KW 13: Ägypten-Wahlkampf wird vom Terror bestimmt, Afrikanische Union unterzeichnet Freihandelsabkommen, Industrie vs. kleinbäuerliche Landwirtschaft in Mosambik

– NEWS –

Ägypten-Wahlkampf wird vom Terror bestimmt: Der Wahlkampf wird in Ägypten vom Terror überschattet. Zwei Tage vor dem Urnengang explodierte am Sonntag eine Bombe in Alexandria. Zwei Polizisten kamen dabei um Leben, fünf weitere wurden verletzt. Ziel war die Kolonne eines lokalen Sicherheitschefs. Vor Ort kam es in der Folge zu spontanen Demonstrationen unter dem Motto „Nein zu Terror!“. Präsident Abdelfattah al-Sisi selbst hatte in den vergangenen Tagen den Kampf gegen den Terror ins Zentrum seines Wahlkampfes gestellt. Ein Sieg al-Sisis gilt mangels ernsthaftem Gegenkandidaten als sicher. Die Glaubwürdigkeit seiner Präsidentschaft wird aber an der Höhe der Wahlbeteiligung gemessen werden.
derstandard.at

Afrikanische Union unterzeichnet Freihandelsabkommen: Vertreter von 44 afrikanischen Staaten, darunter zahlreiche Staats- und Regierungschefs, haben letzten Mittwoch auf einem Sondergipfel der Afrikanischen Union in Ruandas Hauptstadt Kigali ein gemeinsames Freihandelsabkommen unterzeichnet. In einem flankierenden Protokoll wird darin auch die Personenfreizügigkeit vereinbart. Das CFTA, wie das Abkommen abgekürzt heißt, ist das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen, die bestehenden afrikanischen Handelsblöcke zu vereinen. Das Abkommen liberalisiert Dienstleistungen ganz und den Warenhandel zu 90 Prozent. „Freihandel und Freizügigkeit versprechen allen Afrikanern Wohlstand, da wir Güter mit Mehrwert und Dienstleistungen ‚Made in Africa‘ priorisieren. Zugleich werden wir unsere wachsende Stärke und Einheit einsetzen können, um Afrikas berechtigte Interessen auf der internationalen Bühne zu wahren“, sagte Ruandas Präsident Paul Kagame zur Gipfeleröffnung.
taz.de

Zerstörung der Wälder: Afrika verlor laut dem neusten WWF-Bericht zur weltweiten Zerstörung der Wälder seit 1990 zwölf Prozent seiner Waldfläche, das entspricht etwa 860.000 Quadratkilometern. Besonders betroffen ist dabei Nigeria, wo 60 Prozent des Waldes abgeholzt wurde. Weltweit sind nach Angaben des WWF seit 1990 fast 2,4 Quadratkilometer Wald zerstört worden. Der Hauptgrund für die globalen Waldverluste ist die industrielle Landwirtschaft. Vor allem die Viehhaltung und der Anbau von Soja und Palmöl in riesigen Monokulturen verschlängen immer größere Flächen.
neues-deutschland.de

Deutschland verlängert Sudan-Einsatz: Der Deutsche Bundestag hat mit breiter Mehrheit die weitere Beteiligung der Bundeswehr an zwei UN-Friedensmissionen im Sudan und Südsudan beschlossen. Das Mandat läuft jetzt bis März 2019 und sieht eine Höchstgrenze von 50 Soldaten vor. Die Mission UNMISS soll im Südsudan die Zivilbevölkerung schützen und Hilfslieferungen sichern. Bei UNAMID wird der Waffenstillstand zwischen Regierung und Rebellen in der westsudanesischen Krisenprovinz Darfur überwacht.
derstandard.at

Sarkozys fragwürdige Libyen-Kontakte: Nach zweitägigen Befragungen zu möglichen Wahlkampfspenden aus Libyen hat die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy eröffnet. Ihm werde passive Korruption, unerlaubte Wahlkampffinanzierung und Hehlerei bei der Hinterziehung öffentlicher Gelder Libyens vorgeworfen, bestätigte eine mit der Sache vertraute Person am Mittwochabend. Er sei nun unter Justizkontrolle, hieß es weiter. Sarkozy wehrte sich und warf der Justiz Verleumdung und einen Mangel an Beweisen vor. Seit 2011 werde ihm durch diese Verleumdung das Leben zur Hölle gemacht, heißt es in einer Erklärung Sarkozys, welche die Zeitung „Le Figaro“ am Donnerstag auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Es gebe keine greifbaren Beweise, welche die Vorwürfe stützten.
tagesspiegel.de, spiegel.de, de.euronews.com

Crans Montana-Forum diskutiert Afrikas Zukunft de.euronews.com
20 Boko-Haram-Kämpfer im Tschad getötet derstandard.at
Google kümmert sich mit seinem Accelerator Launchpad um Startups aus Afrika mobilegeeks.de

– BACKGROUND –

Industrie vs. kleinbäuerliche Landwirtschaft in Mosambik: In Mosambik leben 80 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft. Die meisten als Kleinbauern, die vom Eigenkonsum leben. Rund 1,5 Millionen Menschen sind in Mosambik vom Hunger bedroht, weil Dürren und Überschwemmungen die Ernten gefährden. Wie man den Hunger bekämpft, darüber gibt es unterschiedliche Ansätze. Genveränderter Mais sei die Lösung, sagt Monsanto und wird dabei von der Gates-Stiftung und vielen Regierungen des Nordens unterstützt. Internationale Großprojekte zielen auf eine Industrialisierung der Landwirtschaft ab. „Die Bauern sind diejenigen, die die Nahrungsmittel anbauen. Sie müssen unterstützt, in sie muss investiert, ihre Stimme muss gehört werden“, fordert hingegen Luis Muchanga von der Kleinbauernorganisation União Nacional de Camponeses.
inkota.de

Zukunft Zug: Öffentliche Verkehrsmittel sind in den Metropolen der südlichen Sahara Mangelware. Die Bewohner gehen entweder zu Fuß oder sie quetschen sich in überfüllte Minibusse. Laut einer Analyse der Weltbank hat der Mangel an Mobilität zur Folge, dass das Wirtschafstwachstum gehemmt wird und sich die Wirtschaftskraft der Metropolen nicht entfalten kann. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung. Bis 2040 wird sie sich auf rund eine Milliarde Stadtmenschen verdoppelt haben. In Addis Abeba gibt es seit etwa zweieinhalb Jahren eine moderne Straßenbahnlinie. Gebaut wurde die Bahn mithilfe chinesischer Investoren. Für den Bau hatten sich die Äthiopier hoch verschuldet. Die Tram ist fast zu erfolgreich. 500 Gäste quetschen sich zu Stoßzeiten in einen Zug, der auf 370 Passagiere ausgelegt ist.
Jeden Tag werden 150.000 Menschen transportiert. Die Mobilität hat sich verbessert. Die Einwohner der äthiopischen Hauptstadt bewegen sich öfter und sie legen größere Entfernungen zurück.
spiegel.de

Der letzte seiner Art: Sudan ist tot. Das letzte männliche Breitmaulnashorn starb an Altersschwäche im Tierschutzgebiet Ol Pejeta in Kenia. Für Nashörner leider inzwischen eine eher ungewöhnliche Todesart. Allein in Südafrika wurden im vergangenen Jahr 1028 Tiere gewildert. Mit dem Tod von Sudan ist das Aussterben  der nördlichen Breitmaulnashörner wohl endgültig besiegelt. Nach Sudans Tod gibt es weltweit nur noch zwei Tiere dieser Unterart des Breitmaulnashorns (Ceratotherium simum cottoni), Sudans Tochter und Enkelin Najin und Fatu.
zeit.de

– ANGEZÄHLT –

Knapp eine Million Menschen aus Afrika haben in den vergangenen sieben Jahren in Europa Asyl beantragt. Dies geht aus Erhebungen des „Pew Research Centers“ hervor. Zwischen 400.000 und einer Million Menschen warten derzeit in Libyen auf die Überfahrt. Außerdem ergibt die Analyse: Knapp die Hälfte der Afrikaner würde gern in einem anderen Land leben. Da die Binnenmigration in Afrika sehr hoch ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass Europa das Ziel aller Sehnsüchte sein soll.
faz.net

– ZITAT –

„Wir erkennen an, dass das Land mit Notsituationen konfrontiert ist, aber dies erfordert keineswegs eine so zugespitzte Darstellung wie die der Organismen und Nichtregierungsorganisationen, die in der Welt ein schlechtes Bild der Demokratischen Republik Kongo zeichnen.“
Der kongolesische Vizepremierminister José Makila lehnt die für den 13. April in Genf angesetzte internationale Geber-Konferenz zur Milderung der humanitären Lage in dem zentralafrikanischen Land ab.
taz.de

– ZULETZT –

Grace Mugabe soll Elfenbein geschmuggelt haben: Die frühere First Lady von Simbabwe, Grace Mugabe, soll Elfenbein nach Asien geschmuggelt haben. Die Behörden des afrikanischen Landes eröffneten ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau des ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe, der sich fast 40 Jahre an der Macht hielt. Grace Mugabe werde vorgeworfen, Elfenbein aus den Vorräten des Landes als Geschenke an andere First Ladys und weitere ranghohe Leute in Asien und dem Mittleren Osten gesandt zu haben, sagte der Sprecher der Naturpark-Behörde am Sonntag. Obwohl der Handel mit Elfenbein verboten sei, soll Mugabe den Export von Elefanten-Stoßzähnen im Wert von Millionen Dollar beantragt haben.
faz.net

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