KW 10: Südafrikanisches Parlament beschließt Bodenreform, Ableger der Al-Kaida reklamiert Angriffe in Burkina Faso für sich, Deutsche Wirtschaft entdeckt Afrika

– NEWS –

Südafrikanisches Parlament beschließt Bodenreform: Das südafrikanische Parlament hat letzten Dienstag mit deutlicher Mehrheit eine Verfassungsänderung verabschiedet, die es ermöglicht, Land ohne Entschädigung zu enteignen. Der Antrag wurde von der linken Oppositionspartei „Ökonomische Freiheitskämpfer“ gestellt, der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) und mehrere Kleinpartei schlossen sich dem an. „Der Landhunger unter schwarzen Südafrikanern ist echt und drängt“, machte Präsident Cyril Ramaphosa am Dienstag klar. Zwei Drittel des nutzbaren Landes in Südafrika gehört Weißen. Die Enteignung Schwarzer zugunsten weißer Siedler sei tief in der Kolonialgeschichte und der Apartheid verankert und habe großes Leid zugefügt, so Ramaphosa. Die bisherige Praxis „freiwilliger Anbieter – freiwilliger Käufer“ habe sich 24 Jahre nach der Apartheid nicht bewährt.
taz.de

Ableger der Al-Kaida reklamiert Angriffe in Burkina Faso für sich: Die Jihadistengruppe JNIM, ein Ableger der Al-Kaida, hat sich zu den Angriffen auf ein Armeehauptquartier im westafrikanischen Burkina Faso sowie auf die französische Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou bekannt. Es sei dabei um Vergeltung für das französische Engagement im Nachbarland Mali gegangen. Bei den Angriffen wurden am Freitag acht Sicherheitskräfte sowie acht Angreifer getötet.
derstandard.at

Äthiopisches Parlament stimmt für Ausnahmezustand: Das äthiopische Parlament hat am Freitag den von der Regierung verhängten sechsmonatigen Ausnahmezustand genehmigt. Die Maßnahme ist Konsequenz der politischen Krise, die mit  Oppositionsprotesten 2016 begann. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die weitere Einschränkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie der Rechtsstaatlichkeit. 395 Abgeordnete sprachen sich bei der Abstimmung für die Verhängung des Ausnahmezustandes aus, 88 stimmten dagegen. Ein interessantes Ergebnis, da die Opposition nicht mehr im Parlament vertreten ist.
derstandard.at

Ägypten kann Saudi-Arabien Inseln abtreten: Das ägyptische Verfassungsgericht hat die umstrittene Abtretung zweier Inseln an Saudi-Arabien genehmigt. Eine niedrigere Instanz hatte zunächst anders entschieden. 2016 hatten beide Länder vereinbart, dass die Inseln Tiran und Sanafir im Roten Meer zu Saudi Arabien gehören sollten. Die Abtretung hatte in Ägypten Empörung und Proteste hervorgerufen. Die Entscheidung kommt pünktlich zum Besuch des saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman, der sich seit Sonntag in Ägypten aufhält.
derstandard.at

Fischereiabkommen gilt nicht für Westsahara: Der Europäische Gerichtshof hat seine Auffassung bekräftigt, nach der Marokko keine Hoheitsbefugnisse über das Gebiet der Westsahara ausüben darf. Das Gebiet der Westsahara gehöre nicht zum Gebiet des Königreichs Marokko, stellten die Luxemburger Richter am Dienstag in einem Urteil zu einem Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko klar. Das Fischereiabkommen dürfe deswegen nicht für die an das Gebiet der Westsahara angrenzenden Gewässer gelten.
faz.net

Deutschland hofft auf Afrikas Hilfe bei deutschem Sitz im UN-Sicherheitsrat dw.com
Ruandas Polizei schlägt Proteste in Tutsi-Flüchtlingslager blutig nieder taz.de
Hydraulik- und Automationslösungen: Bosch Rexroth übernimmt die Hytec Holdings Johannesburg produktion.de

– BACKGROUND –

Ramaphosas neues Kabinett: Südafrikas neuer Präsident Cyril Ramaphosa hat mit einer umfassenden Kabinettsumbildung ein Zeichen des Aufbruchs gegeben, gleichzeitig aber auch versucht, alle Strömungen innerhalb des ANC zu bedienen. 24 der 38 Kabinettsposten wurden neu besetzt. Allerdings wurden viele Minister lediglich mit neuen Aufgaben betraut. Als positives Signal an die Wirtschaft und die Reformer gilt, dass mit Nhlanhla Nene und Pravin Gordhan zwei angesehene ehemalige Finanzminister ins Kabinett zurückkehren. Aber auch der Zuma-Getreue David Mabuza findet als Vizepräsident seinen Weg ins Kabinett. Ihm werden als Premier der Provinz Mpumalanga zahlreiche Korruptionsaffären zu Last gelegt.
taz.de

Deutsche Wirtschaft entdeckt Afrika: Die deutschen Konzerne VW, Siemens und SAP haben im deutschen Entwicklungshilfeministerium einen Carsharing-Vertrag für Ruandas Hauptstadt Kigali unterzeichnet. Ab Mai sollen dort per App Polos gemietet werden können. Parallel veranstalteten die Wirtschaftsverbände BDI, DIHK, BGA gemeinsam mit dem Finanz- und dem Wirtschaftsministerium ein Deutsch-Ghanaisches Wirtschaftsforum. Zu Gast war auch Staatspräsident Nana Addo Dankwa Akufo-Addo. Überhaupt steht Mobilität im Zentrum deutscher Unterstützung in Afrika. In Tunis wird der Bau einer S-Bahn-Verbindung unterstützt, in Namibias Hauptstadt Windhuk beteiligt man sich an einem besseren Bus-System.
handelsblatt.com

– ANGEZÄHLT –

500 Esel pro Tag werden in Kenia täglich geschlachtet. Abnehmer ist China…. dort ist Eselhaut Bestandteil von Superfood, das die Haut vor Alterung schützen soll.
dw.com

– ZITAT –

„Es ist natürlich einfacher für die Türkei auf Länder zuzugehen, mit denen sie diesen gemeinsamen Nenner hat.“
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan befindet sich gerade auf großer Afrika-Reise. Auffällig: In allen vier Ländern auf der Route (Algerien, Mauretanien, Senegal und Mali) liegt der Anteil der Muslime an der Bevölkerung bei 90 Prozent.
dw.com

– ZULETZT –

Evolutionstheorie erbost Afrikaner: Ein neues Format der Deutschen Welle sorgt gleich zu Beginn für Wirbel bei den Zuhörern und Nutzern in Afrika. Die Serie „African Roots“ will eigentlich die afrikanische Geschichte für junge Afrikaner erlebbar machen – durch Radiosendungen, aber auch online. In der ersten Folge stand Lucy im Mittelpunkt. Ihr rund 3,2 Millionen Jahre altes Skelett wurde 1974 in Äthiopien gefunden – ein Vorfahr der heute lebenden Menschen. Weil Lucy nicht wie ein Mensch aussieht und den Affen ähnlich ist, sind viele Afrikaner, bei denen die Evolutionstheorie nicht hoch im Kurs steht, erbost. „Haltet doch mal einen Affen bei Euch zu Hause. Wir werden sehen, ob daraus ein Mensch wird“, schrieb etwa Lefranc Nguirobel aus Kamerun auf der französischen Facebook-Seite der DW.
dw.com

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