KW 15: Oppositioneller Bio gewinnt Wahlen in Sierra Leone, Zuma-Prozess auf Anfang Juni vertagt, Winnieh Mandela verstorben

– NEWS –

Oppositioneller Bio gewinnt Wahlen in Sierra Leone: In Sierra Leone hat der Kandidat der Opposition, Julius Maada Bio, die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Nach Angaben der Wahlkommission verfielen auf Bio 51,8 Prozent der Stimmen. Samura Kamara, der Kandidat der bisherigen Regierungspartei erhielt 48,2 Prozent. Das Ergebnis der Wahl vom 05. April ließ ungewöhnlich lange auf sich warten, da es Streit um die Methode der Auszählung gab. Kamara-Anhänger hatten bereits vor der Bekanntgabe des Ergebnisses demonstriert und den Vorwurf einer „ausländischen Einmischung“ erhoben. Die Wahlen gelten als Test für die demokratische Konsolidierung Sierra Leones nach einem verheerenden Bürgerkrieg von 1991 bis 2002 bei dem 120.000 Menschen ums Leben gekommen sind.
derstandard.at, taz.de

Zuma-Prozess auf Anfang Juni vertagt: Der Korruptionsprozess gegen Südafrikas ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma ist am Freitag nach einer kurzen Anhörung auf den 08. Juni vertagt worden. Zuma muss sich in dem Verfahren gegen den Vorwurf verteidigen, im Rahmen eines 1999 geschlossenen Rüstungsdeals mit dem französischen Konzern Thales 280.000 Euro Schmiergeld erhalten zu haben. In 16 Anklagepunkten geht es unter anderem um Korruption, Geldwäsche und Betrug. Zumas Anwälte wollen den Prozess juristisch verhindern. Zur Anhörung erschien Zuma betont gelassen mit Lächeln und Daumen nach oben.
derstandard.at, taz.de

Winnieh Mandela verstorben: Winnifred Madikizela-Mandela, Exfrau von Südafrikas Nationalhelden Neslon Mandela, ist am Ostermontag überraschend in ihrer Villa in Soweto im Alter von 81 Jahren verstorben. Sie sei im Kreise ihrer Familie nach langer Krankheit friedlich eingeschlafen. Winnie Mandela galt in den 80ern neben ihrem Mann und dem Erzbischof Desmond Tutu als wichtigste Persönlichkeit im Antiapartheidkampf. Mehrmals wurde sie inhaftiert und in Verbannung geschickt. Doch war Winnie Mandela auch immer wieder mit Gewaltverbrechen und Korruption in Verbindung gebracht worden. Eine sechsjährige Haftstrafe wegen Entführung wurde in eine Geldstrafe umgewandelt. Nach der Scheidung von Nelson Mandela 1996 geriet Winnie Mandela zunehmend ins Abseits.
derstandard.at, taz.de

Netanjahu will Umsiedlung afrikanischer Einwanderer überdenken: Kurz nach der Verkündung einer Vereinbarung zur Umsiedlung afrikanischer Einwanderer aus Israel in Länder wie Deutschland hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu die Übereinkunft ausgesetzt. Er wolle die Bedingungen der Vereinbarung mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR überdenken, teilte Netanjahu am Montagabend mit. Dabei wolle er die Kritik an der Übereinkunft berücksichtigen. Netanjahu hatte zuvor einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik seines Landes verkündet. Demnach sollten im Rahmen eines Abkommens mit dem UNHCR 16.000 Migranten aus Afrika nicht wie geplant in afrikanische Drittstaaten zurückgeschickt, sondern in den kommenden fünf Jahren in westliche Länder umgesiedelt werden.
tagesspiegel.de, faz.net

Äthiopiens neuer Premier räumt auf: Der neue äthiopische Premierminister Abiy Ahmed hat bereits eine Woche nach Amtsantritt das Land auf einen neuen Kurs gebracht. So wurde nach fünf Monaten das mobile Internet wieder freigeschaltet und das berüchtigte Gefängnis Maekelawi geschlossen, das von Menschenrechtsgruppen als Folterkammer bezeichnet wird. Elf Politiker und Journalisten, die erst vor Kurzem verhaftet worden waren, kamen wieder frei. Symbolisch wichtig auch der Besuch in einer Region, in der seit September eine Million Menschen durch ethnische Kämpfe zwischen den Volksgruppen der Oromo und Somali in die Flucht getrieben worden sind. Auch der bekannte Journalist Eskinder Nega, der den Großteil der letzten dreizehn Jahre in Haft verbracht hatte, ist wieder auf freiem Fuß. Nach Meinung vieler Aktivisten ist es aber für Optimismus noch zu früh. Noch immer sitzen Tausende Regimekritiker in den Gefängnissen. Im Parlament gibt es faktisch keine Opposition.
taz.de

Uno-Sicherheitsrat: Friedensmission im Kongo verlängert deutschlandfunk.de
Nigeria: 18 Menschen bei Terrorangriff in Maiduguri getötet taz.de
Beim Next Einstein Forum in Kigali trafen sich so viele afrikanische Wissenschaftler wie noch nie zeit.de

– BACKGROUND –

Kampagne fordert mehr Geld für die Kakaobauern: Kakaobohnen sind für die westafrikanischen Bauern kein lukratives Geschäft. Der Rohstoff für unsere Schokolade wird auf kleinen Flächen in mühevoller Handarbeit angebaut. Von einem Euro für eine Tafel Schokolade kommen gerade einmal sechs Cent bei den Bauern an. Auf den Kakaoplantagen Westafrikas gehören nach wie vor Hunger, Armut und Kinderarbeit zum Alltag. Die Kampagne Make Chocolate Fair! will das ändern und fordert Industrie und Politik zum Handeln auf.
inkota.de, makechocolatefair.org

Afrofuturismus in Dortmund: In Dortmund bringt der Hartware MedienKunstVerein mit der Ausstellung „Afro-Tech And the Future of Re-Invention“ Sklavengeschichte und Popkultur in einen spannenden Dialog. 32 Künstlerinnen mit afrikanischem Wurzeln, darunter das Duo Drexicya, der schillernde Jazzmusiker Sun Ra und die Videokünstlerin Tabita Rezaire verarbeiten darin Krieg, Müll, Armut und Ungleichheit. Doch ihre Protagonisten sind Helden. Afrofuturismus kehrt Erfahrungen der Diaspora und Trübnisse der Gegenwart in spekulative Zukunft. Dabei ist die Verknüpfung von Wunsch und Realität, Vision und Trash ein stetes Stilmittel der Ausstellung. Die Kuratorinnen Inke Arns und Fabian Saavedra-Lara versuchen, die unscharfen Konturen einer kulturellen Ästhetik abzuarbeiten, die von der afroamerikanischen Literatur und Popmusik der Siebziger zur Kunst der Gegenwart in Afrika und von einer Subkultur bis zur Massenkultur reicht.
taz.de

– WORKSHOP –

Afropean Bridges in Venedig: Am 20. und 21. April findet in Venedig der Workshop „Afropean Bridges – Identity, Representation, Opportunities“ statt. Dabei sollen die Errungenschaften der Partnerschaft zwischen Afrika und der EU diskutiert, aber auch kulturelle und soziale Fragen der postkolonialen Geschichte zwischen den beiden Kontinenten angesprochen werden. Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit der Internationalen Dekade der Vereinten Nationen für Menschen afrikanischer Abstammung statt und wurde von der Ca’ Foscari University of Venice in Zusammenarbeit mit der NGO Progressi organisiert. Alle Informationen zu Programm und Teilnahme gibt es hier:
afropeanbridges.org

– ANGEZÄHLT –

Um 3,6 Prozent dürfte nach Schätzung des IWF die Region Naher Osten / Afrika 2018 wachsen. Damit werden die Erwartungen übertroffen. 2017 belief sich das Wachstum auf nur 2,7 Prozent.
resource-capital.ch

– ZITAT –

„The day we’ll say, ‘I am a Mauritanian citizen’ … That is my dream. I’m also dreaming for a Mauritania that will be just and in which we will all be equal, without a first- or second-class [of citizens].“
Mohamed Ali Ould Bilal, Aktivist und Direktor des Teranim Centre for the Arts, setzt sich in Mauretanien für die Gleichbehandlung der Haratin ein, der Nachkommen der Sklaven in der östlichen Sahara. Noch immer leben etwa 43.000 Menschen in Mauretanien in Sklaverei.
middleeasteeye.net, amnesty.de

– ZULETZT –

Ein neuer Kontinent entsteht: Immer wieder kommt es in Ostafrika zu meterbreiten Rissen im Boden. Denn der Kontinent steht hier unter Spannung. Der afrikanische Kontinent reißt auseinander, da die Ozeanischen Platten im Osten Afrikas unter den Kontinent abtauchen. Der sogenannte Große Afrikanische Grabenbruch zieht sich von Syrien bis nach Mosambik, ist rund 6000 Kilometer lang und zwischen 30 und 100 Kilometer breit. Zur Spaltung wird es kommen, allerdings wird es noch etwas dauern und erst in 50 Millionen Jahren soweit sein. Die Hälfte Äthiopiens, Somalia, Kenia und Tansania werden dann vom heutigen Kontinent abgespalten sein – und einen neuen bilden.
welt.de

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