiner Einkäufe, ohne dass dafür ein Bankkonto nötig ist. Käufer und Verkäufer können dank der Technologie bargeldlos per Smartphone und QR-Code bezahlen. In Südafrika bietet das Unternehmen einen besonderen Anreiz, um die Nutzung der App zu bewerben. Nach der Aktivierung des persönlichen Kontos werden darauf eine Woche lang geringe Beträge ausgezahlt. Nach Ablauf der Woche muss das Konto erneut aktiviert werden, damit weiterhin Geld ausgeschüttet wird. So werden in Südafrika und weiteren Ländern jeweils bis zu drei US-Dollar pro Monat ausgezahlt.
heise.de

Mehr Polizeigewalt in Nigeria: Die Menschenrechtskommission von Nigeria warnt im Zuge der Corona-Krise vor der steigenden Polizeigewalt im Land. Sicherheitskräfte hätten “bei der Durchsetzung der Bestimmungen außergerichtlich 18 Menschen exekutiert”. Die Zahl der durch Polizeigewalt gestorbenen Menschen liegt damit höher als die Zahl der Toten durch das Coronavirus. In Lagos kam es im Zuge der Ausgangssperren offenbar zu Plünderungen und Überfällen. Die nigerianischen Behörden entsandten Sondereinheiten der Polizei.
n-tv.de

Zweiter Wahlgang in Mali: Bei den Parlamentswahlen in Mali konnten im ersten Wahlgang nur in 17 der insgesamt 147 Wahlkreise Kandidaten mit einer Mehrheit gewählt werden. Nun wurde der zweite Wahlgang durchgeführt. Im Gegensatz zur Wahl vom 29. März kam es dieses Mal nicht zu Ausschreitungen und Gewalt. Oppositionsführer Soumaïla Cissé, der vor der Wahl entführt wurde, kam bislang jedoch nicht frei.
dw.com

Bundesregierung will Ausbildungszentrum in Mali finanzieren: Um die Ausbildung malischer Streitkräfte (EUTM) zu verbessern, plant die Bundesregierung offenbar ein neues Ausbildungszentrum in Sévaré nahe Mopti in Zentral-Mali zu finanzieren. Im Zuge des EUTM-Programms wurden laut dem Auswärtigen Amt bislang 14.000 malische Soldaten ausgebildet. Die Bundesregierung sieht bei der Effizienz des Programms jedoch offenbar noch deutlichen Nachholbedarf. Vertrauliche Regierungspapiere bemängeln, die Streitkräfte seien “aufgrund des inneren Gefüges, ausgebliebener struktureller Reformen und unzureichender Fähigkeiten – insbesondere Ausrüstung – nicht in der Lage, die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen.”
welt.de

Stabschef des Präsidenten: Mächtiger nigerianischer Politiker stirbt an Covid-19 t-online.de
Staatskrise im Kongo: Feldzug gegen das Korruptionsvirus taz.de
Afrika könnte nächstes Corona-Epizentrum werden spiegel.de
Corona-Hilfsgelder in Afrika: #FollowCOVID19Money taz.de

– BACKGROUND –

Arme Menschen besonders von Maßnahmen gegen Corona betroffen: Zwar reagierten viele Staaten Afrikas schnell und effektiv auf die Corona-Pandemie, Maßnahmen wie Ausgangssperren und die Art der Durchsetzung dieser treffen jedoch besonders häufig die ärmsten Menschen Afrikas. So bahnt sich wegen der Ausgangssperren in Teilen Kenias eine Hungersnot an. Jakkie Cilliers vom Institut für Sicherheitsstudien in Pretoria sagte, ein Lockdown bedeute für viele Menschen, “sich zwischen Krankheit und Verhungern entscheiden zu müssen.” Auch der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed wies auf die besonderen Umstände in Afrika hin: “Wir können keine Ausgangsbeschränkungen wie weiter entwickelte Länder verhängen, weil viele Bürger überhaupt kein Zuhause haben.” Um die Ausgangssperren durchzusetzen, greifen afrikanische Polizeikräfte immer häufiger zu drastischen und oft gewalttätigen Maßnahmen. Jakkie Cilliers geht davon aus, dass wir “weiterhin Exzesse und große Brutalität erleben” werden.
n-tv.de

40 Jahre Unabhängigkeit Simbabwes: Simbabwe feiert 40 Jahre Unabhängigkeit. Die Feierlichkeiten, die in der zweitgrößten Stadt Bulawayo stattfinden sollten, mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Heute leidet das Land unter vielen Problemen, die durch die jahrzehntelange Herrschaft Robert Mugabes, der 2017 vom Militär entmachtet wurde, hervorgerufen wurden. Auch dessen Nachfolger Emmerson Mnangagwa, der wie Mugabe der Partei Zanu-PF angehört, konnte die wirtschaftlichen Probleme bisher nicht beheben. Die Repressionen gegen Kritiker der Regierung wurden fortgesetzt. Auch machen dem Land weiterhin die wirtschaftlichen Sanktionen westlicher Länder zu schaffen, die in den 2000er Jahren im Zuge der Landreformen Simbabwes verhängt wurden. Nelson Chamisa, der Vorsitzende der Oppositionspartei MDC, sagte bezüglich des Jahrestags Simbabwes, es handele sich um einen “Traum, der von den Schmerzen der Tyrannei, Gewalt, Korruption und geraubten Wahlen zerstört wurde”.
dw.com

Zwei Jahrzehnte Herrschaft von Kagame in Ruanda: Paul Kagame regiert Ruanda seit 20 Jahren als Präsident. Trotz seines autoritären Herrschaftsstils ist Kagame bei vielen seiner Bürger nicht unbeliebt. In seiner Amtszeit brachte es das Land zu relativem Wohlstand – eine unwahrscheinliche Erfolgsgeschichte nach dem Bürgerkrieg und Völkermord im Jahr 1994. Der Dissident David Himbara, der vor einigen Jahren noch der “Oberste Privatsekretär” Kagames war, bezeichnet den Präsidenten jedoch als aggressiv, unbeherrscht und gewalttätig. Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft dem Diktator Morde, politische Verhaftungen und ungesetzliche Festnahmen vor. Der Autor Jean-Paul Kimonyo, der Paul Kagame derzeit berät, bezeichnet ihn hingegen als “Lichtgestalt für Ruanda, Afrika und die ganze Welt.” In seiner Regierungszeit habe er gelernt, verschiedene Rollen einzunehmen: “Erst hat er sich als Militär durchgesetzt, dann wandelte er sich zum Staatsmann und Reformer, und schließlich errang er auch internationales Ansehen.”
dw.com

– ANGEZÄHLT –

200.000 Hektar Ackerland zerstörten Heuschreckenschwärme allein in Äthiopien.
deutschlandfunk.de

– ZITAT –

Die Pandemie hat bereits jetzt verheerende Auswirkungen auf Afrika, die sich mit zunehmenden Infektionsraten noch vertiefen werden. Es ist ein Rückschlag für den Fortschritt, den wir bei der Beseitigung von Armut, Ungleichheit und Unterentwicklung gemacht haben.
Südafrikas Präsident und Chef der Afrikanischen Union Cyril Ramaphosa über die Folgen des Coronavirus für den afrikanischen Kontinent.
n-tv.de

– ZULETZT –

China will Diskriminierung von Afrikanern unterbinden: In der chinesischen Stadt Guangzhou, in der besonders viele Menschen afrikanischer Herkunft leben, kam es wiederholt zu Fällen von Diskriminierung im Zuge der Corona-Krise. Die Afrikanische Union äußerte sich besorgt über die Diskriminierung von Afrikanern in Guangzhou. Zhao Lijian, der Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte nun, man nähme die Sorgen der afrikanischen Länder ernst und versprach Maßnahmen gegen die Diskriminierung zu ergreifen.
faz.net

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