KW 02: Ermittlungen gegen den Mugabe-Clan, Putsch in Äquatorialguinea, Fluchtroute verschiebt sich von Italien nach Spanien

– NEWS –

Ermittlungen gegen den Mugabe-Clan: Die Antikorruptionsbehörde in Simbabwe ermittelt gegen die Familie des früheren Präsidenten Robert Mugabe. Im Visier stehen First Lady Grace Mugabe und deren Söhne Bellarmine Chatunga und Robert Junior. Bei den Söhnen geht es um Unregelmäßigkeiten  beim Handel mit Mineralien. Grace Mugabe wird vorgeworfen,  unrechtmäßig an große Ländereien im Bereich Mazowe gekommen zu sein und dort Bewohner vertrieben zu haben.
derstandard.at, nzz.ch

Putsch in Äquatorialguinea: In Äquatorialguinea ist offenbar ein Putsch gegen Staatschef Teodoro Obiang Nguema niedergeschlagen worden. Nach Regierungsangaben sind ausländische Söldner in mehreren Städte des Landes eingedrungen. Sie kämen aus dem Sudan, dem Tschad und der Zentralafrikanischen Republik und seien von „radikalen Oppositionsparteien“ angeheuert worden, hieß es. Außerdem hätten auch „gewisse Mächte“ aus dem Ausland ihre Finger im Spiel. Mithilfe des Nachbarlandes Kamerun und den Sicherheitskräften hätte der Aufstand aber niedergeschlagen werden können. Staatschef Teodoro Obiang Nguema ist seit 1979 im Amt und damit Afrikas dienstältester Staatschef.
derstandard.at

Fluchtroute verschiebt sich von Italien nach Spanien: Flüchtlinge, die aus Nordafrika nach Europa gelangen wollen, suchen sich offenbar neue Wege. Denn während deutlich weniger Flüchtlingsboote Italien erreichen, nimmt die Zahl der illegalen Grenzübertritte in Spanien zu. Allein am Samstag überwanden mehr als 200 afrikanische Migranten die Sperranlage rund um die spanische Exklave Melilla. Nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex erreichten 2017 doppelt so viele Migranten Spanien wie noch 2016. Insgesamt seien dort im vergangenen Jahr 22.900 illegale Grenzübertritte registriert worden.
tagesspiegel.de

Gewalt im Kongo: Europa hält die Füße still: Die EU hält sich nach der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten am 31. Dezember in Kinshasa und Kananga, bei der auch elf Menschen umgekommen waren, mit Kritik zurück. Zwar habe man den Familien der Opfer das Beileid ausgesprochen, eine Verurteilung oder neue Sanktionen haben aber vor allem Frankreich und Spanien verhindert. Ursache hierfür sind die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder. Die französisch-britische Perenco fördert Öl in Kenia, die Telefongesellschaft Orange,  die Brauerei Castel und Transportgesellschaft Bolloré sind im Kongo präsent. Spanien wiederum macht sich immer noch Hoffnungen, mit dem spanisch geführten Konsortium ACS den Ausbau der Inga-Staudämme am Unterlauf des Kongo-Flusses zu realisieren.
taz.de

Spannungen in Marokkos Norden: Tausende Menschen haben letzten Woche über mehrere Tage in der Stadt Jerada im Nordosten Marokkos für Arbeitsplätze und Entwicklungsprogramme demonstriert. Hintergrund ist ein tragischer Unfall zweier Brüder, die illegal in einer Mine geschürft haben und dabei umgekommen sind. Angehörige und Sympathisanten werfen den Sicherheitskräften nun Schlamperei vor. Ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Weil die soziale Lage angespannt ist, richten sich die Proteste schnell gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung.
nzz.ch

Israel will 40.000 afrikanische Flüchtlinge abschieben spiegel.de
Äthiopien will alle politischen Gefangenen freilassen zeit.de
Ausnahmezustand in Ägypten um drei Monate verlängert deutschlandfunk.de
Rund 700 Gefangene der Terrormiliz Boko Haram in Nigeria frei spiegel.de

– BACKGROUND –

In Südafrika wird das Wasser knapp: Südafrika leidet gerade unter der schlimmsten Dürre seit Jahrhunderten. Vor allem der Touristenmetropole Kapstadt droht das Wasser auszugehen. Setzt nicht bald Regen ein, muss Ende April die Stadt auf Notversorgung umgestellt werden. Täglich würde dann pro Person 25 Liter Wasser an 200 Verteilungspunkten von Polizei und Militär an die 4,5 Millionen Menschen zählende Bevölkerung ausgegeben.
fnp.de

Kinderarbeit für Smartphones und Elektroautos. Der Rohstoff Kobalt findet sich in jedem Handy und ist auch essentieller Bestandteil für die Batterien von Elektroautos. Das Problem: Kobalt wird meist in Afrika, zum Beispiel im Kongo, unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen gefördert. Es gibt keinen Arbeitsschutz und auch Kinderarbeit ist keine Seltenheit. Die Konzerne reagieren, Apple will seine Lieferkette transparenter ausleuchten und auch BMW benennt seine Lieferanten. Amnesty International erkennt derartige Bestrebungen an, stellt aber auch fest: Auch der Beste ist letztlich kein Vorbild. Für die Konzerne bleibe undurchsichtig, woher ihr Kobalt schließlich stamme.
sueddeutsche.de

– ANGEZÄHLT –

5.500 in Libyen gestrandete Nigerianer sollen in diesem Jahr zurück in die Heimat ausgeflogen werden. Am Sonntag sind die ersten 700 nach Lagos gebracht worden.
taz.de

– ZITATE –

„Es ist absurd, dass ganz legal jede Menge Trophäen von streng geschützten Tieren importiert werden dürfen. Angesichts der dramatischen Situation beim Artenschwund sollten Deutschland und Europa diese Praxis bei Jagdtrophäen überdenken und stoppen.“

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Steffi Lemke, kritisiert die Entscheidung des Bundesamts für Naturschutz, im letzten Jahr 615 Einfuhrgenehmigungen für Jagdtrophäen geschützter Tiere aus Afrika zu erteilen.
welt.de

Anstößiger-Pop: Die ägyptische Popsängerin Laila Amir ist verhaftet worden. Sie musste vier Tage in Untersuchungshaft. Ihr wird wegen ihres neuen Videos „Boss Ommak“ („Schau Deine Mutter an“) Anstiftung zur Unmoral und sexuelle Anspielungen vorgeworfen. In dem Video tanzt Amir knapp bekleidet, während ihr ein Mann zusieht. Der Titel des Videos reimt sich außerdem auf ein bekanntes Schimpfwort. Bereits im Dezember ist die 25-jährige Sängerin Shyma wegen ähnlichen Vorwürfen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.
derstandard.at

Kommentar verfassen