KW 04: Libyen-Konferenz fasst Beschluss, Reichste Frau Afrikas profitierte von deutschen Geldern, Macron will Kampf gegen Islamisten ausweiten

– NEWS –

Libyen-Konferenz fasst Beschluss: Die Libyen-Konferenz in Berlin hat sich auf eine Friedensplan geeinigt. Die Teilnehmer des Berliner Libyen-Gipfels verpflichteten sich am Sonntag zur Einhaltung eines UN-Waffenembargos und zum Ende der militärischen Unterstützung für die Konfliktparteien. Zudem sollen internationale Anstrengungen zur Überwachung des Embargos verstärkt werden, heißt es in einer Erklärung von 16 Staaten und Organisationen. Gefordert wird darin eine umfassende Demobilisierung und Entwaffnung der Milizen, Verletzungen des Waffenstillstandes sollen sanktioniert werden. Dem Beschluss vorausgegangen waren viele Gespräche. Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas trafen schon vor dem offiziellen Beginn des Gipfels mit dem libyschen Premierminister Fayez Sarraj und dessen Gegenspieler General Khalifa Haftar zusammen. Die Gespräche wurden Berichten zufolge getrennt mit den beiden libyschen Vertretern geführt. Zu der Konferenz waren unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Russlands Staatschef Wladimir Putin und US-Außenminister Mike Pompeo eingeladen. Putin und Erdogan trafen sich vor der Konferenz zu einem bilateralen Gespräch. Dabei betonten beide die Bedeutung einer Waffenruhe in Libyen. Erdogan forderte Haftar auf, die Kämpfe einzustellen. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte bekräftigte die Forderung nach einer Mission zur Überwachung eines Waffenstillstandes. Italien sei bereit, dabei eine Rolle zu übernehmen, sagte er nach Gesprächen mit Uno-Generalsekretär António Guterres.
spiegel.de

Reichste Frau Afrikas profitierte von deutschen Geldern: Neue, bislang unveröffentlichte Dokumente zeigen, wie die reichste Frau Afrikas, Isabel dos Santos, ihr Vermögen auf dubiose Weise gemehrt hat. Dos Santos ist die Tochter des früheren Staatspräsidenten von Angola, José Eduardo dos Santos, der das Land fast vier Jahrzehnte lang autokratisch regierte. Die neuen Erkenntnisse stammen aus einem Aktenkonvolut, das der afrikanischen Whistleblower-Plattform PPLAAF zugespielt wurde. Das Vermögen von Isabel dos Santos wird auf mehr als zwei Milliarden Dollar geschätzt. Die mehr als 715 000 Dokumente erhärten den Verdacht, dass sie erheblich von der Hilfe ihres Vaters während dessen Präsidentschaft in einem der ärmsten und korruptesten Länder der Welt profitiert hat. Hinzu kam Unterstützung aus dem Ausland, unter anderem ein Darlehen in Höhe von rund 50 Millionen Euro, das eine Tochterfirma der staatlichen deutschen Förderbank KfW im Jahr 2015 vergeben hat. Dos Santos bestreitet jedes Fehlverhalten.
sueddeutsche.de

Macron will Kampf gegen Islamisten ausweiten: Frankreichs Präsident Emanuel Macron hat angekündigt den Kampf gegen Islamisten in der Sahel-Zone auszuweiten. Der Kampf werde auf das besonders gefährdete Grenzgebiet zwischen Mali, Burkina Faso und Niger konzentriert, sagte er nach einem Gipfel mit mehreren Amtskollegen aus der Sahelregion im südwestfranzösischen Pau. Der Hauptfeind sei dort die Terrorgruppe Islamischer Staat Große Sahara, ein Ableger der Terrormiliz IS. Der Gipfel verständigte sich auf eine „Koalition für das Sahelgebiet“. Dieser würden auch andere Partner angehören. Die fünf beteiligten Länder der Region billigten ausdrücklich, dass Frankreich militärisch dort weiter engagiert bleibt. Mancherorts hatte es zuvor antifranzösische Ressentiments gegeben. „Wir haben keine Wahl: Wir brauchen jetzt Ergebnisse“, sagte Macron. Er kündigte an, dass er 220 zusätzliche Soldaten in die Region schicken werde.
tagesspiegel.de

Drohende Hungerskatastrophe im südlichen Afrika: Den Ländern des südlichen Afrikas droht eine schwere Hungerkrise. “Diese Hungerkrise hat ein Ausmaß, das wir noch nie zuvor gesehen haben – und der Augenschein zeigt, dass es noch schlimmer wird”, warnte Lola Castro, die Regionaldirektorin des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen. Rund 45 Millionen Menschen dürften im südlichen Afrika auf Nahrungshilfe angewiesen sein. Im Vorjahr haben Dürre, Wirbelsturmschäden, Fluten, Schädlinge, Missmanagement und auch Krisen nach Angaben der Vereinten Nationen eine der schlimmsten Hungerkatastrophen seit 35 Jahren heraufbeschworen. Und sie droht, sich noch zu verschärfen. Allein im Krisenstaat Simbabwe ist etwa die Hälfte der Bevölkerung von einer Hungersnot bedroht. In dem Land mit der weltweit zweithöchsten Inflationsrate fällt bis zu 19 Stunden am Tag der Strom aus, Wasser ist ebenso knapp wie das Hauptnahrungsmittel Mais.
zdf.de

Müller gegen Ausweitung von Mali-Einsatz: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich für eine Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali ausgesprochen. Entwicklungsminister Gerd Müller sieht das skeptisch. Hinter der Krise in Mali und in der gesamten Tschad-Region stünden Konflikte zwischen Bauern und der Volksgruppe der Tuareg um immer weniger Wasser und immer weniger Weideland fürs Vieh. “Die Radikalisierung ist die Folge der Ressourcenknappheit”, sagte Müller. Wenn nichts mehr bleibe, schlössen sich die Menschen Terrorgruppen wie Boko Haram und der Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) an. “Nur wenn die Menschen eine Lebensperspektive haben, können wir Radikalisierung, Terror, Flucht und Schleppertum wirksam begegnen.”
dw.com

Africa-Cup 2021 in Winter verschoben: Wie die Organisatoren des kommenden Gastgebers Kamerun am Mittwoch mitteilten, wird die Kontinentalmeisterschaft der afrikanischen Fußball-Nationalmannschaften aufgrund der “ungünstigen Wetterbedingungen im ursprünglich vorgesehenen Zeitraum” nun vom 9. Januar bis 6. Februar 2021 ausgespielt. Im europäischen Hochsommer herrscht in Kamerun die Regenzeit. Erst für die vergangene Ausgabe in Ägypten hatte der afrikanische Kontinentalverband CAF auf den Slot im Sommer umgestellt. Damit wollte die CAF Konflikten mit den europäischen Ligen aus dem Weg gehen.
sport.sky.de

Herero-Aufstand: Als der Holocaust in Afrika geprobt wurde welt.de
Dieses Werk ist aus Afrika und weiblich zeit.de
Reichtum und Elend in Afrika faz.net
Geschäftsmodell für Afrika: Biogas aus dem Rucksack deutschlandfunk.de

– BACKGROUND –

Afrikanische Vorreiter bei Open Source: Github ist die größte Plattform für Open-Source-Software. Rund um die Welt arbeiten Entwickler zusammen, um Ideen auszutauschen. Ganz vorne dabei sind IT-Spezialisten aus Afrika. In Ländern wie Kenia, Ägypten, Südafrika oder Nigeria, stieg die Zahl derjenigen, die sich an Github-Projekten beteiligen, im vergangenen Jahr um hohe zweistellige Prozentsätze. „Es ist eine riesige Chance“, sagt die Managerin der Open-Source-Plattform Omoju Miller am Rand der Digitalkonferenz DLD der “FAZ” – und hat auch ein spannendes Beispiel parat. Ein Programm, das in Afrika entwickelt worden sei, um körperliche Übergriffe auf Wähler zu dokumentieren, sei später in Japan eingesetzt worden, um nach der Tsunami-Katastrophe Gebiete mit erhöhter radioaktiver Strahlung festzuhalten. Das sei an sich schon bemerkenswert, spannend sei aber auch gewesen, wie schnell die Gemeinschaft der gutwilligen Entwickler die Anleitung von Englisch in Japanisch übersetzt habe: „Das hat damals keine 24 Stunden gedauert“, sagt Miller.
faz.net

Fehlgeleitete Entwicklungshilfe: Etwa zwei Billionen Dollar Entwicklungshilfe hat Afrika in den letzten Jahrzehnten erhalten. Gebracht hat sie nichts, meinen afrikanische Ökonomen. Sie machen Entwicklungshilfe sogar dafür verantwortlich, dass Afrika immer ärmer wird. Die internationale Hilfe nehme der Regierung die Arbeit ab und verhindere so effektive Vorsorge. Und das gilt nicht nur für die Nahrungsmittelversorgung. Hilfsorganisationen betreiben Hospitäler und Schulen und übernehmen sogar die Wasser- und Stromversorgung. Statt vermeintlich zu helfen, sollten die Geberländer lieber anfangen Handel auf Augenhöhe mit afrikanischen Ländern betreiben. Für viele beispielhaft ist China. „Die Chinesen leisten einen großartigen Dienst. Ihre Haltung gegenüber Afrika ist nicht geprägt von Mitleid oder Schuldbewusstsein, die dem Hilfemodell zugrunde liegen. Die Chinesen wollen in Afrika Geschäfte machen. Und das hilft Afrikanern, weil sie Jobs finden“, erklärt die Ökonomin Dambisa Moyo. Allerdings hat auch das Geschäft mit den Chinesen Schattenseiten, wie eine hohe Verschuldung.
deutschlandfunk.de

Intelligente Wasserpumpen: Das Unternehmen Futurepump hat eine datengetriebene Solarpumpe entwickelt. Eingesetzt werden soll sie vor allem in afrikanischen Ländern. Sie soll Diesel- und Benzinmotoren ersetzen und obendrein günstiger sein. Die Besonderheit ist aber, dass die intelligenten Pumpen die unterirdischen Süßwasserspeicher in ganz Afrika kartografieren und mit den Daten dazu beitragen, dass diese nicht versiegen. Möglich wird das durch Sensoren, die in den Pumpen verbaut sind und Daten wie Energieverbrauch und Drehzahl messen. Diese Daten werden anschließend an das International Water Management Institute (IWMI) in Sri Lanka übermittelt. Dieses berechnet anschließend Grundwasserentnahme und -pegel. Das IWMI plant, die Daten der 4.000 Pumpen zu verwenden, um zu berechnen, wie viel Wasser zu einem bestimmten Zeitpunkt gefördert wird. Die Daten sollen Regierungen helfen, eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten, etwa indem sie die Wasserförderung limitieren oder den Anbau weniger wasserintensiver Pflanzen fördern.
derstandard.at

– ANGEZÄHLT –

Millionen von Heuschrecken plagen derzeit den Osten Afrikas. Die Plage bedroht nach Angaben der Behörden die Nahrungsmittelversorgung in vielen Ländern, die ohnehin schon große Schwierigkeiten haben.
faz.net

– ZITAT –

“Ich muss gestehen, als ich das am Anfang gehört habe mit dem ECO , habe ich das begrüßt, weil ich mir gesagt habe, dass wir damit unsere finanzielle Unabhängigkeit bekommen. Aber in Wirklichkeit wechseln wir doch einfach nur den Namen. Wir sind immer noch an den Euro gekoppelt, also sind wir auch von ihm abhängig. Also ändert sich für mich nichts wirklich.”
Ismael Derry, Buchhalter in Dakar, hält nichts von der neuen Währung, die im Laufe des Jahres eingeführt werden soll.
deutschlandfunk.de

– ZULETZT –

RB-Leipzig Fanclub in Mosambik: 2017 gründete der Exil-Leipziger Roland Hohberg den ersten Fanclub des Bundesligisten RB Leipzig. Im Interview mit “Sportbuzzer” spricht er über die Begeisterung seiner Mitglieder für die Bundesliga und den derzeitigen Tabellenführer. Durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in dem Land, aber auch klimatischen Herausforderungen wie schwere Regenfälle steht der Sport aber oft im Hintergrund. Neben dem Fanclub engagiert er sich auch für Mädchen-Fußball. “Wir wollen in diesem Projekt generell zur Sportförderung und Aufklärung beitragen. Vor allem fokussieren wir auf die Förderung junger Mädchen, die Stärkung ihres Selbstbewusstseins, die Organisation von Workshops zu Themen wie Zwangsheirat, Frühschwangerschaft und Aids. Sport ist vor allem in Ländern wie Mosambik eine wichtige Kompenente der Entwicklungszusammenarbeit.”
sportbuzzer.de

Newsletter abonnieren
Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten wöchetlich den kompakten Digest mit dem wichtigsten Themen aus Afrika:
Vorherige Ausgaben

Weitere Politbriefings

Unsere Digibriefings