KW 07: Südafrika wartet auf Zumas Rücktritt, Sisis Gegenkandidat weist Vorwürfe zurück, Neuer Fördertopf für Afrika

– NEWS –

Südafrika wartet auf Zumas Rücktritt: In Südafrika spitzt sich die Lage für Präsident Jacob Zuma zu. Seine für letzten Donnerstag angekündigte Rede zur Lage der Nation war verschoben worden. Während im Hintergrund führende ANC-Vertreter den Präsidenten zum Rücktritt bewegen wollen, macht die Opposition offen mobil. Sie hat landesweit zu Protesten aufgerufen, ein geplantes Misstrauensvotum gegen Zuma soll vorgezogen werden. Am Montag wollte der erweiterte Parteivorstand der Regierungspartei ANC noch einmal über die Zukunft Zumas beraten. Der Parteivorsitzende und bisherige Vizepräsident Cyril Ramaphosa hatte gestern auf einer Kundgebung erklärt, das Gremium werde im Interesse der Nation den Übergang der Macht einleiten.
faz.net, tagessschau.de

Sisis Gegenkandidat weist Vorwürfe zurück: Am Ende gab es dann doch noch einen Gegenkandidaten für Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi. Moustafa Moussa von der säkularen Partei Al-Ghad unterstützte die Politik al-Sisis bislang. Beobachter bewerten die Last-Minute-Kandidatur deswegen als Schachzug der Regierung, damit al-Sisi für die Abstimmung vom 27. bis zum 28. März zumindest auf dem Papier einen Gegenkandidaten hat. „Unsere Kandidatur ist keine Augenwischerei“, versucht derweil Moussa Bedenken zu zerstreuen. Er erhoffe sich zumindest befriedigende Ergebnisse und neuen Schwung für seine Partei, erklärte er die Beweggründe für seine Kandidatur.
derstandard.at, derstandard.at

Neuer Fördertopf für Afrika: Die EU will mit einem neuen Fonds die Wirtschaft in Afrika ankurbeln. Mit 3,35 Milliarden Euro aus dem europäischen Haushalt sollen bis 2020 Investitionen im Volumen von 44 Milliarden ausgelöst werden. Die Mittel werden via Kreditgarantien vergeben. Dies soll vor allem als Hebel für unternehmerisches Investment wirken. Die ersten drei Jahre gelten nun als Testlauf. Im neuen EU-Haushalt ab 2021 könnten mehr Mittel fließen. Im Hintergrund gibt es aber Streit, wer über die Vergabe der Mittel entscheiden soll. In Frage kommen die EU-Kommission, die Europäischen Investitionsbank (EIB) oder die Mitgliedsstaaten.
handelsblatt.com

Mogadishu-Attentäter zu Tode verurteilt: Nach dem schlimmsten Bombenanschlag in der Geschichte Somalias vor dreieinhalb Jahren ist letzte Woche ein 23-Jähriger als Drahtzieher des Angriffs von einem Militärgericht zum Tode verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann eine Zelle der islamistischen Al-Shabaab-Miliz befehligt haben soll, die in Mogadishu einen Lastwagen in die Luft gesprengt hat. Bei dem Anschlag auf eine belebte Kreuzung sind 500 Menschen ums Leben gekommen, 300 weitere wurden verletzt.
derstandard.at

Deutschland entschädigt 25.000 algerische Juden: Deutschland will erstmals eine große Gruppe von Holocaust-Überlebenden aus Algerien entschädigen. Entschädigt werden sollten nun Juden, die zwischen Juli 1940 und November 1942 in Algerien lebten und unter Nazi-Verfolgung litten. Diese Gruppe habe unter anderem mit Beschränkungen im Bereich der Bildung, des politischen Lebens und der Arbeit kämpfen müssen. Es handele sich um schätzungsweise 25.000 algerische Juden, von denen die meisten heute in Frankreich lebten, teilte die Claims Conference in Tel Aviv mit. Rund 3.900 der Betroffenen lebten in Israel. Die algerischen Juden sollten eine einmalige Zahlung von jeweils 2.556 Euro erhalten.
spiegel.de, dw.com

Boko Haram lässt in Nigeria 13 Geiseln frei derstandard.at
In Kongos Provinz Ituri flammt der Milizenkrieg erneut auf taz.de
USA schieben seit Trump doppelt so viele Flüchtlinge nach Afrika ab bento.de

– BACKGROUND –

Ölbohrungen im Naturschutzgebiet: Kongos Präsident Joseph Kabila hat in letzter Instanz die Aufnahme von Probebohrungen im Salonga-Nationalpark genehmigt. Der Salonga-Park ist mit 33.350 Quadratkilometern der größte geschützte tropische Regenwald Afrikas und der zweitgrößte der Welt. Die für Menschen unzugänglichen bewaldeten Sümpfe erstrecken sich Hunderte von Kilometern und bieten den Bonobo-Waldschimpansen, Waldelefanten und seltenen Fisch- und Vögelarten eine Heimat. Für viele Arten der letzte Ort an denen sie in freier Wildbahn vorkommen. Der Park wird auch unter deutscher Beteiligung verwaltet. 2014 stieg die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 3,5 Millionen Euro in die Finanzierung ein. Der World Wildlife Fund (WWF) unterstützt die kongolesische Naturschutzbehörde ICCN beim Parkmanagement.
taz.de

App gegen Genitalverstümmelung: Die App „I-Cut“ soll Mädchen in Kenia dabei helfen, sich gegen eine drohende Genitalverstümmelung zu wehren. Die App nimmt bei Bedarf schnellen und direkten Kontakt mit Hilfsorganisationen oder der Polizei auf. Genitalverstümmelungen sind seit 2001 in Kenia verboten. Auch Frauen, die den Eingriff schon erlitten haben, erhalten über die App Zugang zu Rechtsberatung und medizinischer Nachsorge. Die App wurde von fünf Schülerinnen aus dem Westen Kenias entwickelt.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

Bedrohlicher Countdown. Voraussichtlich in 88 Tagen (Stand heute) sitzt Kapstadt endgültig auf dem Trockenen. Sämtliche Wasserspeicher werden am 11. Mai leer sein.
coct.co, zeit.de

– ZITAT –

„Strukturelle Ursachen von Armut lassen sich damit nicht nachhaltig bekämpfen. Das ist der große Nachteil an diesem Instrument.“
Jann Lay vom GIGA Institut für Afrika-Studien in Hamburg bewertet das Grundeinkommens-Experiment der US-NGO GiveDirectly in Kenia. Rund 6.000 Probanden wird 18 Euro im Monat bedingungslos ausgezahlt.
huffingtonpost.de

– ZULETZT –

Britische Regierung droht Oxfam mit Geldentzug: Berichte über Sexparties in Haiti und im Tschad bringen die Hilfsorganisation Oxfam zunehmend in Erklärungsnot. In beiden Fällen soll Oxfam Ereignisse vertuscht haben. Die britische Entwicklungsministerin Penny Mordaunt drohte am Sonntag damit, der Organisation Zuwendungen zu streichen. Sie erwarte eine umfassende Zusammenarbeit von Oxfam mit den Behörden. Die Organisation habe in Bezug auf die moralische Führung versagt. Oxfam-Vorstand Caroline Thomson erklärte am Sonntag, später in der Woche sei ein Treffen mit der Wohltätigkeitskommission vorgesehen, die britische NGOs kontrolliert. Oxfam-Mitarbeiter sollen laut der Zeitung „Observer“ im Tschad wiederholt mutmaßliche Prostituierte in das Haus des Teams eingeladen haben. Zu den Vorfällen kam es bereits im Jahr 2006.
spiegel.de, welt.de

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