KW 12: Neue Afrika-Strategie der EU, Afrika bereitet sich auf das Coronavirus vor, Interessen der Türkei in Afrika

– NEWS –

Neue Afrika-Strategie der EU: Die EU hat ihre neue Afrika-Strategie vorgestellt. Sie setzt bei deren Umsetzung besonders auf die Afrikanische Union. Zukünftig will die EU statt auf Entwicklungszusammenarbeit vermehrt auf energetischen und digitalen infrastrukturellen Aufbau setzen. Die EU-Kommissarin für Internationale Partnerschaften, Jutta Urpilainen, sieht Europa in einem Wettkampf mit anderen Staaten wie China und den USA, die ebenfalls in Afrika aktiv seien. Auch um die klimapolitischen Ziele in der EU zu erreichen, wird künftig auf Afrika gesetzt. Der Kontinent soll den für Europa nötigen Strom liefern. Dafür wird die EU auch auf den Ausbau der Wasserstoffproduktion in Afrika setzen. Bereits seit Februar gibt es eine diesbezügliche Partnerschaft Deutschlands mit 15 westafrikanischen Ländern.
handelsblatt.com

Afrika bereitet sich auf das Coronavirus vor: In Afrika wächst die Angst vor einem starken Ausbruch des Coronavirus. Zwar wurde die Krankheit erst in wenigen Ländern mit insgesamt rund 140 Fällen nachgewiesen, sollte es jedoch zu mehr Fällen kommen, könnten die Gesundheitssysteme afrikanischer Länder schnell überlastet sein. Daher wurden schon jetzt Labore in 39 von 54 Ländern von der WHO auf das Virus geschult. Vielen Ländern geht es momentan darum, einen Ausbruch gar nicht erst zuzulassen. An einigen Flughäfen werden Gesundheitstests durchgeführt und der Flugverkehr mancher Länder in Richtung China und Italien wurde komplett eingestellt. Deutsche, die nach Uganda einreisen wollen, müssen sich im Zielland für zwei Wochen in Quarantäne begeben.
zdf.de

Neue UN-Sonderbeauftragte in Lybien: Stephanie Turco Williams wird nach dem Rücktritt von Ghassan Salamé vorläufig die neue UN-Sonderbeauftragte im Lybien-Konflikt. Die Amerikanerin Williams war als zuletzt politische Beraterin für die UN in Lybien tätig und sei laut dem Chef der Vereinten Nationen, António Guterres, eine Expertin für die Region. Salamé war Anfang März aus gesundheitlichen Gründen von seinem Posten zurückgetreten. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass der algerische Außenminister Ramtane Lamamra ebenfalls im Gespräch für den Posten des UN-Sonderbeauftragten gewesen sein soll.
zeit.de

Äthiopien begeht Gedenktag des Flugzeugabsturzes: Viele Äthiopier fanden sich am Wochenende an der Absturzstelle der vor einem Jahr verunglückten Boeing 737 Max ein, um gemeinsam zu trauern. Ein offizielles Denkmal gibt es dort noch nicht. Zwar hatte Ethiopian Airlines einen Designwettbewerb ausgerufen, der Gewinner wurde jedoch nach Protesten von Angehörigen nicht wie geplant am Jahrestag bekannt gegeben. Der äthiopische Pilotenverband hatte die Airline wegen ihrer mangelnden Unterstützung kritisiert. “Wenn du die Leute, die an Bord gearbeitet haben, persönlich gekannt hast, und dann musst du wieder eine Maschine fliegen – das ist nicht einfach”, sagte der Präsident des Verbandes, Yeshiwas Fentahun.
tagesschau.de

Facebook: Irreführende Kampagne aus Afrika in russischem Auftrag heise.de
Bundeswehreinsätze im östlichen Afrika verlängert dw.com
Hottentotten-Bucht: Mysteriöses Delfinsterben in Namibia derstandard.de
Entführtes Paar nach 15 Monaten in Mali befreit dw.com

– BACKGROUND –

Smartphone made in Afrika: Das Mara Phone wird in Ruanda produziert und ist Teil der florierenden Tech-Szene Afrikas. Immer mehr Start-ups entstehen in Nigeria, Kenia, Südafrika und weiteren Ländern. Mit M-Pesa wurde in Afrika ein mobiler Zahlungsdienst mit großen Erfolg entwickelt. Viele der Produkte sind dabei auf den afrikanischen Markt angepasst. So wurde beispielsweise das Mara Phone für die hellen afrikanischen Lichtverhältnisse entwickelt. Experten loben das besonders gute Display des Handys. Was die Akkulaufzeit angeht, kann das Gerät zwar nicht mit der Konkurrenz von Apple oder Hauwei mithalten. Dafür ist die Leistung des Smartphones jedoch ausreichend, vor allem da die beiden Modelle Mara X und Mara Z mit 140 bzw. 200 Euro relativ günstig ausfallen.
br.de

Interessen der Türkei in Afrika: Die Türkei verstärkt ihr Engagement in afrikanischen Ländern. Der türkische Präsident Erdogan erhofft sich im Gegenzug für Entwicklungshilfen Zugang zu strategisch wichtigen Ländern. So beispielsweise in Somalia oder in Dschibuti, wo die Türkei ihre größte ausländische Militärbasis errichten will. Auch im Sudan ist die Türkei involviert. Dort will das Land die Küstenstadt Suakin restaurieren, die in der Zeit der osmanischen Herrschaft gebaut wurde. In Lybien ist die Türkei ebenfalls vertreten und hilft dort der lybischen Übergangsregierung, die einen Krieg gegen den von Russland und weiteren Staaten unterstützten General Chalifa Haftar führt. Mehrere türkische Soldaten starben bereits in Lybien. In der Vergangenheit, als Erdogan und die sogenannte Gülen-Bewegung noch zusammenarbeiteten, wurden von dieser  in Afrika zahlreiche Schulen etabliert. Nach dem Putsch in der Türkei im Jahr 2016 wurden diese jedoch in den meisten Staaten wieder geschlossen. Auf lange Sicht scheint es Erdogan Experten zufolge vor allen Dingen darum zu gehen, den Rohstoff- und Energiebedarf der Türkei zu sichern. In Somalia und in Lybien dürften türkische Erdölgesellschaften Förderlizenzen bekommen.
fr.de

Wie Europa vom Kampf des Kongos gegen Ebola lernen kann: Die Ebola-Epidemie im Kongo ist weitestgehend gestoppt. Sollte bis Mitte April kein neuer Fall vorliegen, gilt die Epidemie offiziell als beendet. Damit wurde im Kongo ein Sieg errungen, den sich viele westlichen Nationen im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus wünschen würden. Geholfen habe im Kongo besonders die Dezentralisation der Behandlung und die Einbindung der lokalen Kommunen, sagt Matthias Borchert vom Robert-Koch-Institut: “Am Anfang wurden die Helfer und sogar Fahrer aus der Hauptstadt eingeflogen, später die Dörfer und Gemeinschaften beteiligt, das schafft eine andere Identifikation.” Teilweise sei auch mit Milizen des Landes zusammengearbeitet worden, um die Epidemie zu stoppen. Nun, da das Coronavirus auch im Kongo nachgewiesen wurde, sei es wichtig, dass weiterhin genug Geld zur Verfügung stehe. WHO-Generalsekretär Ibrahima Socé Fall hat aus der Ebola-Epidemie eine Lehre für die Bekämpfung des Coronavirus gezogen: “Entscheidend ist die rasche Entdeckung der Fälle, es braucht ein starkes Überwachungssystem. Dann muss man die identifizieren, die mit dem Erkrankten in Kontakt waren und sie weiter beobachten.”
sueddeutsche.de

Frieden in Uganda – ehemalige Kämpfer ziehen Bilanz: Vor 18 Jahren wurde in Uganda der Friedensvertrag zwischen der Rebellengruppe UNRFII und der ugandischen Regierung unterzeichnet. Die ehemaligen Rebellen wurden amnestiert und gingen zurück in ihre Heimatdörfer. Viele der damaligen Kämpfer führen heute ein normales Leben. Die Reintegration in die ugandische Zivilgesellschaft verlief jedoch nicht immer reibungslos. Bei ihrer Rückkehr in die Dörfer schlug den Ex-Rebellen oft die Feindseligkeit der zivilen Bewohner entgegen. Waiga Rashid, der früher selbst gekämpft hatte, berichtet: “Eine große Herausforderung nach dem Friedensabkommen war die bedingungslose Amnestie, denn den Leuten wurde einfach gesagt, dass sie verzeihen müssten.” Rashid wurde trotzdem nach dem Krieg zum Jugendsprecher seiner Gemeinde gewählt und ist heute in der Lokalpolitik tätig. Auch anderen ehemaligen Kämpfern gelang es, sich wieder in das zivile Leben einzufinden. Noah Achikule, der ebenfalls im Bürgerkrieg kämpfte, zieht ein positives Fazit: “Heute gibt es Raum für die Menschen, nebeneinander zu bestehen und sich in den Prozess der Konfliktbewältigung einzubringen.” Trotzdem fehle es laut anderer Stimmen in der Region an Perspektiven, gerade für Jugendliche. Die Sorge, dass Rebellen aus dem benachbarten Südsudan versuchen könnten, diese zu rekrutieren scheint deshalb berechtigt.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

Um bis zu drei Prozent könnte der Tourismus Südafrikas wegen der weltweiten Corona-Epidemie schrumpfen. Der Tourismus gilt als wichtiger Wirtschaftszweig Südafrikas.
tagesspiegel.de

– ZITAT –

“Mit 30 Milliarden jährlich in den nächsten zehn Jahren könnten wir Produktivitätssprünge in Lateinamerika und in Afrika auslösen, so dass kein Mensch und kein Kind mehr an Hunger oder Mangelernährung sterben muss.”
Entwicklungsminister Gerd Müller über den weltweiten Kampf gegen den Hunger.
br.de

– ZULETZT –

Weiße Giraffen in Kenia getötet: In Kenia im Wildtierreservat Ishaqbini Hirola wurde eine sehr seltene weiße Giraffe zusammen mit ihrem Jungen getötet. Von den Tieren wurden nur noch die Skelette gefunden. Wer die Tiere tötete, ist unklar. In Verdacht kommen Wilderer oder Kämpfer der terroristischen Al-Shabaab-Miliz, die im Grenzgebiet tätig ist. Die getöteten Giraffen besaßen eine Genmutation, namens Leuzismus, die dazu führt, dass deren Fell weiß ist.
spiegel.de

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