KW 13: Umbrüche im Sudan und Südsudan, Streit um Staudamm zwischen Äthiopien und Ägypten, Ostafrika kämpft gegen Heuschreckenplage

– NEWS –

Umbrüche im Sudan und Südsudan: Im Sudan sowie im Südsudan finden tiefgreifende Umbrüche und Machtverschiebungen statt. Nachdem der Machthaber Omar al-Baschir nach 30 Jahren gestürzt wurde und die Zivilgesellschaft sich zunehmend besser organisiert, haben insbesondere junge Menschen Hoffnung auf einen demokratischen Übergang des Staates. Durch eine Stabilisierung des Sudans soll auch der panafrikanische Zusammenhalt gestärkt werden. Allerdings gibt es auch konträre Kräfte: Saudi-Arabien rekrutiert junge Sudanesen als Soldaten im Krieg gegen den Jemen. Im Südsudan ist die Tendenz noch immer chaotisch. Obwohl das Ende des Al-Bashir-Regimes begrüßt wurde, schafft es das Land nicht, Frieden und die Grundversorgung im Land zu sichern.
deutschlandfunkkultur.de

Streit um Staudamm zwischen Äthiopien und Ägypten: Weil Äthiopien den größten Stausee Afrikas am Nil füllen möchte, um für seine 100 Millionen Einwohner Elektrizität herzustellen, ist ein Streit zwischen dem ostafrikanischen Land und Ägypten ausgebrochen. Die Ägypter, die nilabwärts liegen, befürchten, dass durch das Füllen des Stausees nicht mehr nur Wasser bei ihnen ankommen würde. Der Sudan möchte zwischen beiden Parteien vermitteln und drängt darauf eine Einigung zu erzielen. Auch die USA haben im Streitfall eine klare Forderung: der Stausee solle nicht gefüllt werden, bis keine Lösung erzielt wird.
deutschlandfunknova.de

Sorge in Südafrika vor dem Coronavirus steigt: Das Gesundheitssystem in Südafrika ist bereits jetzt stark ausgelastet – im Land gibt es jährlich 6000 Tuberkulosefälle, auch die Anzahl der HIV-positiven Menschen ist im Land unter den höchsten der Welt. Diese beiden Faktoren erhöhen das Risiko am Coronavirus zu sterben. Ein weiterer Faktor, der gerade in den Townships zum Problem werden könnte, ist die Dichte der Siedlungen. Familien wohnen in den Siedlungen eng zusammengepfercht mit mehreren Generationen beieinander. Der Zugang zu sanitären Einrichtungen ist erschwert. Die Südafrikaner fordern mehr Initiativen von der Regierung, um sich auf die Ausbreitung des Coronavirus vorzubereiten. Gegenwärtig sind Einreisesperren verhängt, um Infektionsketten aus dem Ausland nicht einzuführen.
spiegel.de

Ostafrika kämpft weiterhin gegen Heuschreckenplage: In Ländern wie Kenia, Sudan, Äthiopien und Eritrea besteht weiterhin eine große Gefahr für die Landwirtschaft. Grund dafür ist die seit Wochen anhaltende Heuschreckenplage. Gegenwärtig reift die zweite, zum Teil dritte Generation der Heuschrecken heran. Da es allerdings ein den vergangenen Wochen kaum geregnet hat, sind die Bedingungen für die Fortpflanzung der Insekten wieder erschwert. Die Ostafrikaner erhalten Unterstützung von westafrikanischen Experten, um Personal zu schulen und Strategien gegen die Plage zu entwickeln. Kritisch ist der bisherige Einsatz von chemischen Mitteln – diese töten die Heuschrecken zwar innerhalb weniger Stunden, jedoch sterben auch Honigbienen und die Belastung für die Umwelt steigt.
deutschlandfunk.de

Afrikanische Einkaufsplattform für Diaspora in Saarbrücken gegründet: 2011 kam Lydie Idel Fonkwe als Studentin nach Deutschland und stellte fest, dass es sehr kostspielig sei, ihre Familie in Kamerun finanziell zu unterstützen. Die Geldüberweisungen seien mit hohen Gebühren verbunden. Sie startete als Alternative die Onlineplattform “Familov”, bei der Menschen aus der Diaspora heraus Produkte in Supermärkten online erwerben können, die dann vor Ort von ihren Verwandten abgeholt werden. Nach eigenen Angaben nutzen bereits 8.000 Menschen diese Möglichkeit um ihre Angehörigen zu unterstützen.
sol.de

Großbrand in Lagos rnd.de
Außenseiter im Portfolio dasinvestment.com
Made in Senegal: Ein neuer Coronavirus-Test soll nach zehn Minuten ein Ergebnis bringen nzz.ch
Jack Ma Foundation spendet Masken und Testkits an Afrika german.china.org.cn

– BACKGROUND –

Dürre in Südafrika bedroht Gesundheit: Trockenheit, marode Rohre und Ressourcenverschwendung führen dazu, dass gerade arme Südafrikaner keinen Zugang zu fließendem Wasser haben. In den Townships kommt braunes, verdrecktes Wasser aus dem Wasserhahn, Trinkwasser muss gekauft werden. Dieser Umstand könnte vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie gefährlich werden. Zwar gibt es in Südafrika bisher verhältnismäßig wenige Fälle, jedoch können die Bürger im Land der Aufforderung regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen, um die Infektionsrate einzudämmen, wenn sie keinen Zugang zu fließendem Wasser haben. Um diesen Umstand zu ändern, müsste das Versorgungsnetz modernisiert werden, jedoch seien auch Verhaltensänderungen der Bevölkerung notwendig – trotz der Dürre nutzen Südafrikaner pro Kopf 60 Liter mehr Wasser als der Weltdurchschhnitt.
domradio.de

Wie Afrika sich aus der Ebola-Erfahrung auf das Coronavirus vorbereitet: Der afrikanische Kontinent ist im Vergleich zu Europa und Asien bisher nicht so stark vom Coronavirus betroffen, allerdings sind viele Staaten alarmiert. Sie reagieren mit Maßnahmen, die sie aus den Erfahrungen der Ebola-Epidemie 2014 ableiteten. Die Regierung Ghanas stellt 100 Millionen Dollar für Gegenmaßnahmen zur Verfügung, In Kenia, Ruanda und Senegal wurden öffentliche Veranstaltungen abgesagt, Gabun hat nach der ersten Coronadiagnose die Schulen geschlossen, im westafrikanischen Liberia weiß man um die Wichtigkeit des Faktors Zeit. Auch in den nordafrikanischen Ländern gibt es Schließungen von Orten des öffentlichen Lebens, jedoch reagieren die Behörden dort noch langsamer – dabei sind diese Staaten mit stärkerer gefährdet, da ihre Bevölkerung älter ist als in den meisten Staaten von Subsahara-Afrika.
n-tv.de

Warum die Armutsquoten in afrikanischen Staaten trotz Wirtschaftswachstum steigen: Wer die wirtschaftlichen Fortschritte in Afrika begreifen will, muss mehrere Aspekte beachten: auf der einen Seite ist das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahrzehnt überdurchschnittlich stark gewachsen und der Anteil der Menschen in extremer Armut (weniger als zwei Dollar pro Tag zum Leben) ist zwischen 1990 und 2015 von 54 auf 41 Prozent gesunken. Gleichzeitig gibt es jedoch durch das Bevölkerungswachstum in absoluten Zahlen mehr Menschen, die von Armut betroffen sind. Laut Afrobarometer ist die gelebte Armut in vielen Ländern wieder gestiegen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Demokratisierung in Staate wie Benin oder Tansania ins Stocken geraten sei – die Bedürfnisse der Bürger würden dadurch weniger Gehör finden. Das Coronavirus birgt weitere Gefahren: für die ölreichen Staaten brechen Umsätze durch die geringere Nachfrage an Erdöl ein.
dw.com

Medizinische Fakenews verbreiten sich rasant in Afrika: Im Zuge des Coronavirus gibt es eine Reihe von gesundheitsgefährdender Desinformation, die über soziale Netzwerke und Messenger verbreitet wird. Unter anderem wird verbreitet, dass das Coronavirus ab 27 Grad zerfällt – die Leute sollen regelmäßig warmes Wasser trinken, heißt es in Kettennachrichten. Auch Nachrichten über vermeintliche Beweise, dass schwarze Haut zur Immunität führen würde, werden rasant verschickt. Dabei handelt es sich um eine gefährliche Botschaft, da Menschen erst gar nicht beginnen können, Schutzmaßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen umzusetzen, weil sie fälschlicherweise glauben, das Melanin würde sie vor dem Virus schützen.
spiegel.de

– ANGEZÄHLT –

Die “African Youth Study” zeichnet ein optimistisches Bild junger Afrikaner. 75 Prozent der jungen Afrikaner glaubt, dass sie mit ihrer Arbeit die Gemeinschaft verändern können.
sueddeutsche.de

– ZITAT –

“Der beste Ratschlag an Afrika ist, sich auf das Schlimmste vorzubereiten, und heute damit anzufangen.”
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, warnt afrikanische Staaten vor dem Coronavirus.
merkur.de

– ZULETZT –

Nashornpopulation: Kampf gegen Wilderei mit Teilerfolg: Im Kampf gegen die Wilderei in afrikanischen Staaten kann ein bemerkenswerter Erfolg verbucht werden: die Zahl der in Freiheit lebenden Afrikanischen Spitzmaulnashörner ist seit 2012 von 4845 auf 5630 gestiegen. Ein Wermutstropfen ist, dass die Anzahl der Breimaulnashörner um 15 Prozent auf 18.000 Tiere zurückging.
n-tv.de

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