Tobias Kunow

KW 08: Boko Haram weitet den Krieg aus, UN-Sicherheitsrat fordert Rebellen im Jemen zum Rückzug auf

– NEWS –
Boko Haram weitet den Krieg aus: Die Terrormiliz Boko Haram hat die Regionalhauptstadt Gombe im Nordwesten Nigerias angegriffen. Augenzeugen berichten von Gewehrfeuer und Explosionen. Als Reaktion auf eine Großoffensive gegen sie hat Boko Haram seinen Krieg ausgeweitet. In den letzten Tagen hat es Selbstmordanschläge in den Städten Damaturu und Biu gegeben. Der Angriff auf Gombe folgt außerdem auf eine Reihe von Angriffen im nördlichen Nachbarstaat Niger. Diesen Samstag hätten eigentlich die Präsidentschaftswahlen in Nigeria stattfinden sollen. Sie wurden wegen der anhaltenden Kämpfe zwischen der Boko-Haram-Miliz und Regierungstruppen verschoben.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de, taz.de
UN-Sicherheitsrat fordert Rebellen im Jemen zum Rückzug auf: Nach der Machtübernahme der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen sind nun auch die Botschaften Spaniens und der Vereinigten Arabischen Emirate in Sanaa geschlossen worden. Die Maßnahme gelte vorübergehend, teilten die Außenministerien der beiden Staaten am Samstag mit. In den vergangenen Tagen hatten bereits die Vereinigten Staaten, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und die Niederlande ihre Botschaften wegen Sicherheitsbedenken geschlossen und das Personal aus dem Jemen abgezogen. Der UN-Sicherheitsrat hat die Huthi-Rebellen zum Rückzug aus allen Regierungsinstitutionen aufgefordert. Die Mitglieder des Gremiums verurteilten das Vorgehen der schiitischen Aufständischen bei einer Sondersitzung in New York scharf.
faz.net, n-tv.de
Neue Anklage gegen Ex-Präsident Mursi: Die Liste der Anklagen gegen Ägyptens Ex-Präsident Mohammed Mursi wird immer länger. Ein Gericht in Kairo eröffnete am Sonntag ein neues Verfahren gegen den inhaftierten Islamisten wegen des Vorwurfs des Verrats von Staatsgeheimnissen an Katar. Im ägyptischen Alltag herrscht zurzeit die Angst vor Terroranschlägen, juristischer Willkür und Polizeigewalt. Mitten in den urbanen Zentren explodieren Bomben, auf dem Sinai wütet der “Islamische Staat”.
derstandard.at (Mursi), tagesspiegel.de (Alltag)
IS enthaupten 21 ägyptische Kopten: Nach der Enthauptung ägyptischer Christen durch die Miliz Islamischer Staat  in Libyen haben beide Staaten am Montag Vergeltung geübt. In koordinierten Luftangriffen seien am frühen Morgen Lager, Ausbildungsstätten und Waffendepots der Islamisten im Grenzgebiet zerstört worden. Der Islamische Staat hat zuvor ein Video veröffentlicht, in dem die Massenenthauptung von Christen aus Ägypten zu sehen ist. Der UN-Sicherheitsrat und die Vereinigten Staaten verurteilen die Tat. Auch aus der arabischen Welt gibt es ablehnende Stimmen.
derstandard.at, faz.net
Tumulte in südafrikanischem Parlament: Nach turbulenten Szenen im Parlament Südafrikas und dem Einsatz bewaffneter Polizisten gegen Abgeordnete hat Staatspräsident Jacob Zuma seine jährliche Rede zur Lage der Nation vor mehr als 100 leeren Abgeordnetensitzen gehalten. Nachdem 25 Abgeordnete der linken Oppositionspartei EFF von den Polizisten aus dem Plenum entfernt wurden, verließen auch die 89 Abgeordneten der bürgerlichen Demokratischen Allianz aus Protest  das Parlament. Zuma wird vorgeworfen, umgerechnet rund 15 Mio. Euro für Dinge wie einen Swimmingpool und ein privates Theater ausgegeben zu haben.
derstandard.at, taz.de, nzz.ch
Die ruandische Hutu-Miliz FDLR soll Kriegsverbrecher gedeckt haben taz.de
UN-Mission setzt Zusammenarbeit mit Kongos Armee aus taz.de
Opposition kritisiert Verschiebung der Wahl in Nigeria nzz.ch
Sudans Präsident Omar al-Baschir weist Vorwurf der Massenvergewaltigung zurück de.euronews.com
– BACKGROUND –
Tote bei Fußballspiel in Kairo: Bei Zusammenstößen zwischen Fußballfans und der Polizei sind in der ägyptischen Hauptstadt Kairo nach offiziellen Angaben Anfang Februar 19 Menschen getötet und 25 verletzt worden. Das Spiel Samalek gegen Enbi wurde trotzdem angepfiffen, was viele Angehörige der Opfer erzürnte. Wegen des Vorfalls setzte die Regierung die Spiele der ersten Liga um die ägyptische Meisterschaft auf unbestimmte Zeit aus. Gewalt bei Fußballspielen ist häufig in Ägyptens Stadien. In den letzten Jahren hab es zahlreiche Todesopfer und die Zuschauerzahlen sind deswegen bereits begrenzt.
taz.de
Elfenbeinküste gewinnt Afrika-Cup: Die Elfenbeinküste hat den Afrika-Cup gewonnen. Nach 1992 zum mittlerweile zweiten Mal. Im Elfmeterschießen des Finales in Bata, Äquatorialguinea, siegten sie 9:8 gegen Ghana. Die Mannschaft wurde bei ihrer Rückkehr von Hunderttausenden von Fans frenetisch begrüßt und gefeiert.
de.euronews.com
Russland baut AKW in Ägypten: Bei dem Besuch von Russlands Präsidenten Wladimir Putin in Kairo haben er und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi sich auf eine tiefere wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit verständigt. Neben Waffenlieferungen ging es auch um eine atomare Zusammenarbeit. Russland will das erste Atomkraftwerk in Ägypten bauen. Auch die Kriege in Syrien, Irak, Libyen und Jemen standen auf der Tagesordnung.
n-tv.de, de.euronews.com, faz.net
– ANGEZÄHLT –
Mindestens 221 Frauen sollen nach Erkenntnissen von Human Rights Watch in der Krisenregion Dafur missbraucht worden sein. Die Massenvergewaltigung geschah demnach im vergangenen Oktober in der Stadt Tabit. Die Regierung Südsudans bestreitet dies.
spiegel.de
– ZITATE –
“Wenn diese Mädchen die Kinder von politisch oder finanziell mächtigen Eltern wären, dann würde viel mehr getan, um sie zu befreien.”
Die 17 Jahre alte Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai hat die Weltgemeinschaft dazu aufgerufen, mehr zur Befreiung der seit 300 Tagen entführten Schülerinnen in Nigeria zu tun.
tagesspiegel.de

“Euer Bündnis wird nichts erreichen. Greift zu allen Euren Waffen und bietet uns die Stirn. Ihr seid willkommen.”
Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau provoziert die Afrikanische Union.
spiegel.de

– UND ZULETZT –
Der friedliche Sudan: Die Tempelstadt Naga, die Pyramiden von Meroe, der heilige Berg Barkal: Im Sudan liegen die beeindruckenden Überreste des mächtigen Königreichs von Kusch. Der sudanesische Reiseleiter Fadoul Mobark findet, dass es am besten sei, jetzt in den Sudan zu reisen, bevor es von den Touristen ruiniert werde. Als abschreckendes Beispiel hat er Ägypten vor Augen, wo die Leute den Urlaubern hinterherlaufen würden und für jede noch so simple Gefälligkeit ein Trinkgeld forderten.
spiegel.de

KW06: Waffenruhe im Südsudan, Mubarak-Gegner verurteilt,Kämpfe mit Boko Haram

– NEWS & POLITIK –
Waffenruhe im Südsudan: Der südsudanesische Rebellenführer Riek Machar hat Medienberichte über eine Vereinbarung zur künftigen Machtaufteilung in dem Krisenland zurückgewiesen. In dem unterzeichneten Dokument gehe es lediglich um ein Mandat für die geplante Übergangsregierung, aber nicht um dessen genaue Struktur. Die ehemalige Hohe Kommissarin für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen Naiv Pillay hat darauf hingewiesen, dass im Südsudan sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder zum schrecklichen Alltag gehört. Sie hat Deutschland aufgefordert, als eines der größten Geberländer darauf hinzuwirken, dass die Straflosigkeit beendet wird und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.
derstandard.at, tagesspiegel.de (Navi Pillay)
Nach Protesten im Kongo: Heftige Unruhen haben Ende Januar die Demokratische Republik Kongo erschüttert. 40 Menschen kamen dabei ums Leben. Regierungsgegner protestieren gegen Präsident Joseph Kabila und dessen Pläne zu einer Wahlrechtsreform. Nach zwei Amtszeiten müsste Kabila Ende 2016 abtreten. Seine Regierung hatte  ein neues Gesetz vorgelegt, wonach vor der nächsten Wahl eine Volkszählung stattfinden muss, was Jahre dauern würde. Am Ende musste das Parlament die umstrittene Reform zurückziehen. Die Opposition sieht dies als Etappensieg über das System Kabila.
sueddeutsche.de, taz.de
Mubarak-Gegner verurteilt: Ein Gericht in Ägypten hat 230 Gegner des gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak zu lebenslanger Haft verurteilt. Unter den Verurteilten war Justizangaben zufolge auch einer der Anführer, Ahmed Duma. In einem weiteren international kritisierten Massenverfahren hat Ägyptens Justiz über fast zweihundert mutmaßliche Islamisten die Todesstrafe verhängt. Zuvor hatte ein Gericht die Freilassung der Söhne des ägyptischen Ex-Machthabers, Alaa und Gamal Mubarak, angeordnet. Sie waren wegen des Vorwurfs der Korruption in Haft. Zum vierten Jahrestag der Revolution erließ Präsident Abdel Fattah el-Sisi eine groß angelegte Amnestie: 584 Häftlingen sind freigelassen worden. Vier Jahre nach dem arabischen Frühling sind die Aktivisten von damals oftmals resigniert.
derstandard.at (Haft für Aktivisten), faz.net (Todesstrafe), spiegel.de , taz.de(Amnestie), faz.net (vier Jahre arabischer Frühling)
Kämpfe mit Boko Haram: Im Grenzgebiet zwischen den westafrikanischen Ländern Nigeria, Kamerun, Niger und Tschad fanden Kämpfe zwischen alliierten Regierungstruppen und der islamistischen Terrormiliz Boko Haram statt. Erstmals bekämpft die Armee des Tschad die Boko Haram auf nigerianischem Territorium. Sie soll die strategisch wichtige Grenzstadt Gamboru von der Terrormiliz befreit haben. 200 Kämpfer von Boko Haram wurden getötet. Einen Tag später folgte die blutige Antwort. Bei einem Angriff der Terrorgruppe auf ein kamerunisches Dorf starben Hunderte Menschen. Ende Januar hatte die Afrikanische Union sich für eine 7.500 Mann starke regionale Truppe für den Kampf gegen die nigerianische Extremistengruppe Boko Haram ausgesprochen. Kurz vor den Präsidentschaftswahlen am 14. Februar hofft Nigerias Präsident Goodluck Jonathan auf Erfolge im Kampf gegen die Terroristen. Der Wahlkampf wird von mehreren Bombenangriffen überschattet.
sueddeutsche.de, welt.de, derstandard.at, spiegel.de (Rache), taz.de (Wahlkampf), taz.de (Afrikanische Union)
Edgar Lunge gewinnt Wahlen in Sambia: In Sambia hat der Kandidat der linksorientierten Regierungspartei, Verteidigungsminister Edgar Lungu, die Präsidentenwahl knapp mit 48,3 zu 46,7 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Oppositionsführer Hakainde Hichilema sprach von Wahlbetrug, räumte aber trotzdem seine Niederlage ein. Die Vorsitzende der Wahlkommission, Richterin Ireen Mambilima, wies Vorwürfe des Wahlbetrugs zurück und betonte, alle Schritte der Abstimmung seien unter Einbeziehung aller Parteien geregelt abgelaufen.
derstandard.at
USA töten Kommandanten der Shabaab: Die USA haben mit einem Drohnenangriff in Somalia einen Kommandanten der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz getötet. Weitere Mitglieder der Terrorgruppe seien ebenfalls ums Leben gekommen, teilte der Geheimdienst des ostafrikanischen Landes, NISA, am Mittwoch mit. Bei dem Kommandant handelt es sich dem Geheimdienst zufolge um Abdinur Mahdi, der  auch als Yusuf Dheeg bekannt gewesen ist. Mahdi war für die Koordination von Angriffen der Extremisten in Somalia sowie im Ausland zuständig.
derstandard.at
Houthi Rebellen haben besetzten Präsidentenpalast wieder geräumt faz.net
Neues Kabinett in Tunesien taz.de
Mugabe neuer Vorsitzender der Afrikanischen Union de.euronews.com
Ex-Kommandant südafrikanischer Todesschwadronen auf Bewährung frei derstandard.at
– WIRTSCHAFT UND ENTWICKLUNG –
Deutsche Firmen mit Afrika-Geschäft zufrieden: Die in Afrika tätigen deutschen Firmen sind nach einer Umfrage des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft mit ihrer Geschäftslage auf dem Kontinent mehrheitlich zufrieden. Die aktuellen Bedingungen für das Afrikageschäft bezeichneten 47,1 Prozent der Unternehmen als gut und ebenfalls 47,1 Prozent als befriedigend. Die Ebola-Epidemie hat auf die Mehrheit der in Afrika aktiven deutschen Unternehmen praktisch keine Auswirkungen. Zumal derzeit auch nur drei der insgesamt 54 afrikanischen Länder von Ebola betroffen sind. Auch die Prognosen der Unternehmen für das Jahr 2015 sind mehrheitlich positiv.
afrikaverein.de
Billiges Hähnchenfleisch aus Europa macht Preise in Afrika kaputt: Seit Jahren gibt es Kritik an den billigen Hähnchenfleisch-Exporten der EU nach Afrika. In der Regel sind das Reste aus der heimischen Produktion, die bei den europäischen Kunden, die am liebsten mageres Brustfleisch mögen, nicht so gut ankommen. Europas Reste werden dort so billig verkauft, dass die einheimischen Bauern nicht mehr mithalten können und pleitegehen. Gerade hat die EU ein Handelsabkommen mit Westafrika unterzeichnet, die Organisation Brot für die Welt fürchtet, dass der Druck auf die Bauern nun noch mehr zunimmt, da Zollbeschränkungen nur noch begrenzt möglich seien.
zeit.de
– KULTUR UND GESELLSCHAFT –
Die Antwoord erobern Konzertbühnen: Der 40-jährige Ninja, der eigentlich Watkin Tudor Jones heißt, und die 30-jährige Yolandi Visser, die mal auf den Namen Andri du Toit hörte, sind im wahren Leben ein Ehepaar und waren bereits lange Jahre in der südafrikanischen Musikszene aktiv, bevor sie 2009 ihr so ironisches wie provokantes Rollenspiel namens Die Antwoord begonnen haben. Mit einem Mix aus Techno, Trommel-Grooves und Elektro-Trash ergänzt durch Kunsthappenings und Video-Installationen erobern die beiden im Moment die europäischen Konzertbühnen.
morgenpost.de
Homosexuelle Medien in Uganda: Homosexuelle in Uganda haben es schwer: Hass und Vorurteile sind weit verbreitet . Politiker treiben immer wieder harte Gesetze voran. Mit dem neuen Hochglanzmagazin “Bombastic” wollen Aktivisten nun für mehr Toleranz werben. Gleichzeitig ging der Internet-Radiosender Kuchu auf Sendung, ebenfalls mit dem Ziel, die tief verwurzelten Vorurteile innerhalb der Bevölkerung zu bekämpfen. Denn Präsident Yoweri Museveni will weiterhin mit Gesetzen und Haftstrafen gegen Homosexuelle vorgehen und der überwiegende Teil der christlich geprägten Bevölkerung unterstützt ihn dabei.
haz.de
– ANGEZÄHLT –
2.000 Menschen sind Ende Januar innerhalb einer Woche durch Kämpfer der Boko Haram ermordet worden.
faz.net
– ZITATE –
“Kabila hätte mit der Unterdrückung weitermachen können, wenn er gewollt hätte. Ich denke, er wollte einfach das Parlament ruhigstellen. Es war für ihn keine Niederlage, eher ein taktischer Rückzug. Seine Strategie bleibt hingegen intakt.”
Der belgische Ethnologe Théodore Trefon bleibt skeptisch, ob die Proteste im Kongo das System Kabila ins Wanken gebracht haben.
taz.de

“Wer nicht im Gefängnis sitzt oder im Grab liegt, ist vom Regime zum Herumsitzen verdammt.”
Safwan Muhammad, einst Aktivist gegen Mubarak, gibt seiner Resignation vier Jahre nach der Revolution Ausdruck.
faz.net

Krokodil frisst Frau, Mann tötet Krokodil: Die Geschichte von Mubarak Batambuze klingt unglaublich. Vor vier Monaten wollte seine hochschwangere Frau Demeteriya Nabire in der Nähe ihres Dorfes am Kyogasee in Uganda Wasser holen. Sie wurde von einem Krokodil fortgerissen und gefressen. Mubarak Batambuze war am Boden zerstört, fühlte sich machtlos. Doch vor einigen Wochen berichteten ihm Dorfbewohner, eben dieses Krokodil sei zurückgekehrt. Er ließ sich einen Speer anfertigen und tötete das Krokodil. Jetzt wird er in seiner Heimat wie ein Held gefeiert.
spiegel.de

KW 04: Ein Jahr Ebola, Top-Terrorist stellt sich Polizei, Boko Haram wütet in Nigeria und Kamerun

– NEWS & POLITIK –
Ein Jahr Ebola: Die internationale Alarmstimmung ist abgeklungen. Die Seuche aber nicht. In den betroffenen Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea herrscht immer noch Ausnahmezustand. In dem von der Ebola-Epidemie besonders betroffenen westafrikanischen Land Sierra Leone galt für die nördlichen Landesteile Ende Dezember eine fünftägige Ausgangssperre. Geschäfte mussten schließen, außer Krankentransporten war kein Straßenverkehr erlaubt. In den ersten drei Dezemberwochen registrierte die Uno-Weltgesundheitsorganisation in Sierra Leone 1039 neue Fälle. Bei internationalen Hilfen geht es um Geld für Straßen, für die Stromversorgung, für das Gesundheitswesen und überhaupt die Wirtschaft. Geber müssen aber aufpassen, bei der Vergabe der Mittel nicht in innenpolitische Zwistigkeiten zu geraten.
tagespiegel.de, taz.de, de.euronews.com, nzz.ch
Top-Terrorist stellt sich Polizei: Einer der wichtigsten Anführer und meistgesuchten Männer der radikalislamischen Terrormiliz al-Schabab hat sich ergeben. Sakarija Ismail Ahmed Hersi habe sich in der Region Gedo der Polizei gestellt. Hersi galt als der Geheimdienstchef der Schabab, die für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats kämpft. Die USA hatten für Hinweise auf den Terroristen eine Belohnung von drei Millionen Dollar ausgesetzt. Hersi gehört zu den Führungsmitgliedern der Schabab, welche sich seit 2012 formell als Verbündete des Terrornetzwerk al-Qaida ausgibt.
spiegel.de, nzz.ch
Boko Haram wütet in Nigeria und Kamerun: Bei einem Angriff der islamistischen Extremistengruppe Boko Haram im Norden Kameruns sind Ende Dezember mindestens 30 Dorfbewohner getötet worden. Boko Haram terrorisiert seit Jahren das ölreiche westafrikanische Land Nigeria. Zuletzt hat die Organisation aber zunehmend versucht, auch den Norden Kameruns zu destabilisieren. Mitte Dezember sind bei Angriffen von mutmaßlichen Boko-Haram-Milizen im Nordosten Nigerias und im Grenzgebiet zu Kamerun insgesamt 150 Personen getötet worden. In der Ortschaft Gumsuri im nigerianischen Gliedstaat Borno wurden mindestens 185 Dorfbewohner entführt.
taz.de, nzz.ch
Prozess gegen Simone Gbagbo: Gegen die ehemalige First Lady der Elfenbeinküste, Simone Gbagbo, findet zurzeit ein Prozess in der ivorischen Metropole Abidjan statt. Ihr wird unter anderem Völkermord vorgeworfen. Simone Gbagbo soll den Auftrag zur Tötung von Gegnern ihres Mannes gegeben haben. Der ehemalige Präsident, Laurent Gbagbo, erwartet im Gefängnis in Den Haag seinen Prozess. Mindestens 3.000 Menschen starben vor vier Jahren in einer Gewaltwelle. Nach der verlorenen Wahl hatte Gbagbo sich geweigert, den Weg für seinen Widersacher und heutigen Präsidenten Alassane Ouattara frei zu machen. Beide Seiten hatten Gewaltverbrechen verübt.
de.euronews.com
Journalist in Ostkongo ermordet: Der Journalist Robert Shamwami Shalubuto ist Ende Dezember in einer Bar in Goma gezielt erschossen worden. In der Demokratischen Republik Kongo bleiben am Montag die Radiofrequenzen und Fernsehbildschirme tot, aus Protest gegen den neuerlichen Mord an einem Journalisten im unruhigen Osten des Landes. Journalisten im Ostkongo leben gefährlich. Es vergeht kaum ein Jahr ohne einen Todesfall. Vor zwei Monaten war Shamwamis RTNC-Kollege Philémon Gira in Goma überfallen worden; er überlebte, aber ein Bein musste ihm amputiert werden. Im Februar 2014 starb der Radiojournalist Kennedy Germain Mumbere nahe der Stadt Beni 300 Kilometer nördlich von Goma in einem Hinterhalt.
taz.de
Tunesien schließt Übergang zur Republik mit Wahl des Präsidenten ab: Tunesien hat den ersten frei gewählten Präsidenten. Der 88-jährige Béji Caïd Essebsi hat die Stichwahl gegen den bisherigen Übergangspräsidenten Moncef Marzouki mit 55,7 gegen 44,3 Prozent der Stimmen gewonnen. Knapp vier Jahre nach dem Sturz des langjährigen Diktators Zine el-Abidine Ben Ali hat das kleine nordafrikanische Land damit offiziell den Übergang zur Zweiten Republik und damit zur Demokratie abgeschlossen. Vergangenen Januar wurde eine neue Verfassung verabschiedet, im Oktober das Parlament gewählt und jetzt der Staatschef.
taz.de
Nach über einem Jahr Bürgerkrieg und über 5o.ooo Toten ist  kein Frieden im Südsudan in Sicht derstandard.at
Ex-Fußballstar George Weah sichert sich Senatssitz in Liberia derstandard.at
Prozess gegen Kenias Präsidenten Uhuru Kenyatta wegen Mangel an Beweisen eingestellt zeit.de
Vergewaltigungen nehmen im Osten von Kongo-Kinshasa zu nzz.ch
Fidel Odinga, Sohn von Kenias Oppositionsführer Raila ist tot spiegel.de
– WIRTSCHAFT UND ENTWICKLUNG –
Afrikanische Märkte –  Ägypten top, Nigeria flop: Die ägyptische Regierung bemüht sich, die Wirtschaft zu reformieren und Investoren anzuziehen. Ägyptens Wirtschaft befindet sich auf Erholungskurs. Das BIP wächst und die Touristenzahlen steigen wieder. Die Entscheidung des ägyptischen Strafgerichts, die Anklage gegen Husi Mubarak fallen zu lassen deutet auf eine politische Stabilisierung hin. Der Internationale Währungsfonds lobte die Bemühungen der ägyptischen Regierung, die Wirtschaft zu reformieren und Investoren anzuziehen. Der Nigerianische Aktienmarkt leidet hingegen sehr stark unter dem niedrigen Ölpreis. Kenia profitiert von seinem Image als Investment-Favorit der Subsahara-Region und der tunesische Markt profitiert von den stabilen politischen Signalen nach der Präsidentschaftswahl.
dasinvestment.com
Nur langsame Fortschritte: Erfolgsgeschichten und optimistische Prognosen stehen fortgesetzten Krisen und Hiobsbotschaften gegenüber. Eine Industrialisierung ist aber nicht in Sicht. Blutige Bürgerkriege in Kongo-Kinshasa, Liberia, Sierra Leone und an der Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea sind beigelegt oder eingefroren. Die Investitionen in die Infrastruktur nehmen erstmals seit dem Ende der Kolonialzeit kontinuierlich um rund 10% pro Jahr zu. Als weiteren Fortschritt lässt sich die rasch voranschreitende Urbanisierung nennen. Derzeit leben 40% der Afrikaner in Städten, 2030 werden es 50% sein. Aber auch die Negativmeldungen brechen nicht ab. Erstens hält sich in Afrika hartnäckig strukturelle Gewalt, auch wenn Kriege marginaler geworden sind. Seit 1960 wuchs die weltweite Agrarproduktion pro Ackerfläche um 145%, in Afrika schrumpfte sie im gleichen Zeitraum um 10%. Ein dritter Dämpfer liegt in der Kapitalflucht. Im vergangenen Jahrzehnt wurden jährlich durchschnittlich 45 Mrd. Dollar ins Ausland geschafft.
nzz.ch
Bundesregierung erweitert Möglichkeiten zur Absicherung von Subsahara-Projekten: Die Bundesregierung erweitert für deutsche Exportunternehmen die Absicherungsmöglichkeiten bei Geschäften mit Ländern der Subsahara-Region. Ab sofort können Lieferungen und Leistungen an öffentliche Besteller in den Ländern Äthiopien, Ghana, Mosambik, Nigeria und Tansania durch staatliche Exportkreditgarantien, sogenannten Hermesdeckungen, abgesichert werden. In der Vergangenheit sicherte der Bund ausschließlich Geschäfte mit privaten Bestellern. Absicherungen für Geschäfte mit dem öffentlichen Sektor waren dagegen nur in Ausnahmefällen möglich.
presseservice.presserelations.de
– KULTUR UND GESELLSCHAFT –
Marokko und Ägypten verbieten Bibelfilm: Marokko und Ägypten haben das Bibelepos “Exodus: Götter und Könige” des Briten Ridley Scott verbieten lassen. Der Film über den Auszug der Israeliten aus Ägypten verfälsche die Geschichte, so die Begründung. Er mache Moses und die Juden zu den Erbauern der Pyramiden. Der Film hatte in der arabischen Welt wegen der Darstellung der Teilung des Roten Meeres durch Moses eine Kontroverse ausgelöst. Diese werde durch die Gezeiten erklärt und nicht als Wunder dargestellt. Das ägyptische Kulturministerium nannte die Szene ebenfalls als ein Grund für das Verbot. Zuvor ließen sunnitische Islamgelehrte der mächtigen Al Azhar-Universität in Kairo bereits die Bibelverfilmung “Noah” aus den ägyptischen Kinos verbannen.
de.euronews.com
Filmfestival in Marrakesch rückt jungen marokkanischen Film ins Rampenlicht: Um junge Regisseure anzuspornen und die Zukunft der marokkanischen Filmindustrie zu sichern, bittet das Filmfestival in Marrakesch Studenten aus dem ganzen Land, Werke einzureichen. Zehn davon kommen in die Auswahl des ‘Cinécole’ Wettbewerbs. Meryem Benheddi mit “Shoes”, Issam Doukhou mit “Dalto” und Ahmed Messoudi gehörten zu den Finalisten. Letzterer wurde für “Layla” mit dem Prix Cinécole für den besten Hochschulfilm ausgezeichnet.
de.euronews.com
Gefängnisstrafen für Teilnehmer einer homosexuellen Hochzeit: Ein ägyptisches Berufungsgericht hat die Haftstrafen für acht Männer gemindert, die an einer Hochzeit eines schwulen Paares teilgenommen haben sollen. Sie müssten statt drei Jahren nunmehr für ein Jahr ins Gefängnis. Der Schuldspruch wegen „Anstiftung zur Ausschweifung“ werde jedoch aufrechterhalten. Die acht Männer waren kürzlich auf Grundlage eines Internetvideos verurteilt worden, das zwei Männer unter dem Jubel ihrer Freunde auf einem Partyboot auf dem Nil beim Ringtausch zeigt.
taz.de
– ANGEZÄHLT –
7905 Menschen sind seit Ausbruch der Seuche bis Ende 2014 in Westafrika an Ebola gestorben.
de.euronews.com
– ZITATE –
“Ich werde hier sein, solange ich noch etwas Kraft in mir habe. Und ich danke Gott dafür, dass er mir zusätzliche Kraft gegeben hat. Ich werde so hart arbeiten, wie möglich.”
Zimbabwes 91-jähriger Präsident Robert Mugabe kann von der Macht nicht lassen und lässt Fragen nach seiner Nachfolge unbeantwortet.
de.euronews.com

“Ich hoffe auf einen fairen Prozess für meine Mutter.”
Michel Gbagbo, Sohn von Simone Gbagboer sieht in dem Prozess einen Beitrag zur Versöhnung an der Elfenbeinküste.
de.euronews.com

Tätowierungsmesse in Kairo: Eine Tätowierungsmesse in Kairo hat es nach Angaben der Veranstalter noch nie gegeben. Nicht in Kairo und auch nicht im ganzen Nahen Osten. Das Tätowieren ist in Ägypten jedenfalls keine Massenerscheinung. Man wolle im Nahen Osten, besonders hier in Kairo, das Tätowieren auf hohem Niveau bekanntmachen, sagt Orne Gil, die italienische Veranstalterin, die daheim selber ein Tattoostudio betreibt. Manche hätten Angst, weil es etwas von Dauer sei. Für die Ägypter, so meint ein tätowierter Mann, seien Tätowierungen nur etwas für Verbrecher.
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