KW 11: Somaliland kämpft gegen Genitalverstümmelung, Russland streckt die Fühler aus, Mauritius wird 50

– NEWS –

Somaliland kämpft gegen Genitalverstümmelung: Die neue Regierung im international nicht anerkannten Somaliland geht mit einem Gesetz gegen Genitalverstümmelung vor. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Ausübung sexueller Gewalt künftig ein eigener Straftatbestand sein soll. Das Strafmaß kann bis zu 30 Jahre Gefängnis betragen. „Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagt Nafisa Yusuf, die Vorsitzende von Nagaad, des Dachverbands von 45 somaliländischen Fraueninitiativen. In Somaliland sind wie in Somalia, zu dem das Land völkerrechtlich noch gehört, Beschneidungen am weitesten verbreitet in der Welt. So gelten 95 Prozent der Frauen als beschnitten.
taz.de

Russland streckt die Fühler aus: Russland will in Bereichen wie Bildung, Energie und militärischer Zusammenarbeit sein Engagement in Afrika intensivieren. Zu diesem Zweck befand sich Außenminister Sergej Lawrow gerade auf fünftägiger Afrika-Tour und besuchte Angola, Namibia, Mosambik, Simbabwe und Äthiopien.“Wir halten daran fest, dass afrikanische Probleme afrikanische Lösungen brauchen“, sagte der russische Chefdiplomat bei einer Pressekonferenz in der angolanischen Hauptstadt. Die Internationale Gemeinschaft müsse die Afrikaner bei ihren eigenen Entscheidungen zur Konfliktbewältigung moralisch, politisch und finanziell unterstützen.
dw.com

Mauritius wird 50: Das Insel-Paradies Mauritius feiert heute seinen 50. Geburtstag. Mauritius ist eine Erfolgsgeschichte. Politisch stabil, weitgehend friedlich und wirtschaftlich erfolgreich. Auf dem Mo-Ibrahim-Index, einer Art jährlichem Zeugnis für afrikanische Regierungen, belegt Mauritius seit fünf Jahren ununterbrochen Platz Eins. Lob gibt es auch von der US-NGO Freedom House, die Mauritius in Sachen Demokratie und bürgerlichen Freiheiten gute Noten ausstellt. Auch eine Besonderheit: Ein Frau an der Spitze des Staates. Ameenah-Garib Fakim wird allerdings nach den Feierlichkeiten zurücktreten müssen. Ihr wird die Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Allerdings ist der Anlass im Vergleich zu Korruptionsaffären anderer Staaten eher kleinlich. Sie soll mit der Kreditkarte einer NGO private Einkäufe erledigt haben.
dw.com

Belgischer Ruanda-Prozess geht in die Berufung: In Brüssel hat ein Berufungsprozess gegen die belgische Regierung begonnen. Drei Familien ruandischer Völkermordüberlebender hatten geklagt. Es geht um eines der schlimmsten Einzelmassaker am 11. April 1994. Als die Hutu-Miliz „Interahamwe“ die technische Oberschule ETO Don Bosco in Ruandas Hauptstadt Kigali überfiel, starben rund 2.000 Tutsi und gemäßigte Hutu-Politiker. Die Schule diente vielen als Zuflucht, sie wurde von UN-Blauhelmsoldaten aus Belgien geschützt. Als diese die Schule verließen, begann das Massaker. Vor Gericht geht es darum: Wer hat den Abzugsbefehl erteilt – die UNO oder Belgien? Gegen eine erste Verurteilung im Jahr 2010 hatte Belgien Berufung eingelegt.
taz.de

Wegweisender Prozess in London: Vor dem Londoner High Court läuft derzeit ein Verfahren gegen das Bergbauunternehmen „African Minerals Ltd“ (AML). 142 ehemalige Angestellte einer Tochter in Sierra Leone hatten wegen Menschenrechtsverletzungen in den Eisenerzminen in Tonkolili geklagt. Protestaktionen ­gegen Vertreibung und schlechte Bezahlung im November 2010 und im April 2012 hatten zu einem übermäßig harten Eingreifen der Polizei geführt. Es geht um Misshandlungen mit schweren Verletzungen und Schusswunden. Eine Demonstrantin wurde erschossen, auch zu sexuellen Übergriffen soll es gekommen sein. Das Verfahren soll die Rolle der AML klären. War sie für die Niederschlagung der Proteste verantwortlich? Es geht um die Einhaltung der „Freiwilligen Grundsätze zur Wahrung der Sicherheit und Menschenrechte“, die von der UN verabschiedet wurden und die private Unternehmen im Rohstoffbereich einhalten sollen.
taz.de

Offensive im Sinai: 16 IS-Dschihadisten sterben bei Anti-Terror-Einsatz derstandard.at
Opel lässt Autos in Namibia montieren automobilwoche.de
Europa nicht mehr attraktiv: Binnenmigration in Afrika nimmt zu neues-deutschland.de

– BACKGROUND –

Ägypten vor der Wahl: Zwei Wochen vor der Präsidentschafstwahl in Ägypten ist das Interesse mäßig. Abdelfattah al-Sisi gilt als der sichere Sieger. Sein Gegenkandidat Mustafa Moussa Mustafa ist eine Marionette und ohnehin der Mehrheit der Ägypter unbekannt. Al-Sisis Umfeld sorgt sich um die Wahlbeteiligung. Diese könnte unter den Wert von 2014 (47,5 Prozent) fallen. Ein starkes Mandat aus der Bevölkerung sieht anders aus. Lesen Sie den ganzen Stimmungsbericht vor der Wahl im Standard:
derstandard.at

Gesundheits-Startups in Kenia: Der kenianische Gründer Felix Kimaru will mit seinem Startup „Totohealth“ Leben retten. Denn in Kenia hat jeder ein Handy, Ärzte sind aber Mangelware. In Kenia stirbt jede 200. Frau im Kindbett. Sein Algorithmus verschickt wertvolle Informationen über die Schwangerschaft per SMS und erinnert an Arzt- und Impftermine. Auch andere kenianische Gründer haben das Ziel, den Gesundheitssektor zu verbessern. So die Mikro-Krankenversicherung Blue Wave oder das Start-up Flare, eine Art Uber, über das sich Krankenwagen lokalisieren lassen.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

25 Milliarden Dollar Wirtschaftsleistung gehen jährlich in den Ländern der Subsahara durch Mangelernährung verloren. „Verkümmerte Kinder führen zu verkümmerten Volkswirtschaften“, kommentiert Akinwumi Adesina, Präsident der Entwicklungsbank, zynisch die Berechnungen seines Instituts.
faz.net

– ZITAT –

„Es ärgert mich extrem, wie die Wirtschaftsmacht Europa hier mit den Menschen in Afrika umgeht.“
Johannes Pfaller, Vorsitzender des Bundesbeirats des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, fordert von der europäischen Politik eine Mengensteuerung der Milchproduktion, um die afrikanische Landwirtschaft vor billiger Milch aus Europa zu schützen.
agrarheute.com

– ZULETZT –

Schädelsammlung in Berlin: Es ist ein Erbe der deutschen Kolonialzeit. In Berlin Friedrichshagen lagern in Depots der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Tausende Totenschädel aus der Kaiserzeit. Rassenforscher wie Rudolf Virchow und Felix von Luschan ließen sich Schädel für Ihre Forschungen in immer größeren Serien bringen. Wem gehören die Schädel? Ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt soll die Herkunft von 1.000 der 5.500 Schädel klären. Hierzu sucht man in den Archiven nach aussagekräftigen Quellen, reist aber auch nach Afrika, um vor Ort die Umstände zu recherchieren. Wie die Schädel nach Deutschland gekommen waren und die Zeiten überdauert haben, lesen sie hier in einer Zeit-Reportage:
zeit.de

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