Tobias Kunow

KW 19: Islamisten gewinnen bei tunesischer Kommunalwahl, Mosambiks Oppositionsführer Dhlakama verstorben, Außenminister Maas in Tansania

– NEWS –
Islamisten gewinnen bei tunesischer Kommunalwahl: Zum ersten Mal seit dem Arabischen Frühling von 2011 finden in Tunesien Kommunalwahlen statt. Doch vom einstigen Aufbruch ist wenig übrig. Die Wahlbeteiligung lag nur bei knapp über 30 Prozent. Umfragen sahen die islamisch-konservative Partei Ennahda mit 27,5 Prozent der Stimmen vorne. Die Partei von Staatspräsident Beji Caid Essebsi und Regierungschef Youssef Chahed folgte dahinter mit 22,5 Prozent. Weitere Parteien traten nicht in allen Gemeinden an und bleiben landesweit abgeschlagen. In vielen Gemeinden traten unabhängige Listen gegen die Etablierten an. Die Unzufriedenheit und Enttäuschung ist groß. Trotz demokratischer Reformen kämpft das Land mit wirtschaftlichen Problemen. Immer wieder kam es zu landesweiten Protesten und Ausschreitungen. Die Kommunalwahl sollte eigentlich Teil der demokratischen Erneuerung sein und zur Dezentralisierung beitragen.
derstandard.at, taz.de
Mosambiks Oppositionsführer Dhlakama verstorben: Alfonso Dhlakama, langjähriger Oppositionspolitiker und ehemaliger Rebellenführer ist am Donnerstag im Alter von 65 Jahren an einem Herzinfarkt in den Gorongosa-Bergen verstorben. Eigentlich sollte Dhlakama mit dem Hubschrauber zu einer ärztlichen Behandlung nach Südafrika gebracht werden. Dazu kam es aber nicht mehr. In den 80er Jahren führte Dhlakama einen erbitterten Widerstand gegen die damalige Zentralregierung an. 1992 kam es zu einem Friedensvertrag, seitdem führte er die politische Opposition im Lande, seine Truppen blieben aber bewaffnet. Eigentlich wollte Dhlakama 2019 bei den Präsidentschaftswahlen gegen den regierenden Präsidenten Filipe Nyusi antreten.
derstandard.at
Außenminister Maas in Tansania: Deutschlands Außenminister Heiko Maas hat bei einem Besuch in der tansanischen Hauptstadt Daressalam den afrikanischen Opfern des Ersten Weltkriegs gedacht. Er beklagte, “dass 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg den afrikanischen Opfern zu wenig Erinnerung zugutekommt”. Am Denkmal für die Askari, den afrikanischen Kämpfern in den Kolonialtruppen, legte er einen Kranz nieder. Im Ersten Weltkriegs starben Tausende Askari an der Seite des deutschen Kaiserreichs. Von 1885 bis 1918 gehörte Tansania zu Deutsch-Ostafrika, der größten und bevölkerungsreichsten deutschen Kolonie in Afrika. Die Kolonialvergangenheit spielt in der Gegenwart Tansanias allerdings kaum eine Rolle. “Wir wollen aus der Vergangenheit eine Brücke über die Gegenwart in die Zukunft schlagen”, warb Maas dafür, nach vorne zu schauen, ohne die Vergangenheit zu verdrängen.
derstandard.at
Mali: Neue islamistische Gruppe nimmt Zivilbevölkerung ins Visier: Im Südosten Malis nehmen gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu. Ende April, Anfang Mai kam es zu mehreren Massakern. Damit ist ein Strategiewechsel verbunden. Statt gezielte Angriffe auf militärische Einrichtungen, stehen jetzt möglichst hohe Opferzahlen im Fokus. Die Angriffe gehen nach Augenzeugenberichten von einer neuen bewaffneten Gruppe aus. Der „Islamische Staat der Großen Sahara“ ist nach Ansicht von Experten eine Nachfolgerin der „Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika“, der radikalsten islamistische Gruppe, die von 2012 bis zu Frankreichs Intervention 2013 die Nordhälfte Malis kontrollierte.
taz.de
Tschads neue Verfassung erweitert die Macht des Präsidenten: Das Parlament im Tschad hat letzte Woche eine neue Verfassung beschlossen. Sie soll mit Ablauf der gegenwärtigen Amtszeit von Präsident Idriss Déby 2021 beginnen. Kernstück der Reform ist die Änderung bei der Amtszeit des Präsidenten, der für zweimal sechs Jahre gewählt werden kann. Damit soll die Regentschaft von Déby, der das Land seit 28 Jahren regiert, bis 2033 gesichert werden. Da es aber eine Begrenzung der Amtszeit ohnehin nicht mehr gab, richtet sich Kritik vor allem gegen die Machtfülle des Präsidenten. Kabinettsmitglieder sind zukünftig dem Präsidenten direkt unterstellt, ebenso die Justiz. Für die vier im Parlament vertretenen Oppositionsparteien ein Rückschritt, der die Freiheit, die Gewaltenteilung, den Fortschritt und den Frieden töten würde.
taz.de
Beziehungen zwischen EU und Afrika auf dem Prüftand: In Venedig stand Ende April das Verhältnis zwischen Afrika und der EU auf dem Prüfstand. Beim Workshop „Afropean Bridges – Identity, Representation, Opportunities“ wurde sowohl der Status quo der Partnerschaft diskutiert und Ziele einer gemeinsamen wirtschaftlichen und politischen Zukunft formuliert. Es ging aber auch um das Leben von Afrikanern in Europa. Unter dem Schlagwort “Afrophobia” wurden Ausgrenzung und Diskriminierung diskutiert. Gäste waren unter anderem Cécile Kyenge, Mitglied im EU-Parlament und Bruder Mussie Zerai, der 2015 für den Friedensnobelpreis nominiert war. Der Workshop fand im Rahmen der Internationalen Dekade der Vereinten Nationen für Menschen afrikanischer Abstammung statt und wurde von der Ca’ Foscari University of Venice in Zusammenarbeit mit der NGO Progressi organisiert.
afropeanbridges.org , facebook.com, progressi.org
Afrikanischer Milliardär: Geld, das in Afrika verdient wird, soll in Afrika bleiben daily.spiegel.de
Bis zu 60 Tote bei Terroranschlag in Nigeria taz.de
Überraschung: Mehr frei lebende Gorillas und Schimpansen in Zentralafrika als gedacht  spiegel.de
– BACKGROUND –
Stiftungen treiben Erneuerbare voran: Viele europäische Stiftungen betreiben Projekte zur Verbreitung erneuerbarer Energien in Afrika. So verbreitet die Stiftung We-Hubs Water-Energy-Hubs in Kenia. Dabei handelt es sich um Kiosks für Wasser und Strom. Es lassen sich Solarlampen ausleihen und Batterien aufladen. Doch nicht jedes Projekt ist von Erfolg gekrönt. Vor allem, wenn soziale Standards nicht eingehalten werden, kommt ein Vorhaben schnell in Misskredit. Zwar sind die Stiftungen sensibilisiert und wenden bei der Durchführung vor Ort strenge Kriterien an, doch nicht alles lässt sich kontrollieren und eine Garantie ist auch strenge Vorsicht am Ende nicht.
bizz-energy.com
Afrikanische Literatur positioniert sich neu: Literatur aus Afrika hat in Deutschland noch immer einen schweren Stand. Keine Nation des Kontinents war jemals Gastland der Frankfurter Buchmesse. Nur 1980 war es “Schwarzafrika”. Doch es gibt viel zu entdecken: die wunderbare Afrika-Reihe im Verlag Wunderhorn, die jedes Jahr drei Romane von Autoren mit Bezug zu Afrika herausbringt. Die Frankfurter Buchmesse hat den Verein Litprom gegründet, der auch Events zu afrikanischer Literatur veranstaltet. Das African Book Festival, das Ende April zum ersten Mal im Berliner Babylon Kino stattfand, will jährlich eine andere geografische Region in den Vordergrund rücken. Bei der Premiere lag der Fokus auf Westafrika und Nigeria. Das Land ist Teil einer spannenden Neupositionierung der Literaturszene. Verlage nehmen die Produktionsmittel selbst in die Hand, mit Außenbüros in den Vereinigten Staaten und Großbritannien.
tagesspiegel.de
Wasserkraft geht den Bach runter: Die Wasserkraft deckt weltweit 15 Prozent der Stromversorgung ab. Doch Dürreperioden sorgen dafür, dass in manchen Regionen Wasserspeicher austrocknen. Betroffen sind vor allem süd- und ostafrikanische Länder. So bezieht zum Beispiel Malawai 98 Prozent seiner Stromerzeugung aus Wasserkraft. In Sambia sind es 95 Prozent. “Der Klimawandel hat einen bemerkenswerten Einfluss auf die Wasserkrafterzeugung, er stellt eine große Herausforderung für alle Wasserkraftwerke dar”, sagt Clemente Prieto vom spanischen Komitee für Staudämme.
dw.com
– ANGEZÄHLT –
330 Millionen Euro Entschädigungen bekommen etwa 100.000 ehemalige Minenarbeiter und deren Angehörige. Weil die Quarzstaub einatmen mussten, litten die Betroffenen an der Lungenkrankheit Silikose. Über drei Jahre zog sich der Prozess gegen sechs Bergbauunternehmen hin.
spiegel.de
– ZITAT –
“Es gibt eine große Erwartungshaltung, die bei den Freunden in Afrika geweckt wurde. Wir haben den Eindruck, dass man auch in Afrika gemerkt hat: Es ist noch nichts davon umgesetzt worden.”
Nach dem fulminanten Afrikajahr 2017 ist die deutsche Afrikapolitik etwas ermattet, kritisiert Stefan Liebig, Vorsitzender des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, einem Lobbyverbund von in Afrika engagierten Unternehmen.
dw.com
– ZULETZT –
Marx in Afrika: Am 05. Mai wurde der 200. Geburtstag von Karl Marx mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen begannen. Auch in Afrika hat der Co-Auto des “Kommunistischen Manifest” seine Spuren hinterlassen. Im Kampf um Unabhängigkeit wurde von afrikanischen Intellektuellen eigenen Modelle des Sozialismus entwickelt. Während in Äthiopien das Derg-Regime den Marxismus dazu benutzte, ein brutales Regime aufzubauen, strebten andere afrikanische Denker tatsächlich politische Reformen nach dem Vorbild des europäischen Sozialismus an. Beispiel Tansania, dort setzte Staatsgründer Julius Nyerere den afrikanischen Sozialismus am weitesten durch. Aber was ist von der sozialistischen Idee in Afrika geblieben? Nicht viel. “Die Menschen sind mehr an dem materiellen Fortschritt interessiert als an Ideen, die mit Sozialismus konform gehen”, sagt Afrikaexperte Ahmed Rajab aus Sansibar.
dw.com

KW 18: Dos Santos gibt auch Parteiführung ab, Chef der libyschen Gegenregierung im Krankenhaus, Ermittlungen gegen französischen Industriellen

– NEWS –
Dos Santos gibt auch Parteiführung ab: Ex-Präsident José Eduardo dos Santos wird nach fast vier Jahrzehnten an der Spitze der Regierungspartei MPLA sein Amt als Parteichef abgeben. Der derzeitige Staatschef João Lourenço wird aller Voraussicht nach das Amt im September übernehmen. Dos Santos hatte das südwestafrikanische Land knapp 38 Jahre lang eisern regiert. Bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr trat er nicht mehr an. Das Land gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und das, obwohl es neben Nigeria Afrikas größter Erdölproduzent ist.
derstandard.at
Chef der libyschen Gegenregierung im Krankenhaus: Der selbsternannte Feldmarschall Chalifa Haftar, der eine ostlibyschen Gegenregierung betreibt, die der international anerkannten Regierung in Tripolis Paroli bietet und von Ägypten, Russland und einigen Golfstaaten unterstützt wird, liegt seit zwei Wochen in einem Militärkrankenhaus bei Paris. Laut französischen Medien erlitt der 75-Jährige einen Schlaganfall und musste mit Hirnblutungen operiert werden. Als er kurzfristig von der Bildfläche verschwand, kam das Gerücht auf, er sei tot. Seine Anhänger hoffen auf eine Rückkehr, angeblich sei sein Gesundheitszustand vielversprechend. Sollte Haftar allerdings nicht zurückkehren, droht in Libyen ein politisches Ungleichgewicht und radikale Islamisten könnten versuchen Kontrolle über die Ölfelder zu gelangen.
taz.de
Ermittlungen gegen französischen Industriellen: Der französische Industrielle Vincent Bolloré gehört zu den einflussreichsten Männern in Afrika. Er kontrolliert in 41 von 54 Staaten Infrastruktur wie Häfen und Eisenbahnlinien. Dazu kommen Palmölplantagen, Minen und mehrere Medienunternehmen. Er steht für “Francafrique”, jenes System aus informellen Verbindungen zwischen Ministerien, Firmen und afrikanischen Potentaten, dessen Name eine Chiffre für das Fortbestehen kolonialer Verbindungen ist. Kein Wunder, dass es dabei nicht immer legal zugeht. Letzten Dienstag hat die französische Polizei Bolloré zur Befragung abgeführt. Er steht im Verdacht, Ende der 2000er-Jahre die Präsidenten von Guinea und Togo bei der Vergabe von Hafenprojekten bestochen und dort in die Wahlen eingegriffen zu haben.
derstandard.at, de.euronews.com, welt.de
Beziehungen zwischen EU und Afrika auf dem Prüftand: In Venedig stand Ende April das Verhältnis zwischen Afrika und der EU auf dem Prüfstand. Beim Workshop „Afropean Bridges – Identity, Representation, Opportunities“ wurde sowohl der Status quo der Partnerschaft diskutiert und Ziele einer gemeinsamen wirtschaftlichen und politischen Zukunft formuliert. Es ging aber auch um das Leben von Afrikanern in Europa. Unter dem Schlagwort “Afrophobia” wurden Ausgrenzung und Diskriminierung diskutiert. Gäste waren unter anderem Cécile Kyenge, Mitglied im EU-Parlament und Bruder Mussie Zerai, der 2015 für den Friedensnobelpreis nominiert war. Der Workshop fand im Rahmen der Internationalen Dekade der Vereinten Nationen für Menschen afrikanischer Abstammung statt und wurde von der Ca’ Foscari University of Venice in Zusammenarbeit mit der NGO Progressi organisiert.
afropeanbridges.org , facebook.com, progressi.org
Kakao-Konferenz in Berlin: 60 Prozent des weltweiten Kakaobedarfs kommt aus der Elfenbeinküste und Ghana, weitere Anbaugebiete liegen in Mittel- und Südamerika und Südostasien. Den Rohstoff importieren vor allem die USA, die Niederlande und Deutschland. Deutschland ist dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zufolge der weltweit größte Exporteur von Schokoladenprodukten: 2016 waren das 804.000 Tonnen Waren im Wert von 3,9 Milliarden Euro. Letzte Woche kam die Branche zu ihrem weltweit größten Treffen, der World Cocoa Conference, in Berlin zusammen. Nicht nur Unternehmensvertreter waren vor Ort, auch Politiker und Nichtregierungsorganisationen. Die beklagen vehement die schlechten Lebensbedingungen der Bauern und die Umweltschäden durch den Kakaoanbau.
tagesspiegel.de
Polizei in Uganda befreit 94 entführte Kinder und 18 Frauen derstandard.at
Bundestag verlängert Afrika-Einsätze der Bundeswehr mdr.de
Dschihadisten töten in Mali 40 Tuareg dw.com
– BACKGROUND –
Wie Hilfsorganisationen den lokalen Arbeitsmarkt beeinflussen: In der Demokratischen Republik Kongo kann Einheimischen fast nichts Besseres passieren, als einen Job bei einen der Hilfsorganisationen oder bei der UN-Mission Monusco zu bekommen. Es herrscht Massenarbeitslosigkeit. Zwei Drittel der 80 Millionen Einwohner leben in Armut. Daher ist der internationale Arbeitsmarkt sehr attraktiv. Das UN-Koordinationsbüro registriert allein für die ostkongolesische Provinz Nord Kivu 610 Organisationen. Monusco beschäftigt 3313 Zivilangestellte. 2522 davon sind Einheimische. Ein Nachteil auch für die lokale Wirtschaft, denn den heimischen Unternehmen geht das hochqualifizierte Personal aus.
sueddeutsche.de
Stoppt Zucht bedrohter Arten die Wilderei? Um die Wilderei in den Griff zu bekommen und das Aussterben bedrohter Arten zu verhindern, befürworten einige Experten die Zucht von Nashörnern und anderen bedrohten Arten. Die begehrten Körperteile könnten dann legal und kontrolliert verkauft und die Ausrottung der frei lebenden Tiere verhindert werden. Doch das ist sehr umstritten. „Es kann aus unserer Sicht niemals genug Nashorn-Horn produziert werden, um die Nachfrage zu decken“, sagt Artenschützerin Katharina Trump vom WWF.
fr.de
– ANGEZÄHLT –
Bis zu 3.000 Schauspieler will Nollywood-Veteran Zack Orji pro Jahr für den afrikanischen Markt ausbilden. Der Bedarf ist riesig. In Nigeria werden mittlerweile mehr Filme produziert als in Hollywood und auch in Ländern wie Kamerun, ist die Filmproduktion auf dem Vormarsch.
dw.com
– ZITAT –
“Es wäre eine Schande, wenn Länder, die wir immer unterstützen, nun Lobbyarbeit gegen uns leisteten. Warum sollten wir diese Länder unterstützen, wenn sie uns nicht unterstützen (ebenfalls nicht bei den Vereinten Nationen)?”
US-Präsident Trump ist außer sich. Marokko will sich für die Fußball-WM 2026 bewerben und der Kandidatur der USA mit Kanada Konkurrenz machen.
dw.com
“Trump beherrscht die Sprache von Einschüchterung und Drohung, doch wir Marokkaner sollten vor der Logik des Dschungels keine Angst haben.”
Generalsekretärin der marokkanischen Sozialisten, Nabila Mounib, empört sich wie viele ihrer Landsleute gegen den Trump-Tweet.
dw.com
– ZULETZT –
Esel sind die neuen Elefanten! In China explodiert die Nachfrage nach Eselshaut. In vielen afrikanischen Ländern nimmt die Esel-Population rapide ab. So hat sich der Bestand in Kenia seit 2009 auf 90.000 halbiert. Ursache ist nicht eine Krankheit oder die sinkende Nachfrage nach Eseln, sondern das aufkeimende Interesse nach Eselshaut. In China ist ein aus Eselshaut gewonnenes Elixier als Heilmittel gegen alles gerade der letzte Schrei. So ist der Preis für einen Esel in Kenia innerhalb eines halben Jahres um 325 Prozent gestiegen.
economist.com

KW 17: Ramaphosa bricht wegen Unruhen Commonwealth-Gipfel ab, Südsudans Außenminister entlassen, Fünf Jahre EU-Streitkräfte in Mali

– NEWS –
Ramaphosa bricht wegen Unruhen Commonwealth-Gipfel ab: Wegen schwerer Ausschreitungen in der südafrikanischen Stadt Mahikeng musste Präsident Cyril Ramaphosa den Commonwealth-Gipfel in London verlassen. Er sei aufgrund der Zusammenstöße von Polizei und Sicherheitskräften “tief besorgt”, hieß es in einer Erklärung seines Büros. Fernseh-Bilder zeigen Rauchwolken über der Stadt im Nordwesten des Landes. Geschäfte wurden geplündert und ein Demonstrant kam ums Leben. Ramaphosa wies die Sicherheitskräfte zu “maximaler Zurückhaltung” an. An die Demonstranten richtete er den Appell, ihre Unzufriedenheit nicht durch “Gewalt und Anarchie” auszudrücken.
derstandard.at
Südsudans Außenminister entlassen: Im Südsudan hat Präsident Omar al-Bashir am Donnerstag seinen Außenminister entlassen, nachdem dieser die Zahlungsschwierigkeiten des Landes öffentlich gemacht hatte. Ibrahim Ghandour hatte vor dem Parlament beklagt, dass die Gehälter von Diplomaten nicht gezahlt würden und man auch mit den Mietzahlungen für Auslandsvertretungen im Rückstand sei. Das Land leidet derzeit unter einer Wirtschafts- und Finanzkrise. “Die Lage ist inzwischen gefährlich, weswegen ich nun öffentlich darüber rede”, so Ghandur am Mittwoch.
derstandard.at
Simbabwes Regierung zeigt im Arbeitskampf Härte: Simbabwe hat fristlos 15.000 Krankenschwestern und Krankenpflegern gekündigt. Laut Vizepräsident Constantino Chiwenga seien diese nach einem Streik nicht zu ihrer Arbeit zurückgekehrt, obwohl die Regierung einer geforderten Gehaltserhöhung zugestimmt hatte. Die Entlassung sei “im Interesse der Patienten und notwendig, um Leben zu retten”. Jetzt herrscht in den staatlichen Kliniken Notbetrieb. Um die Personallücke zu schließen, würden pensionierte Pflegekräfte zurückgeholt und Arbeitslose eingestellt. Die Gewerkschaft rief dazu auf, Streiks und Proteste fortzusetzen. Die Erklärung der Regierung würde nichts an der Lage ändern.
dw.com
Nil-Staaten streiten ums Wasser: In der Nil-Region spitzt sich der Streit ums Wasser zu. Hintergrund ist ein gigantischer Staudamm, der zurzeit am Blauen Nil in Äthiopien entsteht. Der Staudamm spielt bei den Plänen zur Modernisierung des ostafrikanischen Landes eine Hauptrolle. In Ägypten sieht man die Entwicklung mit Sorge, der Damm könnte die Wasserversorgung der 100 Millionen Ägypter gefährden. Gespräche zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan über eine faire Nutzung des Nilwassers blieben Anfang April ohne Ergebnis. Eine Studie der Universität Kairo kommt zu einem erschütternden Ergebnis: Wenn Äthiopien den See innerhalb von drei Jahren füllt, um möglichst rasch mit der Stromgewinnung beginnen zu können, wird in Ägypten rund die Hälfte des Ackerlands verdorren – Selbst bei sechs Jahren verdorren immer noch 17 Prozent.
rp-online.de
200 Kindersoldaten im Südsudan freigelassen dw.com
EU-Kommissar Günther Oettinger wirbt für Hinwendung nach Afrika stuttgarter-zeitung.de
– BACKGROUND –
Fünf Jahre EU-Streitkräfte in Mali: Seit mehr als fünf Jahren bildet die European Union Training Mission in Mali die Streitkräfte aus. Auch deutsche Soldaten sind beteiligt, der Bundestag berät gerade das Mandat bis Mai 2019. Hintergrund ist der Kampf gegen den Terror. Die „Forces armées et de sécurité du Mali“ war überfordert im Kampf gegen Islamisten und aufständische Tuareg. Eine militärische Intervention Frankreichs verhinderte 2013 einen Vormarsch der Islamisten auf Bamako. Doch bis heute ist das Land labil, der Friedensprozess mit den Tuareg ist instabil, Selbstschutz-Milizen haben die Kontrolle überall dort übernommen, wo das Gewaltmonopol des Staates fehlt. Bis 2019 soll mit Freiwilligen die Stärke der Armee auf 20.000 Mann anwachsen und neue Befehlsstrukturen eingeführt werden. „Was eine Herausforderung ist, ist westliche Führungsgrundsätze wie selbstständiges Denken und Handeln bei Soldaten auch in Malis Armee wirksam zu machen“, schildert der stellvertretende EUTM-Kommandeur, Oberst Busch, die Lage.
taz.de, spiegel.de
Afrika in der Schuldenfalle: Die Schuldenlast afrikanischer Staaten ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Jährlich wachsen die Verpflichtungen um 25 Prozent. Mit 28 Nationen befinden sich laut der NGO Jubilee mehr als die Hälfte der Staaten des Kontinents bereits in oder in unmittelbarer Gefahr einer Schuldenkrise. Westliche Staaten machen China verantwortlich. Die gigantischen Investitionen, die China vor allem in die Infrastruktur des Kontinents pumpte, wirken sich für die aufstrebenden Entwicklungsstaaten immer belastender aus. Tatsächlich müssen afrikanische Empfängerstaaten einen Großteil der chinesischen Hilfen zurückzahlen, was ihnen wegen der inzwischen wieder purzelnden Rohstoffpreise zunehmend schwerfällt.
derstandard.at
Investieren in Afrika: Afrika ist zurück auf der Investment-Landkarte. Das Bundeswirtschaftsministerium veranstaltete Ende März die „Start-up Night! Afrika 2018“. Volkswagen hat im Januar in Ruanda die „Mobility Solutions“ gegründet und will in der Region Car-Sharing und andere Dienste anbieten. Vor allem im Bereich der Telekommunikations- und Digital-Branche sehen Experten einen Markt mit 1,2 Milliarden Kunden. Experte Oliver Bell vom Vermögensverwalter T. Rowe Price sieht vor allem in den Ländern Nigeria und Ghana gute Aussichten für Investitionen.
extra-funds.de, welt.de
– ANGEZÄHLT –
177 Millionen Nutzer hat Facebook in Afrika. Viele von ihnen kommen über das Programm “Free Basics”, das kostenlosen Zugang zu dem sozialen Netzwerk ermöglicht. Doch die Nutzer bezahlen mit Ihren Daten und anders als zum Beispiel in Europa ist in den meisten Ländern Afrikas der Datenschutz nicht geregelt.
dw.com
– ZITAT –
“Mein Ansatz ist: kein Euro in korrupte Kanäle.”
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert für seinen Etat in diesem Jahr eine Milliarde Euro zusätzlich. Damit will er Krisenländer unterstützen, die Hilfe für Afrika ausbauen und dazu beitragen, Flüchtlingen in ihren Heimatregionen eine Perspektive zu geben
focus.de
– ZULETZT –
Land der Swasi: Swasiland heißt es eSwatini. Das hat König Mswati III. am Donnerstag nach jahrelangen Diskussionen entschieden. Hintergrund ist, dass man sich von der Vergangenheit als britisches Kolonialland distanzieren wollte. ESwatini bedeutet in der Landessprache “Land der Swasi”, also eigentlich das Gleiche, aber ohne englischen Einfluss. In Afrika kein Einzelfall. Auch Njassaland und Betschuanaland  legten jeweils mit der Unabhängigkeit von Großbritannien ihre Namen ab und heißen seither Malawi (1964) und Botsuana (1966).
derstandard.at, deutschlandfunk.de

KW 16: Geberkonferenz kann dem Kongo nicht helfen, Kämpfe in Zentralafrikanischer Republik, Tschad nicht mehr vom US-Einreisestopp betroffen

– NEWS –
Geberkonferenz kann dem Kongo nicht helfen: Die internationale Geberkonferenz für die Demokratische Republik Kongo konnte die Hoffnungen der Hilfsorganisationen nicht erfüllen. Von den für 2018 benötigten 1,68 Milliarden US-Dollar waren nur 530 Millionen zusammengekommen. Bereits im letzten Jahr blieben die eingesammelten Gelder weit hinter den Erwartungen zurück. Geldgeber scheinen zunehmend zu bezweifeln, dass die UN im Kongo sinnvolle Arbeit leisten kann, da die Arbeit internationaler Partner auf immer mehr Widerstand der Regierung Joseph Kabila stößt. So hat Kongos Regierung die Konferenz als Verletzung der eigenen Souveränität bezeichnet und sie offiziell boykottiert, auch wenn Vertreter im Umfeld der Konferenz gesichtet worden sind.
taz.de
Kämpfe in Zentralafrikanischer Republik: Seit letzter Woche versucht die Regierung der Zentralafrikanischen Republik zusammen mit UN-Blauhelmen muslimische Milizen im letzten mehrheitlich von Muslimen bewohnten Stadtteil der Hauptstadt Bangui zu zerschlagen. „Banditen nehmen die Bevölkerung als Geisel“, sagte Präsident Touadéra am Mittwoch, eine wütende Demonstration mit 1,500 Teilnehmern hatte 15 Leichen vor dem UN-Hauptquartier abgelegt. Angeblich Opfer von UN-Schüssen auf die Zivilbevölkerung. Hintergrund der neuen Spannungen sind die blutigen Massaker und Massenvertreibungen an den Muslimen im Jahr 2014. Und die Krise droht sich auszuweiten. In mehreren Städten im Osten des Landes, die von ehemaligen Séléka-Rebellen kontrolliert werden, riefen die jeweiligen Machthaber am Mittwoch den Alarmzustand aus und errichteten Barrikaden.
taz.de
Tschad nicht mehr vom US-Einreisestopp betroffen: Die USA haben die Einreisebeschränkungen für Bürger des Tschad aufgehoben. Präsident Donald Trump hatte das Land nachträglich auf die Liste von einem Einreisestopp betroffener Länder hinzugefügt. Angeblich soll eine Knappheit beim Papier für Passdokumente Ursache für diesen Schritt gewesen sein. Schließlich arbeitet der Tschad eigentlich mit den USA sehr eng zusammen. Mittlerweile hat das Land aber nachgebessert und seine Bestimmungen hinsichtlich der Weitergabe von Informationen und der Identitätsfeststellung verbessert.
derstandard.at
Deutscher Entwicklungshelfer im Niger entführt: Ein deutscher Mitarbeiter der Hilfsorganisation “Help – Hilfe zur Selbsthilfe” ist im Niger verschleppt worden. Die stellvertretende Geschäftsführerin Bianca Kaltschmitt bestätigte dies am Donnerstag gegenüber der Deutschen Presseagentur. “Wir haben alle nötigen Krisenmaßnahmen eingeleitet, wir können aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine näheren Angaben zu den Details des Vorfalles machen,” so Kaltschmitt. Man stehe in ständigem Austausch mit der deutschen Botschaft und dem Krisenstab der Auswärtigen Amtes. Nach Angaben des Online-Portals ActuNiger sind Islamisten für den Anschlag verantwortlich. Sie sollen einen Konvoi der NGO überfallen, ein Fahrzeug in Brand gesetzt und die Geisel entführt haben.
derstandard.at
Friends of the Earth drohen Shell mit Klimaklage. In Sachen Gas- und Ölvorkommen vor der Küste Mosambiks legt sich die Umweltorganisation Friends of the Earth (FOE) mit dem niederländisch-britischen Konzern Royal Dutch Shell an. In einem Schreiben fordern sie den Abbruch der Förderung fossiler Brennstoffe innerhalb von acht Wochen. Andernfalls werde man in den Niederlanden offiziell Klage einreichen. “Die Gasförderung und Infrastruktur in der Provinz Cabo Delgado wird Leben und Lebensgrundlagen zerstören, und es wird zum Klimawandel beitragen, der den Planeten zerstört”, erklärte Anabela Lemos, Direktorin der mosambikanischen FOE-Mitgliedsorganisation Justiça Ambiental.
jungewelt.de
Nationale Trauer: Winnie Mandela in Staatsbegräbnis beigesetzt derstandard.at
Kabinett verlängert deutsch Einsätze in Mali und Somalia dw.com
Ägypten: Präsident Sisi verlängert Ausnahmezustand um weitere drei Monate deutschlandfunk.de
– BACKGROUND –
#NotTooYoungToRun: In Nigeria wirft die Präsidentschaftswahl im Februar 2019 ihre Schatten voraus. Letzten Montag gab der 75-Jährige Amtsinhaber Muhammadu Buhari seine erneute Kandidatur bekannt. Auch die anderen Kandidaten um das höchste Staatsamt befinden sich bereits im Herbst ihres Lebens. Erstaunlich, sind doch knapp 190 Millionen Einwohner Nigerias jünger als 30 Jahre alt. Doch es regt sich Widerstand, die Jungen planen den Aufstand. Mit der Initiative „I Support #NotTooYoungToRun“ unterstützen 50 nigerianische NGOs einen Gesetzentwurf, der das Mindestalter für Präsidentschaftskandidaten von 40 auf 35 und das für Parlamentskandidaten von 30 auf 25 Jahre senken soll. „In einem Land, in dem nicht alle in die Politik eingebunden werden, kann es zu Gewalt kommen. Mit dem Gesetz soll Demokratie gestärkt und etwas gegen Ungleichheit getan werden,“ begründet Simon Obi von der NGO „Greenlight Initiative“ sein Engagement.
taz.de
Mit Drohnen gegen Wilderer. Im Kampf um das Überleben bedrohter Tierarten kommt immer mehr auch High Tech zum Einsatz. So wird die Bewegung von Herden mit Satellitenbildern beobachtet, auch Drohnen werden immer öfter eingesetzt. Auf der European Week of Astronomy and Space Science in Liverpool wurde gerade eine neuartige Drohne vorgestellt, die mittels Infrarotkamera Tiere und Menschen aufgrund der Wärme aufspüren kann, die ihr Körper abgibt. Zur Unterscheidung bedient man sich dabei einer Technik aus der Astronomie: “Die Infrarotaufnahmen von Tieren und Menschen leuchten auf ähnliche Weise wie Sterne und Galaxien im Weltraum”, sagt die Astrophysikerin Claire Burke. Da jede Spezies ein einzigartiges Muster aus wärmeren und kälteren Regionen habe, sei eine Unterscheidung möglich.
sueddeutsche.de
– WORKSHOP –
Afropean Bridges in Venedig: Am 20. und 21. April findet in Venedig der Workshop “Afropean Bridges – Identity, Representation, Opportunities” statt. Dabei sollen die Errungenschaften der Partnerschaft zwischen Afrika und der EU diskutiert, aber auch kulturelle und soziale Fragen der postkolonialen Geschichte zwischen den beiden Kontinenten angesprochen werden. Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit der Internationalen Dekade der Vereinten Nationen für Menschen afrikanischer Abstammung statt und wurde von der Ca’ Foscari University of Venice in Zusammenarbeit mit der NGO Progressi organisiert. Alle Informationen zu Programm und Teilnahme gibt es hier:
afropeanbridges.org
– ANGEZÄHLT –
Bis 2016 will die WHO fast eine Milliarde Menschen in Afrika gegen Gelbfieber impfen. Federführend sind das Uno-Kinderhilfswerks und mehr als 50 weiteren Organisationen.
luzernerzeitung.ch
– ZITAT –
“Der Jugend Afrikas Perspektiven zu geben ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Hier wächst eine Macht heran, mit der zu rechnen ist, im Guten wie im Schlechten. Ich sage bewusst „Macht“ – weil ich glaube, dass genau das die richtige strategische Kategorie ist, mit der wir auf diese globale Herausforderung blicken sollten; genauso, wie wir auch den Aufstieg Chinas oder die Digitalisierung als neue Machtfaktoren in der Weltpolitik begreifen.”
Der ehemalige Bundespräsident und aktuelle UN-Beauftragte für Westsahara fordert von den Europäern eine realistischere Wahrnehmung Afrikas.
handelsblatt.com
– ZULETZT –
Reiche Männer, armer Kontinent: Die reichsten Familien der Welt entdecken den ärmsten Kontinent der Welt. Sie betreiben riesige Reservate und luxuriöse Lodges. So was das “Tswalu” im Besitz der Diamantendynastie Oppenheimer früher eines der größten Jagdgebiete in der Kalahari. Die meisten der exquisiten Lodges befinden sich in Südafrika. Doch selbst im Kongo gibt es Camps für die Reichen. “Serra Cafema” ist das entlegenste Camp, an der Grenze zu Angola. Hier leben die Himba-Nomaden und liegen Krokodile am Fluss. Das beeindruckte Microsoft-Milliardär Paul Allen. Doch das Engagement hat durchaus positive Seiten. Millionen fließen in Umweltprojekte und Infrastruktur.
manager-magazin.de

KW 15: Oppositioneller Bio gewinnt Wahlen in Sierra Leone, Zuma-Prozess auf Anfang Juni vertagt, Winnieh Mandela verstorben

– NEWS –
Oppositioneller Bio gewinnt Wahlen in Sierra Leone: In Sierra Leone hat der Kandidat der Opposition, Julius Maada Bio, die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Nach Angaben der Wahlkommission verfielen auf Bio 51,8 Prozent der Stimmen. Samura Kamara, der Kandidat der bisherigen Regierungspartei erhielt 48,2 Prozent. Das Ergebnis der Wahl vom 05. April ließ ungewöhnlich lange auf sich warten, da es Streit um die Methode der Auszählung gab. Kamara-Anhänger hatten bereits vor der Bekanntgabe des Ergebnisses demonstriert und den Vorwurf einer “ausländischen Einmischung” erhoben. Die Wahlen gelten als Test für die demokratische Konsolidierung Sierra Leones nach einem verheerenden Bürgerkrieg von 1991 bis 2002 bei dem 120.000 Menschen ums Leben gekommen sind.
derstandard.at, taz.de
Zuma-Prozess auf Anfang Juni vertagt: Der Korruptionsprozess gegen Südafrikas ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma ist am Freitag nach einer kurzen Anhörung auf den 08. Juni vertagt worden. Zuma muss sich in dem Verfahren gegen den Vorwurf verteidigen, im Rahmen eines 1999 geschlossenen Rüstungsdeals mit dem französischen Konzern Thales 280.000 Euro Schmiergeld erhalten zu haben. In 16 Anklagepunkten geht es unter anderem um Korruption, Geldwäsche und Betrug. Zumas Anwälte wollen den Prozess juristisch verhindern. Zur Anhörung erschien Zuma betont gelassen mit Lächeln und Daumen nach oben.
derstandard.at, taz.de
Winnieh Mandela verstorben: Winnifred Madikizela-Mandela, Exfrau von Südafrikas Nationalhelden Neslon Mandela, ist am Ostermontag überraschend in ihrer Villa in Soweto im Alter von 81 Jahren verstorben. Sie sei im Kreise ihrer Familie nach langer Krankheit friedlich eingeschlafen. Winnie Mandela galt in den 80ern neben ihrem Mann und dem Erzbischof Desmond Tutu als wichtigste Persönlichkeit im Antiapartheidkampf. Mehrmals wurde sie inhaftiert und in Verbannung geschickt. Doch war Winnie Mandela auch immer wieder mit Gewaltverbrechen und Korruption in Verbindung gebracht worden. Eine sechsjährige Haftstrafe wegen Entführung wurde in eine Geldstrafe umgewandelt. Nach der Scheidung von Nelson Mandela 1996 geriet Winnie Mandela zunehmend ins Abseits.
derstandard.at, taz.de
Netanjahu will Umsiedlung afrikanischer Einwanderer überdenken: Kurz nach der Verkündung einer Vereinbarung zur Umsiedlung afrikanischer Einwanderer aus Israel in Länder wie Deutschland hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu die Übereinkunft ausgesetzt. Er wolle die Bedingungen der Vereinbarung mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR überdenken, teilte Netanjahu am Montagabend mit. Dabei wolle er die Kritik an der Übereinkunft berücksichtigen. Netanjahu hatte zuvor einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik seines Landes verkündet. Demnach sollten im Rahmen eines Abkommens mit dem UNHCR 16.000 Migranten aus Afrika nicht wie geplant in afrikanische Drittstaaten zurückgeschickt, sondern in den kommenden fünf Jahren in westliche Länder umgesiedelt werden.
tagesspiegel.de, faz.net
Äthiopiens neuer Premier räumt auf: Der neue äthiopische Premierminister Abiy Ahmed hat bereits eine Woche nach Amtsantritt das Land auf einen neuen Kurs gebracht. So wurde nach fünf Monaten das mobile Internet wieder freigeschaltet und das berüchtigte Gefängnis Maekelawi geschlossen, das von Menschenrechtsgruppen als Folterkammer bezeichnet wird. Elf Politiker und Journalisten, die erst vor Kurzem verhaftet worden waren, kamen wieder frei. Symbolisch wichtig auch der Besuch in einer Region, in der seit September eine Million Menschen durch ethnische Kämpfe zwischen den Volksgruppen der Oromo und Somali in die Flucht getrieben worden sind. Auch der bekannte Journalist Eskinder Nega, der den Großteil der letzten dreizehn Jahre in Haft verbracht hatte, ist wieder auf freiem Fuß. Nach Meinung vieler Aktivisten ist es aber für Optimismus noch zu früh. Noch immer sitzen Tausende Regimekritiker in den Gefängnissen. Im Parlament gibt es faktisch keine Opposition.
taz.de
Uno-Sicherheitsrat: Friedensmission im Kongo verlängert deutschlandfunk.de
Nigeria: 18 Menschen bei Terrorangriff in Maiduguri getötet taz.de
Beim Next Einstein Forum in Kigali trafen sich so viele afrikanische Wissenschaftler wie noch nie zeit.de
– BACKGROUND –
Kampagne fordert mehr Geld für die Kakaobauern: Kakaobohnen sind für die westafrikanischen Bauern kein lukratives Geschäft. Der Rohstoff für unsere Schokolade wird auf kleinen Flächen in mühevoller Handarbeit angebaut. Von einem Euro für eine Tafel Schokolade kommen gerade einmal sechs Cent bei den Bauern an. Auf den Kakaoplantagen Westafrikas gehören nach wie vor Hunger, Armut und Kinderarbeit zum Alltag. Die Kampagne Make Chocolate Fair! will das ändern und fordert Industrie und Politik zum Handeln auf.
inkota.de, makechocolatefair.org
Afrofuturismus in Dortmund: In Dortmund bringt der Hartware MedienKunstVerein mit der Ausstellung „Afro-Tech And the Future of Re-Invention“ Sklavengeschichte und Popkultur in einen spannenden Dialog. 32 Künstlerinnen mit afrikanischem Wurzeln, darunter das Duo Drexicya, der schillernde Jazzmusiker Sun Ra und die Videokünstlerin Tabita Rezaire verarbeiten darin Krieg, Müll, Armut und Ungleichheit. Doch ihre Protagonisten sind Helden. Afrofuturismus kehrt Erfahrungen der Diaspora und Trübnisse der Gegenwart in spekulative Zukunft. Dabei ist die Verknüpfung von Wunsch und Realität, Vision und Trash ein stetes Stilmittel der Ausstellung. Die Kuratorinnen Inke Arns und Fabian Saavedra-Lara versuchen, die unscharfen Konturen einer kulturellen Ästhetik abzuarbeiten, die von der afroamerikanischen Literatur und Popmusik der Siebziger zur Kunst der Gegenwart in Afrika und von einer Subkultur bis zur Massenkultur reicht.
taz.de
– WORKSHOP –
Afropean Bridges in Venedig: Am 20. und 21. April findet in Venedig der Workshop “Afropean Bridges – Identity, Representation, Opportunities” statt. Dabei sollen die Errungenschaften der Partnerschaft zwischen Afrika und der EU diskutiert, aber auch kulturelle und soziale Fragen der postkolonialen Geschichte zwischen den beiden Kontinenten angesprochen werden. Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit der Internationalen Dekade der Vereinten Nationen für Menschen afrikanischer Abstammung statt und wurde von der Ca’ Foscari University of Venice in Zusammenarbeit mit der NGO Progressi organisiert. Alle Informationen zu Programm und Teilnahme gibt es hier:
afropeanbridges.org
– ANGEZÄHLT –
Um 3,6 Prozent dürfte nach Schätzung des IWF die Region Naher Osten / Afrika 2018 wachsen. Damit werden die Erwartungen übertroffen. 2017 belief sich das Wachstum auf nur 2,7 Prozent.
resource-capital.ch
– ZITAT –
“The day we’ll say, ‘I am a Mauritanian citizen’ … That is my dream. I’m also dreaming for a Mauritania that will be just and in which we will all be equal, without a first- or second-class [of citizens].”
Mohamed Ali Ould Bilal, Aktivist und Direktor des Teranim Centre for the Arts, setzt sich in Mauretanien für die Gleichbehandlung der Haratin ein, der Nachkommen der Sklaven in der östlichen Sahara. Noch immer leben etwa 43.000 Menschen in Mauretanien in Sklaverei.
middleeasteeye.net, amnesty.de
– ZULETZT –
Ein neuer Kontinent entsteht: Immer wieder kommt es in Ostafrika zu meterbreiten Rissen im Boden. Denn der Kontinent steht hier unter Spannung. Der afrikanische Kontinent reißt auseinander, da die Ozeanischen Platten im Osten Afrikas unter den Kontinent abtauchen. Der sogenannte Große Afrikanische Grabenbruch zieht sich von Syrien bis nach Mosambik, ist rund 6000 Kilometer lang und zwischen 30 und 100 Kilometer breit. Zur Spaltung wird es kommen, allerdings wird es noch etwas dauern und erst in 50 Millionen Jahren soweit sein. Die Hälfte Äthiopiens, Somalia, Kenia und Tansania werden dann vom heutigen Kontinent abgespalten sein – und einen neuen bilden.
welt.de

KW 13: Ägypten-Wahlkampf wird vom Terror bestimmt, Afrikanische Union unterzeichnet Freihandelsabkommen, Industrie vs. kleinbäuerliche Landwirtschaft in Mosambik

– NEWS –
Ägypten-Wahlkampf wird vom Terror bestimmt: Der Wahlkampf wird in Ägypten vom Terror überschattet. Zwei Tage vor dem Urnengang explodierte am Sonntag eine Bombe in Alexandria. Zwei Polizisten kamen dabei um Leben, fünf weitere wurden verletzt. Ziel war die Kolonne eines lokalen Sicherheitschefs. Vor Ort kam es in der Folge zu spontanen Demonstrationen unter dem Motto “Nein zu Terror!”. Präsident Abdelfattah al-Sisi selbst hatte in den vergangenen Tagen den Kampf gegen den Terror ins Zentrum seines Wahlkampfes gestellt. Ein Sieg al-Sisis gilt mangels ernsthaftem Gegenkandidaten als sicher. Die Glaubwürdigkeit seiner Präsidentschaft wird aber an der Höhe der Wahlbeteiligung gemessen werden.
derstandard.at
Afrikanische Union unterzeichnet Freihandelsabkommen: Vertreter von 44 afrikanischen Staaten, darunter zahlreiche Staats- und Regierungschefs, haben letzten Mittwoch auf einem Sondergipfel der Afrikanischen Union in Ruandas Hauptstadt Kigali ein gemeinsames Freihandelsabkommen unterzeichnet. In einem flankierenden Protokoll wird darin auch die Personenfreizügigkeit vereinbart. Das CFTA, wie das Abkommen abgekürzt heißt, ist das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen, die bestehenden afrikanischen Handelsblöcke zu vereinen. Das Abkommen liberalisiert Dienstleistungen ganz und den Warenhandel zu 90 Prozent. „Freihandel und Freizügigkeit versprechen allen Afrikanern Wohlstand, da wir Güter mit Mehrwert und Dienstleistungen ‚Made in Africa‘ priorisieren. Zugleich werden wir unsere wachsende Stärke und Einheit einsetzen können, um Afrikas berechtigte Interessen auf der internationalen Bühne zu wahren“, sagte Ruandas Präsident Paul Kagame zur Gipfeleröffnung.
taz.de
Zerstörung der Wälder: Afrika verlor laut dem neusten WWF-Bericht zur weltweiten Zerstörung der Wälder seit 1990 zwölf Prozent seiner Waldfläche, das entspricht etwa 860.000 Quadratkilometern. Besonders betroffen ist dabei Nigeria, wo 60 Prozent des Waldes abgeholzt wurde. Weltweit sind nach Angaben des WWF seit 1990 fast 2,4 Quadratkilometer Wald zerstört worden. Der Hauptgrund für die globalen Waldverluste ist die industrielle Landwirtschaft. Vor allem die Viehhaltung und der Anbau von Soja und Palmöl in riesigen Monokulturen verschlängen immer größere Flächen.
neues-deutschland.de
Deutschland verlängert Sudan-Einsatz: Der Deutsche Bundestag hat mit breiter Mehrheit die weitere Beteiligung der Bundeswehr an zwei UN-Friedensmissionen im Sudan und Südsudan beschlossen. Das Mandat läuft jetzt bis März 2019 und sieht eine Höchstgrenze von 50 Soldaten vor. Die Mission UNMISS soll im Südsudan die Zivilbevölkerung schützen und Hilfslieferungen sichern. Bei UNAMID wird der Waffenstillstand zwischen Regierung und Rebellen in der westsudanesischen Krisenprovinz Darfur überwacht.
derstandard.at
Sarkozys fragwürdige Libyen-Kontakte: Nach zweitägigen Befragungen zu möglichen Wahlkampfspenden aus Libyen hat die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy eröffnet. Ihm werde passive Korruption, unerlaubte Wahlkampffinanzierung und Hehlerei bei der Hinterziehung öffentlicher Gelder Libyens vorgeworfen, bestätigte eine mit der Sache vertraute Person am Mittwochabend. Er sei nun unter Justizkontrolle, hieß es weiter. Sarkozy wehrte sich und warf der Justiz Verleumdung und einen Mangel an Beweisen vor. Seit 2011 werde ihm durch diese Verleumdung das Leben zur Hölle gemacht, heißt es in einer Erklärung Sarkozys, welche die Zeitung „Le Figaro“ am Donnerstag auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Es gebe keine greifbaren Beweise, welche die Vorwürfe stützten.
tagesspiegel.de, spiegel.de, de.euronews.com
Crans Montana-Forum diskutiert Afrikas Zukunft de.euronews.com
20 Boko-Haram-Kämpfer im Tschad getötet derstandard.at
Google kümmert sich mit seinem Accelerator Launchpad um Startups aus Afrika mobilegeeks.de
– BACKGROUND –
Industrie vs. kleinbäuerliche Landwirtschaft in Mosambik: In Mosambik leben 80 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft. Die meisten als Kleinbauern, die vom Eigenkonsum leben. Rund 1,5 Millionen Menschen sind in Mosambik vom Hunger bedroht, weil Dürren und Überschwemmungen die Ernten gefährden. Wie man den Hunger bekämpft, darüber gibt es unterschiedliche Ansätze. Genveränderter Mais sei die Lösung, sagt Monsanto und wird dabei von der Gates-Stiftung und vielen Regierungen des Nordens unterstützt. Internationale Großprojekte zielen auf eine Industrialisierung der Landwirtschaft ab. „Die Bauern sind diejenigen, die die Nahrungsmittel anbauen. Sie müssen unterstützt, in sie muss investiert, ihre Stimme muss gehört werden“, fordert hingegen Luis Muchanga von der Kleinbauernorganisation União Nacional de Camponeses.
inkota.de
Zukunft Zug: Öffentliche Verkehrsmittel sind in den Metropolen der südlichen Sahara Mangelware. Die Bewohner gehen entweder zu Fuß oder sie quetschen sich in überfüllte Minibusse. Laut einer Analyse der Weltbank hat der Mangel an Mobilität zur Folge, dass das Wirtschafstwachstum gehemmt wird und sich die Wirtschaftskraft der Metropolen nicht entfalten kann. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung. Bis 2040 wird sie sich auf rund eine Milliarde Stadtmenschen verdoppelt haben. In Addis Abeba gibt es seit etwa zweieinhalb Jahren eine moderne Straßenbahnlinie. Gebaut wurde die Bahn mithilfe chinesischer Investoren. Für den Bau hatten sich die Äthiopier hoch verschuldet. Die Tram ist fast zu erfolgreich. 500 Gäste quetschen sich zu Stoßzeiten in einen Zug, der auf 370 Passagiere ausgelegt ist.
Jeden Tag werden 150.000 Menschen transportiert. Die Mobilität hat sich verbessert. Die Einwohner der äthiopischen Hauptstadt bewegen sich öfter und sie legen größere Entfernungen zurück.
spiegel.de
Der letzte seiner Art: Sudan ist tot. Das letzte männliche Breitmaulnashorn starb an Altersschwäche im Tierschutzgebiet Ol Pejeta in Kenia. Für Nashörner leider inzwischen eine eher ungewöhnliche Todesart. Allein in Südafrika wurden im vergangenen Jahr 1028 Tiere gewildert. Mit dem Tod von Sudan ist das Aussterben  der nördlichen Breitmaulnashörner wohl endgültig besiegelt. Nach Sudans Tod gibt es weltweit nur noch zwei Tiere dieser Unterart des Breitmaulnashorns (Ceratotherium simum cottoni), Sudans Tochter und Enkelin Najin und Fatu.
zeit.de
– ANGEZÄHLT –
Knapp eine Million Menschen aus Afrika haben in den vergangenen sieben Jahren in Europa Asyl beantragt. Dies geht aus Erhebungen des “Pew Research Centers” hervor. Zwischen 400.000 und einer Million Menschen warten derzeit in Libyen auf die Überfahrt. Außerdem ergibt die Analyse: Knapp die Hälfte der Afrikaner würde gern in einem anderen Land leben. Da die Binnenmigration in Afrika sehr hoch ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass Europa das Ziel aller Sehnsüchte sein soll.
faz.net
– ZITAT –
“Wir erkennen an, dass das Land mit Notsituationen konfrontiert ist, aber dies erfordert keineswegs eine so zugespitzte Darstellung wie die der Organismen und Nichtregierungsorganisationen, die in der Welt ein schlechtes Bild der Demokratischen Republik Kongo zeichnen.”
Der kongolesische Vizepremierminister José Makila lehnt die für den 13. April in Genf angesetzte internationale Geber-Konferenz zur Milderung der humanitären Lage in dem zentralafrikanischen Land ab.
taz.de
– ZULETZT –
Grace Mugabe soll Elfenbein geschmuggelt haben: Die frühere First Lady von Simbabwe, Grace Mugabe, soll Elfenbein nach Asien geschmuggelt haben. Die Behörden des afrikanischen Landes eröffneten ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau des ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe, der sich fast 40 Jahre an der Macht hielt. Grace Mugabe werde vorgeworfen, Elfenbein aus den Vorräten des Landes als Geschenke an andere First Ladys und weitere ranghohe Leute in Asien und dem Mittleren Osten gesandt zu haben, sagte der Sprecher der Naturpark-Behörde am Sonntag. Obwohl der Handel mit Elfenbein verboten sei, soll Mugabe den Export von Elefanten-Stoßzähnen im Wert von Millionen Dollar beantragt haben.
faz.net

KW 12: Humanitärer Krisenherd Kongo, “Ewiger Anführer” in Burundi, Gerichtsverfahren gegen Zuma wird wieder aufgerollt

– NEWS –
Humanitärer Krisenherd Kongo: Die humanitäre Krise in der Demokratischen Republik Kongo spitzt sich zu. Die aktuellen Daten der Vereinten Nationen sind alarmierend: 7,7 akut hungernde Menschen. 4,5 Millionen Binnenflüchtlinge, 670.000 Flüchtlinge in den Nachbarländern. Immer mehr Gebiete, die nicht für ausländische Hilfe zugänglich sind. Zentrum der Krise ist der Osten des Landes, von Kalemie am Tanganyika-See bis zu Bunia nahe Uganda. Die Amtszeiten nahezu aller politischer Akteure ist abgelaufen, ob es, wie angekündigt, 2018 Neuwahlen gibt, bleibt unklar. Die politische Krise trifft auf eine Wirtschaftskrise. Der Staat hat praktisch aufgehört zu existieren. Ende März entscheidet der UN-Sicherheitsrat über die Zukunft der UN-Mission (Monusco). Im April soll eine internationale Geberkonferenz Mittel mobilisieren.
taz.de
“Ewiger Anführer” in Burundi: Burundi steht vor einer fast monarchischen Diktatur. Die Zentralkomitee der Regierungspartei CNDD-FDD hat Präsident Pierre Nkurunziza zum “Höchsten und Ewigen Anführer” ernannt. Keiner dürfe ihm jetzt mehr widersprechen. “Er ist unser Ältester, unser Vater, unser Berater”, sagt Generalsekretär Evariste Ndayishimiye. Im Mai dieses Jahres steht ein Referendum an, eine Verfassungsänderung soll Nkurunziza den Verbleib im Amt bis 2034 ermöglichen. Nkurunziza kam nach dem Bürgerkrieg im Jahr 2005 ins Amt. In einer Art Staatsstreich sicherte er sich 2015 gegen die Verfassung eine dritte Amtszeit. Rund 430.000 Menschen mussten im Zuge des Konflikts das Land verlassen.
derstandard.at, taz.de
Gerichtsverfahren gegen Zuma wird wieder aufgerollt: Südafrikas geschasster Präsident Jacob Zuma muss sich vor Gericht wegen Geldwäsche, Korruption und Betrug verantworten. Der oberste Staatsanwalt, Shaun Abrahams, erklärte am Freitag, es gebe eine klare Aussicht auf eine “erfolgreiche Strafverfolgung”. konkret geht es um ein Rüstungsgeschäft aus dem Jahr 1999. Erstmals war Zuma deswegen im Jahr 2007 in 16 Punkten angeklagt worden. Der Fall hat bereits alle Instanzen beschäftigt. Das oberste Berufungsgericht des Landes hatte die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, ihn nicht strafrechtlich zu verfolgen, im Oktober für nichtig erklärt. Damit musste Abrahams den Fall neu untersuchen und entscheiden.
derstandard.at
Südafrika: Ehemalige Porsche-Manager in Unfallflucht verwickelt: Der ehemalige Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz soll im Februar 2013 in Südafrika einen Verkehrsunfall begangen und dabei Fahrerflucht verübt haben. Dabei sollen sieben Menschen verletzt worden sein. Pikant: Der heutige VW-chef Matthias Müller soll als damaliger Porsche-Chef sein Beifahrer gewesen sein. In der Provinz Nordkap unterhalten Porsche und andere Konzerne eine Teststrecke. Angeblich ermittelt die Polizei wegen „rücksichtsloser Fahrweise und Unfallflucht“. Wolfgang Hatz sitzt derzeit im Rahmen der Abgasaffäre in München in Untersuchungshaft.
handelsblatt.com, faz.net
Tödliche Nebenwirkungen der Großwildjagd: Seltene Geierart stirbt an Bleivergiftung spiegel.de
Der Fifa-Cup reist um die Welt: Nach Nigeria und Senegal ist der World Cup in Ägypten zu bestaunen de.fifa.com
Max-Planck-Wissenschaftler analysieren älteste menschliche Genome aus Afrika mpg.de
– BACKGROUND –
Chinesen sichern sich Kobalt aus dem Kongo: Rohstoffe wie Kobalt, Grafit und Lithium werden im Zeitalter der E-Mobilität zum neuen Gold. 65 Prozent des weltweit angebotenen Kobalts kommen aus dem Kongo. Vor allem chinesische Batteriezulieferer haben die Zeichen der Zeit erkannt und sichern sich große Teile der Weltproduktion. So hat das chinesische Unternehmen GEM mit dem internationalem Rohstoffkonzern Glencore ein Abkommen getroffen, dass den Chinesen ein Drittel der Koabaltproduktion sichert. Wegen der hohen Nachfrage nach Kobalt hat sich der Preis innerhalb von zwei Jahren vervierfacht. NGOs kritisieren regelmäßig die Bedingungen unter denen Kobalt in Afrika gefördert wird. Ein Drittel des kongolesischen Kobalts gilt als unter problematischen Bedingungen wie Kinderarbeit oder massiven Mängeln beim Arbeitsschutz gefördert.
handelsblatt.com
Wie China Seidenstraßen-Partner in die Schulden treibt: Es ist Chinas großer Traum. Das Projekt “Neue Seidenstraße” soll Afrika, Europa und Asien verbinden und natürlich Chinas Anspruch als globale Führungsmacht zementieren. Doch für viele der betroffenen Länder ist das Projekt eine Schuldenfalle. „Wir kommen zu dem Schluss, dass insbesondere acht Länder ein hohes Risiko laufen, auf der Grundlage der Projektfinanzierung im Rahmen der neuen Seidenstraße in Rückzahlungsschwierigkeiten zu kommen“, schreiben Wissenschaftler des amerikanischen Zentrums für globale Entwicklung. Schwierig wird die Lage zum Beispiel in Djibouti, wo Peking seinen ersten ausländischen Marinehafen bauen lässt. Die ostafrikanische Republik unterstützt das Projekt mit 1,4 Milliarden Dollar, was 75 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung entspricht. Die Seidenstraßen-Initiative umspannt mindestens 68 Länder und kommt bislang auf summierte Investitionen von rund 8 Billionen Dollar.
faz.net
Energieeffizienz an Ugandas Schulen: In Sachen Energieversorgung liegt in Uganda einiges im Argen. Das Stromnetz ist kaum ausgebaut. 80 Prozent der Menschen haben keinen Stromanschluss. Die Wälder werden für Brennholz massiv abgeholzt. Zwei Modellprojekte sollen Schulen Wege für einen energieeffizenten Umgang mit Ressourcen aufzeigen. Solaranlagen ersetzen umweltschädliche Generatoren zur Stromerzeugung. Energieeffiziente Öfen verbrauchen bis zu 70 Prozent weniger Holz. Zum Handeln ist es höchste Zeit. Vor fünfzehn Jahren existierten noch 36 Prozent der ugandischen Waldfläche, heute sind es laut Energieministerium nur noch neun Prozent.
dw.com
– ANGEZÄHLT –
4.000 Menschen haben am Samstag in der Stadt Jerada im Osten Marokkos gegen die Regierung protestiert und das obwohl ein Demonstrationsverbot erlassen wurde. Die Menschen in der Region fühlen sich im Stich gelassen und fordern Arbeitsplätze und Entwicklungsprojekte.
derstandard.at
– ZITAT –
“Wenn man in einer Demokratie beginnt, Menschen zu verhaften, Versammlungen zu verbieten, dann ist das ein Verlust der Freiheit. Wir sind auf dem Weg in eine Diktatur, wenn wir nicht schon bereits dort sind.”
Saleh Kebzabo, Oppositionspolitiker im Tschad, sieht sein Land in einer schweren Krise und setzt auf die internationale Gemeinschaft.
taz.de
– ZULETZT –
Wenn es dunkel wird: Noch immer leben mehr als 600 Millionen Menschen in Afrika ohne Strom und elektrisches Licht. Ein elektrischer Herd, ein Kühlschrank, Fernseher und Internet. Für viele bleibt das immer noch ein Traum. 48 Staaten in der Region erzeugen zusammen gerade mal so viel Strom wie Spanien. Nur Südafrika verfügt über ein leidlich stabiles Netz. 80 Prozent der Haushalte kochen mit Holz, Holzkohle oder Dung – einer der Gründe für den massiven Kahlschlag der Wälder. Lesen Sie die ganze Stern-Reportage von Uli Rauss hier:
stern.de

KW 11: Somaliland kämpft gegen Genitalverstümmelung, Russland streckt die Fühler aus, Mauritius wird 50

– NEWS –
Somaliland kämpft gegen Genitalverstümmelung: Die neue Regierung im international nicht anerkannten Somaliland geht mit einem Gesetz gegen Genitalverstümmelung vor. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Ausübung sexueller Gewalt künftig ein eigener Straftatbestand sein soll. Das Strafmaß kann bis zu 30 Jahre Gefängnis betragen. „Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagt Nafisa Yusuf, die Vorsitzende von Nagaad, des Dachverbands von 45 somaliländischen Fraueninitiativen. In Somaliland sind wie in Somalia, zu dem das Land völkerrechtlich noch gehört, Beschneidungen am weitesten verbreitet in der Welt. So gelten 95 Prozent der Frauen als beschnitten.
taz.de
Russland streckt die Fühler aus: Russland will in Bereichen wie Bildung, Energie und militärischer Zusammenarbeit sein Engagement in Afrika intensivieren. Zu diesem Zweck befand sich Außenminister Sergej Lawrow gerade auf fünftägiger Afrika-Tour und besuchte Angola, Namibia, Mosambik, Simbabwe und Äthiopien.”Wir halten daran fest, dass afrikanische Probleme afrikanische Lösungen brauchen”, sagte der russische Chefdiplomat bei einer Pressekonferenz in der angolanischen Hauptstadt. Die Internationale Gemeinschaft müsse die Afrikaner bei ihren eigenen Entscheidungen zur Konfliktbewältigung moralisch, politisch und finanziell unterstützen.
dw.com
Mauritius wird 50: Das Insel-Paradies Mauritius feiert heute seinen 50. Geburtstag. Mauritius ist eine Erfolgsgeschichte. Politisch stabil, weitgehend friedlich und wirtschaftlich erfolgreich. Auf dem Mo-Ibrahim-Index, einer Art jährlichem Zeugnis für afrikanische Regierungen, belegt Mauritius seit fünf Jahren ununterbrochen Platz Eins. Lob gibt es auch von der US-NGO Freedom House, die Mauritius in Sachen Demokratie und bürgerlichen Freiheiten gute Noten ausstellt. Auch eine Besonderheit: Ein Frau an der Spitze des Staates. Ameenah-Garib Fakim wird allerdings nach den Feierlichkeiten zurücktreten müssen. Ihr wird die Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Allerdings ist der Anlass im Vergleich zu Korruptionsaffären anderer Staaten eher kleinlich. Sie soll mit der Kreditkarte einer NGO private Einkäufe erledigt haben.
dw.com
Belgischer Ruanda-Prozess geht in die Berufung: In Brüssel hat ein Berufungsprozess gegen die belgische Regierung begonnen. Drei Familien ruandischer Völkermordüberlebender hatten geklagt. Es geht um eines der schlimmsten Einzelmassaker am 11. April 1994. Als die Hutu-Miliz „Interahamwe“ die technische Oberschule ETO Don Bosco in Ruandas Hauptstadt Kigali überfiel, starben rund 2.000 Tutsi und gemäßigte Hutu-Politiker. Die Schule diente vielen als Zuflucht, sie wurde von UN-Blauhelmsoldaten aus Belgien geschützt. Als diese die Schule verließen, begann das Massaker. Vor Gericht geht es darum: Wer hat den Abzugsbefehl erteilt – die UNO oder Belgien? Gegen eine erste Verurteilung im Jahr 2010 hatte Belgien Berufung eingelegt.
taz.de
Wegweisender Prozess in London: Vor dem Londoner High Court läuft derzeit ein Verfahren gegen das Bergbauunternehmen „African Minerals Ltd“ (AML). 142 ehemalige Angestellte einer Tochter in Sierra Leone hatten wegen Menschenrechtsverletzungen in den Eisenerzminen in Tonkolili geklagt. Protestaktionen ­gegen Vertreibung und schlechte Bezahlung im November 2010 und im April 2012 hatten zu einem übermäßig harten Eingreifen der Polizei geführt. Es geht um Misshandlungen mit schweren Verletzungen und Schusswunden. Eine Demonstrantin wurde erschossen, auch zu sexuellen Übergriffen soll es gekommen sein. Das Verfahren soll die Rolle der AML klären. War sie für die Niederschlagung der Proteste verantwortlich? Es geht um die Einhaltung der „Freiwilligen Grundsätze zur Wahrung der Sicherheit und Menschenrechte“, die von der UN verabschiedet wurden und die private Unternehmen im Rohstoffbereich einhalten sollen.
taz.de
Offensive im Sinai: 16 IS-Dschihadisten sterben bei Anti-Terror-Einsatz derstandard.at
Opel lässt Autos in Namibia montieren automobilwoche.de
Europa nicht mehr attraktiv: Binnenmigration in Afrika nimmt zu neues-deutschland.de
– BACKGROUND –
Ägypten vor der Wahl: Zwei Wochen vor der Präsidentschafstwahl in Ägypten ist das Interesse mäßig. Abdelfattah al-Sisi gilt als der sichere Sieger. Sein Gegenkandidat Mustafa Moussa Mustafa ist eine Marionette und ohnehin der Mehrheit der Ägypter unbekannt. Al-Sisis Umfeld sorgt sich um die Wahlbeteiligung. Diese könnte unter den Wert von 2014 (47,5 Prozent) fallen. Ein starkes Mandat aus der Bevölkerung sieht anders aus. Lesen Sie den ganzen Stimmungsbericht vor der Wahl im Standard:
derstandard.at
Gesundheits-Startups in Kenia: Der kenianische Gründer Felix Kimaru will mit seinem Startup „Totohealth“ Leben retten. Denn in Kenia hat jeder ein Handy, Ärzte sind aber Mangelware. In Kenia stirbt jede 200. Frau im Kindbett. Sein Algorithmus verschickt wertvolle Informationen über die Schwangerschaft per SMS und erinnert an Arzt- und Impftermine. Auch andere kenianische Gründer haben das Ziel, den Gesundheitssektor zu verbessern. So die Mikro-Krankenversicherung Blue Wave oder das Start-up Flare, eine Art Uber, über das sich Krankenwagen lokalisieren lassen.
taz.de
– ANGEZÄHLT –
25 Milliarden Dollar Wirtschaftsleistung gehen jährlich in den Ländern der Subsahara durch Mangelernährung verloren. „Verkümmerte Kinder führen zu verkümmerten Volkswirtschaften“, kommentiert Akinwumi Adesina, Präsident der Entwicklungsbank, zynisch die Berechnungen seines Instituts.
faz.net
– ZITAT –
“Es ärgert mich extrem, wie die Wirtschaftsmacht Europa hier mit den Menschen in Afrika umgeht.”
Johannes Pfaller, Vorsitzender des Bundesbeirats des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, fordert von der europäischen Politik eine Mengensteuerung der Milchproduktion, um die afrikanische Landwirtschaft vor billiger Milch aus Europa zu schützen.
agrarheute.com
– ZULETZT –
Schädelsammlung in Berlin: Es ist ein Erbe der deutschen Kolonialzeit. In Berlin Friedrichshagen lagern in Depots der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Tausende Totenschädel aus der Kaiserzeit. Rassenforscher wie Rudolf Virchow und Felix von Luschan ließen sich Schädel für Ihre Forschungen in immer größeren Serien bringen. Wem gehören die Schädel? Ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt soll die Herkunft von 1.000 der 5.500 Schädel klären. Hierzu sucht man in den Archiven nach aussagekräftigen Quellen, reist aber auch nach Afrika, um vor Ort die Umstände zu recherchieren. Wie die Schädel nach Deutschland gekommen waren und die Zeiten überdauert haben, lesen sie hier in einer Zeit-Reportage:
zeit.de

KW 10: Südafrikanisches Parlament beschließt Bodenreform, Ableger der Al-Kaida reklamiert Angriffe in Burkina Faso für sich, Deutsche Wirtschaft entdeckt Afrika

– NEWS –
Südafrikanisches Parlament beschließt Bodenreform: Das südafrikanische Parlament hat letzten Dienstag mit deutlicher Mehrheit eine Verfassungsänderung verabschiedet, die es ermöglicht, Land ohne Entschädigung zu enteignen. Der Antrag wurde von der linken Oppositionspartei “Ökonomische Freiheitskämpfer” gestellt, der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) und mehrere Kleinpartei schlossen sich dem an. “Der Landhunger unter schwarzen Südafrikanern ist echt und drängt”, machte Präsident Cyril Ramaphosa am Dienstag klar. Zwei Drittel des nutzbaren Landes in Südafrika gehört Weißen. Die Enteignung Schwarzer zugunsten weißer Siedler sei tief in der Kolonialgeschichte und der Apartheid verankert und habe großes Leid zugefügt, so Ramaphosa. Die bisherige Praxis „freiwilliger Anbieter – freiwilliger Käufer“ habe sich 24 Jahre nach der Apartheid nicht bewährt.
taz.de
Ableger der Al-Kaida reklamiert Angriffe in Burkina Faso für sich: Die Jihadistengruppe JNIM, ein Ableger der Al-Kaida, hat sich zu den Angriffen auf ein Armeehauptquartier im westafrikanischen Burkina Faso sowie auf die französische Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou bekannt. Es sei dabei um Vergeltung für das französische Engagement im Nachbarland Mali gegangen. Bei den Angriffen wurden am Freitag acht Sicherheitskräfte sowie acht Angreifer getötet.
derstandard.at
Äthiopisches Parlament stimmt für Ausnahmezustand: Das äthiopische Parlament hat am Freitag den von der Regierung verhängten sechsmonatigen Ausnahmezustand genehmigt. Die Maßnahme ist Konsequenz der politischen Krise, die mit  Oppositionsprotesten 2016 begann. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die weitere Einschränkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie der Rechtsstaatlichkeit. 395 Abgeordnete sprachen sich bei der Abstimmung für die Verhängung des Ausnahmezustandes aus, 88 stimmten dagegen. Ein interessantes Ergebnis, da die Opposition nicht mehr im Parlament vertreten ist.
derstandard.at
Ägypten kann Saudi-Arabien Inseln abtreten: Das ägyptische Verfassungsgericht hat die umstrittene Abtretung zweier Inseln an Saudi-Arabien genehmigt. Eine niedrigere Instanz hatte zunächst anders entschieden. 2016 hatten beide Länder vereinbart, dass die Inseln Tiran und Sanafir im Roten Meer zu Saudi Arabien gehören sollten. Die Abtretung hatte in Ägypten Empörung und Proteste hervorgerufen. Die Entscheidung kommt pünktlich zum Besuch des saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman, der sich seit Sonntag in Ägypten aufhält.
derstandard.at
Fischereiabkommen gilt nicht für Westsahara: Der Europäische Gerichtshof hat seine Auffassung bekräftigt, nach der Marokko keine Hoheitsbefugnisse über das Gebiet der Westsahara ausüben darf. Das Gebiet der Westsahara gehöre nicht zum Gebiet des Königreichs Marokko, stellten die Luxemburger Richter am Dienstag in einem Urteil zu einem Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko klar. Das Fischereiabkommen dürfe deswegen nicht für die an das Gebiet der Westsahara angrenzenden Gewässer gelten.
faz.net
Deutschland hofft auf Afrikas Hilfe bei deutschem Sitz im UN-Sicherheitsrat dw.com
Ruandas Polizei schlägt Proteste in Tutsi-Flüchtlingslager blutig nieder taz.de
Hydraulik- und Automationslösungen: Bosch Rexroth übernimmt die Hytec Holdings Johannesburg produktion.de
– BACKGROUND –
Ramaphosas neues Kabinett: Südafrikas neuer Präsident Cyril Ramaphosa hat mit einer umfassenden Kabinettsumbildung ein Zeichen des Aufbruchs gegeben, gleichzeitig aber auch versucht, alle Strömungen innerhalb des ANC zu bedienen. 24 der 38 Kabinettsposten wurden neu besetzt. Allerdings wurden viele Minister lediglich mit neuen Aufgaben betraut. Als positives Signal an die Wirtschaft und die Reformer gilt, dass mit Nhlanhla Nene und Pravin Gordhan zwei angesehene ehemalige Finanzminister ins Kabinett zurückkehren. Aber auch der Zuma-Getreue David Mabuza findet als Vizepräsident seinen Weg ins Kabinett. Ihm werden als Premier der Provinz Mpumalanga zahlreiche Korruptionsaffären zu Last gelegt.
taz.de
Deutsche Wirtschaft entdeckt Afrika: Die deutschen Konzerne VW, Siemens und SAP haben im deutschen Entwicklungshilfeministerium einen Carsharing-Vertrag für Ruandas Hauptstadt Kigali unterzeichnet. Ab Mai sollen dort per App Polos gemietet werden können. Parallel veranstalteten die Wirtschaftsverbände BDI, DIHK, BGA gemeinsam mit dem Finanz- und dem Wirtschaftsministerium ein Deutsch-Ghanaisches Wirtschaftsforum. Zu Gast war auch Staatspräsident Nana Addo Dankwa Akufo-Addo. Überhaupt steht Mobilität im Zentrum deutscher Unterstützung in Afrika. In Tunis wird der Bau einer S-Bahn-Verbindung unterstützt, in Namibias Hauptstadt Windhuk beteiligt man sich an einem besseren Bus-System.
handelsblatt.com
– ANGEZÄHLT –
500 Esel pro Tag werden in Kenia täglich geschlachtet. Abnehmer ist China…. dort ist Eselhaut Bestandteil von Superfood, das die Haut vor Alterung schützen soll.
dw.com
– ZITAT –
“Es ist natürlich einfacher für die Türkei auf Länder zuzugehen, mit denen sie diesen gemeinsamen Nenner hat.”
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan befindet sich gerade auf großer Afrika-Reise. Auffällig: In allen vier Ländern auf der Route (Algerien, Mauretanien, Senegal und Mali) liegt der Anteil der Muslime an der Bevölkerung bei 90 Prozent.
dw.com
– ZULETZT –
Evolutionstheorie erbost Afrikaner: Ein neues Format der Deutschen Welle sorgt gleich zu Beginn für Wirbel bei den Zuhörern und Nutzern in Afrika. Die Serie “African Roots” will eigentlich die afrikanische Geschichte für junge Afrikaner erlebbar machen – durch Radiosendungen, aber auch online. In der ersten Folge stand Lucy im Mittelpunkt. Ihr rund 3,2 Millionen Jahre altes Skelett wurde 1974 in Äthiopien gefunden – ein Vorfahr der heute lebenden Menschen. Weil Lucy nicht wie ein Mensch aussieht und den Affen ähnlich ist, sind viele Afrikaner, bei denen die Evolutionstheorie nicht hoch im Kurs steht, erbost. “Haltet doch mal einen Affen bei Euch zu Hause. Wir werden sehen, ob daraus ein Mensch wird”, schrieb etwa Lefranc Nguirobel aus Kamerun auf der französischen Facebook-Seite der DW.
dw.com

KW 09: Nigeria bestätigt neue Entführung von Schülerinnen, Wahlkampfauftakt in Ägypten, Berlinale Africa Hub

– NEWS –
Nigeria bestätigt neue Entführung von Schülerinnen: Die nigerianische Regierung hat am Sonntag erstmals bestätigt, dass bei dem Überfall der Boko Haram auf eine Schule im nordöstlichen Bundesstaat Yobe am Montag letzter Woche 110 Mädchen verschleppt worden sind. Bereits am Donnerstag hatten sich die Eltern mit einer Liste von 105 Vermissten an die Öffentlichkeit gewandt. Die Regierung hatte zunächst Berichte über die Entführung zurückgewiesen. Der Vorfall erinnert an die Verschleppung von 200 Mädchen aus einer Schule in Chibok im Bundesstaat Borno vor vier Jahren.
taz.de
Wahlkampfauftakt in Ägypten: In Ägypten hat am Samstag offiziell der Wahlkampf für die Präsidentenwahl im März begonnen. Spannend wird es allerdings nicht, die Wiederwahl von Präsident Abdel Fattah al-Sisi gilt mangels aussichtsreichem Gegenkandidaten als sicher. Gegner ist der Kopf der liberalen Al-Ghad-Partei, Mousa Mostafa Mousa, ein Unterstützer al-Sisis. Wahlhelfer werben nun im ganzen Land bei der Bevölkerung für eine Stimmabgabe. Gewählt wird dann vom 26. bis zum 28. März.
derstandard.at
Ramaphosa will Land umverteilen: Südafrikas neuer Präsident Cyril Ramaphosa will die Umverteilung des Landbesitzes in Südafrika voranbringen. Auch 24 Jahre nach der Apartheid besitzen Weiße immer noch das meiste Land. Dies sei eine “Erbsünde” Südafrikas. Bei der Umverteilung müsse man aber behutsam vorgehen. Es dürfe keine Gewalt geben und die Landwirtschaft dürfe nicht beeinträchtigt werden. Notfalls müssten die Enteignungen aber auch entschädigungslos durchgesetzt werden.
derstandard.at
Ausnahmezustand in Äthiopien: In Äthiopien ist vorletzten Freitag für sechs Monate der Ausnahmezustand verhängt worden. Versammlungen sind verboten, die Pressefreiheit eingeschränkt, Polizei und Militär dürfen ohne richterliche Anordnung Verhaftungen vornehmen. Ministerpräsident Desalegn Hailemariam war kurz zuvor zurückgetreten und begründete dies mit  “Unruhen und politischen Problemen”. Mit seinem Rücktritt wolle er Reformen ermöglichen, die zu “Frieden und Demokratie” führen sollten. Proteste gegen Landraub und Vertreibung führten 2016 zu schweren Ausschreitungen mit Hunderten Toten. Politisch hat sich das Land davon nicht wieder erholt. Eine neue Regierungsbildung soll die Lage nun befrieden, die Regierungspartei EPRDF muss sich dringend neu positionieren. Das Ausland kritisierte den Ausnahmezustand scharf.
taz.de
Trauer um Morgan Tsvangirai: Tausende Trauernde haben letzten Dienstag in Simbabwes Hauptstadt Harare dem verstorbenen Oppositionsführer Morgan Tsvan­girai die letzte Ehre erwiesen. Tsvangirais war am 14. Februar in Südafrika einem schwerem Krebsleiden erlegen. Auch der neue Präsident Emmerson Mnangagwa erwies dem Verstorbenen in dessen Familienresidenz im Stadtteil Highlands die letzte Ehre. Für viele gilt Tsvan­girai als Held im Kampf für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unter der Herrschaft des ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe.
taz.de
EU setzt auf Anti-Terror-Gruppe in der Sahelzone handelsblatt.com
Frankreich zieht sich aus umstrittenen Projekt zur Finanzierung der Landwirtschaft in afrikanischen Staaten zurück euractiv.de
Drei Tote bei Protesten gegen Präsident Kabila im Kongo derstandard.at
– BACKGROUND –
Berlinale Africa Hub: Zum zweiten Mal präsentierte der “Berlinale Africa Hub” das afrikanische Kino und die Produktionsmöglichkeiten in Afrika auf dem European Film Market der Berlinale. Eine Möglichkeit der Finanzierung stellt dabei der World Cinema Fund (WCF) des Auswärtigen Amtes und der Kulturstiftung des Bundes dar. Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel mit den Mitteln des Fonds drei sudanesische Filmprojekte unterstützt. Der Einfluss reicht sogar bis in den Wettbewerb der Berlinale, wo der WCF mit in der Auswahlkommission sitzt. Förderungsstrukturen gibt es darüber hinaus in Afrika nicht. “Wir haben keinerlei Unterstützung seitens der Regierung und versuchen, so gut es geht allein zurecht zu kommen”, sagt die kongolesische Filmemacherin Machérie Ekwa Bahango.
dw.com
Smartphones verlieren Marktanteil: Der Anteil von Smartphones an den in Afrika verkauften Mobiltelefonen ist zurückgegangen. 2016 lag dieser noch bei 45 Prozent. 2017 waren es jetzt nur noch 39 Prozent. In Afrika gibt es noch viele Erstnutzer von Mobiltelefonen und die greifen wohl lieber zu den einfacheren und billigeren Modellen. Marktführer ist der chinesische Anbieter Transsion, der Samsung die Vormachtstellung abgerungen hat. Beide liegen aber mit 28 Prozent bzw. 27 Prozent Marktanteil Kopf an Kopf.
heise.de
– ANGEZÄHLT –
2,6 Millionen Kinder sterben weltweit, bevor sie den ersten Lebensmonat erreichen. Acht von zehn Ländern mit der höchsten Baby-Sterblichkeitsrate liegen im Afrika südlich der Sahara. Dort würden schwangere Frauen wegen Armut, Krieg und schwachen Institutionen gesundheitlich häufig schlechter betreut als in anderen Ländern.
taz.de
– ZITAT –
“Es muss wirklich Entwicklung sein und nicht nur Unterstützung. Hier sehe ich ganz Europa in der Pflicht. Im Grunde ist es eine Aufgabe der entwickelten Welt.”
Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert in ihrer wöchentlichen Videobotschaft eine Weiterentwicklung der deutschen Afrika-Politik.
nrz.de
– ZULETZT –
Black Panther erobert Afrika: Der erste schwarze Superheld “Black Panther” erobert die Kinosäle Afrikas. Über Tage waren alle Kinovorstellungen ausverkauft. Der Film ist bereits nach wenigen Tagen ein Kultfilme, weil er wie Balsam für das geschundene afrikanische Selbstbewusstsein zu sein scheint. „Ich habe mich noch nie so stolz gefühlt“, schreibt eine Nigerianerin auf Twitter. Die Zeitungen sind voll von euphorischen Besprechungen. Zum ersten Mal seit der Geburt des schwarzen Comic-Helden vor einem halben Jahrhundert gibt es jetzt einen Film. Inszeniert wurde die Disney-Produktion vom afroamerikanischen Regisseur Ryan Coogler. Und auch der Look ist vom derzeit angesagten Afro-Futurismus inspiriert.
stuttgarter.nachrichten.de