KW 09: Nigeria bestätigt neue Entführung von Schülerinnen, Wahlkampfauftakt in Ägypten, Berlinale Africa Hub

– NEWS –

Nigeria bestätigt neue Entführung von Schülerinnen: Die nigerianische Regierung hat am Sonntag erstmals bestätigt, dass bei dem Überfall der Boko Haram auf eine Schule im nordöstlichen Bundesstaat Yobe am Montag letzter Woche 110 Mädchen verschleppt worden sind. Bereits am Donnerstag hatten sich die Eltern mit einer Liste von 105 Vermissten an die Öffentlichkeit gewandt. Die Regierung hatte zunächst Berichte über die Entführung zurückgewiesen. Der Vorfall erinnert an die Verschleppung von 200 Mädchen aus einer Schule in Chibok im Bundesstaat Borno vor vier Jahren.
taz.de

Wahlkampfauftakt in Ägypten: In Ägypten hat am Samstag offiziell der Wahlkampf für die Präsidentenwahl im März begonnen. Spannend wird es allerdings nicht, die Wiederwahl von Präsident Abdel Fattah al-Sisi gilt mangels aussichtsreichem Gegenkandidaten als sicher. Gegner ist der Kopf der liberalen Al-Ghad-Partei, Mousa Mostafa Mousa, ein Unterstützer al-Sisis. Wahlhelfer werben nun im ganzen Land bei der Bevölkerung für eine Stimmabgabe. Gewählt wird dann vom 26. bis zum 28. März.
derstandard.at

Ramaphosa will Land umverteilen: Südafrikas neuer Präsident Cyril Ramaphosa will die Umverteilung des Landbesitzes in Südafrika voranbringen. Auch 24 Jahre nach der Apartheid besitzen Weiße immer noch das meiste Land. Dies sei eine „Erbsünde“ Südafrikas. Bei der Umverteilung müsse man aber behutsam vorgehen. Es dürfe keine Gewalt geben und die Landwirtschaft dürfe nicht beeinträchtigt werden. Notfalls müssten die Enteignungen aber auch entschädigungslos durchgesetzt werden.
derstandard.at

Ausnahmezustand in Äthiopien: In Äthiopien ist vorletzten Freitag für sechs Monate der Ausnahmezustand verhängt worden. Versammlungen sind verboten, die Pressefreiheit eingeschränkt, Polizei und Militär dürfen ohne richterliche Anordnung Verhaftungen vornehmen. Ministerpräsident Desalegn Hailemariam war kurz zuvor zurückgetreten und begründete dies mit  „Unruhen und politischen Problemen“. Mit seinem Rücktritt wolle er Reformen ermöglichen, die zu „Frieden und Demokratie“ führen sollten. Proteste gegen Landraub und Vertreibung führten 2016 zu schweren Ausschreitungen mit Hunderten Toten. Politisch hat sich das Land davon nicht wieder erholt. Eine neue Regierungsbildung soll die Lage nun befrieden, die Regierungspartei EPRDF muss sich dringend neu positionieren. Das Ausland kritisierte den Ausnahmezustand scharf.
taz.de

Trauer um Morgan Tsvangirai: Tausende Trauernde haben letzten Dienstag in Simbabwes Hauptstadt Harare dem verstorbenen Oppositionsführer Morgan Tsvan­girai die letzte Ehre erwiesen. Tsvangirais war am 14. Februar in Südafrika einem schwerem Krebsleiden erlegen. Auch der neue Präsident Emmerson Mnangagwa erwies dem Verstorbenen in dessen Familienresidenz im Stadtteil Highlands die letzte Ehre. Für viele gilt Tsvan­girai als Held im Kampf für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unter der Herrschaft des ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe.
taz.de

EU setzt auf Anti-Terror-Gruppe in der Sahelzone handelsblatt.com
Frankreich zieht sich aus umstrittenen Projekt zur Finanzierung der Landwirtschaft in afrikanischen Staaten zurück euractiv.de
Drei Tote bei Protesten gegen Präsident Kabila im Kongo derstandard.at

– BACKGROUND –

Berlinale Africa Hub: Zum zweiten Mal präsentierte der „Berlinale Africa Hub“ das afrikanische Kino und die Produktionsmöglichkeiten in Afrika auf dem European Film Market der Berlinale. Eine Möglichkeit der Finanzierung stellt dabei der World Cinema Fund (WCF) des Auswärtigen Amtes und der Kulturstiftung des Bundes dar. Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel mit den Mitteln des Fonds drei sudanesische Filmprojekte unterstützt. Der Einfluss reicht sogar bis in den Wettbewerb der Berlinale, wo der WCF mit in der Auswahlkommission sitzt. Förderungsstrukturen gibt es darüber hinaus in Afrika nicht. „Wir haben keinerlei Unterstützung seitens der Regierung und versuchen, so gut es geht allein zurecht zu kommen“, sagt die kongolesische Filmemacherin Machérie Ekwa Bahango.
dw.com

Smartphones verlieren Marktanteil: Der Anteil von Smartphones an den in Afrika verkauften Mobiltelefonen ist zurückgegangen. 2016 lag dieser noch bei 45 Prozent. 2017 waren es jetzt nur noch 39 Prozent. In Afrika gibt es noch viele Erstnutzer von Mobiltelefonen und die greifen wohl lieber zu den einfacheren und billigeren Modellen. Marktführer ist der chinesische Anbieter Transsion, der Samsung die Vormachtstellung abgerungen hat. Beide liegen aber mit 28 Prozent bzw. 27 Prozent Marktanteil Kopf an Kopf.
heise.de

– ANGEZÄHLT –

2,6 Millionen Kinder sterben weltweit, bevor sie den ersten Lebensmonat erreichen. Acht von zehn Ländern mit der höchsten Baby-Sterblichkeitsrate liegen im Afrika südlich der Sahara. Dort würden schwangere Frauen wegen Armut, Krieg und schwachen Institutionen gesundheitlich häufig schlechter betreut als in anderen Ländern.
taz.de

– ZITAT –

„Es muss wirklich Entwicklung sein und nicht nur Unterstützung. Hier sehe ich ganz Europa in der Pflicht. Im Grunde ist es eine Aufgabe der entwickelten Welt.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert in ihrer wöchentlichen Videobotschaft eine Weiterentwicklung der deutschen Afrika-Politik.
nrz.de

– ZULETZT –

Black Panther erobert Afrika: Der erste schwarze Superheld „Black Panther“ erobert die Kinosäle Afrikas. Über Tage waren alle Kinovorstellungen ausverkauft. Der Film ist bereits nach wenigen Tagen ein Kultfilme, weil er wie Balsam für das geschundene afrikanische Selbstbewusstsein zu sein scheint. „Ich habe mich noch nie so stolz gefühlt“, schreibt eine Nigerianerin auf Twitter. Die Zeitungen sind voll von euphorischen Besprechungen. Zum ersten Mal seit der Geburt des schwarzen Comic-Helden vor einem halben Jahrhundert gibt es jetzt einen Film. Inszeniert wurde die Disney-Produktion vom afroamerikanischen Regisseur Ryan Coogler. Und auch der Look ist vom derzeit angesagten Afro-Futurismus inspiriert.
stuttgarter.nachrichten.de

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