KW 08: Cyril Ramaphosa ist Südafrikas neuer Präsident, Ermittlungen gegen Zumas Korruptionsnetzwerk, Mehr Vielfalt in der Film- und Fernsehlandschaft

– NEWS –

Cyril Ramaphosa ist Südafrikas neuer Präsident: Cyril Ramaphosa ist am Donnerstag vor dem Parlament als neuer Staatschef Südafrikas vereidigt worden. Kur zuvor hatten ihn die Abgeordneten per Akklamation gewählt. Bereits im Dezember war Ramaphosa zum Vorsitzenden von Südafrikas Exbefreiungsbewegung ANC gewählt worden. Er galt seitdem als designierter neuer Präsident. Der bisherige Präsident Jacob Zuma war am Mittwoch nach neun Jahren im Amt und zahlreichen Korruptionsskandalen zurückgetreten. Die ANC-Führung hatte ihn kurz zuvor dazu aufgefordert und mit einem Misstrauensvotum gedroht.
taz.de

Ermittlungen gegen Zumas Korruptionsnetzwerk: Südafrikas Polizei geht gegen das Korruptionsnetzwerk des gerade zurückgetretenen Präsidenten Jacob Zuma vor. Im Fokus steht die indische Unternehmerfamilie Gupta. So wird der älteste der drei Gupta-Brüder, Ajay Gupta, bereits mit Haftbefehl gesucht. Eine Belohnung von umgerechnet 10.000 Euro wurde ausgesetzt. Auch die anderen Gupta-Brüder Atul und Rajesh sowie ihre Ehefrauen und mehrere Geschäftspartner werden polizeilich gesucht. Man geht davon aus, dass sich Ajay Gupta noch im Land aufhalte und von einem privaten Sicherheitsdienst beschützt werde.
taz.de

EU will afrikanische Landwirtschaft stärken: Um Flucht und Migration wirkungsvoll zu bekämpfen, will die EU künftig verstärkt die Landwirtschaft in Afrika fördern. Landwirtschaftskommissar Phil Hogan hat hierfür am Montag den zuständigen Ministern einen konkreten Plan vorgelegt. Eine Kommission aus Experten von Universitäten, Unternehmen und NGOs soll hierzu Wege für mehr Investitionen aufzeigen. Angekurbelt werden soll der Handel innerhalb der afrikanischen Länder, aber auch die Exporte.
faz.net, swr.de

Aktivisten im Sudan freigelassen: Im Sudan sind zahlreiche Aktivisten wieder freigelassen worden, die im letzten Monat festgenommen worden sind, nachdem sie gegen den Anstieg von Lebensmittelpreisen protestiert hatten. Darunter sind auch führende Vertreter der Opposition. Am Donnerstag hatten die USA den Druck erhöht und sich über die Festnahme von „hunderten politischen Anführern, Aktivisten und einfachen Bürgern“ besorgt gezeigt und erklärt, viele Aktivisten würden unter „unmenschlichen Bedingungen“ festgehalten. Noch immer befinden sich zahlreiche Aktivisten in Haft.
derstandard.at

Liberia: Ex-Präsidentin für gute Regierungsführung geehrt spiegel.de
Simbabwes Oppositionschef Morgan Tsvangirai stirbt an Darmkrebs derstandard.at
Frühere Vizepräsident der im Kongo kämpfenden FDLR-Miliz muss aus Deutschland ausreisen taz.de

– BACKGROUND –

Wie China Afrika umkrempelt: Die chinesische Wirtschaftswissenschaftlerin Irene Sun vergleicht in ihrem Buch“The Next Factory of the World“ die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika mit der von China vor 30 Jahren und beschreibt, wie die chinesischen Investitionen Afrika gerade transformieren. In den vergangenen Jahren haben sich tausende Chinesen in afrikanischen Ländern niedergelassen und etwa 10.000 Unternehmen gegründet. Davon sind etwa ein Drittel in der Fertigung tätig. Afrika ist Teil der globalen „One Belt, one Road“-Initiative, der „Neuen Seidenstraße“. Bereits 2009 überholte China die USA als Afrikas größter Handelspartner. Während sich der US-Handel mit Afrika seitdem halbierte, verdoppelte er sich zwischen China und dem afrikanischen Kontinent auf fast 200 Milliarden US-Dollar.
derstandard.at

Mehr Vielfalt in der Film- und Fernsehlandschaft: 17 Organisationen der afrodiasporischen, afrikanischen, Schwarzen Communities in Deutschland haben zum Auftakt der Berlinale mehr Vielfalt in der Film- und Fernsehlandschaft gefordert. Es fehle im internationalen Kino an Vorbildern für Kinder- und Jugendliche. Es fehlten Filme, bei denen die Vielfalt, Kreativität und Herausforderungen Afrikas und der afrikanischen Diaspora im Zentrum stünden – und bei denen Schwarze Frauen tragende Rollen spielten. Gefordert werden die Einführung von Diversity Standards für die Film- und Fernsehförderung in Deutschland, mehr Vielfalt bei der Auswahl der Studierenden an Film- und Schauspielschulen und eine neue Berechnung der Einschaltquote im Fernsehen, die die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegle.
eto-archiv.de

Kraftvolle Kampfansage der Künstlerinnen: Auf der Cape Town Art Fair in Kapstadt präsentiert eine Sonderausstellung Werke von Künstlerinnen aus unterschiedlichen Teilen Afrikas. Besonders im Zentrum steht dabei die Rolle der Frau in den afrikanischen Gesellschaften. So beschäftigt sich die ugandische Künstlerin Stacey Gillian Abe mit den stereotypen Blick auf den weiblichen Körper und die damit verbundenen gesellschaftlichen Normen. Ein mutiges Werk, denn vor dem Hintergrund des umstrittenen Pornografie-Gesetzes in Uganda könnte ihr sogar eine Gefängnisstrafe drohen. Die Gefahr, unter die Künstlerinnen arbeiten und das Neuland, das sie betreten, klingt im Untertitel der Ausstellung, „From No Fixed Place“, mit.
deutschlandfunkkultur.de

– ANGEZÄHLT –

In 17 von 54 afrikanischen Staaten hat das Bio-Handelsunternehmen Gepa Partner. Tendenz steigend. Das Engagement auf dem Kontinent rührt daher, dass die lokalen Märkte dort durch billige Agrar-Importe aus Europa zerstört werden.
nordbayern.de

– ZITAT –

„Die Münchner Sicherheitskonferenz unterschätzt die Risiken total, die von der Armut Afrikas ausgehen. Es ist doch eine komplette Fehleinschätzung, dass die MSC Afrika erst auf Platz 10 der weltgrößten Risiken für den Weltfrieden sieht.“
Entwicklungsminister Müller hält Afrika für einen Kontinent „mit großem Kriegspotential“ und fordert von den USA und Europa mehr Aufbauhilfe.
handelsblatt.com

– ZULETZT –

Kommunikationsriesen diskriminieren Afrika: Telekommunikationsgesellschaften, die sowohl in Afrika als auch in Europa aktiv sind, behandeln ihre afrikanischen Kunden schlechter. Zu diesem Ergebnis kommt die NGO „Internet Without Borders“ in einer neuen Studie. Untersucht wurden ungünstige Vertragsbedingungen für Kunden im Senegal und in Kenia. So werden zum Beispiel die Vertragsbedingungen für Prepaid-Verträge nicht auf der Webseite veröffentlicht und die Unternehmen behielten sich das Recht vor, eine Internetverbindung jederzeit zu kappen.
heise.de, internetwithoutborders.org

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