KW 07: Merkel in Südafrika, Kabinett verlängert zwei Afrika-Einsätze, Konflikt zwischen Türkei und Assad eskaliert

– NEWS –

Merkel wirbt in Südafrika um Partnerschaft im Libyen-Konflikt: Deutschland und Südafrika wollen sich stärker für eine Bewältigung des Konflikts in Libyen einsetzen. Ohne den afrikanischen Sachverstand werde man das nicht lösen können, sagte Kanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa. Eine Beilegung des Konflikts habe eine große Bedeutung sowohl für Europa wie für Afrika, sei aber ein langwieriger Prozess. Merkel bot dem zu knapp 90 Prozent von Kohlekraftwerken abhängigen Kap-Staat zudem Unterstützung bei der Sanierung der maroden Energieversorgung und dem Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine weitere Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen an. Ramaphosa betonte, Kohle bleibe weiter ein Anker der südafrikanischen Energieversorgung, doch sollten erneuerbare Energien nun ebenfalls ausgebaut werden.
sueddeutsche.de, zdf.de, dw.com (Ramaphosa)

Kabinett verlängert zwei Afrika-Einsätze: Das Kabinett hat einer Verlängerung von zwei Bundeswehreinsätzen im Sudan und im Südsudan zugestimmt. Damit können bis zu 70 Soldaten die von den Vereinten Nationen geführten Friedensmissionen unterstützen. Im Südsudan versuchen die UN-Truppen, die Zivilbevölkerung zu schützen und Bedingungen für die Rückkehr von Flüchtlingen zu schaffen. In Darfur, im Westen des Sudans, gilt die Mission der Überwachung eines Waffenstillstandsabkommens. Die Lage sei hier weiterhin nicht stabil, heißt es von Seiten der Bundeswehr, die hier mit nur vier Soldaten vertreten ist. Der Bundestag muss die Verlängerung der Einsätze noch genehmigen, eine erste Debatte ist für kommende Woche geplant.
tagesschau.de, zeit.de

Konflikt zwischen Türkei und Assad eskaliert: Zwischen der türkischen und der syrischen Armee hat es nahe Idlib schwere Zusammenstöße gegeben. Dabei wurden auf beiden Seiten Soldaten getötet. Idlib im Nordwesten Syriens gilt als eine der letzten Rebellenhochburgen. Bei einem Angriff auf die Stadt tötete die syrische Armee fünf türkische Soldaten. Sieben weitere seien verletzt worden, einer von ihnen schwer, teilte das Verteidigungsministerium mit. Es gab, die Syrer hätten die Stadt beschossen, obwohl sie gewarnt wurden, dass sich Türken darin befinden. Die türkische Armee reagierte daraufhin mit einer Gegenoffensive. Nach Angaben des Ministeriums beschoss sie 54 Ziele, wobei 76 Soldaten “neutralisiert” worden seien. Die Nachrichtenagentur Anandolu berichtete, die türkische Führung habe die russische Regierung über den Zwischenfall informiert. Der Kreml ist ein Verbündeter Assads.
dw.com

Frankreich schickt weitere 600 Soldaten in den Sahel: Die französische Regierung hat die Entsendung weiterer 600 Soldaten in die Sahel-Zone angekündigt. Diese sollen den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus unterstützen. Zugleich erklärte Verteidigungsministerin Florence Parly, ihr Land wolle eine Ausweitung der EU-Trainingsmission in Mali erreichen – das hätte auch Auswirkungen auf die Bundeswehr, die an diesem Einsatz beteiligt ist. Frankreich fordert schon seit längerem eine wirksamere Unterstützung Deutschlands, bisher allerdings weitgehend vergeblich. Im Frühjahr steht eine Debatte über eine Verlängerung der Mandate für den Einsatz bei EUTM Mali und der UN-Mission MINUSMA an, dann will sich Deutschland auch mit einem stärkeren Einsatz in der Region befassen.
augengreadeaus.net

Tansania erhält Zuspruch für Forderungen an Berlin tagesspiegel.de
Merkel besucht Angola – die Korruption schreckt Investoren bisher ab handelsblatt.com
AU-Gipfel: Ringen um Frieden für Afrika zdf.de

– BACKGROUND –

Burkina Faso rüstet Zivilisten aus: Burkina Faso hat damit begonnen, Zivilisten militärisch auszurüsten. Das Parlament stimmte mehrheitlich dafür Milizengruppen Waffen auszuhändigen. Mit diesem Schritt will das Land im Kampf gegen den islamistischen Terror weiter an Boden gewinnen. Die Anzahl der Terroranschläge in Burkina Faso haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Bis 2015 war das Land von Attacken weitestgehend verschont geblieben. Das änderte sich dramatisch mit Ausbrechen des Konflikts in Mali. Seitdem treiben Al-Quaida und dem IS nahestehende Terrororganisationen ihr Unwesen. Erst Anfang der Woche starben bei einem Anschlag 18 Zivilisten. Die Armee steht dem eher machtlos gegenüber. Nun veranlasste diese verzweifelte Lage die Regierung zu der verzweifelten Maßnahme – der Bewaffnung ihrer Zivilbevölkerung.
thenational.ae, aljazeera.com

Interesse an Kryptowährungen ist in Afrika am größten: Das Fachportal Kryptoszene hat in einem weltweiten Vergleich der Google-Suchanfragen für den Begriff “Bitcoin” herausgefunden, dass Internetnutzer in Nigeria mit Abstand am häufigsten nach dieser digitalen Währung im Netz suchen. Mit Südafrika auf Rang zwei und Ghana auf dem fünften Platz liegen zwei weitere afrikanische Staaten weit vorne. Insgesamt zeigt die Datenauswertung, dass es vor allem Menschen in krisengefährdeten Gebieten sind, in denen Menschen sich für digitale Währungen interessieren.
springerprofessional.de

Riesensorge in Afrika vor Coronavirus: Noch hat das Coronavirus Afrika nicht erreicht. Doch gerade bei den engen Beziehungen zwischen China und afrikanischen Staaten kann das nur eine Frage der Zeit sein. Der Erreger würde hier auf Länder treffen, deren Gesundheitssysteme so schwach sind wie vielleicht nirgendwo anders auf der Welt. Im schlimmsten Falle könnte das eine Epidemie mit Hunderttausenden Infizierten und vielen Tausenden Toten bedeuten.
zeit.de

– ANGEZÄHLT –

1,3 Millionen Euro hat das Bild “Christine” des nigerianischen Malers Ben Enwonwu bei einer Auktion in London erzielt
diepresse.com

– ZITAT –

“Ich habe kürzlich über den Wind der Hoffnung geredet, aber heute fegt der Wind des Wahnsinns über die Welt.”
UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat sich verärgert über die geringen Fortschritte nach der Libyen-Konferenz gezeigt.
welt.de

– ZULETZT –

Bild von nigerianischem Künstler für 1,3 Millionen Euro versteigert: Ben Enwonwu gilt als einer der wichtigsten Vertreter des afrikanischen Modernismus. Lange Zeit war sein Name jedoch in Vergessenheit geraten. Nun wurde das Gemälde „Christine“ des nigerianischen Künstlers bei einer Auktion bei bei Sotheby’s in London umgerechnet 1,3 Millionen Euro erzielt. Damit erzielte es mehr als das Siebenfache des Schätzwertes. Dabei war der Familie, die das Bild zuvor besessen hatte, dessen Wert die längste Zeit nicht bewusst.
diepresse.com

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