KW 12: Humanitärer Krisenherd Kongo, „Ewiger Anführer“ in Burundi, Gerichtsverfahren gegen Zuma wird wieder aufgerollt

– NEWS –

Humanitärer Krisenherd Kongo: Die humanitäre Krise in der Demokratischen Republik Kongo spitzt sich zu. Die aktuellen Daten der Vereinten Nationen sind alarmierend: 7,7 akut hungernde Menschen. 4,5 Millionen Binnenflüchtlinge, 670.000 Flüchtlinge in den Nachbarländern. Immer mehr Gebiete, die nicht für ausländische Hilfe zugänglich sind. Zentrum der Krise ist der Osten des Landes, von Kalemie am Tanganyika-See bis zu Bunia nahe Uganda. Die Amtszeiten nahezu aller politischer Akteure ist abgelaufen, ob es, wie angekündigt, 2018 Neuwahlen gibt, bleibt unklar. Die politische Krise trifft auf eine Wirtschaftskrise. Der Staat hat praktisch aufgehört zu existieren. Ende März entscheidet der UN-Sicherheitsrat über die Zukunft der UN-Mission (Monusco). Im April soll eine internationale Geberkonferenz Mittel mobilisieren.
taz.de

„Ewiger Anführer“ in Burundi: Burundi steht vor einer fast monarchischen Diktatur. Die Zentralkomitee der Regierungspartei CNDD-FDD hat Präsident Pierre Nkurunziza zum „Höchsten und Ewigen Anführer“ ernannt. Keiner dürfe ihm jetzt mehr widersprechen. „Er ist unser Ältester, unser Vater, unser Berater“, sagt Generalsekretär Evariste Ndayishimiye. Im Mai dieses Jahres steht ein Referendum an, eine Verfassungsänderung soll Nkurunziza den Verbleib im Amt bis 2034 ermöglichen. Nkurunziza kam nach dem Bürgerkrieg im Jahr 2005 ins Amt. In einer Art Staatsstreich sicherte er sich 2015 gegen die Verfassung eine dritte Amtszeit. Rund 430.000 Menschen mussten im Zuge des Konflikts das Land verlassen.
derstandard.at, taz.de

Gerichtsverfahren gegen Zuma wird wieder aufgerollt: Südafrikas geschasster Präsident Jacob Zuma muss sich vor Gericht wegen Geldwäsche, Korruption und Betrug verantworten. Der oberste Staatsanwalt, Shaun Abrahams, erklärte am Freitag, es gebe eine klare Aussicht auf eine „erfolgreiche Strafverfolgung“. konkret geht es um ein Rüstungsgeschäft aus dem Jahr 1999. Erstmals war Zuma deswegen im Jahr 2007 in 16 Punkten angeklagt worden. Der Fall hat bereits alle Instanzen beschäftigt. Das oberste Berufungsgericht des Landes hatte die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, ihn nicht strafrechtlich zu verfolgen, im Oktober für nichtig erklärt. Damit musste Abrahams den Fall neu untersuchen und entscheiden.
derstandard.at

Südafrika: Ehemalige Porsche-Manager in Unfallflucht verwickelt: Der ehemalige Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz soll im Februar 2013 in Südafrika einen Verkehrsunfall begangen und dabei Fahrerflucht verübt haben. Dabei sollen sieben Menschen verletzt worden sein. Pikant: Der heutige VW-chef Matthias Müller soll als damaliger Porsche-Chef sein Beifahrer gewesen sein. In der Provinz Nordkap unterhalten Porsche und andere Konzerne eine Teststrecke. Angeblich ermittelt die Polizei wegen „rücksichtsloser Fahrweise und Unfallflucht“. Wolfgang Hatz sitzt derzeit im Rahmen der Abgasaffäre in München in Untersuchungshaft.
handelsblatt.com, faz.net

Tödliche Nebenwirkungen der Großwildjagd: Seltene Geierart stirbt an Bleivergiftung spiegel.de
Der Fifa-Cup reist um die Welt: Nach Nigeria und Senegal ist der World Cup in Ägypten zu bestaunen de.fifa.com
Max-Planck-Wissenschaftler analysieren älteste menschliche Genome aus Afrika mpg.de

– BACKGROUND –

Chinesen sichern sich Kobalt aus dem Kongo: Rohstoffe wie Kobalt, Grafit und Lithium werden im Zeitalter der E-Mobilität zum neuen Gold. 65 Prozent des weltweit angebotenen Kobalts kommen aus dem Kongo. Vor allem chinesische Batteriezulieferer haben die Zeichen der Zeit erkannt und sichern sich große Teile der Weltproduktion. So hat das chinesische Unternehmen GEM mit dem internationalem Rohstoffkonzern Glencore ein Abkommen getroffen, dass den Chinesen ein Drittel der Koabaltproduktion sichert. Wegen der hohen Nachfrage nach Kobalt hat sich der Preis innerhalb von zwei Jahren vervierfacht. NGOs kritisieren regelmäßig die Bedingungen unter denen Kobalt in Afrika gefördert wird. Ein Drittel des kongolesischen Kobalts gilt als unter problematischen Bedingungen wie Kinderarbeit oder massiven Mängeln beim Arbeitsschutz gefördert.
handelsblatt.com

Wie China Seidenstraßen-Partner in die Schulden treibt: Es ist Chinas großer Traum. Das Projekt „Neue Seidenstraße“ soll Afrika, Europa und Asien verbinden und natürlich Chinas Anspruch als globale Führungsmacht zementieren. Doch für viele der betroffenen Länder ist das Projekt eine Schuldenfalle. „Wir kommen zu dem Schluss, dass insbesondere acht Länder ein hohes Risiko laufen, auf der Grundlage der Projektfinanzierung im Rahmen der neuen Seidenstraße in Rückzahlungsschwierigkeiten zu kommen“, schreiben Wissenschaftler des amerikanischen Zentrums für globale Entwicklung. Schwierig wird die Lage zum Beispiel in Djibouti, wo Peking seinen ersten ausländischen Marinehafen bauen lässt. Die ostafrikanische Republik unterstützt das Projekt mit 1,4 Milliarden Dollar, was 75 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung entspricht. Die Seidenstraßen-Initiative umspannt mindestens 68 Länder und kommt bislang auf summierte Investitionen von rund 8 Billionen Dollar.
faz.net

Energieeffizienz an Ugandas Schulen: In Sachen Energieversorgung liegt in Uganda einiges im Argen. Das Stromnetz ist kaum ausgebaut. 80 Prozent der Menschen haben keinen Stromanschluss. Die Wälder werden für Brennholz massiv abgeholzt. Zwei Modellprojekte sollen Schulen Wege für einen energieeffizenten Umgang mit Ressourcen aufzeigen. Solaranlagen ersetzen umweltschädliche Generatoren zur Stromerzeugung. Energieeffiziente Öfen verbrauchen bis zu 70 Prozent weniger Holz. Zum Handeln ist es höchste Zeit. Vor fünfzehn Jahren existierten noch 36 Prozent der ugandischen Waldfläche, heute sind es laut Energieministerium nur noch neun Prozent.
dw.com

– ANGEZÄHLT –

4.000 Menschen haben am Samstag in der Stadt Jerada im Osten Marokkos gegen die Regierung protestiert und das obwohl ein Demonstrationsverbot erlassen wurde. Die Menschen in der Region fühlen sich im Stich gelassen und fordern Arbeitsplätze und Entwicklungsprojekte.
derstandard.at

– ZITAT –

„Wenn man in einer Demokratie beginnt, Menschen zu verhaften, Versammlungen zu verbieten, dann ist das ein Verlust der Freiheit. Wir sind auf dem Weg in eine Diktatur, wenn wir nicht schon bereits dort sind.“
Saleh Kebzabo, Oppositionspolitiker im Tschad, sieht sein Land in einer schweren Krise und setzt auf die internationale Gemeinschaft.
taz.de

– ZULETZT –

Wenn es dunkel wird: Noch immer leben mehr als 600 Millionen Menschen in Afrika ohne Strom und elektrisches Licht. Ein elektrischer Herd, ein Kühlschrank, Fernseher und Internet. Für viele bleibt das immer noch ein Traum. 48 Staaten in der Region erzeugen zusammen gerade mal so viel Strom wie Spanien. Nur Südafrika verfügt über ein leidlich stabiles Netz. 80 Prozent der Haushalte kochen mit Holz, Holzkohle oder Dung – einer der Gründe für den massiven Kahlschlag der Wälder. Lesen Sie die ganze Stern-Reportage von Uli Rauss hier:
stern.de

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