KW 15: Kein klares Ergebnis nach Wahl in Mali, EU-Staaten beteiligen sich an Irini-Mission, Türkei und USA fordern Waffenruhe für Syrien und Libyen

– NEWS –

Kein klares Ergebnis nach Wahl in Mali: Bei der Parlamentswahl in Mali gab es nach dem ersten Wahlgang kein klares Ergebnis. Für die 147 Mandate wird eine absolute Mehrheit benötigt. Nur 17 Kandidaten konnten jedoch in ihrem Wahlbezirk im ersten Durchgang ausreichend viele Stimmen erhalten. An vielen Orten geht die Wahl daher in die zweite Runde. Die Wahlbeteiligung lag Regierungsangaben zufolge nur bei 36 Prozent. Grund dafür ist die schlechte Sicherheitslage. Oppositionsführer Soumaïla Cissé, der kurz vor der Wahl entführt wurde, ist weiterhin in Gefangenschaft.
dw.com

EU-Staaten beteiligen sich an Irini-Mission: Mehrere EU-Staaten wollen sich mit Schiffen und Flugzeugen an der neuen Marinemission “Irini” beteiligen. Frankreich, Italien und Griechenland steuern Kriegsschiffe bei, um das Waffenembargo gegen Libyen durchzusetzen. Von Italien, Griechenland, Polen, Luxemburg und Deutschland sollen außerdem Flugzeuge und Drohnen kommen. Deutschland bietet ein vom Typ P-3C Orion an Seefernaufklärungsflugzeug vom Typ P-3C Orion an, das von rund 80 Soldaten betrieben wird. In Libyen kommt es trotz der vereinbarten Waffenruhe weiter zu schweren Gefechten zwischen General Chalifa Haftar und der international anerkannten Regierung Libyens.
faz.net

Virtuelle Safari in Südafrika: Der in Kenia geborene Joss Kent ist Anbieter für Luxusreisen in Afrika. Wegen des Coronavirus musste er diese einstellen. Daher hat er einen digitalen Service gestartet, mit dem Interessierte mittels Livestream zweimal täglich Fahrten durch das andBeyond Ngala Game Reserve in Südafrika unternehmen können. Dazu bekommen Nutzer über den Tagesablauf der Ranger und Besonderheiten der jeweiligen Fahrt. Insgesamt 2038 Menschen arbeiten für andBeyond. Das Unternehmen arbeitet dabei eng mit lokalen Betrieben zusammen. Von der Hälfte der Einnahmen andBeyonds werden Kleinunternehmen unterstützt.
handelsblatt.com

Afrikanische Wirtschaftshilfen im Zuge von Corona: Auf dem afrikanischen Kontinent arbeiten Länder und Organisationen derzeit an Hilfen für die vom Coronavirus betroffene Wirtschaft. Afrikas Wirtschaft fußt auf Kleinunternehmen, die 95 Prozent der Firmen ausmachen. Diese sind jedoch besonders von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Südafrika hat deshalb einen Fonds für Spenden eingerichtet, an dem sich neben der Regierung auch die reichsten Südafrikaner beteiligen wollen. Außerdem soll es Schuldenerlasse für kleine Unternehmen geben. Nigeria bietet Hilfskredite in Höhe von 125 Millionen Euro für von der Pandemie betroffene Unternehmen. Die Afrikanische Entwicklungsbank hat einen “Social Bond” in Höhe von drei Milliarden Euro eingerichtet. Der Internationale Währungsfonds will Entwicklungs- und Schwellenländer mit 46 Milliarden Euro unterstützen.
dw.com

Türkei und USA fordern Waffenruhe für Syrien und Libyen: US-Präsident Donald Trump und der türkische Präsident Erdoğan forderten nach einem gemeinsamen Telefonat eine Waffenruhe für Libyen und Syrien wegen der Corona-Pandemie. Man habe über Maßnahmen beraten, “um das Virus zu besiegen und die Weltwirtschaft zu stützen”, so das Weiße Haus in Washington. Auch die UN hatte zur Waffenruhe gemahnt. Syriens Gesundheitssystem ist wegen des andauernden Kriegs stark geschwächt. Nur noch 64 Prozent der Krankenhäuser des Landes sind laut der WHO in Betrieb.
faz.net

“Wir sind keine Versuchskaninchen” sueddeutsche.de
Naturkatastrophen: Afrika ist noch immer unterversichert dw.com
Corona-Krise im Tourismus: Angst in Afrika sueddeutsche.de
Italien: Illegal beschäftigte Erntearbeiter aus Afrika in Coronakrise allein gelassen topagrar.com

– BACKGROUND –

Afrikanische Staaten verhängen Einreisesperren: Viele afrikanische Länder haben Einreisesperren für Besucher aus Europa und den USA verhängt, darunter Ghana, Kenia, Südafrika und Uganda. Die Maßnahmen wurden verhängt, da das Coronavirus vor allem von Menschen aus westlichen Ländern nach Afrika getragen wurde. Die Stimmung gegenüber Ausländern scheint sich in einigen Staaten zu verschlechtern. In Ghana berichten Besucher, man habe ihnen “Corona go home” nachgerufen.
spiegel.de

Protestbewegung Hirak in Algerien: Momentan pausiert die algerische Protestbewegung gegen Hirak zumindest auf den Straßen wegen des Coronavirus. Der Bewegung war es 2019 bereits gelungen, Abd al-Aziz Bouteflika, der das Land 20 Jahre lang als Präsident regierte, zum Rücktritt zu bewegen. Doch auch mit dem neugewählten Präsidenten Abdelmajid Tebboune sind viele Algerier unzufrieden. Immer noch sitzen über 100 Demonstranten im Gefängnis. Wegen der sinkenden Ölpreise leidet die Wirtschaft und die politischen Verhältnisse sind nach Bouteflika noch nicht vollständig geordnet.
deutschlandfunk.de

Heuschreckenplage und Coronavirus treffen Ostafrika: Die Heuschreckenplage in Ostafrika wächst wie von Experten befürchtet. Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO warnt, dass derzeit eine zweit Generation Heuschrecken heranwächst, die die Ernährungssicherheit von rund 20 Millionen Menschen gefährden könnte. Dabei wachsen gerade jetzt die Nutzpflanzen auf den Feldern Afrikas. Kelvin Shingles, Welthungerhilfe-Landesdirektor, fürchtet Ernteausfälle: “Wenn keine geeigneten Kontrollmaßnahmen getroffen werden, wirkt sich der Heuschreckenbefall verheerend auf die Ernten, die Viehwirtschaft und natürlich auf die Versorgung der betroffenen Menschen mit Nahrungsmitteln aus.” Zu den verheerenden Auswirkungen der Heuschreckenplage kommt derzeit noch das Coronavirus, was den Unterstützungsbedarf betroffener Länder enorm steigert.
tagesspiegel.de

– ANGEZÄHLT –

 1,5 Millionen Test für das Coronavirus hat der chinesische Internetunternehmer Jack Ma in Afrika gestiftet. Viele weitere Organisationen unterstützen afrikanische Länder bei der Bewältigung der Krise.
deutschlandfunk.de

– ZITAT –

“Ich habe große Sorgen, dass es in fragilen Staaten zum Ausbruch von Unruhen kommt, auch zu Bürgerkriegen.”
Entwicklungsminister Gerd Müller über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf afrikanische Staaten.
zdf.de

– ZULETZT –

60 Jahre unabhängiger Senegal: Der Senegal feiert 60 Jahr Unabhängigkeit von Frankreich. Das Land gilt heute trotz der sozialen Ungerechtigkeit stabil und als demokratisches Vorbild für Nachbarstaaten. Wegen der Corona-Krise wurden alle Feierlichkeiten des Landes abgesagt.
dw.com

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