KW 12: Papst entschuldigt sich für Rolle der Kirche beim Genozid in Ruanda, Lage im Kongo verschlechtert sich, Neue Runde im Stuttgarter FDLR-Prozess

– NEWS –

Papst entschuldigt sich für Rolle der Kirche beim Genozid in Ruanda: Papst Franziskus hat erstmals eine Mitschuld der katholischen Kirche am Genozid in Ruanda 1994 eingeräumt. Er hat Ruandas Präsident Paul Kagame bei dessen Besuch im Vatikan um Vergebung gebeten. Priester und Ordensleute der katholischen Kirche standen damals der Hutu-Regierung nahe, die 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu ermorden ließ. Diese hätten das Evangelium verraten und das „Antlitz der Kirche entstellt“.
sueddeutsche.de, taz.de

Lage im Kongo verschlechtert sich: Die Abteilung Friedensmissionen der UNO steckt in einer Krise. Deutlich wurde das bei der Debatte des UN-Sicherheitsrates über die Lage in der Demokratischen Republik Kongo. Die UN-Mission Monsuco ist die teuerste und umfangreichste Friedensmission weltweit. Doch die Berichte, die nun vorgelegt wurden, sind verheerend: Die ethisch bedingte Gewalt breitet sich immer mehr auch in Landesteile aus, die vorher als sicher galten. Die Menschenrechtsverletzungen sind 2016 um 30 Prozent gestiegen. Schuld ist nach Aussage von Monusco-Chef Maman Sidikou die politische Elite in Kinshasa, die eine ungewisse politische Situation für ihre Zwecke auszunutzen versucht.
taz.de

Neue Runde im Stuttgarter FDLR-Prozess: Am Montag hat vor dem Landgericht Stuttgart der Prozess gegen den in Deutschland lebenden Ruander Eric B. begonnen. In den Jahren 2008 und 2009 soll er die Homepage der „Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas“ (FDLR) gepflegt haben. Die im Kongo kämpfende Nachfolgeorganisation der für den Völkermord an Ruandas Tutsi 1994 verantwortlichen Hutu-Armee ist für zahlreiche Verbrechen an der Bevölkerung verantwortlich. Die in Deutschland lebenden politischen Führer Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni sind im September 2015 vom Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt worden.
taz.de

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Lahme Rente: Mehr sparen und länger arbeiten. Der Abstand zwischen Arbeitseinkommen und Renteneinkommen nimmt weiter zu. Deutsche im Ausland mit Bezügen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden besteuert, oft sogar doppelt. Die Finanzämter langen richtig zu. Auch die Riesterrente lohnt sich kaum noch. Tipps zur Vermeidung der Altersarmut gibt der in Brüssel ansässige deutsche Fachanwalt für Steuerrecht Walter Grupp, bei belgieninfo.net. Jetzt noch rechtzeitig unverbindlichen Direktkontakt aufnehmen unter walter.grupp@grupp-partner.com.

Haft für Kongos Ex-Vizepräsident Bemba: Der ehemalige Vizepräsident des Kongo, Jean-Pierre Bemba, ist vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wegen Zeugenbestechung in seinem Hauptprozess zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Außerdem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 300.000 Euro begleichen. Das Gericht hatte Bemba bereits im Oktober für schuldig befunden, hatte aber noch kein Strafmaß festgelegt. Im Hauptprozess wurde er im Juni wegen Kriegsverbrechen zu 18 Jahren Haft verurteilt.
derstandard.at

Humanitäre Katastrophe: Afrika steht nach Angaben der UN vor der schlimmsten humanitären Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs. 6,2 Millionen Menschen stehen in Somalia am Rande des Hungers. Das Elend von 2011 scheint sich hier zu wiederholen. Damals verhungerten 250.000 Menschen. Der neugewählte Präsident des Landes Mohammed Famajo hat den nationalen Notstand ausgerufen. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Afrika ist gerade 52 Jahre. Die Kindersterblichkeit liegt bei 13,2 Prozent. 1,5 Millionen Kinder sind in akuter Lebensgefahr.
deutschlandfunk.de

Sinai: Zehn ägyptische Soldaten durch Bomben getötet derstandard.at
Dutzende Tote bei Gewalt zwischen Angehörigen des Yoruba- und des Hausa-Stammes in Nigeria derstandad.at
Ägyptischer Ex-Präsident Husni Mubarak befindet sich wieder auf freiem Fuß de.euronews.com

– BACKGROUND –

Rückkehr der Piraten: Illegale Fischerei und internationale Trawler zerstören die Lebensgrundlage für Fischer in Somalia. Viele haben ihre Boote und ihren Beruf aufgegeben. Der ungezügelte Fischfang wird von Flotten aus dem Jemen, China, Indien und dem Iran teils mit Waffengewalt durchgesetzt. Viele sehen nur einen Ausweg: Piraterie. Zum ersten Mal seit 2012 wurde in der letzten Woche wieder ein größeres Schiff vor der somalischen Küste gekapert.„Die Leute in den Fischerdörfern sind wütend. Arbeitslose Fischer sind zu Piraten geworden“, sagt der Vorsitzende der Fischereigemeinschaft, Mohamed Saeed.
handelsblatt.com

Kindersklaven in Westafrika: Tausende Kinder in Nigeria, Benin oder Togo sind Kindersklaven. Der Verkauf und die Ausbeutung von Heranwachsenden ist hier Alltag. Der Tauschwert für ein Kind liegt bei 30 Euro. Im vom Uno-Kinderhilfswerk Unicef geförderten Projekt „The Return of a Slave Child“ hat die Spanierin Kinder und Jugendliche begleitet, die von ihren Eltern gegen Geld weggegeben wurden.
spiegel.de

Staatsanleihen per Handy: In Afrika spielen Mobiltelefone bei Geldgeschäften schon immer eine große Rolle. Einfach auch, weil Bankfilialen fehlen. Die Republik Kenia ist nun das erste Land der Welt, das seine Staatsanleihen den Investoren per Handy anbietet. Jeder kann nun ohne eigenes Bankkonto Anleihen per Mobiltelefon ordern. Voraussetzung ist ein Guthaben von 26,48 Euro. Kenia will mit den Papieren 1,4 Millionen Euro einnehmen. Sollte das Verfahren erfolgreich sein, könnte es in vielen afrikanischen Ländern Schule machen.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

3.000 Bootsflüchtlinge sind am Sonntag vor der libyschen Küste von der italienischen Küstenwache in 22 Einsätzen gerettet worden.
taz.de

– ZITATE –

„Es wäre aber arrogant und ignorant, nicht die positiven Entwicklungen in Afrika zu sehen. Rund die Hälfte der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften sind afrikanische. Staaten wie Ruanda oder Botswana bekämpfen korrupte Strukturen deutlich effektiver als Bulgarien, Rumänien oder andere europäische Länder.“
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will keinen Euro mehr in korrupte Kanäle versickern lassen.
stuttgarter-zeitung.de

Surfen mit Haien und Krokodilen: Drei Surfer fahren durch Afrika auf Fatbikes auf der Suche nach den besten Wellen und den besten Stränden. Im aktuellen Video dieser Serie sehen wir die Abenteurer beim Wellenreiten in Gabun. Doch die Bedingungen sind erschwert: Sharkbanz und gestreifte Wetsuits sollen vor Haiangriffen durch Bullenhaie schützen und in der Nähe von Flussmündungen warten die Krokodile…..
prime-surfing.de

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