Tobias Kunow

KW 32: Frieden im Südsudan, Simbabwe: Unruhen nach Wahl, Flüchtlingskrise: Brüssel unterstützt Marokko

– NEWS –
Frieden im Südsudan: Die Konfliktparteien im Südsudan haben sich endgültig auf eine Teilung ihrer Macht geeinigt. Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar sowie verschiedene Rebellengruppen beschlossen bei einem Treffen im Sudan eine umfassende Friedensregelung. Diese beinhaltet eine Waffenruhe. Außerdem wird Machar Vizepräsident in einer Übergangsregierung. Vier weitere nachrangige Vizepräsidenten für die übrigen Konfliktparteien soll es ferner geben. In Kenia soll ein Folgetreffen stattfinden, auf dem dann Wirtschafts- und Menschenrechtsfragen besprochen werden. Bei dem Konflikt im Südsudan sind zehntausend Menschen getötet worden, ein Drittel der Bevölkerung war auf der Flucht.
derstandard.at
Simbabwe: Unruhen nach Wahl: In Simbabwe hat die Partei von Staatschef Emmerson Mnangagwa nach vorläufigen Teilergebnissen eine Mehrheit im Parlament geholt. Zwei Tage nach der Parlaments- und Präsidentschaftswahl kam es in der Hauptstadt Harare zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Anhängern der Opposition. Hunderte Menschen hatten sich versammelt, um gegen vermeintlichen Wahlbetrug zu protestieren. Der Agentur AFP zufolge eröffnete die Armee das Feuer mit scharfer Munition auf Demonstranten. Nach Angaben der Polizei gab es mindestens drei Tote. Die EU-Beobachtermission in Simbabwe hat den Wahlen erhebliche Mängel attestiert. Wähler seien Beeinflussungen, sanfter Einschüchterung, Druck und Zwang ausgesetzt gewesen. Die EU-Mission kritisierte in einer Erklärung ungleiche Wettbewerbsbedingungen und einen Mangel an Vertrauen in das Wahlverfahren. Im Vergleich zu früher habe sich das politische Klima bei den Wahlen aber verbessert. Besonders hoben die Beobachter hervor, dass die Abstimmung friedlich verlaufen sei.
tagesspiegel.de, tagesschau.de, zeit.de
Flüchtlingskrise: Brüssel unterstützt Marokko: Die spanische Hilfsorganisation „Proactiva Open Arms“ hat auf dem Mittelmeer 87 Migranten aufgenommen. Die Menschen, darunter acht Minderjährige, hätten zwei Tage in internationalen Gewässern getrieben, twitterte die Organisation. Wohin die Migranten gebracht werden sollen, ist unklar. Sowohl Italien als auch Malta wehren sich gegen private Seenotretter und lassen sie nicht in ihren Häfen anlegen. Stattdessen bringt die libysche Küstenwache immer öfter Migranten wieder zurück in das eigene Land, in dem häufig auch ein Bürgerkrieg herrscht. Brüssel stellte in den letzten Tagen bereits 30 Millionen Euro für Marokko bereit, um dort die Küstenüberwachung zu verbessern. Ob dieses Angebot ausreicht, um die Migration nach Spanien zu bremsen, bleibt abzuwarten. Europäische Diplomaten schließen nicht aus, dass Marokko seinen Grenzschutz in den letzten Wochen bewusst lockerte, um Brüssel unter Druck zu setzen und sehr viel höhere finanzielle Hilfen herauszuschlagen.
zeit.de, tagesspiegel.de
Mali vor der Stichwahl: In Mali hat der amtierende Präsident Ibrahim Boubacar Keïta im ersten Wahlgang 41,4 Prozent der Stimmen erhalten. Er muss damit Ende der Woche in die Stichwahl gegen Soumaïla Cissé, der 17,8 Prozent der Stimmen erhalten hat. Die 22 übrigen Kandidaten sprachen in einem gemeinsamen Kommuniqué von Wahlfälschung. In der Tat blieben in der umkämpften Wüstenzone, in der Jihadisten die öffentliche Ordnung stören, 700 Wahlbüros geschlossen. Andere berichten über die Existenz eines “Parallelwählerregisters”. 5.000 französischen Soldaten versuchen seit 2013 die aus der Sahara eindringenden islamistischen Milizen zu verjagen. Von den Wahlen in Mali erhoffen sich Beobachter ursprünglich eine Stabilisierung der Lage. Doch mit den zahlreichen Unregelmäßigkeiten wird zunehmend das Gegenteil befürchtet.
derstandard.at, taz.de
Südafrikas Präsident Ramaphosa will Enteignungen weißer Farmer beschleunigen tagesspiegel.de
European Stability Initiative: EU muss mit Westafrika kooperieren wdr.de
Kongo lässt populären Oppositionspolitiker Moise Katumbi nicht einreisen taz.de
– BACKGROUND –
Krieg behindert Kampf gegen Ebola: Der Kongo leidet unter der mittlerweile zehnten Ebola-Epedemie seit 1976. Doch während in der Vergangenheit WHO, internationale Helfer und Regierung die Seuche immer in den Griff bekommen haben, findet diesmal der Ausbruch mitten in einer Konfliktregion statt. Der Zugang internationaler Helfer ist schwierig. In Nord-Kivu und der Nachbarprovinz Ituri sind bereits 33 Menscnhan gestorben, 76 Verdachtsfälle melden die Behörden bereits. Auch ist das Vertrauen der Bevölkerung zerstört. Seit Jahrzehnten machen Banden den Ostkongo unsicher. Plünderungen, Morde und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Ein Millionen Menschen sind ständig auf der Flucht.
derstandard.at
Sandmafia am Victoriasee: Kenia, Tansania und Uganda teilen sich den Victoriasee, den größten Süßwassersee der Welt. Das ökologische Desaster dort ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Der von den Kolonialmächten ausgesetzte Barsch hat das ökologische Gleichgewicht zerstört. Der See gilt heute als überfischt. Weil weltweit Sand knapp wird, wird er im großen Stil am Victoriasee illegal abgebaut, denn die letzten und gut zugänglichen Sandvorkommen liegen in den großen Süswasserseen. Vor allem chinesische Investoren saugen in den Sumpfgebieten und auf dem offenem See Sand in gewaltigen Mengen ab.
taz.de
– ANGEZÄHLT –
45 Milliarden Dollar an in den Bilanzen afrikanischer Unternehmen gebundenes Kapital könnten in Afrika bis 2020 freigesetzt werden.
finanzen-heute.com
– ZITAT –
“Unterwegs ins Land meiner Vorfahren, mein Vaterland. Mit Gott werden wir siegen.”
Kongos ehemaliger Rebellenchef, Vizepräsident und Oppositionsführer Jean-Pierre Bemba ist nach elf Jahren im Exil und zehn Jahren im Gefängnis wieder zurück in seiner Heimat.
taz.de
– ZULETZT –
NBA Africa Games: Im südafrikanischen Pretoria ging die dritte Auflage des NBA Africa Games an eine Weltauswahl um den italienischen Star Danilo Gallinari von den Los Angeles Clippers. Der Forward wurde folgerichtig zum MVP des Spiels gewählt. Die Weltauswahl siegte mit 98:94 gegen “Team Africa”. Doch nicht nur das Spiel stand im Mittelpunkt. Auch auf den Rängen gab es einiges zu sehen: Legenden wie Kareem Abdul-Jabbar oder Dikembe Mutombo hatten sich unter die Zuschauer gemischt, aber auch aktuelle Spieler wie Carmelo Anthony waren in der Arena anwesend und bekamen warmen Applaus.
spox.xom

KW 31: Flüchtlingskrise im Mittelmeer, Macron und Sanchez fordern Migrationsgipfel mit Afrika, BRICS-Gipfel in Johannesburg

– NEWS –
Flüchtlingskrise im Mittelmeer: Der Schwerpunkt der Flüchtlingskrise im Mittelmeer hat sich immer stärker nach Spanien verlagert: Allein von Freitag bis Sonntag trafen nach Angaben der Küstenwache mehr als 1.400 Bootsflüchtlinge in dem Land ein. Die meisten von ihnen kamen in kleinen Booten aus Nordafrika. Spanien hat in diesem Jahr Italien als Hauptankunftsland für Flüchtlinge in Europa abgelöst. Die bisherige Hauptroute von Libyen nach Italien ist inzwischen weniger frequentiert. Die neue Populistenregierung in Rom lässt kaum mehr Bootsflüchtlinge ins Land, zudem scheinen die libyschen Behörden verstärkt gegen Schlepper vorzugehen. Viele Migranten weichen deshalb in die Nachbarländer Algerien und Marokko aus, um von dort aus die Überfahrt nach Spanien zu versuchen. Nach einer mehr als zweiwöchigen Odyssee auf dem Mittelmeer sollen etwa 40 Migranten in Tunesien anlegen dürfen. Bereits am Donnerstag haben mehr als 600 Menschen den Grenzzaun der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta überwunden.
tagesspiegel.de, dw.com (Spanien), kurier.at (Tunesien), tagesschau.de (Ceuta)
Macron und Sanchez fordern Migrationsgipfel mit Afrika: Spanien und Frankreich werben zur Lösung der Flüchtlingskrise für eine gemeinsame Konferenz der zuständigen europäischen und afrikanischen Minister. Dies gaben der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez und der französische Präsident Emmanuel Macron im Rahmen eines Treffens der beiden Regierungschefs in Madrid bekannt. „Wir beide stimmen darin überein, dass es sich um eine globale Herausforderung handelt, die europäische Antworten erfordert, die sich auf Solidarität stützen müssen“, sagte Sanchez und betonte, dass man in den Herkunftsländern aktiv sein müsse. Man müsse das Problem gleichermaßen „mit Menschlichkeit und Wirksamkeit“ angehen. Zeit und Ort für die Konferenz gebe es noch nicht, daher werde sie “nicht vor September” stattfinden.
orf.at
BRICS-Gipfel in Johannesburg: Zum zweiten Mal seit 2013 fand das Treffen der BRICS-Staaten in Südafrika statt. In Johannesburg gaben sich Größen wie Wladimir Putin aus Russland, Narendra Modi aus Indien und Chinas Staatschef Xi Jinping die Klinke in die Hand und warben um gute Wirtschaftsbeziehungen bei ihrem südafrikanischen Kollegen Cyril Ramaphosa. Die Gespräche hatten das Verhältnis der BRICS-Staaten untereinander und eine gemeinsame Position zu Gefahren wie den Handelskrieg mit den USA zum Thema. Auch für zahlreiche bilaterale Abkommen wurde die internationale Bühne genutzt. So vereinbarten zum Beispiel Südafrika und Russland, künftig bei der Atomenergie besser zusammenarbeiten zu wollen.
dw.com, sueddeutsche.de
Hochsicherheitswahl in Mali: In Mali wurde ein neuer Präsident gewählt. Die rund acht Millionen Wahlberechtigen konnten sich zwischen 24 Kandidaten entscheiden. Der amtierende Staatschef Ibrahim Boubacar Keïta hat wohl die größten Chancen, es wäre seine zweite Amtszeit. Oppositionsführer Soumaïla Cissé könnte aber genügend Stimmen für eine Stichwahl erhalten. Die Wahlbeteiligung war bis zu letzt gering. Hintergrund ist die problematische Sicherheitslage im Land. Islamistische Terroristen hatten mit Anschlägen auf die Wahl gedroht. Aus mehreren Bezirken wurden auch bewaffnete Angriffe auf Wahlbüros gemeldet. Mehrere Parteien hatten bereits im Vorfeld an der korrekten Durchführbarkeit der Wahl gezweifelt, auch weil auf der Website der Wahlkommission doppelte und fiktive Wahllokale aufgeführt wurden. Mit ersten Ergebnissen wird zur Mitte der Woche gerechnet. Das amtliche Endergebnis soll am Freitag verkündet werden.
tagesschau.de
Auch Simbabwe wählt: Beobachter sprechen von der “freisten Wahl” seit Jahrzehnten, denn nach fast 40 Jahren steht der Name des Langzeitpräsident Robert Mugabe nicht mehr auf dem Simmzettel. Sein Nachfolger, der 75-jährige Emmerson Mnangagwa gilt als amtierender Präsident als aussichtsreichster Kandidat. Doch Oppositionsführer Nelson Chamisa ist nicht chancenlos. Sechs Millionen Wahlberechtigten können sich am heutigen Montag zwischen 23 Kandidaten entscheiden. Ganz frei ist die Wahl allerdings nicht. Der Wahlkampf verlief zwar weitgehend gewaltfrei und ohne große Einschüchterungskampagnen gegen Oppositionelle. Doch Mnangagwa und seine Partei Zanu-PF haben die staatlichen Ressourcen geschickt für ihre Kampagne genutzt.
inforadio.de
Pro Asyl appelliert an hessische Grüne: Maghreb-Staaten sind keine sicheren Herkunftsländer fr.de
Projekt „Refill“ sorgt auch für Trinkwasser in Afrika wz.de
Afrika droht die Diesel-Schwemme aus Europa dw.com
– BACKGROUND –
Die Afrika-Politik muss sich ändern: Afrikanische Länder kritisieren oft, die Europäer hätten ein sehr eingeschränktes Afrika-Bild, das hauptsächlich nur Probleme auf der Agenda hätte. Da machen die Afrikaner lieber Geschäfte mit China oder Russland als sich von denn Europäern weiter bevormunden zu lassen. Afrika-Politik ist für die EU im Moment Migrationspolitik – eine kultureller Austausch ist Fehlanzeige. Afrika wiederum hat genug vom „Helfersyndrom“ der Europäer mit Belehrungen in Sachen Rechtsstaatlichkeit und Wachstum. Einer anderen Sicht, schreibt Paul Starzmann im Tagesspiegel stünde auch die eigene Kolonialvergangenheit im Weg. Sich ihr zu Stellen und an mancher Stelle Entschuldigung für historische Verbrechen zu sagen stünde am Anfang einer neuen Beziehung.
tagesspiegel.de
Welt-Aids-Konferenz: In Amsterdam fand bis Freitag die 22. Welt-Aids-Konferenz statt. Der afrikanische Kontinent ist wie kein zweiter Ort der Erde von der Krankheit betroffen, hier leben die meisten HIV infizierten Menschen. Zwei Drittel davon befinden sich nach Angaben des UN-Programms Unaids in medizinischer Behandlung. Dennoch sterben jedes Jahr eine Million Menschen an der Krankheit. 1,8 Millionen  stecken sich jedes Jahr neu an. “In einigen Regionen der Welt sehen wir erneut, dass die Epidemie weiter zunimmt”, sagt Linda Gail-Bekker, die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft. Doch hoffnungslos ist die Lage nicht. Im östlichen und südlichen Afrika hätten sich seit 2010 30 Prozent weniger Menschen neu infiziert.
zeit.de
– ANGEZÄHLT –
14 Milliarden US-Dollar will China in den nächsten Jahren in Südafrika in Infrastruktur-, Landwirtschafts- und Technologieprojekte investieren.
orf.at
– ZITAT –
“Afrika wird unsere Top-Priorität sein.Wir werden unsere Märkte für Afrika offen halten. Wir werden unsere Industrien darin unterstützen, in Afrika zu investieren.”
Indiens Premierminister Modi buhlt im Rahmen des Treffens der BRICS-Staaten in Johannesburg um die Gunst der Afrikaner.
dw.com
– ZULETZT –
Europas größte Müllhalde ist in Afrika: Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“ startet diesen Donnerstag in Deutschland in den Kinos. Die Regisseure Florian Weigensamer und Christian Krönes lassen die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und porträtieren die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Die Müllhalde von Agbogbloshie wird höchstwahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen.
welcome-to-sodom.de

KW 30: Human Rights Watch warnt vor Gewalt in Kamerun, Obamas Rede zu Mandelas 100. Geburtstag, Südafrika setzt auf grünen Strom

– NEWS –
Human Rights Watch warnt vor Gewalt in Kamerun: Angesichts der Gewalt im englischsprachigen Teil im Westen Kameruns hat die NGO Human Rights Watch die internationale Gemeinschaft zum Einschreiten aufgefordert. Sowohl Separatisten als auch dem Militär werden schwere Menschenrechtsverstöße an der Zivilbevölkerung vorgeworfen. “Die Menschenrechtslage in Kamerun hat Krisenniveau erreicht und könnte sich noch deutlich zuspitzen”, erklärte die Afrika-Direktorin der Organisation, Mausi Segun. Sicherheitskräfte würden mit übermäßiger Gewalt gegen Demonstranten vorgehen, vermeintliche Separatisten würden verhaftet, gefoltert und getötet. Auch die Separatisten bedienten sich der Entführung, Folter und des politischen Mordes. Kameruns englischsprachige Provinzen nahe der nigerianischen Grenze machen etwa 20 Prozent der Bevölkerung aus. Seit 2016 verstärken sich Bestrebungen einer Abspaltung. Im Oktober wurde symbolisch sogar die Unabhängigkeit erklärt.
derstandard.at, taz.de
Obamas Rede zu Mandelas 100. Geburtstag: Der einst von Nelson Mandela angeführte Kampf gegen die Diskriminierung von Menschen anderer Hautfarbe muss nach Ansicht des Ex-US-Präsidenten Barack Obama in Zeiten des zunehmenden Populismus entschiedener denn je geführt werden. Der Kampf um Gerechtigkeit sei nie vorüber, sagte Obama am Dienstag in Johannesburg bei einer Rede zu Ehren des Anti-Apartheidkämpfers Mandela. Der 2013 gestorbene Friedensnobelpreisträger wäre am Mittwoch 100 Jahre alt geworden. Obama appellierte an die Bevölkerung in Südafrika, sich für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen. Er äußerte sich auch besorgt über die aktuelle weltpolitische Lage: In diesen sonderbaren und unsicheren Zeiten bringe jeder Tag mehr schwindelerregende und verstörende Schlagzeilen. Der Ex-Präsident wehrte sich gegen eine „Politik des starken Mannes“ und erklärte, die Mächtigen versuchten, die Institutionen zu untergraben, die der Demokratie Bedeutung verliehen. Obama sprach seinen Zuhörern aber auch Mut zu: Man habe schon dunklere Zeiten überstanden.
tagesspiegel.de, zeit.de, faz.net
Libysche Küstenwache soll Menschen zum Sterben zurückgelassen haben: Die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms wirft der libyschen Küstenwache unterlassene Hilfeleistung und das Zurücklassen von Migranten im Mittelmeer vor. Die Seenotretter entdeckten auf dem offenen Meer eine Überlebende, die sich an die Überreste eines zerstörten Schlauchboots klammerte. Neben ihr fanden sie die Leiche eines Kindes und die einer anderen Frau. Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration, Flavio Di Giacomo, sprach von einem dramatischen Vorfall. Erstmals haben laut Frontex die meisten Flüchtlinge und Migranten die westliche Mittelmeerroute über Spanien bei der illegalen Einreise in die EU genutzt. Über Italien kamen gleichzeitig deutlich weniger Menschen als zuletzt, wie die EU-Grenzschutzagentur am Dienstag mitteilte. Damit habe sich 2018 die Zahl der Flüchtlinge auf der westlichen Mittelmeerroute im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdreifacht und übertreffe nun die Ankünfte in Italien und Griechenland.
welt.de (Libyen), handelsblatt.com, welt.de
Kongo: Kabila will bleiben: In einer mit Spannung erwarteten Rede erteilte der seit 17 Jahren regierende kongolesische Präsident Joseph Kabila Hoffnungen auf seinen Rücktritt und auf einen Prozess der demokratischen Öffnung indirekt eine Absage. Allerdings sprach er das Thema nicht offen an, sondern begnügte sich mit Anspielungen. Im Kongo soll am 23. Dezember gewählt werden, ein Termin, der bereits seit Ende 2016 immer wieder verschoben wurde. Unklar bleibt aber, ob Kabila selbst erneut antritt und die Verfassung bricht, oder aber einen systemtreuen Strohmann vorschickt.
taz.de
Kenia: Acht seltene Nashörner sterben nach Umsiedlung sueddeutsche.de
EU und Marokko einigen sich bei Fischereiabkommen maghreb-post.de
Am 29. Juli finden Präsidentschaftswahlen in Mali statt br.de
– BACKGROUND –
Südafrika setzt auf grünen Strom: Südafrika setzt wieder auf erneuerbare Energien. Seit der Energiekrise 2008 bis 2015 spielten die Erneuerbaren bei der Bekämpfung der Energieknappheit ohnehin eine wichtige Rolle. Der Integrated Resource Plan for Electricity 2010 – 2030 sieht für Südafrika eine Erhöhung der Erzeugungskapazität von derzeit 49 GW um weitere 46 GW vor sowie eine Verringerung des Kohleanteils, der derzeit noch 46 Prozent ausmacht. In den letzten Jahren gab es allerdings einen gewissen Stillstand. Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa im Februar kam neuer Schwung in die Realisierung bereits ausgeschriebener Großanlagen. Power Purchase Agreements für 27 Projekte wurden unterzeichnet.
euwid-energie.de
Folter in Tunesien: Tunesien, Marokko und Algerien sollen nach dem Willen der Bundesregierung zu sicheren Herkunfstsländern erklärt werden. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich, denn die Grünen haben ihren Widerstand im Bundesrat angekündigt. Das Grundgesetz erlaubt Abschiebungen nur, wenn “weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet”. Auch wenn sich seit dem Arabischen Frühling vieles zum positiven verändert hat, würde zum Beispiel in Tunesien in Folge der Anti-Terrorgesetze und des seit 2015 geltenden Ausnahmezustands nach wie vor gefoltert, vor allem Fälle von Waterboarding hätten laut Berichten von Amnesty International wieder zugenommen.
handelsblatt.com
– ANGEZÄHLT –
Mehr als 100 Millionen US-Dollar hat China im Senegal in den vergangenen Jahren investiert.
dw.com
– ZITAT –
“Bei jedem meiner Afrika-Besuche habe ich die Dynamik dieses Kontinents gesehen und die Hoffnungen seiner Menschen auf Fortschritt und Entwicklung.”
Der chinesische Präsident Xi Jinping ist auf Afrika-Tour und besucht Senegal, Ruanda, Südafrika und Mauritius.
dw.com
– ZULETZT –
Schlingensiefs Operndorf erhält Karlheinz-Böhm-Preis: Das vom 2010 verstorbenen Theaterregisseur Christoph Schlingensief gegründete “Operndorf Afrika” erhält den Karlheinz-Böhm-Preis der Stiftung “Menschen für Menschen”. “Es ist ein außergewöhnliches und innovatives Projekt, weil es das Mittel der Kunst und der Kultur als einen wesentlichen Baustein der Brücke und Partnerschaft zwischen Afrika und Europa einsetzt“, so der Leiter der Stiftung, Sebastian Brandis. Schlingensiefs Witwe Aino Laberenz nahm den Preis am Samstag im Literaturhaus München entgegen. Inzwischen gibt es in dem Dorf eine Schule für 300 Kinder ein Krankenhaus und eine Künstlerresidenz.
swr.de

KW 29: Tauwetter in Addis Abeba, Angriff auf Präsidentenpalast in Mogadishu, Ugandas Jugend protestiert gegen Soziale-Medien-Steuer

– NEWS –
Tauwetter in Addis Abeba: Im Rahmen eines Besuchs von Eritreas Präsident Issaias Afwerki in Addis Abeba wurde mehr als 20 Jahre nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen eine Botschaft Eritreas in Äthiopien eröffnet. Afwerki war von Samstag bis Montag in Äthiopien. Die Reise war ein Gegenbesuch zum Trip des äthiopischen Ministerpräsident Abiy Ahmed in der Vorwoche, bei dem auch ein Friedensvertrag zwischen den einst verfeindeten Ländern unterzeichnet worden war. Auch wirtschaftlich sollen nun schnell gemeinsame Bande geschaffen werden. Im Rahmen des Konflikts gekappte Telefonleitungen sind wieder im Betrieb. Ab dieser Woche gibt es auch wieder Direktflüge zwischen den beiden Ländern.
derstandard.at
Angriff auf Präsidentenpalast in Mogadishu: Die sunnitischen Terrorgruppe Al-Shabaab hat am Samstag den Präsidentenpalast in Somalias Hauptstadt Mogadishu angegriffen. Dabei sind vier Milizionäre und ein Soldat der Regierung getötet worden. Sieben Polizisten und sieben Zivilisten sind verletzt worden. Teilweise befinden sich die Verletzten in kritischem Zustand. Die Terroristen hatten zwei Autobomben nahe des Regierungssitzes gezündet und danach hatten die Milizionäre das Feuer auf den Palast eröffnet. Die sunnitische Terrorgruppe kämpft für die Errichtung eines Gottesstaates und kontrolliert weite Teile im Zentrum und im Süden des Landes. Regelmäßig kommt es in Mogadishu zu Angriffen auf teure Hotels und Regierungsgebäude.
derstandard.at
Ugandas Jugend protestiert gegen Soziale-Medien-Steuer: In Uganda werden Proteste gegen eine Soziale-Medien-Steuer zunehmend aggressiver, bei Demonstrationen werden immer wieder Tränengas, Gummigeschosse und Warnschüsse eingesetzt. Seit Anfang des Monats müssen die Menschen 0,04 Euro pro Tag zahlen, um überhaupt das Internet nutzen zu können. Die Opposition und Aktivisten hatten zu den Protesten aufgerufen. Galionsfigur ist Robert Kyagulanyi, mit 36 Jahren der jüngste Vertreter im Parlament und eine landesweit bekannter Rapper. „Man sagt mir, dass die Polizei mich sucht. Bin hier am Parlament, kommt und holt mich“, ließ er noch auf Twitter wissen. Mittlerweile soll er und ein weiterer Abgeordneter verhaftet worden sein.
taz.de
Müller fordert EU-Kommissar für Afrika: Entwicklungshilfeminister Gerd Müller fordert die EU auf, ihre Afrikapolitik neu auszurichten. “Europa ist gerade dabei, Afrika als Jahrhundertchance zu verpassen”,so Müller, der einen eigenen EU-Kommissar für Afrika vorschlägt. Bei ihm sollen “alle Fäden einer in sich stimmigen Afrikapolitik zusammenlaufen”. Im Zentrum stünden vor allem wirtschaftliche Interessen. Man verpasse, Afrika als “Chancenkontinent” zu begreifen. Von 2021 bis 2027 sehe der EU-Haushalt für Afrika gerade ein Budget von 39 Milliarden Euro vor. Das zeige wie wenig Priorität Afrika habe. Anders sei das in China und Russland, diese Länder würden massiv investieren und sich knappe Rohstoffe wie Coltan und Lithium sichern.
zeit.de
PROASYL bezweifelt, dass die libysche Küstenwache zur Seenotrettung geeignet sein könnte proasly.de
14 Tote bei Anschlag in Mali derstandard.at
China will Militärbeziehungen zu Afrika ausbauen dw.com
– BACKGROUND –
Privatmann Obama in Afrika: Zum ersten Mal seit dem Ende seiner Präsidentschaft kommt der ehemalige US-Präsident Barack Obama nach Afrika. Bereist werden Kenia und Südafrika. In Kenia stehen neben Besuchen bei der Verwandschaft, der Eröffnung eines Sport- und Ausbildungszentrums für Jugendliche sowie Besuche bei Kenias Präsidenten Uhuru Kenyatta und dem Oppositionsführer Raila Odinga an. In Südafrika wird er eine Rede zu Ehren Nelson Mandelas halten, der am 18. Juli 100 Jahre alt geworden wäre. Außerdem trifft er den amtierenden südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa. Zum Abschluss spricht Obama vor 200 Stipendiaten seiner Stiftung, die er nach Johannisburg eingeladen hat.
dw.com
Handel hilft: Lebensmittel-Importe aus Europa nach Afrika stehen regelmäßig in der Kritik. Der Lebensmittelchemiker und Sachbuchautor Udo Pollmer hat sich dieses Argument genauer angeschaut. Billigimporte von Weizen und Fleisch aus Deutschland gibt es nicht, so sein Fazit. Weil unsere Lebensmittel zu teuer sind für den afrikanischen Markt, kämen andere Länder zum Zug, zum Beispiel Brasilien. Afrika ist Abnehmer von nur zwei Prozent der von Deutschland ausgeführten Waren. Davon machen die Agrarerzeugnisse wiederum weniger als ein Hundertstel aus. Spenden und Entwicklungshilfe seien da wesentlich problematischer zu beurteilen als der Handel. Wo Lebensmittel umsonst verteilt würden, käme die Landwirtschaft nicht auf die Beine. Afrikanische Intellektuelle fordern deswegen schon lange “man solle Afrika endlich in Ruhe lassen”. Handel würde dem Kontinent mehr bringen als Hilfen.
deutschlandfunkkultur.de
– ANGEZÄHLT –
Auf 54 Milliarden US-Dollar ist das Handelsvolumen Frankreichs mit Afrika innerhalb von nur fünf Jahren eingebrochen. 2013 waren es noch 73 Milliarden US-Dollar.
wallstreet-online.de
– ZITAT –
“Die Mehrheit hat bis jetzt wenig vom Wachstum mitbekommen.Die Menschen wollen Demokratie, etwas, das wir in diesem Land kaum gekannt haben. Aber sie wollen auch ein besseres Leben.”
Ökonom Bisrat Teshome macht klar: Trotz Wirtschaftswachstum sind 20 Prozent der Bevölkerung Äthiopiens arm.
taz.de
– ZULETZT –
Rettet das Südliche- das Nördliche Breitmaulnashorn?: Sieht so die Zukunft des Artenschutzes aus? Vom Nördlichen Breitmaulnashorn leben in einem Reservat in Kenia nur noch zwei Weibchen. Eigentlich wäre damit die Art ausgestorben. Seit Jahren arbeitet ein Team um den Veterinär Thomas Hildebrandt vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung daran, mit künstlicher Befruchtung Nachwuchs zu zeugen. Doch dafür sind die beiden Nashorndamen nicht geeignet, die eine hat eine vernarbte Gebärmutter, die andere schwache Beine, die eine Schwangerschaft wohl nicht mitmachen würden. Einspringen soll nun das Südliche Breitmaulnashorn – hier gibt es immerhin noch 20.000 Tiere. Hildebrandt und seinen Kollegen ist es nun gelungen, eine Eizelle eines Südlichen Breitmaulnashorns mit dem Spermium eines Nördlichen zu befruchten. Der nächste Schritt bestünde nun darin, den Hybrid-Embryo in den Uterus einer Leihmutter einzupflanzen.
zeit.de

KW 28: Friedensvertrag zwischen Äthiopien und Eritrea, EU berät Migrantenlager in Afrika, UN prangert Kriegsgräuel im Kongo an

– NEWS –
Friedensvertrag zwischen Äthiopien und Eritrea: Äthiopien und Eritrea haben am Montag einen Friedens- und Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed und Eritreas Präsident Isaias Afwerki haben sich bereits am Sonntag in Eritreas Hauptstadt Asmara getroffen. Es war das erste Treffen von hohen Staatsvertretern der beiden Länder seit fast 20 Jahren. Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg erlangte Eritrea 1993 die Unabhängigkeit. Ein Grenzkrieg von 1998 bis 2000 forderte Zehntausende Tote. Das Abkommen von Algier vom 18. Juni 2000 führte zwar zu einem Waffenstillstand, einen Friedensvertrag gab es aber bislang nicht.
derstandard.at, taz.de
EU berät Migrantenlager in Afrika: Details teilte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini nicht mit. Sie betonte lediglich, dass die sogenannten Anlandestellen nicht gegen Internationales Recht oder Menschenrechte verstoßen würden. Hinter den Lagern steht die Idee, die Migration über das Mittelmeer zu stoppen. Menschen, die sich illegal auf den Weg nach Europa machen, sollen rechtzeitig davon abgehalten werden.
stern.de
UN prangert Kriegsgräuel im Kongo und in Jemen an: Ein Expertenteam hat im Auftrag der Vereinten Nationen seit einem Jahr die Lage in der Krisenregion in der Demokratischen Republik Kongo untersucht. In einem 126-seitigen Bericht listet die Kommission Menschenrechtsverletzungen auf, die in dem seit Ende 2016 schwelenden Konflikt zwischen Kamuina-Nsapu-Rebellen, der regierungsnahen Bana-Mura-Miliz und Truppen der kongolesischen Armee FARDC begangen worden sein sollen. Laut den Experten sollen alle beteiligten Parteien grausame Kriegsverbrechen begangen haben. Inzwischen hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef die grausamen Folgen des „Blutbades“ im Jemen für Kinder angeprangert. Unicef-Chefin Henrietta Fore erklärte am Dienstag nach einem Jemen-Besuch, mindestens 2.200 Kinder seien in dem Konflikt bereits getötet worden. Millionen könnten keine Schule besuchen – rund 1500 Schulen wurden laut Unicef bei Angriffen beschädigt.
spiegel.de (Kongo), zeit.de, de.euronews.com (Jemen)
Italien und Libyen erneuern Freundschaftsvertrag von 2008: Italien und Libyen haben sich auf eine Erneuerung ihres Freundschaftspakts aus dem Jahr 2008 verständigt. Das erklärte der libysche Außenminister Mohammed Siala bei einem Besuch seines italienischen Kollegen Enzo Moavero Milanesi in Tripolis. Der Vertrag war 2011 infolge des sogenannten Arabischen Frühlings ausgesetzt worden. In dem Freundschaftsvertrag verpflichtete sich Libyen damals unter anderem im Gegenzug zu Italienischen Investitionen Flüchtlinge von der Überfahrt nach Italien abzuhalten. Der Inhalt der Neuauflage des Freundschaftsvertrags ist nicht bekannt.
de.euronews.com
Egyptair-Absturz 2016: Französische Behörde geht von Feuer an Bord aus derstandard.at
Neuen Menschen sterben bei Angriff auf somalisches Ministerium taz.de
Bis 2050 werden zwei Milliarden Menschen in der Subsahara-Region leben idw-online.de
– BACKGROUND –
Tansania: Feldzug gegen die Pressefreiheit: Tansanias Präsident John Magufuli galt bei seiner Wahl 2015 als Reformer. Doch mittlerweile geht auch er hart gegen Journalisten, Blogger, Webseiten- und Internetforenbetreiber vor. Diese sollen sich registrieren und auch ihre Nutzer erfassen, Internetcafés sollen Kundendaten 12 Monate lang speichern. Ziel ist, die Anonymität im Netz aufzuheben. Wer der Aufforderung nicht nachkommt, dem drohen hohe Geldstrafen. Rund 50 Betreiber haben die Direktive bislang umgesetzt. Andere machen aus Protest lieber dicht. Seit November gilt zudem ein neues Mediengesetz. Zeitungen mussten schließen, Fernsehsender hohe Geldstrafen zahlen und der Investigativjournalist Azory Gwanda ist seit November verschwunden.
taz.de
Müller will deutsche Investitionen in Afrika fördern: Deutsche Unternehmen, die in Afrika investieren, sollen künftig mit steuerlichen Erleichterungen rechnen können. Gemeinsam mit dem Finanzministerium will Entwicklungsminister Gerd Müller ein entsprechendes Gesetz auf dem Weg bringen. So sollen Verluste aus Afrika-Aktivitäten steuerlich in Deutschland besser abgeschrieben werden können. “Und ich setze mich dafür ein, dass Rücklagen für Investitionen in Afrika steuerlich begünstigt werden”, so Müller. Gerade in der Anfangsphase soll so das unternehmerische Risiko besser abgesichert werden.
wiwo.de
– ANGEZÄHLT –
100 Millionen Menschen leben in Äthiopien. 5,5 Millionen sind es in Eritrea. Mit der Wiederaufnahme der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern erhält das kleine Eritrea Zugang zu einem riesigen Markt.
taz.de
– ZITAT –
“Die Nutzer der sozialen Medien haben kein Recht, die Dollars, die ich mit meinem Kaffeeanbau, meiner Milchproduktion verdiene, ausländischen Telefongesellschaften zu geben, indem sie chatten und sogar lügen – und dann sind sie auch noch allergisch dagegen, einen moderaten Beitrag an ihr Land zu geben, dessen Wohlstand sie zweckentfremden.”
Ugandas Präsident Yoweri Museveni macht sich derzeit unbeliebt: mit einer WhatsApp-Steuer bringt er die Menschen gegen sich auf.
taz.de
– ZULETZT –
Ugandas Steuer auf Handykonsum: Ugandas Präsident Yoweri Museveni will auf alle Soziale-Medien-Dienste eine Steuer von umgerechnet 0,4 Eurocent pro Tag erheben. Die Steuereinnahmen seien insgesamt zu niedrig, die Regierung brauche Geld, so die Begründung. Doch bei nur einem Dollar am Tag zum Leben sind 0,4 Cent ganz schön viel. Auch an den in Uganda üblichen Geldtransfers übers Handy will der Staat nun ordentlich mitverdienen. Von 500 Schillingen zieht der Tele­fon­anbieter künftig 200 ab. Der Aufschrei ist groß. Kreative Ugander zeichneten Comics und animierten Fotos: Auf einem wird Museveni mit Pfeil und Bogen als Robin Hood dargestellt: „Robing the Hood“. Auf einem anderen sitzt der Präsident am Schreibtisch mit einem Handy am Ohr: „Ich sehe die Bevölkerung online – aber die Staatskasse klingelt nicht. Was ist los?“
taz.de

KW 27: EU will mit Afrika über Aufnahmezentren verhandeln, AU-Gipfel setzt auf Zusammenarbeit, VW eröffnet Werk in Kigali

– NEWS –
EU will mit Afrika über Aufnahmezentren verhandeln: Die EU will mit nordafrikanischen Staaten über die Errichtung von Aufnahmezentren außerhalb Europas verhandeln. “Das erfordert Partnerschaftsabkommen mit Ländern im Norden Afrikas, die entweder direkt am Mittelmeer liegen oder in der Sahelzone”, so EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger. Man brauche ein faires Konzept. Ziel sei das Treiben der Schlepper zu unterbinden. Die Belastungen für die afrikanischen Partner müssten zumutbar sein. Für Verhandlungen kommen Libyen, Mali, Niger und Nigeria infrage. Ein klare Absage kommt hingegen aus Ägypten. „EU-Aufnahmeeinrichtungen für Migranten in Ägypten würden gegen die Gesetze und die Verfassung unseres Landes verstoßen“, sagte dort Parlamentspräsident Ali Abd al-Aal.
spiegel.de, faz.net
Geflüchtete vor Libyen vermisst: Libyens Küstenwache befürchtet, dass im Mittelmeer erneut Dutzende Flüchtlinge ertrunken sind. Ein Offizier der Küstenwache erklärte am Sonntag, es seien rund 40 Menschen gerettet worden, nachdem vor der Hauptstadt Tripolis im Westen des Landes ein Boot gesunken sei. Mehr als 60 Flüchtlinge werden vermisst. Nach einem Unglück am Freitag werden bereits mehr als 100 Flüchtlinge im Mittelmeer vermisst. Es wird befürchtet, dass sie ebenfalls ertrunken sind. Die Küstenwache entdeckte am Sonntag nahe Tripolis sechs weitere Leichen. Bereits zuvor hatte sie drei tote Babys geborgen, deren Bilder einen Schock auslösten. Der Küstenwache zufolge waren auf einem alten und völlig überfüllten Holzboot bis zu 125 Menschen vor allem aus Afrika unterwegs, als der Motor Feuer fing. 16 Menschen konnten demnach gerettet werden.
tagesspiegel.de
AU-Gipfel setzt auf Zusammenarbeit: Auf dem 31. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Mauretanien hat der AU-Vorsitzende und ruandische Staatschef Paul Kagame Afrikas Regierungen auffordert, „als Einheitsfront aufzutreten und die Interessen unserer Völker und unseres Kontinents zu verteidigen“. Sicherlich auch ein Seitenhieb auf Europa, wo gerade Aufnahmezentren in Afrika diskutiert werden. Man müsse einzelne Mitglieder vor “Druck und Manipulation” schützen. Afrikas Antwort auf die Migration müsse „verstärkte Koordinierung und Kooperation“ sein. Insbesondere die Chancen für Jugendliche müssten verbessert werden. Natürlich müsse man zum Schutz der Leben von Afrikanern mit der EU und der Nato zusammenarbeiten. Afrikas Sorge: Europa will sein Flüchtlingsproblem lösen, indem es die Bewegungsfreiheit innerhalb Afrikas einschränkt. Dabei wolle man in der „Agenda 2063“ eigentlich das Gegenteil: Visafreiheit und Freihandel auf dem gesamten Kontinent.
taz.de
Südsudan hofft auf Frieden: Zwar haben die Konfliktparteien haben am Mittwoch in Khartum einen Friedensvertrag unterzeichnet. Doch dieser umfasst nur zwei Seiten und enthält fast nichts. Immerhin werden ein Waffenstillstand, die Bildung einer Übergangsregierung, die Reform der Sicherheitskräfte und die Wiederaufnahme der Ölförderung vereinbart. Ansonsten beruft sich das Dokument auf einen Vertrag, der bereits vor drei Jahren ausgehandelt worden war. Beobachter sind skeptisch, dass der brüchige Frieden diesmal halten wird.
derstandard.at, nzz.ch
Knallharte Abschiebung: Algerien setzt Flüchtlinge in Wüste aus nzz.ch
Mali: Mindestens sechs Tote bei Anschlag auf Anti-Terror-Gruppe der Sahelzone derstandard.at
Kongo will wegen Erdöl Nationalparks schrumpfen taz.de
– BACKGROUND –
VW eröffnet Werk in Kigali: Der Autohersteller VW hat letzten Mittwoch in der Nähe von Kigali in Ruanda ein Werk eröffnet, dort werden jetzt VW-Polos zusammengeschraubt. Als „neues Kapitel in der wirtschaftlichen Transformation des Landes“ bezeichnet Präsident Kagame die 16 Millionen Euro Investition. Das Land will sich langfristig von der Landwirtschaft unabhängig machen und baut Industrie und Dienstleistungssektor aus. Doch warum investiert Volkswagen in einem Land, in dem sich kaum einer einen VW leisten kann? „Wir wollen in erster Linie Mobilität verkaufen“, erklärt VW-Afrika-Chef Thomas Schäfer im Interview mit der taz. Das bedeutet: Eine Firma, eine Botschaft oder ein Ministerium bekommt eine Flotte Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Daneben will VW Fahrdienstleister werden: Der Kunde bestellt per Smartphone-App ein Taxi, wird abgeholt und irgendwo abgesetzt, „so ähnlich wie Uber“, sagt Schäfer.
taz.de
Oxfam-Supermarkt-Check: Ausbeutung im Kühlregal. Unsere billigen Lebensmittel sind so billig, weil sie auf Ausbeutung und unwürdigen Arbeitsbedingungen beruhen. Ein Beispiel: Weinplantagen in Südafrika. Colette Solomon von der Organisation “Women on Farms” hat Hunderte Arbeiterinnen zu ihrem Arbeitsalltag befragt. Das Ergebnis: Es fehlen Toiletten und die Arbeiterinnen sind ohne Schutzkleidung Chemikalien ausgesetzt. “Meist werden die Arbeiterinnen sogar nur noch von Monat zu Monat beschäftigt, sie wissen nie, ob sie genug Geld verdienen werden”, so Solomon. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel gilt mit einem ständigen Wetteifern um die billigsten Preise als der Härteste der Welt. Weil mit Edeka, Lidl, Rewe und Aldi vier große Ketten den Markt beherrschen, können sie Preise praktisch diktieren. Die Organisation Oxfam kommt in einem “Supermarkt-Check” zu dem Ergebnis: Keine dieser Ketten werde der Verantwortung gerecht, das Risiko von Menschenrechtsverletzungen in ihren Lieferketten zu identifizieren.
spiegel.de
– ANGEZÄHLT –
Fast eine Million Menschen sind im Süden Äthiopiens auf der Flucht. Seit Anfang Juni sind laut UN-Nothilfebüro in der Region Gedeo rund 793.000 Vertriebene registriert worden, in West Guji weitere 185.000. Hintergrund sind Konflikte unterschiedlicher ethnischer Gruppen. Die Hilfsorganisation Norwegischer Flüchtlingsrat warnt vor einer “schwerwiegenden humanitären Krise”.
derstandard.at
– ZITAT –
“Man sollte heute nicht den Eindruck geben, als dass es hier Neokolonialismus geben würde.”
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will den Eindruck einer Bevormundung von afrikanischen Staaten vermeiden.
spiegel.de
– ZULETZT –
Afrika wird Weltmeister – irgendwann: Auch bei der diesjährigen WM waren die afrikanischen Teams vom Pech verfolgt und schieden alle bereits in der Vorrunde aus. Seit Jahrzehnten träumen die Afrikaner davon, dass einmal eines ihrer  Teams den Weltmeistertitel gewinnt. Die brasilianische Fußball-Ikone Pele hat vor 28 Jahren einst gesagt: “Bald wird der Weltmeister aus Afrika kommen”. Vielleicht war diese Einschätzung mehr Fluch als Segen. Immer wieder gab es Teams auf der Überholspur: Nigeria holte 1996 Olympiagold. Senegal kam 2002 ins Viertelfinale, Ghana kam 2010 in die Runde der letzten Acht und schied im Achtelfinale erst im Elfmeterschießen gegen Uruguay aus. Senegals aktuellem Trainer Aliou Cissé lässt sich auch durch das aktuelle Ergebnis nicht beirren. “Ein paar Mannschaften werden irgendwann in der Lage sein, Weltmeister zu werden” – “irgendwann”.
sueddeutsche.de

KW 26: Attentate auf Regierungschefs, Gipfel der Afrikanischen Union, Annäherung zwischen Äthiopien und Eritrea

– NEWS –
Attentate auf Regierungschefs: Zwei Anschläge auf Regierungschefs hielten am Wochenende den afrikanischen Kontinent in Atem. Beide Anschläge verfehlten ihr Ziel, die Regierungschefs von Simbabwe und Äthiopien kamen mit dem Schrecken davon. In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba trat der 41-jährige Premierminister Abiy Ahmed trat zum ersten Mal vor Zigtausenden von Anhängern im Zentrum der äthiopischen Hauptstadt auf. Ein Attentäter wollte eine Granate auf die Bühne werfen, bei der darauf einsetzenden Massenpanik kamen zwei Teilnehmer ums Leben, 150 Menschen wurden verletzt. Der 75-jährige Emmerson Mnangagwa trat in Simbabwe in der oppositionellen Hochburg in Bulawayo auf. Bei dem Sprengstoffanschlag wurden mehrere hochrangige Regierungsmitglieder verletzt. In Simbabwe finden am 30. Juli Wahlen statt. Beide Anschläge haben gemeinsam, dass die neuen Präsidenten mit der gescheiterten Politik ihrer Vorgänger brechen wollen, und alte Eliten um ihre Privilegien und ihre Macht im Staat fürchten.
derstandard.at, nzz.ch
Gipfel der Afrikanischen Union: Die Afrikanische Union trifft sich diese Woche in Nouakchott, Mauretanien. Bis zum 02. Juli stehen der Kampf gegen Korruption, die Bürgerkriege im Südsudan, Somalia und Kongo-Kinshasa, der afrikanische Binnenmarkt und eine gemeinsame Linie zur Zukunft der Beziehungen mit EU auf dem Programm. Der Gipfel beginnt mit dem Treffen der Delegationen, am Donnerstag und Freitag tagt der Rat der Außenminister. Die Staats- Und Regierungschefs kommen dann am 01. und 02. Juli zusammen.
taarifa.rw
Annäherung zwischen Äthiopien und Eritrea: Im langjährigen Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea gibt es neue Hoffnung auf eine Lösung. Nachdem Äthiopien den Willen bekräftigt hatte, den Streit zu beenden, hat Eritreas Präsident Isaias Afwerki angekündigt, eine Delegation nach Addis Abeba zu schicken, um “künftige Handlungen zu planen”. Eritrea gehörte bis zu seiner Unabhängigkeit 1993 zu Äthiopien, der Krieg zwischen den beiden Ländern wurde 2000 im “Abkommen von Algier” beendet, über die Grenzziehung besteht aber bis heute Uneinigkeit.
derstaandard.at, nzz.ch
Oettinger will Flüchtlingslager in Nordafrika: EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger will Migranten direkt in Nordafrika versorgen und dafür auch kurzfristig Mittel zur Verfügung stellen. Man wolle in ein “abgeschlossenes Dorf” investieren. Man suche derzeit nach einem Partner, hierfür käme eine Regierung, eine Region oder eine örtliche Verwaltung infrage. Wasser, Abwasser, Kälte, Wärme, Obdach, Sicherheit, Kleidung, Nahrung und Bildung für ihre Kinder solle in einer Unterbringung “in Menschenwürde” erfolgen. Vorbild seien die sechs Milliarden Euro zur Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei.
zeit.de
Truppen General Haftars erobern libysche Ölhäfen zurück derstandard.at
Entwicklungshelfer Kilian Kleinschmidt fordert Sonderwirtschaftszonen in Afrika deutschlandfunkkultur.de
Mindestens 86 Tote bei Angriff von Nomaden in Nigeria nzz.ch
– BACKGROUND –
Feministische Islamistin erobert Tunis: Die 53-jährige Souad Abderrahim will Bürgermeisterin von Tunis werden. Und sie hat gute Chancen, denn sie ist die Nummer eins der islamistischen Ennahda-Partei, Tunesiens meistgewählte Partei. Gewählt werden muss sie von der Stadtversammlung. Zur Wahl braucht sie allerdings noch einen Koalitionspartner. Sie wäre nicht nur die erste Frau im Amt, sondern auch das erste gewählte Stadtoberhaupt. Bisher wurden die Bürgermeister vom Präsidenten eingesetzt. Spätestens Anfang Juli könnte es zu ihrer Wahl kommen. Abderrahim selbst bezeichnet sich als „feministische Islamistin“, trägt Hosenanzüge und ihr Haar offen. Ihre Agenda: den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, die Müllabfuhr verbessern und die Parkanlagen auf Vordermann bringen.
taz.de
Drohnen über Afrika: Die Afrikanische Union will im Rahmen des wirtschaftlichen Entwicklungsprogramm NEPAD (New Partnership for Africa’s Development) Drohnen-Technologie einsetzen, um Afrikas Landwirtschaft effizienter und ertragsreicher zu machen. Das Strategiepapier “Drones on the Horizon – Transforming Africa’s Agriculture”, das auf dem African Innovation Summit in Ruanda erstmals vorgestellt wurde, fordert, dass man international nicht den Anschluss verlieren dürfe. Die Afrikanischen Staaten sind angehalten, ein nationales Regelwerk zu erlassen sowie Investitionen zu fördern. Und auch darauf weist die Studie hin: Die neue Technologie könnte Arbeitsplätze in der Landwirtschaft kosten, auch hier müssten bei der ohnehin hohen Arbeitslosigkeit auf dem Kontinent die Staaten einen Ausgleich schaffen.
drones-magazin.de
– ANGEZÄHLT –
Weil 700.000 Schüler ihre Prüfungen schreiben, wird in Algerien zwischenzeitlich das Internet blockiert. In der Vergangenheit wurde mithilfe von Smartphones einfach zu viel gespickt. Ein Maßnahme, die der Wirtschaft des Landes teuer zu stehen kommen könnte.
nzz.ch
– ZITAT –
“Die westlichen Staaten sollten anfangen, die Diktatur in Afrika zu stoppen. Sie sollten aufhören, Diktatoren zu unterstützen, die sich seit 35 Jahren oder noch länger an der Macht halten. Hört auf, Afrika auszuplündern. Investiert lieber mehr, um Arbeitsplätze für die Jugendlichen zu schaffen. Auch die Korruption ginge dann zu Ende. Stoppt die Kriege in den meisten Ländern des Nahen Ostens. Dann wird die Zahl der Flüchtlinge um 80 Prozent zurückgehen. Niemandem würde mehr einfallen, in die westlichen Länder aufzubrechen und dort zu leiden.”
Viele afrikanische Nutzer kommentieren die Diskussion um die Migrationspolitik in Europa und in Deutschland, so auch Nforgue J.
dw.com
– ZULETZT –
Sportbotschafter Boris – Dichtung oder Wahrheit?: Boris Becker als Diplomat der Zentralafrikanischen Republik? Dort sieht das nicht jeder so. Der Außenminister des Landes streitet ab, dass Beckers Diplomatenpass echt sei und hat die Behörden eingeschaltet. Becker aber besteht auf der Echtheit des Dokuments. “Ich habe diesen Pass vom Botschafter erhalten, ich habe mit dem Präsidenten bei vielen Gelegenheiten gesprochen, es war eine offizielle Ernennung”, so Becker am Freitag. Noch am Sonntag hatte die Botschaft Zentralafrikas in Brüssel erklärt, Becker sei vom Präsidenten in den diplomatischen Dienst berufen worden. Offenbar gibt es zwischen Präsident und Außenminister hierüber unterschiedliche Ansichten. Becker hatte zuletzt versucht ein Insolvenzverfahren in Großbritannien mit dem Hinweis auf seine angebliche diplomatische Immunität abzuwehren.
focus.de

KW 25: Jean-Pierre Bemba wartet in Belgien auf zweites Urteil, Tod eines Jugendaktivisten, Russlands Engagement

– NEWS –
Jean-Pierre Bemba wartet in Belgien auf zweites Urteil: Der frühere Vizepräsident der Demokratischen Republik Kongo, Jean-Pierre Bemba, ist aus der Haft entlassen und nach Belgien überstellt worden. Bemba hat Verwandschaft in Belgien. Dort wurde er “unter bestimmten Bedingungen” auf freien Fuß gesetzt. So soll sich Bemba nicht zum Prozess vor dem Strafgerichtshof äußern, darf seine Adresse nicht ändern und auch keine Zeugen kontaktieren. Bemba war wegen Völkermord in erster Instanz verurteilt und von einer Berufungsinstanz jetzt freigesprochen worden. Am 4. Juli will das Gericht das Urteil in einem zweiten Prozess gegen Bemba verkünden. Geht das Urteil zu Gunsten Bembas aus, könnte er in den Kongo zurückkehren. Dort wird seine Rückkehr von seinen Anhängern heiß erwartet. Auch über eine Präsidentschaftskandidatur wird jetzt spekuliert.
dw.com (Belgien), taz.de (Anhänger)
Tote bei Selbstmordanschlägen in Nigeria: In Nigeria sind bei einem Selbstmordanschlag im Nordosten des Landes 31 Menschen ums Leben gekommen. In der Stadt Damboa haben sich am Samstag zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Außerdem hat es Explosionen gegeben, die durch Panzerfäuste verursacht worden waren. In der Region kämpft die Boko Haram seit rund zehn Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Mehr als 20.000 Menschen sind in dem Konflikt bislang ums Leben gekommen.
derstandard.at
„Aquarius“-Flüchtlinge sind in Spanien an Land gegangen: Nach tagelanger Irrfahrt im Mittelmeer hat das Flüchtlings-Rettungsschiff „Aquarius“ Spanien erreicht. Die vor einer Woche von Italien abgewiesene „Aquarius“ fuhr am Sonntag mit 106 Migranten an Bord kurz vor 11 Uhr in den Hafen von Valencia ein, wie die Regionalregierung mitteilte. Das italienische Marineschiff „Orione“ soll bald folgen. Das von der Hilfsorganisation SOS Mediterranee gecharterte frühere Vermessungsschiff „Aquarius“ hatte vor einer Woche 629 afrikanische Migranten, die vor der libyschen Küste auf verschiedenen Booten unterwegs waren, aus Seenot gerettet. Die Odyssee der Bootsflüchtlinge erregte international großes Aufsehen. Inzwischen kündigte der italienische Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Partei Lega an, Italien wolle weitere private Rettungsschiffe mit Migranten abweisen.
tagesspiegel.de, dw.com
Tod eines Jugendaktivisten: Der Mitgründer der kongolesischen Jugendbewegung „La Lucha“, Luc Nkulula, ist tot. Er fiel bei einem Brand in seinem Haus in der Provinzhauptstadt Goma den Flammen zum Opfer. Die Feuerwehr der UN-Mission im Kongo konnte nur noch die Leiche des 33-Jährigen bergen. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Nkululas Anhänger forderten eine unabhängige Untersuchung. Provinzgouverneur Julien Paluku warnte vor voreiligen Schlüssen. Brände seien in der Region keine Seltenheit. Er habe aber die Polizei gebeten, Ermittlungen einzuleiten. Die Organisation “La Lucha” kämpft im Kongo mit friedlichen Mitteln gegen die Misswirtschaft. Ihre Anhänger sind Verhaftungen und Misshandlungen ausgesetzt. Erst am 4. Juni wurde “La Lucha” in Berlin mit dem Friedenspreis des Ökumenischen Netz Zentralafrika geehrt.
taz.de
Berggorillas in Ostafrika: Auf dem aufsteigenden Ast sueddeutsche.de
Afrikanischer Affenbrotbaum vom Aussterben bedroht welt.de
– BACKGROUND –
Homophobe Propaganda im Netz: Bi- und Homosexuellen drohen in Afrika und dem Mittleren Osten Verfolgung und schwere Repressalien. Es drohen Zwangsheirat, Vergewaltigung, Isolation oder gar die Todesstrafe. Gemeinsam mit Freunden hat Ruth Muganzi 2014 das Internetportal “Kuchu Times” gegründet. Dort schreiben sie ehrenamtlich über den Alltag von Schwulen, Lesben und Trans-Menschen in Uganda. Mit Erfolg. Waren die Medien in Uganda bis vor kurzem noch offen homophob, ist die Berichterstattung mittlerweile deutlich zurückhaltender. Doch auch die Gegenseite rüstet auf. Konservative und religiöse Organisationen nehmen viel Geld in die Hand, um Internetpropaganda gegen Homosexuelle zu machen. In Ägypten nutzt die Polizei Dating-Apps, um Schwule auszuspionieren.
deutschlandfunk.de
Russlands Engagement in Afrika: Russland steckt seine Fühler nach Afrika aus. Der russische Außenminister Lawrow war jüngst in Ruanda und Südafrika. Im März besuchte er Simbabwe, Mosambik, Angola und Äthiopien. Auch zahlreiche afrikanische Vertreter wurden in Moskau empfangen. Im Juni hat Russland den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat übernommen, eine gute Gelegenheit Weichen für die Zukunft zu stellen. Afrika soll im UN-Sicherheitsrat stärker eingebunden werden. In Ruanda sprach Lawrow von einer “neuen Weltordnung”, in der Afrika einen “wichtigen Eckstein” darstelle. China, Indien, die Türkei und Japan sind auf dem Kontinent schwer aktiv. Während die USA und Europa mit sich selbst beschäftigt sind, gibt es einen neuen Wettlauf um Marktanteile und Geschäfte mit Afrika. Russland will hier nicht ins Hintertreffen geraten.
taz.de
– ANGEZÄHLT –
Nur 39 Milliarden Euro sind bislang im EU-Finanzplan für 2021 bis 2027 als Entwicklungshilfe für Afrika vorgesehen.
welt.de
– ZITAT –
“Afrika ist eine Jahrhundertaufgabe. Das muss endlich auch Brüssel verstehen.”
Entwicklungsminister Gerd Müller hat die Finanzhilfen der EU für Afrika als unzureichend bezeichnet und ihre Verdoppelung verlangt.
welt.de
– ZULETZT –
Boris Becker genießt angeblich diplomatische Immunität: Der ehemalige deutsche Tennisstar Boris Becker genießt nach Ansicht des Botschafters der Zentralafrikanischen Republik in Brüssel diplomatische Immunität. Das teilte Daniel Emery Dede mit. Er sei davon überzeugt, dass sich alle Länder, die dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen beigetreten sind, daran halten werden, hieß es. Beckers Anwälte hatten am Freitag mitgeteilt, der Ex-Tennisstar sei in einem Insolvenzverfahren in London gegen ihn wegen diplomatischer Immunität nicht mehr zu belangen.
zdf.de

KW 24: Äthiopien hebt Ausnahmezustand auf, Regierungswechsel in Madagascar, iHubs in Nairobi

– NEWS –
Äthiopien hebt Ausnahmezustand auf: In Äthiopien hat das Parlament den zweiten Ausnahmezustand innerhalb von nur zwei Jahren aufgehoben. Dieser galt seit Februar. Hintergrund waren die seit 2015 immer wieder aufflammenden Oppositionsproteste. 1.000 Menschen sollen dabei nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch durch Sicherheitskräfte umgekommen sein. Im Februar erklärte der umstrittene Regierungschef Hailemariam Desalegn überraschend seinen Rücktritt. Sein Nachfolger Abiy Ahmed trat Anfang April sein Amt an und wird jetzt an seinen Reformversprechen gemessen. Die Aufhebung des Ausnahmezustandes gilt als erstes Signal.
derstandard.at
Regierungswechsel in Madagascar: Olivier Mahafaly, Premierminister des Inselstaates Madagascar, hat Anfang letzter Woche seinen Rücktritt bekannt gegeben. Hintergrund ist eine anhaltende innenpolitische Krise. Seit April reißen Proteste gegen die Regierung nicht ab. Die Opposition kritisiert Versuche ihre Arbeit zu beschneiden. Das Oberste Gericht Madagaskars hatte den Präsidenten Hery Rajaonarimampianina vor einem Monat damit beauftragt, einen parteiübergreifenden “Konsens-Premier” einzusetzen. Auch deswegen musste Mahafaly gehen. “Ich akzeptiere diese Entscheidung bedingungslos und möchte keine Lösung blockieren”, sagte Mahafaly, der seit 2016 Premierminister war.
derstandard.at
Berufungsinstanz kippt Kriegsverbrecherurteil gegen Bemba: Das Kriegsverbrecherurteil gegen Kongos Ex-Vizepräsidenten Jean-Pierre Bemba ist am Freitag von einer Berufungskammer des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag aufgehoben worden. Im Juli 2016 war Bemba ursprünglich zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Im wurde die Verantwortung für Morde, Plünderungen und Vergewaltigungen der Rebellenbewegung MLC zwischen 1998 und 2003 zur Last gelegt. Das Urteil galt als wegweisend, weil erstmals ausschließlich das Rechtsprinzip der Vorgesetztenverantwortung angewandt wurde und auch auf sexuelle Kriegsverbrechen ausgeweitet wurde. Die erste Instanz habe Bembas Einflussmöglichkeiten auf das Handeln der von ihm in die Zentralafrikanische Republik entsandten Kämpfer überschätzt, seine Motive falsch beurteilt und schließlich auch seine späteren Versuche, die Verbrechen seiner Soldaten zu sanktionieren, nicht berücksichtigt, so das Urteil des Berufungsgerichts.
taz.de
Fluchtroute über Tunesien: Die tunesischen Kerkenna-Inseln werden immer mehr zum Ausgangspunkt für die Flucht nach Europa. In der vergangenen Woche kamen vor der tunesischen Küste bei einem Bootsunglück 48 Menschen ums Leben. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) überlebten 70 Migranten. Mutmaßlich 64 weitere Menschen werden noch vermisst. Opferzahlen werden nach Aussagen von Flavio di Giacomo, Sprecher der Internationalen Organisation für Migration, so zur groben Schätzung. Es handelt sich um die schwerste Katastrophe seit Februar, als vor der Küste Libyens mindestens 90 Menschen ertranken. Tunesien galt bislang viel weniger als das chaotische Libyen als Ausgangspunkt für die Schlepper, weil die tunesische Marine regelmäßig Fischerboote kontrollierte. Weil aber mittlerweile auch vor der libyschen Küste die Kontrollen zugenommen haben, gerät Tunesien wieder mehr in den Fokus.
taz.de
Bundesregierung verbessert die Rahmenbedingungen für mehr Privatinvestitionen in Afrika bmz.de
FDP fordert neues Afrika-EU-Programm welt.de
– BACKGROUND –
Streit um Nutzflächen in Nigeria: Auf dem „Middle Belt“, Nigerias zentralem Landesteil trifft der mehrheitlich muslimische Norden auf den mehrheitlich christlichen Süden des Landes. Ein Konfliktgebiet, aus dem immer wieder von Massakern der „Fulani-Terroristen“ berichtet wird. Doch die Fulani fühlen sich durch eine solche Berichterstattung zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Das macht mich alles sehr unglücklich. Wir sind doch keine Terroristen. Wer bringt unsere Leute um?“, sagt Farmer Suleiman Badembo, Fulani und Muslim. Konflikte verschiedener Ethnien um die Vorherrschaft in den Regionen Nigerias sind nicht neu. Im Middle Belt streiten sesshafte Bauern, überwiegend Christen gegen die umherziehenden Viehhirten – meist Fulani – um Nutzflächen. Der Konflikt wird dadurch verschärft, dass in der betroffenen Provinz seit 2017 das Umherziehen von Vieh verboten ist.
taz.de
iHubs in Nairobi: Die Webseite www.herdy.co schickt sich gerade an, zum kenianischen Amazon für Lebensmittel zu werden. Gegründet wurde die Seite vom gerade einmal erst 27-jährigen Derrick Muturi, der aus der Not eine Tugend gemacht hatte, weil ein Geschäft mit der Zucht von Kaninchen geplatzt war und er nicht wusste, was er mit den ganzen Tieren anfangen sollte. Er ist nicht der einzige Vertreter dieser neuen Unternehmer-Generation in Kenia. Digitale Start-ups werden in Nairobi reichlich gegründet: Ob es sich dabei um zwei junge Frauen handelt, die Tickets für Fernbusse übers Internet verkaufen, einen Tüftler, der eine Handy-App für Milchfarmer geschrieben hat, oder die Freundin eines Gehörlosen, die gegenwärtig eine Applikation für Zeichensprache entwickelt. Als Accelarator wirken etwa drei Dutzend iHubs, die mit Hilfe von staatlichen Geldern oder privaten Institutionen in den vergangenen Jahren in Nairobi aus dem Boden geschossen sind: hier kann man preiswert ins weltweite Web gelangen, sich mit Kollegen austauschen oder Rat von erfahrenen Business-Mentoren einholen.
berliner-zeitung.de
– ANGEZÄHLT –
Um nur 1,5 Prozent ist die Wirtschaft in den 55 afrikanischen Ländern zusammen gewachsen. Vor allem die wirtschaftliche Krise in Westafrika macht zahlreichen Regionen zu schaffen.
welt.de
– ZITAT –
“Bereits 30 Kilometer vor der Insel nehmen uns die italienischen Industrieschiffe den Fang vor der Nase weg, ich habe rund 60 Prozent weniger Einkommen als vor 10 Jahren. Zwei Fahrten pro Jahr mit Migranten nach Italien bringen mir mehr Einkommen als der Fischfang in den restlichen Monaten.”
Ein tunesischer Fischer erklärt, warum der Transport von Migranten für ihn attraktiv ist.
taz.de
– ZULETZT –
Raubkopien in Afrika: Urheberrecht wird in Afrika nicht gerade groß geschrieben. Musik wird meist auf lokalen Märkten gekauft. Händler laden gegen eine Gebühr die gewünschten Titel auf die Smartphones oder USB-Speicher ihrer Kunden. Das ganze illegal, Komponisten, Texter und Interpreten profitieren nicht. “Im Moment ist das ein großes Problem für Künstler”, sagt der Saxophonist Manu Dibango aus Kamerun. Alles, was digitalisierbar sei, könne mit Hilfe eines Computers gestohlen werden. Aber selbst die Händler mit den Raubkopien auf den Märkten werden langsam überflüssig, weil immer mehr Afrikaner online sind und sie sich die Titel selber aus dem Netz ziehen. “Irgendwann muss jemand bezahlen”, sagt Dibango. Im Moment seien das die Künstler, aber das könne nicht so bleiben.
dw.com

KW 20: Massaker in Burundi, Ägypten: Aktivistin wegen Facebook-Video verhaftet, Ruanda schafft die alten Kleider ab

– NEWS –
Massaker in Burundi: In Burundi wurden wenige Tage vor einem Verfassungsreferendum 26 Menschen bei einem Massaker getötet. Dabei soll eine Gruppe Bewaffneter in der Gemeinde Buganda im Nordwesten des Landes Bewohner erschossen, mit der Machete getötet, Häuser angezündet und mit Granaten beworfen haben. Sicherheitsminister Albert-Guillaume Bunyonyi sprach am Samstag von einem „Terrorangriff“. Der ehemalige Hutu-Rebellenführer Präsident Nkurunziza hatte 2015 entgegen der Verfassung eine dritte Amtszeit angetreten und einen Putschversuch aus den eigenen Reihen niedergeschlagen. Seitdem kommt es immer weider zu Spannungen. Vor allem das harte Durchgreifen des Polizeiapparats sind seitdem 1.200 Menschen getötet worden und 400.000 Menschen geflüchtet. Kritiker werfen der Regierung vor, den Angriff selbst inszeniert zu haben. Gegner des Referendums sollten eingeschüchtert werden.
taz.de
Ägypten: Aktivistin wegen Facebook-Video verhaftet: Die ägyptische Menschenrechtsaktivistin Amal Fathi ist letzte Woche verhaftet worden, nachdem sie eine Kampagne gegen sexuelle Belästigung von Frauen im Staatsapparat gestartet hatte. der 33-Jährigen wird Anstiftung zum Umsturz und die Verbreitung falscher Gerüchte vorgeworfen. Die Aktivistin wurde für 15 Tage in Untersuchungshaft genommen. Stein des Anstoßes war ein Video, in dem Fathi den Sicherheitskräften der Staatsbank Bank Misr vorwarf, sie massiv belästigt zu haben. Sie sprach von “Schmutzigen Typen” und einer “Schande des Volkes”. “Es ist ein trauriger Tag, wenn sich die ägyptischen Behörden darum bemühen, eine Frau zum Schweigen zu bringen, weil sie über sexuelle Belästigung spricht, anstatt Maßnahmen zu ergreifen, um das Problem an der Wurzel zu packen”, erklärte die Amnesty-Nordafrikaexpertin Najia Bounaim.
derstandard.at
Terror in südafrikanischer Moschee: In einer Moschee nahe der südafrikanischen Stadt Durban ist am Sonntag eine Bombe entdeckt worden. Sie war unter dem Sessel des Predigers deponiert worden. Die schiitische Imam-Hussain-Moschee in Verulam war bereits am Donnerstag von drei Männern mit Schusswaffen und Messern überfallen worden, dabei wurden der Muezzin und ein Prediger schwer verletzt, ein weiterer Mann wurde getötet, die religiösen Schriften der Moschee angezündet. Wenige Stunden vor dem Bombenfund hatte der südafrikanische Polizeiminister Bheki Cele die Moschee besucht. Mullah Sayed Afthab Haider von der Ahlul-Bait-Foundation, einer Plattform schiitischer Moscheen in Südafrika, machte die Terrororganisation Islamischer Staat für die Angriffe verantwortlich. Die Polizei geht von “Hass auf die Gläubigen” als Tatmotiv aus.
derstandard.at
Überlebende eines Bootsunglücks klagen gegen Italien: Wegen der Unterstützung der libyschen Küstenwache beim Aufspüren von Migranten im Mittelmeer ist gegen den italienischen Staat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Klage eingereicht worden. Mit Hilfe von Menschenrechtsanwälten aus Italien und Großbritannien ziehen 17 Überlebende eines Bootsunglücks vom November vor den EGMR, die nach ihrer Rettung zurück nach Libyen gebracht wurden. Die Praxis der EU und Italiens, die libysche Küstenwache für illegale Pull-Backs einzuspannen, müsse endlich ein Ende haben, forderte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch am Dienstag. Sie war an der Rettung der Migranten am 6. November beteiligt. Nach Angaben der Seenotretter hatten die Libyer die Rettung von 130 Menschen von einem sinkenden Boot behindert, mindestens 20 Menschen seien ums Leben gekommen. Das Boot der Küstenwache sei von Italien gespendet worden.
tagesspiegel.de
Zwei in der Demokratischen Republik Kongo entführte britische Touristen sind wieder frei derstandard.at
Mehr als 40 Tote bei Überschwemmungen im Westen Kenias tagesschau.de
Neuer Ebola-Ausbruch im Kongo fordert erstes Todesopfer deutschlandfunk.de
– BACKGROUND –
Woran Afrikas Luftfahrt krankt: Zwar könnte Afrika einer der größten Zukunftsmärkte der Luftfahrt sein, doch die Fluggesellschaften des Kontinents kommen nicht voran. Airlines wie Air Namibia und South African Airways sind nicht wirtschaftlich und werden mit Steuergeldern am Leben gehalten. Vor allem an den fehlenden innerafrikanischen Verbindungen krankt der Markt. “Tarife innerhalb Afrikas sind zu teuer, es ist oft billiger von Afrika nach Europa zu fliegen als von einem afrikanischen Staat ins Nachbarland”, sagt Mandi Samson, Acting Managing Director von Air Namibia. Dringend benötigt wird ein einheitlicher afrikanischer Luftraum. 2018 gibt es nach 1988 und 1999 den dritten Anlauf, die Umsetzung der Vereinbarung steht aber noch aus. Die internationale Luftfahrtagentur IATA betont, dass selbst wenn nur zwölf afrikanische Länder ihren Himmel öffneten, 155.000 neue Jobs und 1,3 Milliarden US-Dollar an Bruttosozialprodukt in diesen Ländern entstehen würden.
aero.de
Ruanda schafft die alten Kleider ab: Millionen Kleidungsstück werden jedes Jahr von Europa nach Afrika exportiert. In Ruanda ist die Einfuhr von Altkleidern jetzt aber verboten worden. “Für uns hat es höchste Priorität, unsere eigenen Produkte herzustellen”, sagt Präsident Paul Kagame. Drei Viertel aller in Ruanda verkauften Kleider waren bislang gebrauchte Importe. Mit Textilfabriken soll jetzt der Aufstieg Afrikas gelingen. Zwei gibt es bisher in Ruanda, die eine hat vor allem Polizeiuniformen im Angebot. Dutzende Fabriken sollen es bald werden. Kagame regiert Ruanda mit eiserner Hand und ökonomisch erfolgreich. Die Wirtschaft wächst konstant um etwa acht Prozent. In der Hauptstadt Kigali wurden Slums einfach verboten, genauso wie Plastiktüten und Strohhalme, weil sie umweltschädlich sind. Jetzt also Altkleider, weil sie Afrikas Wirtschaft schaden und weil Afrika endlich aufhören soll alles aufzubrauchen, was in Europa nicht mehr gebraucht wird.
sueddeutsche.de
– ANGEZÄHLT –
Mehr als 770.000 Kinder sind in der Kasaï-Region im Kongo einem Unicef-Bericht zufolge unterernährt und benötigen humanitäre Hilfe. 400.000 von ihnen seien stark gefährdet und müssten dringend behandelt werden.
taz.de
– ZITAT –
“Nach Jahrhunderten der Fremdbestimmung sollen nun wie auf einen Knopfdruck plötzlich alle Unternehmer werden und super regieren und alles ganz toll machen. Da sind langfristige Schäden entstanden.”
Bundeskanzlerin Angela Merkel betont auf dem Katholikentag in Münster die Verantwortung Europas für Afrika. Der Kolonialismus habe dort viel Schaden angerichtet und über Generationen verhindert, dass Menschen Verantwortung für ihr Land übernehmen könnten.
zeit.de
– ZULETZT –
Gefangene im Paradies: Kongos Gefängnisse sind eigentlich die Hölle. Wer von außen keine Hilfe hat, bekommt kein Essen, keine Ernährung und wird wahrscheinlich bald sterben. Es regiert das Faustrecht. Um so überraschter war Gérard Kombozi, Leiter der Justizabteilung der ostkongolesischen Provinz Tshopo, als kürzlich Häftlinge eines der schlimmsten Gefängnisse des Landes sich weigerten nach Abbüßen ihrer Haft das Gefängnis zu verlassen. Des Rätsels Lösung: Auf dem weitläufigen Waldgelände wurden Diamanten gefunden und Dorfbewohner, Häftlinge und Gefängniswärter taten sich zusammen und betrieben eine gemeinsame Minensiedlung. „Wir essen jeden Tag, es ist wie im Paradies“, sagte einer der Häftlinge gegenüber Journalisten. Doch der Staat schreitet nun ein, die Miene wird aufgelöst, die Gefangenen in andere Gefängnisse gebracht.
taz.de