KW 03: Al-Sisi lässt sich bitten, Angolas neuer Kampf gegen die Korruption, EU-Fischereiabkommen mit Marokko droht das Aus

– NEWS –

Al-Sisi lässt sich bitten: In Ägypten findet vom 26. bis zum 28. März die erste Runde in der Präsidentenwahl statt. Zwar gibt es zahlreiche Kandidaten, doch unterm Strich dürfte die Auswahl am Ende doch nicht so groß sein. Denn die Mehrheit der Parteien und Abgeordneten des Parlamentes schart sich hinter Amtsinhaber Abdelfattah al-Sisi. Im Parlament haben 464 Abgeordnete, das sind etwa zwei Drittel, eine Unterstützungserklärung unterzeichnet und auch im Volk wird mit einer Unterschriftenkampagne mobil gemacht. Dabei hat al-Sisi sine Kandidatur offiziell noch gar nicht erklärt. Er lässt sich scheinbar noch etwas bitten, möglicherweise Teil seiner Strategie.
derstandard.at

Angolas neuer Kampf gegen die Korruption: Angolas Präsident João Lourenço inszeniert sich drei Monate nach Amtsantritt als Kämpfer gegen Korruption. Dabei blieb es bislang bei Gesten und Lippenbekenntnissen. Doch jetzt nehmen die Aktionen langsam Fahrt auf. Ins Visier könnte dabei auch Vorgänger José Eduardo dos Santo geraten. Zumindest wurde damit begonnen, Mitglieder der Familie und andere Günstlinge von wichtigen Ämtern zu entfernen. So musste die Tochter des Ex-Präsidenten, Isabel dos Santos, ihren Führungsposten beim Staatsölkonzern Sonangol räumen. Der Sohn des Ex-Präsidenten war Chef des mit fünf Milliarden US-Dollar dotierten Staatsfonds und musste letzten Mittwoch ebenfalls gehen.
derstandard.at

EU-Fischereiabkommen mit Marokko droht das Aus: Ein Fischereiabkommen zwischen Marokko und der EU könnte von dem Europäischen Gerichtshof annulliert werden. Ein Generalanwalt des Gerichtshofs sprach eine entsprechende Empfehlung aus. Als Begründung nannte Melchior Wathelet, dass die Rechte der Menschen in der Westsahara in dem Vertrag von 2006 nicht respektiert werden würden. Das Fischereiabkommen erlaubt derzeit Fischern aus EU-Staaten, in den Fischereizonen Marokkos zu fischen.
zeit.de

Kenia verhindert angeblich Veröffentlichung von EU-Wahlbeobachtungsbericht: Die kenianische Regierung hat die Präsentation des EU-Berichts über die Präsidentschaftswahlen in dem afrikanischen Land blockiert, behauptete am Donnerstag die Chefin der EU-Wahlbeobachtungsmission, Marietje Schaake. Kenias EU-Botschafter Johnson Weru reagierte verärgert und wies Schaakes Vorwürfe zurück.
euractiv.de

H&M muss in Südafrika vorübergehend Läden schließen: Der schwedische Modehändler entschuldigt sich für eine als rassistisch empfundene Werbung. Das schwarze Kindermodel Liam Mango aus Stockholm trug in der Kampagne einen Pullover mit der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“. In den sozialen Netzwerken entbrannte daraufhin ein Shitstorm über den Vergleich von schwarzen Menschen mit Affen. In Südafrika mussten am Samstag nach Demonstrationen sogar alle H&M-Läden vorübergehend geschlossen werden. Demonstranten hatten vor etlichen Läden protestiert und hatten diese teilweise gestürmt.
tagesspiegel.de, faz.net, spiegel.de

Proteste zum 7. Jahrestag der Revolution in Tunesien de.euronews.com
Sambias Regierung geht mit rabiaten Mitteln gegen Choleraepidemie vor taz.de
sueddeutsche.de
Stiftung Weltbevölkerung: Bei 49 der 54 afrikanischen Staaten nimmt das Bevölkerungswachstum im Schnitt um jährlich drei Prozent zu morgenpost.de

– BACKGROUND –

Die höfliche Revolution: In Simbabwe geht man mit dem jüngst abgesetzten ehemaligen Dauer-Staatschef Robert Mugabe gnädig um. Keine Inhaftierung, kein Hausarrest in der Abgeschiedenheit. Stattdessen gibt es unverminderte Bezüge, ein Heer von Dienstboten und Flüge in der First Class. Und auch die in der Bevölkerung nicht ganz so beliebte Grace Mugbe ist auch für die Zeit nach dem Tod ihres Mannes versorgt: Sie wird auch weiterhin 60 Prozent von den Bezügen ihres Mannes erhalten und mit ihren Kindern in der Privatvilla leben können.
derstandard.at

Deutsches Migrationszentrum in Marokko: Deutschland will mit „Migrationsberatungszentren“ im Ausland in ihre Heimat zurückkehrenden Asylsuchenden die Reintegration erleichtern. In Marokko wurde jetzt ein solcher Arbeitsplatz in der marokkanischen Arbeitsagentur Anapec eingerichtet. Auch in Tunesien, Ghana, Nigeria und Senegal sollen derartige Stellen errichtet werden. Etwa 50 Menschen hätten sich nach Angaben des Enwicklungshilfeministeriums in den ersten beiden Monaten dort gemeldet. Ein wichtiges Anliegen des Zentrums ist es, auch Menschen über legale Einwanderungsmöglichkeiten nach Deutschland zu beraten.
taz.de

– ANGEZÄHLT –

70 Prozent des weltweiten Kobalts kam 2017 aus dem Kongo. Kongos Regierung will nun mehr vom Kuchen abhaben und die Abgaben auf die Kobaltförderung erhöhen.
taz.de

– ZITATE –

„Erstens entspricht die Unterstützung der Nachfrage der eigenen Entwicklung von Afrika. In der Anfangsstufe der wirtschaftlichen Entwicklung und Industrialisierung braucht jedes Land enorme Kapitalmittel. Afrika ist hier auch keine Ausnahme. Gemäß den Wünschen der afrikanischen Länder hat China innerhalb seiner Kräfte finanzielle Hilfe gewährt. Dies spielt eine wichtige Rolle für die sozioökonomische Entwicklung der afrikanischen Länder und findet bei allen Ländern einen starken Anklang.“
Der chinesische Außenminister Wang Yi verteidigt auf seiner Afrika-Reise die Afrika-Politik seines Landes gegen Kritiker.
german.cri.cn

Trump beschimpft Afrika: Am Donnerstag hatte US-Präsident Trump afrikanische Einwanderer beleidigt. Er hatte infrage gestellt, warum die USA weitere Einwanderer aus Haiti und „Drecksloch-Ländern“ in Afrika aufnehmen sollten, statt aus Ländern wie Norwegen. Die Empörung war groß, sogar die Vereinten Nationen kritisierten die Äußerungen als „rassistisch“. Viele der afrikanischen Medien  reagierten aber auch mit Humor: „Zum legeren Freitag im Weißen Haus werden bei diesem Tempo bald Kapuzen und Tiki-Fackeln gehören“, schrieb die südafrikanische Nachrichtenorganisation Daily Maverick. „Guten Morgen aus dem größten schönsten „Drecksloch-Land“ der Welt!!!“, schrieb die Nachrichtensprecherin Leanne Manas auf Twitter. Der politische Aktivist Boniface Mwangi bat in Kenia darum, „die #Drecksloch-Anführer, die wir Afrikaner wählen, nicht mit unserem schönen Kontinent“ zu verwechseln. Diese seien genauso „scheiße“, wie der „senile“ Trump.
taz.de

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