KW 1: Afrikanisches Freihandelsabkommen AfCFTA in Kraft getreten, Afrikanische Seuchenschutz-Behörde kritisiert Verteilung von Corona-Impfstoff scharf, Wohl neue Corona-Variante in Nigeria entdeckt

– NEWS –

Afrikanisches Freihandelsabkommen AfCFTA in Kraft getreten: Mit dem Beginn des neuen Jahres ist die mit vielen Hoffnungen verbundene Panafrikanische Freihandelszone (AfCFTA; African Continental Free Trade Area) gestartet. Als eine der größten Freihandelszonen der Welt wird sie mehr als 1,2 Milliarden Menschen in allen afrikanischen Staaten umfassen. Nach optimistischen Prognosen der Weltbank könnten durch den Wegfall bislang bestehender hoher Zölle und bürokratischer Hürden bis 2035 etwa 30 Millionen Menschen aus der Armut befreit werden sowie das Einkommen des Kontinents um 450 Milliarden Dollar (385 Milliarden Euro) wachsen. Auch die Bundesregierung erhofft sich viel von AfCFTA. Bereits 2019 verlieh Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einem Besuch in Südafrika der Hoffnung Ausdruck, dass damit der Übergang zu einem sich selbst tragenden Wirtschaftsaufschwung des Kontinents geschaffen werden könne. Ein auch kurzfristig positiver Impuls für die Volkswirtschaften Afrikas ist angesichts eines durch die Corona-Krise verursachten wirtschaftlichen Abschwungs von 3,2 Prozent im vergangenen Jahr dringend notwendig.
faz.net, zeit.de

Afrikanische Seuchenschutz-Behörde kritisiert Verteilung von Corona-Impfstoff scharf: Die afrikanische Seuchenschutz-Behörde hat vor einer „moralischen Katastrophe“ bei der weltweiten Verteilung der Corona-Impfstoffe gewarnt. Angesichts der Tatsache, dass zahlreiche wohlhabende westliche Staaten, darunter Deutschland, sich bereits vorab beträchtliche Mengen des verfügbaren oder bald zur Verfügung stehenden Impfstoffes gesichert haben, drohen die ärmeren Länder des Südens bislang in Relation zu ihrer Bevölkerungsanzahl leer auszugehen. Zwar begann Guinea vergangene Woche als erster afrikanischer Start mit Impfungen gegen das Corona-Virus, das Land verfügt aber bislang nur über 55 Dosen des russischen Impfstoffes Sputnik V. Damit war es. nur möglich, 25 ranghohe Staatsvertreter zu impfen.
deutschlandfunk.de

Wohl neue Corona-Variante in Nigeria entdeckt: Nach Angaben der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC kursiert in Nigeria eine neue Mutation des Coronavirus. Diese habe sich unabhängig von den jüngst bekannt gewordenen mutierten Varianten aus Großbritannien und Südafrika entwickelt, so der Leiter der Organisation John Nken­ga­song. Entdeckt wurde die neue Variante demnach bei zwei im August und Oktober entnommenen Proben. Ob und in welchem Ausmaß sie sich bereits im Land verbreitet hat, ist derzeit ebenso offen wie ihre Gefährlichkeit. Allerdings beruhigt Nkengasong, dass die in Nigeria aufgetretene Virus-Variante nicht exakt dieselbe Mutation N501Y vorweise wie die nach ersten Schätzungen bis zu 75 Prozent ansteckendere Mutation in Großbritannien.
aerzteblatt.de

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Schwere Angriffe im Niger fordern mehr als 100 Menschenleben: Bei einem Überfall Bewaffneter auf zwei Dörfer im Südwesten Nigers an der Grenze zu Mali sind verschiedenen Angaben zufolge mehr als 100 Menschen getötet worden. Das teilte die Regierung unter Premierminister Birgi Rafini am Wochenende mit, nachdem dieser die Anschlagsorte Tchombangou und Zaroumdareye besucht hatte. Bis zum Montag Abend bekannte sich niemand zu der Tat. Die Region Tillabéri gilt als Transitland für Flüchtende nach Europa und als Operationsgebiet mehrerer islamistischer Terrormilizen sowie krimineller nichtstaatlicher Organisationen. Immer wieder kommt es dort zu blutigen Angriffen auf Soldaten und die Zivilbevölkerung.
dw.com, tagesschau.de, taz.de

UN für Beobachtermission in Libyen: Im von ausländischen Kräften seit Jahren angeheizten Bürgerkriegsland Libyen planen die Vereinten Nationen die Einrichtung einer Beobachtermission, um die im Oktober vereinbarte Waffenruhe zwischen den Konfliktparteien zu überwachen. Damit sollen die innerlibyschen Akteure, die „Einheitsregierung“ in Tripolis sowie die Truppen und Verbündeten des abtrünnigen Generals Khalifa Haftar, gemeinsam über die Einhaltung der Ordnung in Libyen wachen. Allerdings muss der UN-Sicherheitsrat dem Vorhaben zustimmen. Dessen Mitglieder, vor allem Russland und Frankreich, sind in der Vergangenheit aber direkt in den Machtkampf im nordafrikanischen Staat verwickelt gewesen.
zeit.de

Virus-Mutation: Südafrika verschärft Corona-Einschränkungen: In Südafrika breitet sich die dort im vergangenen Jahr erstmals entdeckte mutierte Variante des Corona-Virus weiter aus. Derzeit infizieren sich täglich über 10.000 Menschen neu mit Corona, bei einer Bevölkerungsanzahl von 56 Millionen Menschen sind bislang 27.000 Menschen an den Folgen des Virus verstorben. Als Reaktion darauf kündigte Präsident Cyril Ramaphosa eine Ausgangssperre von 21 bis 6 Uhr an. In den nächsten zwei Wochen sind zudem Versammlungen in Räumen oder im Freien verboten. Des Weiteren gilt erneut ein Verbot zum Verkauf von Alkohol. Verstöße gegen das Maskengebot können bis zu sechs Monate Haft nach sich ziehen.
rnd.de

Trotz brutaler Unterdrückung der Opposition weiter Entwicklungshilfe für Uganda, Tansania und Simbabwe sueddeutsche.de
Spanische Marine rettet 150 Migranten vor Gran Canaria zeit.de
Äthiopische Regierung tötet angeblich Täter des Massakers zeit.de
Trotz Kritik: Tansania erlaubt Jagd auf Zebras und Antilopen faz.net

– BACKGROUND –

„Open Arms“ rettet 265 Migranten vor Libyen: Das spanische Rettungsschiff Open Arms hat in den vergangenen Tagen 265 Menschen in Seenot vor der Küste Libyens gerettet. Nach Angaben der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, die das Schiff im Mittelmeer betreibt, habe sich Malta geweigert, die Migranten aufzunehmen. Angesichts der zu erwartenden schwierigen Wetterlage erteilte nun das italienische Sizilien eine Landegenehmigung. Nach der Ankunft müssen sich die mehrheitlich aus Eritrea stammenden Flüchtenden allerdings für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Immer wieder verweigern europäische Regierungen privaten Seenotrettern die Landegenehmigung.
derstandard.de

Ghanas Opposition stellt Wahlergebnis infrage: Die oppositionelle Partei NDC (National Democratic Process) wirft dem am 10. Dezember wiedergewählten Präsidenten Nana Akufo-Addo Wahlbetrug vor. Einen Tag vor dem Jahreswechsel beantragte der NDC beim Obersten Gerichtshof die Aufhebung des Ergebnisses. Bei der Wahl hatte sich Akufo-Addo mit 51,59 Prozent gegen Herausforderer und Ex-Präsident John Mahama mit 47,37 Prozent durchgesetzt. Mama zufolge müsse die Wahl annulliert werden, da keiner der Kandidaten auf die erforderliche Anzahl von Stimmen gekommen sei. Zwar gilt Ghana als eine der stabilsten Demokratien des Kontinents, dennoch gingen die Wahlen mit Protesten und Gewalt einher, die fünf Todesopfer forderten. Beweise für etwaigen Wahlbetrug hat der NDC allerdings noch nicht vorgelegt.
dw.com

Oppositionsführer in Elfenbeinküste aus Haft entlassen: Pascal Affi N’Guessan, Anführer der Opposition in der Elfenbeinküste, ist nach zwei Monaten aus dem Arrest entlassen worden. Affi N’Guessan war nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Oktober vergangenen Jahres inhaftiert worden, weil er den Sieg des amtierenden Präsidenten Alassane Ouattara angezweifelt hatte und einen Übergangsrat als Gegenregierung ins Leben gerufen hatte. Ouattara hatte die Wahl auf dem Papier mit 94 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen. Dies war aber von heftigen Protesten begleitet worden, da es sich um die dritte Amtszeit Ouattaras handelte, während die ursprüngliche, von Ouattara selbst geänderte, Verfassung nur zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten erlaube. Die Freilassung Affi N’Guessans dürfte nun ein Teil der Bemühungen Ouattaras sein, die Beziehungen zwischen Regierung und Opposition wieder zu normalisieren.
reuters.com

– ANGEZÄHLT –

Vor 90 Jahren, am 4. Januar 1931, flog die erst 23-jährige Hannoveranerin Elly Beinhorn siebentausend Kilometer von Berlin nach Guinea-Bissau – mit einem Sperrholz-Kleinflugzeug.
deutschlandfunk.de

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– ZITAT –

„Die Schaffung eines europäischen Binnenmarktes hat sich über Jahrzehnte hingezogen, doch von Afrika wird erwartet, dass alles in fünf Jahren fix und fertig ist.“
Der Generalsekretär der seit Jahresbeginn in Kraft getretenen Freihandelszone AfCFTA, Wamkele Mene, dämpft im Interview mit der FAZ allzu große Erwartungen an die damit verbundenen Chancen und Hoffnungen.
faz.net

– ZULETZT –

Entwicklungsminister Müller will Internetkonzerne an Impfstoff-Finanzierung beteiligen: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat einen finanziellen Beitrag von Internetgiganten wie Amazon, Facebook, Google und Co. zur Bereitstellung von Impfdosen für ärmere Länder des globalen Südens ins Spiel gebracht. Müller zufolge hätten besagte Konzerne in der Krise solche Gewinne gemacht, dass eine Beteiligung an der Bewältigung der Krise angemessen wäre. Konkret geht es um Gelder für die internationale Impfplattform Covax, die die gerechte globale Verteilung von Corona-Impfstoff zum Ziel hat.
nordbayern.de

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