KW 10: Explosionen erschüttern Äquatorialguinea, Entführte nigerianische Schülerinnen wieder frei, Deutsch-Marokkanisches Verhältnis verschärft sich

– NEWS –

Explosionen erschüttern Äquatorialguinea: Bei Explosionen in Bata, der größten Stadt des Landes, sind mindestens 31 Personen ums Leben gekommen und etwa 600 Menschen verletzt worden. Mindestens vier Explosionen gab es am Sonntag in einem Militärlager. Präsident Teodoro Nguema nannte als Ursache „Fahrlässigkeit in Zusammenhang mit Sprengstoff“, während Militärvertreter einen Angriff nicht ausschlossen. Die Druckwellen der Explosionen seien in weiten Teilen der Stadt spürbar gewesen, viele Gebäude wurden beschädigt. Äquatorialguinea ist durch die Pandemie und den niedrigen Öl-Preis bereits in einer schweren Krise. Öl-Einnahmen machen etwa zwei Drittel des Budgets des Opec-Mitgliedsstaats aus.
derstandard.de, africanews.com

Entführte nigerianische Schülerinnen wieder frei: Die rund 280 Schülerinnen, die Ende Februar aus einem Internat entführt wurden, sind wieder frei. Wie der Gouverneur des Bundesstaats Zamfara, Bello Matawalle, am vergangenen Dienstag erklärte, seien die Mädchen am Morgen des 2. März freigelassen worden und allesamt gesund. Angreifer hatten das Internat in Jangebe überfallen und über 300 Schülerinnen verschleppt, einige konnten flüchten und sich in einem angrenzenden Waldstück verstecken. Solche Angriffe oder Entführungen mehren sich in Nigeria seit Jahren. Die Entführung der Schülerinnen war bereits die dritte ihrer Art allein im Februar. Häufig ist das Erpressen von Lösegeld Hauptgrund für solche Massenentführungen, doch den kriminellen Gangs werde auch Plünderungen und Vergewaltigungen vorgeworfen.
spiegel.de

Türkei behindert Kontrolle des UN-Waffenembargos gegen Libyen: Zum wiederholten Mal hat die türkische Regierung Marinesoldaten an der Kontrolle der Einhaltung des UN-Waffenembargos gegen Libyen gehindert. Durch sein Veto blockierte das türkische Außenministerium die Durchsuchung zweier Handelsschiffe, die womöglich für illegale Transporte nach Libyen genutzt werden könnten. Inzwischen gerät die Türkei selbst immer mehr in Verdacht in Waffengeschäfte mit dem Bürgerkriegsland verwickelt zu sein. Schon im November hatte die Regierung in Ankara den Abbruch einer Durchsuchung eines Containerschiffes durch deutsche Marinesoldaten erzwungen und der EU im Anschluss rechtswidriges Verhalten vorgeworfen. Die EU wiederum hatte bereits im September Sanktionen gegen ein türkisches Unternehmen verhängt, welches am Transport von Kriegsmaterial beteiligt gewesen sein soll.
dw.com

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Gastronomie nach Corona: Ob Restaurant oder Hotel, das Gastgewerbe leidet stark unter der Coronakrise. Umso wichtiger ist es, sich heute schon Gedanken über den Neustart nach dem Lockdown zu machen: Wie müssen sich Betriebe neu aufstellen? Wann gilt es, das eigene Portfolio zu überarbeiten – und wie? Wir treffen Erich Nagl, den Leiter der ETL ADHOGA, der Expertin in Sachen Steuern, Recht und Unternehmensführung für Hoteliers und Gastronomie zum Gespräch. youtube.com

Deutsch-Marokkanisches Verhältnis verschärft sich: Die deutsche Regierung hat ihre kritische Haltung gegenüber dem Umgang Marokkos mit der Westsahara bekräftigt. Wie das Auswärtige Amt auf eine Anfrage der Partei Die Linke erklärte, gebe es Berichte, „wonach eine Benachteiligung bis hin zu strafrechtlicher Verfolgung von Personen stattfinde, die sich offen gegen den marokkanischen Souveränitätsanspruch aussprächen“. Diese würden von der Regierung mit Sorge beobachtet. Marokkanische Medien berichteten unterdessen von einem Schreiben des Außenministers Nasser Bourita an Regierungschef Saad-Eddine El Othmani, in welchem er alle Ministerialabteilungen aufruft, jeden Kontakt und jede Interaktion sowohl mit der deutschen Botschaft als auch mit ihr verbundenen Organisationen und politischen Stiftungen auszusetzen. Die „Deutsche Welle“ berichtete unter Berufung auf marokkanische Diplomatenkreise, es gebe tiefgreifende Missverständnisse zwischen Rabat und Berlin – insbesondere in der Westsahara-Frage.
rp-online.de, dw.com

Mauritius entsendet Küstenwache zur Rettung von gestrandetem chinesischen Schiff: Die Küstenwache von Mauritius will in Kürze mit der Inspektion der „Lurong Yuan Yu“, einem unter chinesischer Flagge fahrenden Trawler, der am Sonntag auf ein Riff vor Pointe-aux-Sables (Nordwesten), nahe Port-Louis, auf Grund lief, beginnen. Er enthielt keine Ladung, aber 130 Tonnen Heizöl und 5 Tonnen Schmiermittel. Nun gilt es, zu prüfen, ob es irgendwelche Lecks gibt. Vor sieben Monaten erlebte Mauritius eine der schlimmsten Meeresverschmutzungen in seiner Geschichte mit der Grundberührung der MV Wakashio, die 1.000 Tonnen Heizöl in den türkisfarbenen Gewässern auslaufen ließ und den Zorn der Einwohner hervorrief.
africanews.com

UNO meldet hunderte Berichte über sexuelle Gewalt in Äthiopien: Der Konflikt in der äthiopischen Region Tigray spitzt sich immer mehr zu, auch wenn konkrete Nachrichten hierzu kaum mehr nach draußen gelangen. Nun vermeldete das Uno-Menschenrechtsbüro (OHCHR) „zutiefst erschreckende“ Berichte über sexuelle Gewalt: Mehr als 136 Vergewaltigungen wurden im Dezember und Januar in Krankenhäusern im Osten von Tigray gemeldet. Laut OHCHR dürfte die Dunkelzahl um ein Vielfaches höher liegen.
spiegel.de

Leiden der Zivilbevölkerung in Mosambiks Norden: Entführung und Mord dw.com
Todesfall in Nigeria: Sicherheitskräfte schießen vor Schule um sich n-tv.de
Africa CDC empfiehlt AstraZeneca-Vakzine nur für Länder ohne B.1.351-Nachweise aerztezeitung.de
Promis kritisieren Homo-Hass in Ghana bild.de

– BACKGROUND –

Afrikanische Medien bei Berichterstattung über Afrika häufig vom Ausland abhängig: Wenn afrikanische Medien über Nachrichten vom Kontinent berichten wollen, sind sie häufig von Medienunternehmen aus dem Ausland abhängig. Das zeigt sich auch bei einer Umfrage zu den beliebtesten Medienunternehmen in Afrika 2020: Nur sieben der Top25 waren afrikanisch, Platz eins belegt die BBC. Hierfür gibt es zwei Hauptursachen: Zum einen fehlende finanzielle Mittel. 63 Prozent der in der Studie untersuchten Medien hätten kein Geld für Korrespondenten in anderen afrikanischen Staaten und sind daher in ihrer Berichterstattung auf externe Quellen angewiesen, sagt Moky Makura, Direktorin der NGO „Africa No Filter“, die eine ausgewogene Berichterstattung über Afrika anstrebt. Der zweite Grund ist, dass einige Länder es mit der Presse- und Meinungsfreiheit nicht so ernst nehmen und unabhängig Berichterstattung behindert wird. Außerdem haben viele afrikanische Medien ein Glaubwürdigkeitsproblem, zum Beispiel in Nigeria oder Ghana, wo Medienhäuser häufig einflussreichen Persönlichkeiten gehören und so mitunter Zweifel an der Unabhängigkeit der Medien aufkommen. Westliche Medien und Agenturen würden dagegen als glaubwürdiger eingeschätzt, so der Medienwissenschaftler Ufuoma Akpojivi gegenüber der Deutschen Welle.
dw.com

Impfstoff-Lieferungen: Afrika muss hintenanstehen: Zu wenig Impf-Dosen, Kriege und Konflikte sorgen in vielen afrikanischen Ländern dafür, dass die Impfkampagnen nur langsam anlaufen. Die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation versucht, Impfstoff-Lieferungen zu finanzieren, doch es sind schlicht zu wenige um die gesamte Bevölkerung zu impfen. So kamen vergangene Woche etwa 4 Millionen Dosen AstraZeneca-Impfstoff via WHO nach Nigeria, ein Anfang, aber noch lange nicht genug. Im ersten Quartal 2021 können über das Covax-Programm wohl rund 90 Millionen Impfdosen nach Afrika geliefert werden. Allein auf Nigeria sollen 16 Millionen Impfdosen entfallen. Doch verglichen mit Bevölkerungszahlen von rund 200 Millionen scheint das nur wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Experten kritisieren, dass die Länder Afrikas genau wie zu Beginn der Pandemie, als es plötzlich einen weltweiten Engpass an Medikamenten und Hygieneprodukten gab, abermals hintenanstehen müssen.
tagesschau.de

Nigers Issoufou gewinnt den mit 5 Millionen Dollar dotierten „African Leadership Prize“: Für seine Arbeit zur Förderung des wirtschaftlichen Fortschritts und seine regionalen Bemühungen, die Bedrohung durch militante Islamisten einzudämmen, hat Nigers Präsident Mahamadou Issoufo den diesjährigen, mit 5 Millionen Dollar dotierten, Ibrahim-Preis für besondere Leistungen in der afrikanischen Führung erhalten. Issoufou wurde erstmals 2011 gewählt und 2016 wiedergewählt. Er trat nach zwei Amtszeiten zurück, im Gegensatz zu anderen afrikanischen Staatsoberhäuptern wie Alpha Conde aus Guinea und Alassane Ouattara von der Elfenbeinküste, die Verfassungsänderungen durchsetzten, um für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. „Angesichts schwerster politischer und wirtschaftlicher Probleme, darunter gewalttätiger Extremismus und zunehmende Wüstenbildung, hat Präsident Mahamadou Issoufou sein Volk auf einen Weg des Fortschritts geführt“, sagte Festus Mogae, Vorsitzender des Preiskomitees und ehemaliger Präsident von Botswana.
africanews.com

Amnesty wirft Rebellen, Armee und Söldnern in Mosambik Verbrechen vor: Rebellengruppen, Sicherheitskräfte und Söldner eines Militärunternehmens wird von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International vorgeworfen, Kriegsverbrechen verübt zu haben. Sie seien für die Tötung von Hunderten von Menschen verantwortlich, so zitiert die NZZ den Mosambik-Experten von Amnesty International in Deutschland, Ulrich Fehling. Insbesondere in der nördlichen Provinz Cabo Delgado, wo ein großes Vorkommen von Erdgas gefunden wurde, sei die Situation heikel.
nzz.ch

– ANGEZÄHLT –
Der Präsident von Burundi, Evariste Ndayishimiy, hat 40 Prozent der Häftlinge begnadigt, um die überfüllten Gefängnisse zu entlasten. Die Gefängnisse des ostafrikanischen Landes haben eine Kapazität von 4.100 waren laut Schätzungen einiger NGOs mit 13.200 Insassen aber heillos überfüllt.
africanews.com

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– ZITAT –

„Ich gehe durch diese schwierige Zeit wie jeder andere auch. Ich habe Menschen verloren, die mir nahestehen, geliebte Menschen. Aber ich blicke mit Zuversicht in die Zukunft. Wir werden diese Pandemie überwinden, und zwar dank der Solidarität Afrikas.“
Denise Nyakeru Tshisekedi, First Lady der Demokratischen Republik Kongo.
africanews.com

– ZULETZT –

Europas Auto-Schrottplatz liegt in Afrika Ausrangierte Gebrauchtwagen finden mehr und mehr ihren Weg in nach Afrika. – Tendenz steigend. Weltweit wurden zwischen 2015 und 2018 rund 14 Millionen alte Autos ausrangiert, 80 Prozent davon in Entwicklungsländer.
inforadio.de

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