KW 10: Erster Corona-Virus-Fall in Subsahara-Afrika, EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen trifft AU-Vertreter, Erste afrikanische Netflix-Serie angelaufen

– NEWS –

Erster Corona-Virus-Fall in Subsahara-Afrika: In der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos kam es zum ersten Corona-Virus-Fall. Es handle sich um einen Italiener, der in Nigeria arbeitet und zuvor aus Mailand in das Land geflogen sei. Sein Zustand sei stabil, Sicherheitsvorkehrungen wie die Suche nach Kontaktpersonen werden getroffen. Zuvor war es zu Ansteckungen in Algerien und Ägypten gekommen. In Afrika gelten 13 Länder als Risiko-Staaten aufgrund des schwachen Gesundheitssystems: Algerien, Angola, Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo, die Elfenbeinküste, Ghana, Kenia, Mauritius, Südafrika, Tansania, Uganda und Sambia.
spiegel.de

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen trifft AU-Vertreter: Am vergangenen Donnerstag ist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Addis Abeba geflogen, um mit Vertretern der Afrikanischen Union (AU) zu sprechen. Die EU wolle nicht mehr nur auf die Krise des Kontinents reagieren, sollen eine nachhaltige Partnerschaft entwickeln, vor allem in Hinblick auf das wirtschaftliche Potenzial des Landes. Lange war die AU von Korruptionsvorwürfen gebeutet und galt als Papiertiger, zuletzt gab es jedoch Fortschritte in gezielten strategischen Projekten. Vor dem Hintergrund, dass Länder wie China ihre Partnerschaft mit Afrika massiv ausgebaut haben, müsse auch die Europäische Union stärkere Kooperationen eingehen.
tagesschau.de

Erste afrikanische Netflix-Serie angelaufen: Mit “Queen Sono” ist die erste afrikanische Produktion beim Streaming-Anbieter Netflix verfügbar geworden. An 37 Orten mehrerer Staaten wurde die Serie gedreht. Im Fokus steht die Agentin Queen Sono. Die Serie ist mit politischen Narrativen gespickt, die Geschichten über Rassismus, Apartheid und Korruption erzählen. Dabei werden auch europäische Investoren kritisiert. Die Serie zeigt darüber hinaus die Kontraste des Kontinents – von modernen Metropolen bis hin zu armen Slums.
tagesspiegel.de

Afrikanische Union schickt 3000 Soldaten in die Sahelzone: Um den Terrorismus in Westafrika zu bekämpfen, hat die Afrikansche Union 3000 Soldaten in die Region geschickt. In den vergangenen vier Jahren sind 4000 Personen terroristischen Gruppierungen zum Opfer gefallen. Die EU, die Uno, Frankreich und die USA haben ebenfalls Truppen in der Sahelzone stationiert. Die USA kündigten an, ihr Kontingent zu reduzieren, während Frankreich aufstocken will. Die AU erklärte, es brauche afrikanische Lösungen für die Probleme und wollen den Frieden in der Region fördern. Terroristische Milizen destabilisieren eine Reihe von Staaten und verüben wiederholt Anschläge auf Soldaten und Zivilisten.
spiegel.de

Südafrikanisches Startup will Dosenwein in die USA exportieren: Südafrika gehört zu dem Top-10-Weinproduzenten weltweit und das Startup “Uncanny” möchte auf dieser Grundlage Dosenwein expandieren. Die Gründer visieren die USA an, wo Dosenwein sich wachsender Popularität erfreue. Die Verkaufszahlen würden sich in Südafrika gut entwickeln, sodass auch Partnerschaften in Europa ebenfalls denkbar seien. Das Startup legt wert darauf, dass die Dosen umweltfreundlicher hergestellt werden als gängige Modelle.
faz.net

Südafrikas Staatsschulden liegen auf untragbarem Niveau handelsblatt.com
„Die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen ist in Gefahr“ deutschlandfunk.de
Dritte Amtszeit für Guineas Präsidenten? dw.com
Siemens baut Windkraftanlage in der afrikanischen Republik Djibouti it-times.de

– BACKGROUND –

Ausländische Direktinvestitionen entfalten nicht ihre volle Wirkung in Afrika nicht: Der Wirtschaftswissenschaftler Abraham Mensah Acquah aus Ghana kommentiert in einem Artikel, dass ausländische Direktinvestitionen oft nicht den gewünschten Effekt bringen. Zum einen sei das Bankensystem in vielen afrikanischen Ländern unterentwickelt, aber auch bei der Finanzierung von Projekten sei oft ein Risiko verbunden. Die Investitionen versickern, was sowohl den afrikanischen Volkswirtschaften, als auch den Investoren schadet. Der Experte sieht Handlungsbedarf in den Regierungen, um Kredite effizienter zu verteilen.
theconversation.com

Afrikanische Staaten müssen Eurobonds zurückzahlen: In den kommenden Jahren werden Rückzahlungen von ausländischen Staatsanleihen in vielen afrikanischen Staaten fällig. Die sogenannten Eurobonds gelten für viele Volkswirtschaften als attraktive Option, um frisches Kapital zu erhalten – die eigenen Finanzmärkte sind oftmals zu unterentwickelt für diesen Prozess. Staaten, die sich wirtschaftlich stark entwickelt haben, haben bereits begonnen die Schulden abzubezahlen, darunter Südafrika, Marokko, Gabun, Ghana, Kenia und Nigeria. Dort seien die Gelder produktiv investiert worden. Allerdings gibt es auch Zahlungsschwierigkeiten in einigen Staaten wie Mosambik und Sambia. Der Experte Jürgen Kaiser, politischer Koordinator des Bündnisses “erlassjahr.de”, erklärt, dass in überschuldeten Staaten wie Sambia Eurobonds den wirtschaftlichen Druck verschärft hätten.
dw.com

Weihbischof Lohmann fordert Unterstützung für Niger: Weihbischof Rolf Lohmann ist seit knapp 40 Jahren der erste deutsche Bischof, der das westafrikanische Land Niger Anfang des Jahres besuchte. Nun ruft er zu Spenden für das Land auf. Seine Schilderungen über den Besuch sind von den Spuren Boko Harams geprägt – die islamistischen Terroristen hätten Zerstörung, Gewalt und Chaos hinterlassen. For Lohmann gilt, dass die Flüchtlingsarbeit vor Ort in den Vordergrund gerückt werden müsse – Binnenvertriebene befinden sich oftmals in gefährlichen Situationen. Ziel des Bischofs ist es, Partnerschaften aufzubauen, sodass Familien in Niger Vertriebene aufnehmen – dafür müsse jedoch die Finanzierung gesichert sein.
kirche-und-leben.de

Togo: Im Westen nichts Neues: Hans-Joachim Preuss, Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, kommentiert die Präsidentschaftswahlen aus Benin mit Besorgnis: Faure Gnassingbé wurde mit 72,4 Prozent als Präsident bestätigt und tritt seine vierte Amtszeit an. Dabei sei jedoch fraglich, wie robust die demokratische Fassade im Land tatsächlich sei. Zwar hätten gute wirtschaftliche Entwicklungen dem Präsidenten einen berechtigten Auftrieb verschafft, allerdings zeichnen sich Einschränkungen in den Bürgerrechten ab. Die Versammlungsfreiheit ist reglementiert und von 1,5 Millionen Diaspora-Togolesen durften weniger als 350 ihre Stimme für die Präsidentschaftswahl abgeben. Der soziale Friede sei weiterhin fragil. Der Präsident müsse zudem das Wirtschaftswachstum stabilisieren. Es zeichne sich jedoch kein Trend ab, dass demokratische Strukturen unter Gnassingbé besser werden würden.
ipg-journal.de

– ANGEZÄHLT –

In Ostafrika geht jeden Tag infolge der Heuschreckenplage Nahrung für 35.000 Menschen verloren.
berneroberlaender.ch

– ZITAT –

“Ich werbe dafür, dass wir in Europa einsehen: Eine gute Zukunft Afrikas ist für unsere Entwicklung und für die Entwicklung unseres ganzen Planeten von entscheidender Bedeutung.”
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf seiner Kenia-Reise.
zdf.de

– ZULETZT –

Aus Eritrea zu den Olympischen Spielen: Samuel Fitwi Sibhatu ist vor fünf Jahren aus Eritrea nach Europa geflüchtet. Mittlerweile ist er in Deutschland eingebürgert, absolviert eine Lehre als Maler und Lackierer und hat ein besonderes Talent: innerhalb kurzer Zeit hat der 23-Jährige eine Topform im Langstreckenlauf erreicht und hat nun einen Traum – er möchte sich für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizieren. Bis Mai hat er Zeit, seine Leistung dafür unter Beweis zu stellen.
sportschau.de

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