KW 06: Kagame bringt frischen Wind in die AU, Die heimliche Koalition zwischen Israel und Ägypten, Zuma will nicht gehen

– NEWS –

Kagame bringt frischen Wind in die AU: Ruandas Präsident Paul Kagame hat den Vorsitz in der Afrikanischen Union übernommen. „Kein Land oder Region kann für sich selbst zurechtkommen, wir müssen funktionieren und wir müssen zusammenhalten“, beschwor Kagame in seiner Antrittsrede die Größe Afrikas. Bereits als Chef des AU-Reformkomitees hatte er im vergangenen Jahr die „Agenda 2063“ vorangetrieben, den 2013 beschlossenen 50-Jahres-Plan der AU. Dieser beinhaltet visafreies Reisen für alle Afrikaner, offene Grenzen, einen gemeinsamen afrikanischen Reisepass, die Abschaffung von Arbeitserlaubnissen sowie zollfreien Warenverkehr. Auf dem 30. Gipfeltreffen der AU brachte er nun den gemeinsamen afrikanischen Transportmarkt voran. Vom Luftraum bis zum Güterverkehr soll es keine Grenzen mehr geben: „Wir sind fast bereit, einen kontinentalen Freihandelsraum zu verabschieden – das muss dieses Jahr passieren“.
taz.de

Die heimliche Koalition zwischen Israel und Ägypten: Es ist schon länger ein offenes Geheimnis: Israel und Ägypten machen im Kampf gegen Dschihadisten auf dem Sinai gemeinsame Sache. So wurden im vergangenen Jahr mehr als hundert Angriffe von Israel aus geflogen. Seit mehr als zwei Jahren gibt es durch die israelische Armee Operationen mit Drohnen, Hubschraubern und Kampfjets. Dies alles geschieht mit ausdrücklicher Zustimmung von Ägyptens Präsidenten Abdel-Fattah el-Sisi. Denn vor allem für Ägypten stellen die Dschihadisten eine wachsende Bedrohung dar: Sie kontrollieren Teile des Staatsgebiets. Hunderte Soldaten und Polizisten wurden bereits entführt und/oder getötet.
derstandard.at

Zuma will nicht gehen: In Südafrika wird es langsam eng für den umstrittenen Präsidenten Jakob Zuma. Die ANC-Spitze hatte für Montag eine Krisensitzung einberufen. Zuma soll sich angeblich geweigert haben, vorzeitig zurückzutreten und Platz zu machen für seinen designierten Nachfolger und Parteikollegen Cyril Ramaphosa. Zumas Präsidentschaft läuft 2019 ab, die ANC-Führung verspricht sich von einer frühzeitigen Machtübergabe bessere Chancen für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr.
derstandard.at

Flüchtlinge ertrinken vor spanischer Exklave: In der Nähe der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla sind am Samstag mindestens 20 Migranten ertrunken. Die Leichen seien im Meer treibend von Menschen auf einem Passagierschiff entdeckt worden, berichteten spanische Zeitungen unter Berufung auf Regierungskreise. Die Toten seien von den spanischen und marokkanischen Behörden geborgen worden. Die Migranten stammten aus Afrika südlich der Sahara und kamen offenbar bei dem Versuch ums Leben, von Nordafrika aus per Boot die spanische Küste zu erreichen.
handelsblatt.com

Kamerun-Konflikt vor Eskalation: Der Konflikt in Kamerun droht zu eskalieren. Truppen sind ins benachbarte Nigeria eingedrungen, um „separatistische Rebellen“ aufzuspüren. Nichts Neues, wie Quellen aus Nigeria berichten. Neu ist aber der  Grad an Eskalation. Im Kern geht es um den Konflikt zwischen dem anglophonen und frankophonen Teil der Bevölkerung. Weil der Westen des Landes wirtschaftlich kaum bedacht wurde, regte sich Widerstand und der Wille nach Unabhängigkeit. Es folgte militärische Besetzung und Schikane. Zum Beispiel wurde die Internetversorgung eingestellt. 43.000 Menschen sollen in den vergangenen Monaten bereits ins benachbarte Nigeria geflohen sein. Sie verweilen zumeist in den Grenzregionen. Darunter befinden sich auch politisch Aktive, die Widerstand organisieren und gegen die Kamerun jetzt vorgehen will.
derstandard.at

UN fliegen Flüchtlinge aus Libyen aus tagesspiegel.de
Marokkos Justiz ermittelt gegen spanische Flüchtlingshelferin Helena Maleno taz.de
Israel verteilt Ausweisungsbescheide an Flüchtlinge aus Afrika deutschlandfunk.de
Lufthansa setzt auf Afrika als Wachstumsmarkt handelsblatt.com

– BACKGROUND –

Afrika braucht mehr Unterstützung in der Bildungspolitik: Beim Zugang zu Bildung konnte Afrika im vergangenen Jahrzehnt wichtige Erfolge verbuchen. Dennoch sieht der Kontinent sich weiterhin großen Herausforderungen gegenüber, insbesondere in Bezug auf die Qualität der Bildungsangebote, Zugang zu Hochschulbildung und Unterricht für Mädchen. Bei der Konferenz des Global Partnership for Education (GPE) letzte Woche in Dakar wurde daher ein neues Engagement für die finanzielle Unterstützung der Bildung in Entwicklungsländern gefordert. Ziel ist, dass wirklich jedes Kind Zugang zu Schulbildung bekommt. Die Geberländer sagten der GPE eine Finanzierung von 2,3 Milliarden USD zu. Die größte Quelle der Bildungsfinanzierung sind aber die Entwicklungsländer selbst. Mehr als 50 Entwicklungsländer gaben bekannt, dass sie die öffentlichen Ausgaben für die Bildung im Zeitraum von 2018 bis 2020 auf insgesamt 110 Milliarden USD steigern werden.
euractiv.de, presseportal.de, taz.de

Schienen für Ostafrika: Von dem britischen bzw. deutschen Eisenbahnnetz der Kolonialzeit ist kaum etwas übrig. Die Kolonialisten bauten einst ein gigantisches Schienennetz, um Rohstoffe an die Häfen und Waren in das Land zu befördern. Nach der Unabhängigkeit verrotteten die Gleise. Doch jetzt wollen die Staaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) das Schienennetz wiederbeleben. Vom kenianischen Küstenhafen Mombasa über Nairobi nach Uganda und weiter gen Norden bis zur südsudanesischen Hauptstadt Juba oder gar nach Kisangani soll eine Trasse gehen. Eine weitere Strecke soll vom tansanischen Daressalam bis zur ruandischen Hauptstadt Kigali verlaufen. Ziel des Megaprojektes ist es, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln. Die erste Teilstrecke wurde im Mai 2017 eröffnet.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

8.000 ländliche Siedlungen sollen bis 2020 in Äthiopien in Kleinstädte umgewandelt werden. Der Hintergrund: Seit den 70ern hat sich die Bevölkerung verdreifacht. Die Landflucht treibt die Menschen in die Städte. Die Infrastruktur ist dem Ansturm nicht gewachsen. Neue Siedlungen sollen dem Abhilfe schaffen.
spiegel.de

– ZITAT –

„Hiesige Unternehmen entziehen sich häufig dem Fiskus in diesen armen Staaten, indem sie ihr Geld durch Tochtergesellschaften oder Briefkastenfirmen in Steueroasen schaffen, um so die fällige Körperschaftssteuer zu senken.“
Misereor-Referent für „Nachhaltiges Wirtschaften“, Klaus Schilder, wirft in Afrika tätigen deutschen Konzernen eine unfaire Steuerpraxis bei ihren Afrika-Geschäften vor.
katholisch.de

– ZULETZT –

Saurierfund beweist Landbrücke zwischen Afrika und Europa: Wissenschaftlern um Hesham Sallam von der Universität im ägyptischen Mansoura haben anhand von Fossilien bewiesen, dass es vor rund 65 Millionen Jahren noch eine Landbrücke zwischen Afrika und Europa gegeben haben muss.  Möglich macht dies die Entdeckung einer bislang unbekannten Saurierart, dem Mansourasaurus shahinae. Der Fund von Teilen des Schädels, einigen weiteren Körperteile sowie Stücken von Hautplatten beweist die Verwandschaft zu europäischen Sauriern und legt nahe, dass sich gegen Ende der Kreidezeit noch einige Dinosaurierarten zwischen Afrika und Eurasien genetisch austauschen konnten. „Afrikas letzte Dinosaurier waren nicht völlig isoliert, wie einige Paläontologen bisher vermutet haben“, meint Koautor Eric Gorscak vom Field Museum of Natural History in Chicago.
spektrum.de

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