Allgemein

KW 46: Neue Hilfen für Entwicklungszusammenarbeit, Was bleibt vom “Merkel-Plan”?, Namibia benennt Straßen um

– NEWS –
Neue Hilfen für Entwicklungszusammenarbeit: Deutschland will seine Zusammenarbeit mit Afrika weiter ausbauen. Dafür sollen Kooperationen mit der Afrikanischen Union noch stärker intensiviert werden. Und auch bei der Entwicklungszusammenarbeit tut sich was. Das Entwicklungsministerium bekommt seinen Etat um 640 Millionen Euro für das Jahr 2020 aufgestockt. Mit dem zusätzlichen Geld sollen vor allem Klimaschutzmaßnahmen gefördert werden. Der Schwerpunkt soll dabei auf dem afrikanischen Kontinent liegen. Im Vorfeld der Konferenz der Initiative “Compact with Africa” erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, man wolle nicht über die Köpfe der Afrikaner hinweg sprechen, es gehe um Zusammenarbeit.
mdr.de
Was bleibt vom “Merkel-Plan”?: Am Dienstag, 19.11., findet in Berlin zum dritten Mal das Compact with Africa-Treffen statt. Vor drei Jahren wurde das Gremium gegründet. Ziel ist es ein Forum zu schaffen, in dem Privatinvestitionen leichter ermöglicht werden. Im Gegenzug sollten sich die afrikanischen Staaten zu Wirtschaftsreformen verpflichten. Ein “Merkel-Plan”, scherzte damals der ivorische Staatschef Ouattara. Doch von dem Vorhaben ist wenig geblieben. Die afrikanischen Staaten sind weitgehend enttäuscht. Zwar hätten sie Reformen in die Wege geleitet. Doch die Versprochenen Investitionen sind noch nicht geflossen.
dw.com
Namibia benennt Straßen um: In Namibia erinnern immer noch viele Namen an vergangene Kolonialzeiten. Nun wurden Hauptstadt Windhuk Straßennamen ersetzt. Laut dem Radiosender “Hitradio Namibia” tragen 15 Straßen nun Namen namibischer Freiheitskämpfer sowie politischer und kirchlicher Aktivisten. Darunter ist auch Mburumba Kerina, das ist der Politiker und Professor, der sich den Namen Namibia – nach der Wüste Namib – ausgedacht hat.
deutschlandfunk.de
Neue Bundeswehreinsätze in Afrika: Nach Informationen des “Spiegel” bereitet sich die Bundeswehr auf zwei neue Auslandsmissionen in Afrika und Asien vor. Frankreich hat Deutschland gebeten sich an der Ausbildungsmission in Mali zu beteiligen. Die französischen Pläne sehen vor, dass die Ausbilder die von ihnen trainierten Einheiten auch bei militärischen Operationen begleiten. Dieses sogenannte Mentoring gilt als weitaus gefährlicher als die bisherigen Trainingsmissionen der Bundeswehr.
spiegel.de
Kredite für korrupte Clique: Seit 40 Jahren regiert die Familie Obiang Äquatorialguinea. In dieser Zeit hat es die Herrscherfamilie geschafft, das Land reich und bitterarm zugleich zu machen. Rein nominell liegt das Bruttoinlandsprodukt des Landes bei 20.000 Dollar pro Kopf. Das meiste Geld wandert jedoch in die Taschen Obiangs. Dem Ölreichtum des Landes sei Dank. Da die Ölpreise jedoch sinken, sinken auch die Einnahmen. Nun hat der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Kredit über mehrere Hundert Millionen Euro bereitgestellt. Wozu das Geld eingesetzt wird, wird dabei nicht überprüft. Auch im Kongo soll es vergleichbare Finanzspritzen geben. Auch hier wird der Einsatz der Gelder nicht überprüft. “Der IWF hilft nicht einem armen Land – es rettet ein Land, das seine reichen Ressourcen durch Korruption und Misswirtschaft verschwendet hat”, sagt darum Sarah Saadoun, von der Menschrechtsorganisation Human Rights Watch.
Fintech Interswitch: Noch ein „Einhorn“ aus Afrika faz.net
Warum Afrikas ambitioniertestes Farmprojekt scheiterte manager-magazin.de
Afrika-Verein – Deutsche Investitionen in Afrika auf Rekordhoch investing.de
Fleischhunger in Afrika swr.de
– BACKGROUND –
135. Jahrestag der Berlin-Konferenz: Vor 135 Jahren lud Reichskanzler Otto von Bismarck zur Kongo-Konferenz nach Berlin. Sämtliche europäischen Staaten, die Kolonien besaßen waren mit einer Delegation vertreten. Nur die Afrikaner selbst waren nicht vor Ort. Zwar war der afrikanische Kontinent faktisch schon so gut wie aufgeteilt. Es fehlte jedoch die Gegenseitige Anerkennung der Gebiete. Am Ende der Konferenz war bis auf Äthiopien der gesamte Kontinent in europäischer Hand.
rbb.de
„Die große Herausforderung ist der afrikanische Kontinent“: Anlässlich der UN-Weltbevöllkerungskonferenz sprach Entwicklungsminister Gerd Müller im Interview mit dem “Deutschlandfunk” über Herausforderungen auch auf dem afrikanischen Kontinent. Müller warb dafür, das Problem Bevölkerungswachstum in bestimmten Regionen offen anzugehen. Für ihn ist es dabei aber keine Frage des Zwangs, sondern der Bereitstellung der Mittel. Müllers Strategie ist die Ermöglichung von vielfältigen Bildungsangeboten gerade für Frauen. Werden sie erwerbstätig und autonom, wirke sich das auch auf die Geburtenrate aus.
deutschlandfunk.de
Urbanisierung schreitet voran: Die Städte in Afrika werden immer weiter wachsen. Viele Städte werden erst noch neu entstehen. Auf dem gesamten Kontinent werden in etwa 100 Milliarden Dollar in den Bau neuer Städte investiert. In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land, werden fünf Megacity-Projekte geplant. Die Retortenstädte sollen dem Ansturm auf die Städte entgegenwirken. Allerdings befürchten Kritiker, dass es sich dabei um Elite-Hochburgen handeln wird. Die Armen werden aus diesen modernen Städten ausgeschlossen.
dw.com
– ANGEZÄHLT –
500 deutsche Soldaten sollen sich nach Informationen des “Spiegels” an einer Ausbildungsmission in Mali beteiligen.
spiegel.de
– ZITAT –
“Die zusätzlichen Mittel investieren wir in Maßnahmen für den Klimaschutz, etwa den Aufbau erneuerbarer Energien in Afrika.”
Entwicklungsminister Gerd Müller freut sich, dass sein Etat für nächstes Jahr aufgestockt wurde und hat schon Pläne für das Geld.
handelsblatt.com
– ZULETZT –
„Narrating Africa“-Ausstellung in Marbach: Im Literaturarchiv in Marbach ist eine besondere Ausstellung zu sehen. „Narrating Africa“ widmet sich stereotypen Afrikabildern und Klischees. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf das Bild des afrikanischen Kontinents, wie es in Büchern vermittelt wird. Die Ausstellung wurde zusammen mit Wissenschaftlern und Autoren aus Namibia entwickelt. Gemeinsam möchte man Perspektiven entwickeln und überholten Einstellungen entgegenwirken. Zu sehen ist die Ausstellung bis November 2020.
deutschlandfunkkultur.de

KW 42: Hunger ein bleibendes Problem, Nachhaltige Binden, Wahlen in Botswana

– NEWS –
Hunger ein bleibendes Problem: Die Welthungerhilfe hat ihren aktuellen Bericht veröffentlicht. Darin bewertet die Organisation die Lage in einzelnen Staaten anhand von vier Indikatoren: Anteil der Unterernährten sowie Auszehrung, Wachstumsverzögerung und die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren. Für den afrikanischen Kontinent fällt der Bericht ambivalent aus. Auf der einen Seite erzielen Länder wie Angola, Laos, Äthiopien und Ruanda beachtliche Erfolge. Geleichzeitig steigt aber die Zahl der Hungernden. Vor allem der Tschad, Madagaskar, der Jemen und Sambia zeigen eine „sehr ernste“ Hungersituation.
focus.de
Nachhaltige Binden: Die Menstruation ist in vielen Ländern Afrikas immer noch ein Tabuthema. Darum ist es für Mädchen und Frauen oftmals schwierig an adäquate Hygieneprodukte zu kommen. Nun hat sich ein 17-Jähriger Schüler aus Tansania dem Problem angenommen. Ziyaan Virji hat wiederverwertbare Binden entworfen. Ursprünglich hatte das Ganze als Schulprojekt angefangen. Als er merkte, dass sein Produkt erfolgreich ist, hat er die Organisation “Affordable and Accessible Sanitation for Women” ins Leben gerufen. Die Sets bestehend aus Tüchern und Seife sollen kostenlos an Mädchen verteilt werden.
rtl.de
Wahlen in Botswana: Am 23. Oktober finden in Botswana Wahlen statt und die könnten richtungsweisend für das Land werden. Seit der Unabhängigkeit 1966 regiert dort die “Botswana Democratic Party”. Bisher gaben sich die Präsidenten immer geräuschlos die Klinke in die Hand. Nun gibt es zum ersten Mal Streit zwischen dem letzten gewählten Präsidenten Ian Khama und seinem designierten Nachfolger Mokgweetsi Masisi. Die beiden haben sich so sehr verkracht, dass Khama eine eigene Partei gegründet hat, um Masisi zu verhindern. Zwischen den beiden streitenden Parteien wittert nun die Opposition erstmals ihre große Chance. Für Botswana steht somit auf dem Spiel, ob die Demokratie auch einen Machtwechsel nicht nur zwischen Parteifreunden, sondern auch zwischen verschiedenen Parteien übersteht.
dw.com
Streit in Mosambik: Die Wahl in Mosambik war mit großen Befürchtungen erwartet worden. Seit fünf Jahren flammt in dem bürgerkriegsgeplagten Land immer wieder die Gewalt auf. Die Wahl an sich verlief dann aber friedlicher als befürchtet. Nun könnte es allerdings im Nachgang noch zu Konflikten kommen. Denn die Oppositionspartei RENAMO nimmt die Ergebnisse nicht an und wirft der Regierungspartei FRELIMO massiven Wahlbetrug vor. Inoffiziellen Ergebnissen zufolge kommt FRELIMO auf 71 Prozent, RENAMO nur auf 21 Prozent. RENAMO-Generalsekretär André Magibire erklärte, dass FRELIMO keinen Frieden wolle.
dw.com
Lukrative Afrika-Geschäfte unter deutscher Aufsicht faz.net
So bringt ein Altöttinger die Photovoltaik-Technik nach Afrika pnp.de
Forderung nach Museumsdaten für Suche nach Kolonialobjekten sueddeutsche.de
Äthiopiens Kampf gegen Al-Shabaab-Terror dw.com
Günter Nooke: Dialog in Kamerun darf nicht scheitern dw.com
– BACKGROUND –
Wirtschaftsnobelpreis für konkrete Forschung in Afrika: Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis geht an die beiden Armutsforscher Michael Kremer und das Ehepaar Banerjee und Esther Duflo. Unter den bisher bepreisten Ökonomen gelten sie als Außenseiter. Denn sie entwickeln keine theoretischen Modelle, sondern beschäftigen sich ganz konkret mit Problemen in Afrika. Dabei versuchen sie Antworten zu finden, wie sich die Lebensgrundlagen vor Ort ganz konkret verbessern lassen. Dafür haben sie unter anderem die Arbeitsverhältnisse, verbeamtet oder vertraglich gebunden, von Lehrern untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die vertraglich angestellten Lehrer Bildung besser und effizienter vermitteln.
tagesspiegel.de
Die Rolle Russlands: In Kürze beginnt der Russland-Afrika-Gipfel in Sotschi. 40 afrikanische Staats- und Regierungschefs sollen ihre Teilnahme zugesagt haben. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt Benno Müchler, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in DR Kongo, das Wirken Russlands in Afrika. Demnach ist spielt Russland wirtschaftlich eine untergeordnete Rolle als Handelspartner mit Russland. Allerdings besetzt Putin wichtige strategische Positionen für ihn sinnvoll. So ist beispielsweise der oberste Sicherheitsberater in Zentralafrika ein Russe. Russland hat hier zum einen eine militärische Kooperation und zum anderen direkten Zugang zu den Uranvorkommen des Landes.
deutschlandfunk.de
Museen stellen sich ihrer Geschichte: Ab kommendem Jahr wird es in Berlin ein Kontaktbüro für Raubkunst geben. Bisher haben die Museen in Deutschland sich nur zögernd diesem Thema gestellt. Nun tut sich etwas. Das Büro soll als Anlaufstelle für Interessenten aus dem Ausland dienen, die zu Kulturgütern aus ihren Ländern forschen. Das Büro versucht die Gegenstände ausfindig zu machen und zu prüfen, ob es sich dabei um Raubkunst handelt. In Deutschland findet sich vor allem Raubkunst aus den ehemaligen Kolonien Namibia, Kamerun, Ruanda und Tansania.
deutschlandfunkkultur.de
– ANGEZÄHLT –
Seit 53 Jahren regiert in Botswana die “Botswana Democratic Party”. Nun könnte sie bei der nächsten Wahl am 23. Oktober abgewählt werden.
dw.com
– ZITAT –
“Russland versucht durch die Kooperation und die Bindung mit neuen afrikanischen Regierungen seine Position in den Gremien der Vereinten Nationen zu stärken.”
Benno Müchler, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in DR Kongo über die geopolitische Agenda Russlands in Afrika.
deutschlandfunk.de
– ZULETZT –
Royales Auswandern?: Angeblich planen Prinz Harry und Megahn nach Afrika auszuwandern. In der Yellow-Press wird darüber jedenfalls viel und gerne spekuliert. Die Royals hatten angekündigt, sich eine mehrwöchige Auszeit nehmen zu wollen. Allerdings ohne zu benennen, wo genau. Ihnen gehen vor allem der ganze Medienrummel und die öffentlichen Spekulationen über sie auf die Nerven. Insider berichten, dass es sie in ein afrikanisches Land ziehen könnte. Meghan hat in Ruanda mehrere Projekte gefördert und kennengelernt haben sie sich auf einer Safari in Botswana. Vor wenigen Tagen erst haben sie Südafrika besucht.
bild.de