KW 08: Heuschreckenplage in Ostafrika, Digitale Banken in Südafrika, Einheitsregierung im Südsudan

– NEWS –

Bedrohliche Heuschreckenplage in Ostafrika: Eine ungewöhnliche Heuschreckenplage belastet Ostafrika, vor allem Somalia, Kenia und Äthiopien sind davon betroffen. Die starken Regen der vergangenen Monate haben die Brutbedingungen für die Tiere begünstigt. Für Landwirte ist dies eine besondere Bedrohung – ab April werden neue Kulturpflanzen angebaut. Sollte die Anzahl der Heuschrecken bis dahin nicht unter Kontrolle sein, droht Hunger – die Insekten zerstören die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Mit Unterstützung der UN kämpfen die Menschen daher mit Chemikalien gegen die Verbreitung der Heuschrecken – dabei werden auch Flugzeuge eingesetzt, die weite Flächen von der Plage befreien sollen. Jedoch bewegen sich die Tiere schnell und legen bis zu 150 Kilometer am Tag zurück.
zeit.de, zdf.de

Boom digitaler Banken in Südafrika: In Südafrika geraten traditionelle Geldinstitute unter Druck – es gibt Schließungen und Schwierigkeiten mit der Solvenz. In die Nische des modernen Konsumverhaltens preschen junge, digitale Banken hervor. Diese versprechen Finanzdienstleistungen ohne bürokratische Hürden, wie die “Tyme Bank”, die in Kapstadt in einem Supermarkt einen Automaten aufgebaut hat. Eine “Botschafterin” der Bank hilft bei den ersten Schritten. Lediglich die Personalausweis- und Handynummer sind nötig, um in kurzer Zeit eine Debit-Karte aus dem Bankautomaten zu erhalten. Das Finanz-Ökosystem des Landes gibt ein Indiz darauf, wie künftige Geschäftsmodelle aussehen – näher am Kunden, ohne komplizierte Konditionen.
faz.net

Einheitsregierung im Südsudan möglich: Salva Kiir, Präsident des Südsudans, stimmte einer zentralen Forderung der Opposition zu: eine Neuordnung der Bundesstaaten soll möglich sein. Damit ebnet er den Weg für eine Einheitsregierung. Er sieht in der geografischen Neuordnung einen schmerzhaften Prozess, der jedoch unabdingbar für den Frieden in der Region sei. 2018 unterzeichnete Kiir ein Friedensabkommen mit Oppositionsführer Riek Machar und einigte sich auf eine Einheitsregierung. 2011 hatte der Südsudan seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt – infolgedessen tobte ein Bürgerkrieg im Land, der fast 400.000 Menschen da Leben kostete.
dw.com

Entwicklungsminister Gerd Müller fordert stärkeren EU-Fokus auf Afrika: Im Interview kritisiert Entwicklungsminister Gerd Müller, dass auf der Münchener Sicherheitskonferenz das Thema Afrika zu wenig diskutiert wird und mahnt die EU zu einer gemeinsamen Lösung für die Herausforderungen, die sich auf dem Kontinent anbahnen. Er merkt an, dass die Bevölkerung Afrikas sich bis 2050 verdoppeln wird – Wassermangel, Hunger und Elend zeichnen sich vielerorts ab. Bei seinen Besuchen in Nigeria und dem Sudan hat er sich selbst davon überzeugt, welche Rolle der Klimawandel dabei spielt. Diese Länder seien am stärksten von klimabedingten Dürren und Wassermangel betroffen. Müller will höhere Investitionen seitens der EU und einen “Jahrhundertvertrag” – bisher sei die EU de facto kaum präsent bei der Bekämpfung von destabilisierenden Faktoren, die Terrorismus und Krieg begünstigen.
n-tv.de

Korruptionsvorwürfe: Afrikas Fußballchef Ahmad Ahmad soll 24 Millionen Dollar veruntreut haben: Der Chef des afrikanischen Fußballverbands Caf, Ahmad Ahmad, soll zwischen 2017 und 2019 Millionen Dollar in der Organisation abfließen lassen – in zum Teil undurchsichtige Kanäle. Ein Finanzbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) legt verdächtige Transaktionen dar. Oft fehlten bei Überweisungen Verwendungszweck und Informationen zur Nachverfolgung. Ein Ethikverfahren soll klären, wohin die Gelder tatsächlich geflossen seien.
sueddeutsche.de

Braucht Westafrika Hilfe im Kampf gegen Piraten? dw.com
EU bezahlt Niger für Sperren der Fluchtroute – es gäbe humanere Maßnahmen focus.de
Kamerun wählt neues Parlament dw.com
Geflüchtete aus Eritrea demonstrieren in Frankfurt fr.de

– BACKGROUND –

Startup will Gesundheitsversorgung durch moderne Monitore verbessern: Das Startup GOAL-3 hat es sich zum Ziel gemacht, das dritte Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen – “Gesundheitsversorgung für alle” – in Afrika zu unterstützen. Dafür werden Krankenhausmonitore entwickelt, die Vitalwerte wie Puls und Blutdruck messen. Für die Entwickler sei es wichtig, die Monitore so auszubauen, dass sie den Tod durch heilbare Krankheiten verhindern. Blutvergiftungen seien ein häufiges Problem in vielen afrikanischen Ländern – mit moderner Messung der Sauerstoffwerte sei es allerdings möglich, Todesfälle merklich zu reduzieren. Allerdings sei es eine Herausforderung eine breite Akzeptanz der Technik auch in Krankenhäusern zu erreichen.
innovationorigins.com

Klimaaktivistin Nakate gegen Ölförderung: Die ugandische Klimaaktivistin Vanessa Nakate wurde aus zweifelhaften Gründen berühmt – man hatte sie aus einem Foto herausgeschnitten, in dem sie neben anderen Klimaaktivistinnen wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer steht. Die Symbolkraft des Bildes nutzt Nakate, um mehr Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu gewinnen. Afrika würde häufig in Klimadiskussionen vergessen, dabei ist der Kontinent aufgrund der Hitze und Dürre stark betroffen. Die 23-Jährige berichtet davon, dass es jedoch schwierig sei vor Ort ein starkes Momentum wie in Europa für Klimaaktivismus zu schaffen – der Fokus der meisten Menschen läge auf der finanziellen Not, Interesse an Klimaschutz sei begrenzt. Gleichzeitig gestatten oft repressive politische Systeme keinen öffentlichen Aktivismus. Eine hohe Priorität haben Ölförderungen in der Region. Nakate ist strikt dagegen – zwar würden Ölförderungen kurzfristig Geld bringen, langfristig sei die Konsequenz jedoch Zerstörung.
derstandard.de

Radio weiterhin beliebt in Afrika: Das Radio bleibt in Afrika das beliebteste Medium für den Zugang zu Information. Vor allem in ländlichen Gegenden, die keinen sicheren Zugang zu Elektrizität haben, sei es für die Bevölkerung wichtig, Nachrichten über batteriebetriebene Radios zu empfangen. Zusätzlich haben noch viele Handys einen UKW-Empfang in Afrika. Radiosender stellen sich jedoch auch auf digitale Technologien ein – obwohl die wachsende Beliebtheit sozialer Medien kaum Zuhörer kostet. Sie bieten zunehmend Radioformate auch auf Facebook und Twitter an. Eine Hürde bleibt die politische Stabilität – autoritäre Regierungen unterbinden den Ausbau des Radiofunks. In stabileren Staaten wie Südafrika hingegen rüstet man auf digitale Übertragungsstandards um.
dw.com

Unklarheit über Aktivitäten russischer Söldner in Afrika: Immer wieder werden Berichte über russischen Söldner in unterschiedlichen Ländern in Afrika laut – zuletzt wiederholt aus Libyen. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass privatwirtschaftliche Söldner in mehreren Staaten präsent sind. Unter anderem in der Zentralafrikanischen Republik. Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte zwar, dass es dort offizielle Ausbildungsmaßnahmen mit Unterstützung russischer Offiziere gegeben haben soll, jedoch haben Investigativjournalisten Verbindungen zur privaten Sicherheitsfirma “Wagner” ausfindig gemacht, die Söldner nach Afrika entsenden soll. In Russland ist es gesetzlich verboten private Söldner ins Ausland zu schicken.
deutschlandfunk.de

– ANGEZÄHLT –

Afrikas Elefantenpopulation ist seit 1979 von 1,3 Millionen Tieren auf ein Viertel gesunken.
rnd.de

– ZITAT –

“Die Lage in Libyen ist in höchstem Maße beunruhigenden. Die Feuerpause der Konfliktparteien hängt am seidenen Faden und ist bereits mehr als 150 Mal gebrochen worden.”
Stephanie Williams, UN-Vize-Sondergesandte, zum Konflikt im nordafrikanischen Staat.
tagesspiegel.de

– ZULETZT –

Kenianer vertritt internationale Studierende an der Uni Oldenburg: Der 29-jährige Seith Onyango aus Kenia ist zum Vertreter der internationalen Studierenden gewählt worden und übermittelt Verbesserungswünsche an die Hochschulverwaltung. Unter anderem geht es um die Ausweitung der Sprachkurse und Unterstützung bei Arztbesuchen. Der junge Mann hat in Oldenburg eine besondere Leidenschaft entwickelt: Grünkohl. Er ist diesen zu traditionellen Gerichten aus Kenia. Für Studierende organisiert er Kohlfahrten gemeinsam mit deutschen Kommilitonen, um sich kulinarisch der Kultur zu nähern.
nwzonline.de

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