KW 04: Kabila geht gegen Katholiken vor, Ex-Militärchef fordert Sisi heraus, Neuer Präsident für Liberia

– NEWS –

Kabila geht gegen Katholiken vor: Armee und Polizei sind in Kinshasa und anderen Orten hart gegen Proteste von Katholiken vorgegangen. Zu den Kundgebungen gegen das Regime von Präsident Joseph Kabila hatte der Laienverband der Katholischen Kirche aufgerufen. Die UN-Mission MONUSCO sprach von fünf Toten und mehreren Dutzend Verletzten. Auch gab es zahlreiche Festnahmen. Die katholische Kirche entwickelt sich immer mehr zum Gegenspieler des Regimes. Zu einem Gedenkgottesdienst an die Toten, die vor knapp einem Jahr bei ähnlichen Protesten umgekommen waren, erschienen auch zahlreiche ausländische Botschafter. Die UN-Mission will Blauhelmsoldaten an möglichen Brennpunkten positionieren.
taz.de

Ex-Militärchef fordert Sisi heraus: Der frühere ägyptische Generalstabschef Sami Anan will bei den Präsidentschaftswahlen Ende März gegen Präsident Abdel Fattah al-Sisi antreten. Dies verkündete Sami Anan am Samstag auf Facebook. Er wolle das Land „vor falscher Politik“ schützen. Und forderte alle „zivilen und militärischen Institutionen“ auf, strikte Neutralität im Wahlkampf zu wahren.
derstandard.at

Neuer Präsident für Liberia: Der neue liberianische Präsident George Weah tritt am heutigen Montag sein Amt an. Der ehemalige Fußballstar ist Nachfolger der langjährigen Staatschefin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf. Seine Ziele: Verbesserung des Lebensstandards und Erhaltung des Friedens. Die Aufgaben sind riesig. Liberia ist immer noch durch den langen Bürgerkrieg (1989 bis 2003) und durch die Ebola-Epidemie (2014 bis 2016) gezeichnet.
derstandard.at

Abschiebeabkommen mit Äthiopien: Die EU und Äthiopien haben sich angeblich über die Rücknahme von in der EU abgelehnten Asylbewerbern geeinigt. Dies geht aus einem geheimen Papier des EU-Rats vom Dezember hervor. Die vereinbarte Vorgehensweise sieht vor, dass die Botschaften Äthiopiens auf Antrag europäischer Ausländerbehörden innerhalb von drei Werktagen Abschiebepapiere ausstellen müssen. Beim Fehlen von Pässen arbeiten die Behörden mit dem äthiopischen Geheimdienst zusammen, um die Staatszugehörigkeit zu klären. Die Regierungen der EU-Staaten müssen dem Abkommen noch zustimmen.
taz.de

Vor dem AU-Gipfel: 2018 ist für die Afrikanische Union das „Jahr gegen Korruption“. Dementsprechend steht beim ersten Gipfel in diesem Jahr, der ab 29. Januar in Addis Abeba tagt, auch der Kampf gegen Vetternwirtschaft und politische Raubherrschaft auf dem Programm. Den Vorsitz führt Ruandas Präsident Paul Kagame, der sich als Kämpfer gegen Korruption in seinem Land verdient gemacht hat. Doch die zahlreichen Krisenherde auf dem Kontinent und der Selbsterhalt der AU drohen das Korruptionsthema in den Hintergrund zu drängen.
domradio.de

Flüchtlingspolitik: EU will in Libyen festsitzende Migranten zurückbringen zeit.de
Tunesien: Erneut Proteste gegen Sparkurs der Regierung derstandard.at
Entwicklungshilfeminister Gerd Müller: Afrika ist Chance, aber auch Schicksal bz-berlin.de

– BACKGROUND –

Volkswagen goes Afrika: Volkswagen entdeckt den afrikanischen Markt für sich und eröffnet eine Fabrik in Ruanda. Bereits Anfang Mai sollen die ersten Fahrzeuge vom Band rollen. Varianten des Polo, Passat und des Geländewagens Teramont sollen dann produziert werden. „Ich arbeite jetzt seit 22 Jahren für Wachstumsmärkte und habe so etwas in der Zusammenarbeit mit Regierungsvertretern noch nicht erlebt“, begründet Thomas Schäfer, Leiter der Volkswagen-Geschäfte in Südafrika die Entscheidung des Konzerns und lobt das kleine Vorzeigeland, das Vorbild in Sachen Wirtschaftswachstum und politischer Stabilität ist.
spiegel.de

Hilfe zur Selbsthilfe: Afrika muss sich selbst helfen, fordert Klaus Stocker, emeritierter Professor für Internationale Finanzierung. Es sei nicht möglich allein mit Mitteln der Entwicklungshilfe weltweit den Klimawandel zu verhindern, erneuerbare Energien für jedes Dorf bereitzustellen, Wohlstand zu mehren, Frauen zu emanzipieren, Kinderarbeit zu verhindern und das Handwerk zu fördern. Er zitiert namhafte Ökonomen und kommt zu dem Ergebnis: Entwicklung sei nur mit inklusiven Strukturen und nicht in einem Umfeld von Korruption und Vetternwirtschaft möglich. Konkret bedeute das: Rechtssicherheit, Eigentum, freie Märkte und vor allem muss den arbeitenden wie auch unternehmerisch tätigen Menschen die Früchte ihrer Anstrengungen zugutekommen.
sueddeutsche.de

Leere Akkus: 294 Millionen Afrikaner nutzten, so das britische Marktforschungsinstitut Ovum, im Jahr 2016 Smartphones. Damit hatte sich die Anzahl innerhalb von drei Jahren fast verdoppelt. Für das Jahr 2021 rechnen Prognosen mit 900 Millionen Smartphones. Doch es gibt einen Haken: 70 Prozent der Bevölkerung leben in der südlichen Sahara ohne Strom. Wo sollen die ganzen Akkus aufgeladen werden? Ingenieure und Informatiker entwickeln momentan Hard- und Software, die eine geringe Bandbreite und weniger Rechenleistung brauchen und dadurch die Akkulaufzeit verlängern. Andere setzen auf  Ladestationen mit Solarenergie.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

100 Millionen Euro will der Investor Partech Ventures in Startups in Afrika investieren.
gruenderzene.de

– ZITAT –

„Ich wurde täglich acht Stunden lang verhört, geschlagen, beleidigt, gezwungen schwere körperliche Übungen zu machen und ins Gesicht gespuckt. Ich hatte eine dunkle Zelle, die ich nur zum Verhör verließ. Aber im Vernehmungszimmer sehnte ich mich nach meiner kalten, schmutzigen Zelle.“
Der äthiopische Blogger Atnafu Berhane sieht nach seinen Erfahrungen im Gefängnis die jüngsten Lippenbekenntnisse in Sachen Meinungsfreiheit skeptisch.
taz.de

– ZULETZT –

Schneepflüge für Simbabwe: Schnee hatte man in Simbabwe bislang noch nie gesehen. Nur in ganz harten Wintern fällt die Temperatur einmal unter zehn Grad. Umso erstaunter war man in der Provinzhauptstadt Marondera als auf dem Hof des Straßenbauamtes plötzlich ein gutes Dutzend Schneepflüge stand, bestellt hatte man eigentlich 40 Planierraupen, mit denen man die Schotterstraßen glatt halten wollte. Die Kuriosität war das Ergebnis eines zweifelhaften und überteuerten Geschäftes des Chefs der simbabwischen Straßenbaubehörde mit einer privaten Importfirma. Und hat die Misswirtschaft Konsequenzen? Eher nicht, letzte Woche forderte der frischgekürte Transportminister Joram Gumbo die Stadtverwaltung Maronderas auf, „die Vergangenheit ruhen“ zu lassen und sich „auf die Zukunft zu konzentrieren“. Man solle die Schneepflüge jetzt einfach nutzen. Nur wie, das ließ Gumbo am Ende offen.
sz-online.de

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