Tobias Kunow

KW 45: Äthiopien: Frau an der Spitze des Obersten Gerichtshofs, Bundesregierung setzt in Afrika auf deutsche Investoren, Deutschland knüpft Entwicklungshilfe an härtere Bedingungen

– NEWS –
Äthiopien: Frau an der Spitze des Obersten Gerichtshofs: Das äthiopische Parlament hat mit der Frauenrechtlerin Meaza Ashenafi erstmals eine Frau an die Spitze des obersten Gerichtshofs des ostafrikanischen Landes gewählt. Sie arbeitete als Richterin, war an der Ausarbeitung der Verfassung beteiligt und gründete die Vereinigung der äthiopischen Rechtsanwältinnen. Aufsehen erregte die erfolgreiche Verteidigung eines 14-jährigen Mädchen, das ihren Vergewaltiger tötete. Sogar Hollywood wurde aufmerksam – Angelia Jolie produzierte den Film “Difret” (2014). Die Rolle der Frau im Staat wird in Äthiopien systematisch gestärkt. Regierungschef Abiy Ahmed hatte Ende Oktober die Diplomatin Sahle-Work Zewde als Präsidentin durchgesetzt, das Kabinett besteht zur Hälfte aus Frauen.
derstandard.at
Bundesregierung setzt in Afrika auf deutsche Investoren: Deutschland will private Investitionen in Afrika mit einer Milliarde Euro zusätzlich fördern. Das kündigte Kanzlerin Angela Merkel bei einer Konferenz zum sogenannten Compact with Africa in Berlin an. Über einen Entwicklungsinvestitionsfonds sollen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen zu einem stärkeren Engagement auf dem Nachbarkontinent ermutigt werden. Der Staat will einen Teil der geschäftlichen Risiken tragen und Darlehen zur Verfügung stellen. In der Regierung hieß es, dass der Fonds von der Deutschen Entwicklungsgesellschaft verwaltet werden soll. Zudem wolle die Regierung Geschäfte auf dem afrikanischen Kontinent besser gegen politische Risiken und Zahlungsrisiken absichern. Beispielsweise gebe es Deckungszusagen für den Handel mit Ghana und Senegal über 160 Millionen Euro.
tagesspiegel.de, spiegel.de
Deutschland knüpft Entwicklungshilfe an härtere Bedingungen: Bekämpfung von Korruption, Einhaltung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will die Mittelverteilung aus Deutschland an andere Länder noch stärker an bestimmte Bedingungen knüpfen. Dazu zählt er in dem neuen Strategiepapier seines Ministeriums “Entwicklungshilfe 2030” Korruptionsbekämpfung, die Achtung von Menschenrechten, den Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen und die Erhöhung der Eigenleistung. Das Ministerium wolle die Zahl der Partnerländer reduzieren und die Einhaltung der Konditionen überprüfen, heißt es in dem Papier.
zeit.de
Jihadisten nach Anschlag getötet: Nach einem Anschlag auf einen Pilgerbus mit koptischen Christen wurden 19 mutmaßliche in den Angriff verwickelte Jihadisten getötet. Sie wurden in der Wüste der Provinz Al-Minya gestellt und starben bei einem Schusswechsel. Am Freitag waren bei dem Anschlag sieben Pilger getötet und sieben weitere verletzt worden. Die christliche Minderheit der Kopten in Ägypten war schon mehrfach Ziel blutiger Anschläge von Islamisten. Seit 2016 starben bei antikoptischen Anschlägen bereits mehr als hundert Menschen.
derstandard.at
Cotonou-Vertrag: Schwierige Verhandlungen für neuen Vertrag zwischen EU und Entwicklungsländern dw.com
Kongo: “Monsterstaudamm” für 14 Milliarden Dollar stimme.de
Nach Schwächeanfall bei Staatsbesuch: Gabuns Präsident Ali Bongo in Saudi-Arabien im Krankenhaus derstandarda.at
– BACKGROUND –
Schwere Zeiten für LGBT in Tansania: In Tansania spitzt sich die Lage von LGBT-Gemeinschaften zu. In Daressalam hatte vor einer Woche der Gouverneur die Bevölkerung aufgerufen, Homosexuelle zu denunzieren. In dieser Woche sollen Verhaftungen beginnen. „Gebt mir ihre Namen. Mein Ad-hoc-Team wird ab kommenden Montag beginnen, sie dingfest zu machen“, hatte Gouverneur Paul Makonda gegenüber Journalisten verkündet. UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet warnte vor einer „Hexenjagd“, die Äußerung des Gouverneurs „könnte als Freibrief zu Gewalt, Einschüchterung, Belästigung und Diskriminierung“ aufgefasst werden. Tansanias Präsident John Magufuli wurde bei seiner Wahl 2015 noch als Erneuerer gefeiert, gibt sich aber zunehmend intolerant gegenüber Minderheiten. Er unterstützt die „Heilung“ von Homosexuellen ebenso wie erzwungene Analuntersuchungen zum Nachweis homosexueller Handlungen. Aids-Kliniken wurden geschlossen, internationalen LGBT-Aktivisten droht bei Einreise die Festnahme. Auf Homosexualität steht in Tansania mindestens 30 Jahre Haft.
taz.de
Südsudan hofft auf Frieden: Der südsudanesische Rebellenführer Riek Machar ist nach Jahren des Exils in die Haupststadt Juba zurückgekehrt und nahm dort, empfangen von Präsident Salva Kiir, an einer Zeremonie zur Feier des neuen Friedensabkommens teil. Das im September unterzeichnete Abkommen ist sein dritter Versuch, als Vizepräsident mit Kiir gemeinsam das Land zu führen. So musste er 2013 fliehen, nachdem Kiir ihm vorwarf, einen Putsch vorbereitet zu haben. Von Frieden ist noch wenig zu spüren, doch die Hoffnungen sind groß. „Ich glaube, dass es wirklich der Wunsch beider Führer ist, den Konflikt zu beenden“, sagt Augustino Ting Mayai vom Forschungsinstitut SUDD. Seit Beginn des Krieges 2013 sind beinahe 400.000 Menschen durch Gewalt oder mangelnde Gesundheitsversorgung ums Leben gekommen. Beinahe 2,5 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen.
taz.de
– ANGEZÄHLT –
30 Millionen Impfdosen gegen den Rotavirus hat der US-Pharmariese Merck bislang jährlich in Burkina Faso, der Elfenbeinküste, Mali und dem Inselstaat Sao Tomé und Príncipe in Westafrika verteilt. Doch das Programm soll jetzt deutlich reduziert werden. Merck will den Impfstoff lieber teuer in China verkaufen.
focus.de
– ZITAT –
“Es geht darum, nicht über Afrika, sondern mit Afrika zu reden.”
Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hat erneut betont, Europa habe ein starkes Interesse daran, dass die Staaten Afrikas gute wirtschaftliche Perspektiven haben.
bundesregierung.de
– ZULETZT –
Deutsche Altenheime im Senegal: Am Rande des G20-Investitionsgipfels für Afrika in Berlin waren viele Ideen und Visionen für Kooperationen im Raum. Neben dem Bau von Kraftwerken und der Förderung von Start-ups brachte Senegals Präsident Macky Sall sein Land als Standort für deutsche Altenheime ins Gespräch.„Der Umgang mit älteren Menschen in Afrika ist ein wert an sich“, sagte Sall.
taz.de

KW 43: WHO warnt vor Ebola, Algerien verbietet Gesichtsverschleierung am Arbeitsplatz, Neue Gespräche über Westsahara

– NEWS –
WHO warnt vor Ebola: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Ausbreitung der Ebola-Epedemie gewarnt. Bislang wurden im Nordwesten Kongos 140 Todesfälle gezählt. Uganda, Ruanda, Burundi und Südsudan seien besonders bedroht. Dort sei bereits personelle und materielle Unterstützung geleistet worden. Durch die Kämpfe in der Region würde die Situation erschwert, die kongolesischen Behörden hätten aber die Lage im Griff. Auf weitergehende Maßnahmen habe die WHO daher bislang verzichtet. “Wir sind optimistisch, dass dieser Ausbruch in absehbarer Zeit unter Kontrolle gebracht werden kann”, sagt der Züricher Spezialist Robert Steffen, Vorsitzender des Notfallausschusses, der die WHO berät.
dw.com
Algerien verbietet Gesichtsverschleierung am Arbeitsplatz: Das Tragen von Burkas mit Netz vor den Augen oder Niqabs mit Sehschlitzen ist damit während der Arbeitszeit verboten. Gouverneure und Minister sind angehalten, das Verbot zu überwachen und die Einhaltung durchzusetzen, wies Ministerpräsident Ahmed Ouyahia am Donnerstagabend an. Vor allem im öffentlichen Dienst müssten Angestellte erkennbar sein. Sicherheitsrelevante Bedrohungen könnten so besser ausgeschlossen werden.
derstandard.at
Neue Gespräche über Westsahara: In den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt in der Westsahara kommt Bewegung. Die Konfliktparteien Marokko, die nach Unabhängigkeit strebende Polisario-Front, Algerien und Mauretanien haben die Einladung des Uno-Sondergesandten und ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler angenommen. Die Gespräche sollen im Dezember in Genf stattfinden. Seit den 70er Jahren befindet sich der Großteil der ehemaligen spanischen Kolonie unter marokkanischer Kontrolle. Die Polisario-Rebellen fordern unterstützt von Algerien ein Referendum über die Unabhängigkeit. Die letzten Gespräche endeten vor sechs Jahren ohne Ergebnis. Im April hat eine Resolution des UN-Sicherheitsrates die Wiederaufnahme der Gespräche binnen sechs Monate gefordert.
derstandard.at
Migranten stürmen EU-Grenzzaun in Marokko: Bei einem Massenansturm auf die spanische Nordafrika-Exklave Melilla ist ein Migrant ums Leben gekommen. Der Flüchtling sei trotz Behandlung durch die Rettungsdienste an einem Herzstillstand gestorben. Etwa 300 Afrikaner hätten am Sonntag von Marokko aus versucht, die rund sechs Meter hohen Grenzzäune zu überwinden, teilte die Vertretung der spanischen Regierung in Melilla mit. Rund 200 sei es gelungen, EU-Gebiet zu erreichen.
european-circle.de
Kamerun: Paul Biya mit 71 Prozent im Amt bestätigt dw.com
Migrationsforscher Achille Mbembe: EU muss ihre aktuelle Afrikapolitik stoppen deutschlandfunk.de
Mittelstandsallianz Afrika in Berlin gegründet wirtschaft.com
– BACKGROUND –
Kritik am Afrika-Beauftragten: Günter Nooke (CDU), Afrika-Beauftragter der deutschen Bundeskanzlerin, gerät nach problematischen Äußerungen in einem Interview für die B.Z. in die Kritik. „Afrika ist anders. Die Lösungen Europas können nicht die Lösungen Afrikas sein“, erläutert er da. „Das hat mit Clan-Strukturen zu tun, der Rolle von Stammesführern, der Vielzahl an Ethnien und tradierten Verhaltensweisen.“ Außerdem würden die Frauen zu viele Kinder bekommen… Sätze wie diese würden wenig zu einem realistischen Afrika-Bild beitragen kritisiert Dominic Johnson in der taz, sie würden vielmehr dem Deutschlandbild in Afrika schaden. Reaktionen lassen ebenfalls nicht lange auf sich warten: „Er ist verrückt“, twittert ein Nigerianer, „er sollte sich schämen“, ist eine Meinung aus Uganda. „Ist das ein kranker Witz?“, fragt Exminister Gyude Moore aus Liberia. „Rassismus läuft durch sein Blut und Hirn“, meint Kommentator Tom Ndahiro aus Ruanda.
taz.de
Nigeria: Should I stay or should I go?: Die Deutsche Welle hat an der Universität von Benin-City im Rahmen des Projektes “The 77 Percent” zum Thema “Wo ist deine Zukunft: Hier oder im Ausland?” geladen und rund 300 Studenten waren dieser Einladung gefolgt. Die rund zweistündige Debatte wurde zudem im nigerianischen Fernsehen und auf Facebook übertragen. Benin City hat über Nigerias Grenzen hinweg den Ruf eines Schlepperstadt. Auf dem Podium und auch im Publikum berichten viele junge Menschen von ihren Migrationserfahrung. Alle sind sich einig: Eine schlimme Erfahrung. Doch der ehemalige Studentenvertreter Divine Oguchi Omale bringt es auf den Punkt: Wenn man in Europa sei, wünsche man sich nichts mehr, als wieder zuhause zu sein. “Aber kaum ist man drei Wochen wieder in Nigeria, will man wieder weg, weil man merkt, dass alles andere noch besser war als hier!”
dw.com
– ANGEZÄHLT –
Bis zu 1.000 neue Geflüchtete erreichen stündlich die kongolesische Grenzstadt Kamako. 200.000 Menschen sind seit Anfang Oktober aus dem Nordosten Angolas vertrieben worden. Man würde gegen illegal hinzugezogene Diamantenschürfer vorgehen, so die offizielle Begründung von Angolas Regierung für die Säuberungen.
taz.de
– ZITAT –
“Afrikanische Staaten möchten, dass Europäer nach Afrika kommen und offen sagen, was sie wollen. Was gut für uns ist, wissen wir selbst, das müssen die Europäer nicht immer sagen. Wenn Österreich nun als Reaktion auf die Krise handelt, dann glaube ich nicht, dass dieses Faktum sehr wichtig ist. Sie sollten das dann eben offen sagen, und das hat Kanzler Kurz ja meines Wissens auch getan. Und wenn man die Migration angehen will, dann braucht es eben Investitionen in Afrika.”
Professor Yenkong Ngangjoh Hodu, der in Manchester internationales Wirtschaftsrecht lehrt, fordert von den EU-Staaten Investitionen statt scheinheilige Moralpredigten.
derstandard.at
– ZULETZT –
Afrikas jüngster Milliardär ist wieder frei: Gut eine Woche nach seiner Entführung ist Afrikas jüngster Milliardär Mohammed Dewji wieder frei. Der 43-jährige Unternehmer aus Tansania war am 11. Oktober aus Fitnessraum eines Hotels in der tansanischen Wirtschaftsmetropole Daressalam von Bewaffneten entführt worden. “Ich danke Gott, dass ich wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt bin”, schrieb Dewji auf Twitter. Zuvor hatte seine Familie für Hinweise eine Belohnung von 500.000 Dollar ausgesetzt. Der 43-Jährige ist Chef des MeTL-Konzerns, der in mehreren Ländern in den Branchen Landwirtschaft, Versicherung, Transport, Logistik und Lebensmittel aktiv ist. 2013 war Dewji der erste Tansanier auf der Titelseite des Magazins “Forbes”. Zwei Jahre später erklärte das Magazin ihn zu Afrikas Persönlichkeit des Jahres.
kleinezeitung.at

KW 42: Kamerun: Kamto erklärt sich zum Sieger, Ruandische Außenministerin wird Chefin der Internationalen Organisation der Frankophonie, Gerda-Henkel-Preis für Achille Mbembe

– NEWS –
Kamerun: Kamto erklärt sich zum Sieger: Noch vor der Veröffentlichung der offiziellen Wahlergebnisse hat sich der Oppositionspolitiker Maurice Kamto zum Sieger der Präsidentschaftswahl vom 07. Oktober in Kamerun erklärt. Er habe ein klares Mandat. Staatschef Paul Biya, der bereits seit 36 Jahren regiert, galt allerdings als klarer Favorit. “Ich wurde ausgewählt, um einen Elfmeter zu schießen, ich schoss und ich traf”, sagte Kamto bei einer Pressekonferenz. Es hätte zahlreiche Fälle von Wahlbetrug gegeben. Mit der aktuellen Regierung will er dennoch zusammenarbeiten. “Meine Arme bleiben ausgebreitet, damit wir uns gemeinsam für die nationale Wiedergeburt einsetzen.” Klares Zahlenmaterial für seinen Sieg konnte Kamto allerdings nicht vorlegen. Das offizielle Wahlergebnis wird spätestens in einer Woche vom Verfassungsrat verkündet, in dem Vertraute Biyas sitzen.
derstandard.at
Ruandische Außenministerin wird Chefin der Internationalen Organisation der Frankophonie: Louise Mushi­kiwabo, Außenministerin aus Ruanda, wird Generalsekretärin der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF). Das ist vor allem deswegen kurios, weil das Land Französisch als Amtssprache gerade erst abgeschafft hat. Vor allem die Unterstützung durch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sicherte ihr den Sieg. Kanada hatte zuvor ihre Unterstützung für Amtsinhaberin Michaëlle Jean aus Québec zurückgezogen. Die 27 afrikanischen Staaten, der 54 Länder fassenden Vereinigung standen ohnehin hinter Mushi­kiwabo. Für Ruanda, das bereits die Afrikanische Union führt, ist die Übernahme der OIF ein weiterer diplomatischer Triumph – vor allem im Streit mit Frankreich, um dessen Verantwortung beim Völkermord von 1994.
taz.de
Gerda-Henkel-Preis für Achille Mbembe: Der in Johannesburg lehrende und in Kamerun geborene Historiker und Politikwissenschaftler Achille Mbembe hat den Gerda-Henkel-Preis entgegengenommen. die Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Preisen für historische Geisteswissenschaften überhaupt. In seiner Preisrede sprach Mbembe über die Restitution afrikanischer Artefakte. “Restitution ist nicht Willkür und Güte. Restitution ist Verpflichtung”, sprach er über das Ausmaß ihres Verlustes. Jede authentische Restitutionspolitik sei “untrennbar mit einer Wahrheitsfähigkeit verbunden, wobei Respekt vor der Wahrheit und Wiederherstellung der Welt eben dadurch zum unumgänglichen Fundament einer neuen Verbindung und einer neuen Beziehung” würden. Spätestens seit den frühen 2000er-Jahren gehört Achille Mbembe zu den wichtigsten Denkern des afrikanischen Kontinents. Vor allem Bücher wie “Kritik der schwarzen Vernunft” (2013) und “Ausgang aus der langen Nacht” (2016) machten ihn einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
dw.com
Südafrikas Finanzminister Nene tritt zurück: Südafrikas Finanzminister Nhlanhla Nene ist zurückgetreten. Präsident Cyril Ramaphosa akzeptierte nach einem Tag Bedenken letzten Dienstag dessen Gesuch. “Er hat angeboten, zurückzutreten, obwohl er nichts Falsches getan hat. Das ist ein Ausdruck seines Charakters und seiner Verpflichtung unserem Land gegenüber”, lobte Ramaphosa den Schritt. Hintergrund des Rücktritts ist ein Korruptionsskandal. Vor einer Untersuchungskommission hatte Nene zugegeben, die umstrittene Unternehmerfamilie Gupta zwischen 2009 und 2014 sechsmal in ihrem Haus in Johannesburg getroffen zu haben. Zunächst hatte Nene das aber abgestritten.
dw.com
Südafrika: ehemaliger Außenminister Pik Botha ist tot derstandard.at
Angola schiebt mehr als 180.000 Kongolesen ab dw.com
Engagement in Libyen und Algerien: Putin umwirbt den Maghreb nzz.ch
– BACKGROUND –
Welthunger-Index 2018: Die Deutsche Welthungerhilfe hat an diesem Donnerstag den Welthunger-Index (WHI) für 2018 vorgestellt, der WHI weist für 51 Länder eine “ernste” oder “sehr ernste” Lage aus. Für die Zentralafrikanische Republik gilt sogar die Einschätzung “gravierende Hungersituation”. Der Bericht 2018 stellt den Zusammenhang zwischen Hunger, Flucht und Vertreibung ins Zentrum der Analyse. Etwa 124 Millionen Menschen weltweit leiden laut Welthungerhilfe unter akutem Hunger. Das sei ein deutlicher Anstieg gegenüber den 80 Millionen Hungernden vor zwei Jahren. Besonders besorgniserregend ist die Lage in Südasien und in Afrika südlich der Sahara. In beiden Regionen gilt die Lage laut WHI als “ernst”. Als “unannehmbar hoch” stuft der WHI dort die Werte für Unterernährung und Wachstumsverzögerung ein, wobei starke Wachstumsverzögerung und Auszehrung vor allem für Südasien gelte, hohe Unterernährung und Kindersterblichkeit stärker Afrika südlich der Sahara beträfen. Als sehr ernst wird die Lage im Tschad, in Haiti, Madagaskar, Sierra Leone, im Jemen und in Sambia eingestuft.
tagesspiegel.de
Erst “Bring back our girls”, jetzt Präsidentin?: Oby Ezekwesili ist vor allem dafür bekannt, im April 2014 zusammen mit einer Reihe anderer Aktivistinnen die Kampagne #BringBackOurGirls (#BBOG) ins Leben gerufen zu haben. Jeden Tag trafen sie sich um 16 Uhr am Brunnen der Einheit und forderten die unverzügliche Befreiung der 276 Mädchen von Chibok, die von der Terrorgruppe Boko Haram entführt worden waren – die Bewegung gibt es bis heute. Nigerias Mächtige, ob unter Goodluck Jonathan oder Nachfolger Muhammadu Buhari gefielen die Proteste weniger und immer wieder war Ezekwesili selbst Repressalien ausgesetzt. Gebracht hat es wenig, Ezekwesili erlangte internationale Berühmtheit und war sogar für den Friedensnobelpreis im Gespräch. Und Ezekwesili will nicht aufhören, Stachel im Fleische der Mächtigen zu sein, denn jetzt will sie bei den Wahlen im Februar 2019 als Präsidentin kandidieren, als Kämpferin gegen Korruption und für Menschenrechte – Nigerias Sektion von Amnesty International hat sie mit gegründet. Ihre Chancen sind allerdings gering, denn sie kandidiert für keine der großen Parteien, die Nigerias Politik unter sich aufteilen.
taz.de
– ANGEZÄHLT –
62.700 Beschwerden wegen Folter und politischer Gewalt sind innerhalb von vier Jahren bei der tunesischen Wahrheitskommission eingegangen.
derstandard.at
– ZITAT –
“Tunesien ist eine Pflanze der Hoffnung, nicht nur in der arabischen Welt, auch auf dem afrikanischen Kontinent. Wenn die Demokratiedividende in Form von Arbeit und Zukunftsperspektiven nicht eintritt, kann es einen Rückfall in autoritäre Strukturen geben.”
Bundesentwicklungsminister Müller (CSU) fordert in Tunesien eine Öffnung Europas zum Maghreb.
taz.de
– ZULETZT –
Der große Bankraub: Die südafrikanische Genossenschaftsbank VBS ist von einer Gruppe ihrer Mitarbeiter um 112 Millionen Euro erleichtert worden. Dies geht aus einem Untersuchungsbericht der südafrikanischen Zentralbank mit dem Titel „Der große Bankraub“ hervor. So hatten insgesamt 53 leitende Angestellte, darunter auch der Finanzchef und Aufsichtsratsmitglieder, Zahlungen ohne eine Gegenleistung kassiert. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Bank in ihrem letzten Geschäftsbericht nur 87 Beschäftigte aufwies, eine bemerkenswerte Leistung.
spiegel.de

KW 41: Präsidentschaftswahlen in Kamerun, Denis Mukwege erhält Friedensnobelpreis, Marokko und Ägypten lehnen Asylzentren ab

– NEWS –
Präsidentschaftswahlen in Kamerun: Am Sonntag fanden in Kamerun Präsidentschaftwahlen statt. Teilweise waren die Wahlen aber von Unruhen, vor allem im englischsprachigen Teil des Landes, überschattet. So fielen in Bamenda Schüsse zwischen Sicherheitskräften und Separatisten. Dabei kam es zu zwei Toten. Der seit fast 36 Jahren amtierende Staatschef Paul Biya strebt eine weitere Amtszeit an. Ein Sieg gilt als sicher, seinen sechs Gegenkandidaten werden wenig Chancen eingeräumt. Dennoch wird es nur ein schwaches Mandat werden. In dem 25 Millionen-Einwohner-Land hatten sich nur knapp 6,6 Millionen Menschen zur Wahl registriert. 538.000 Menschen befinden sich wegen Unruhen zwischen englisch- und französischsprachiger Bevölkerung und wegen Übergriffen der Boko Haram im Norden auf der Flucht. Die Ergebnisse werden binnen 15 Tage nach der Wahl bekannt gegeben.
sn.at, derstandard.at, taz.de
Denis Mukwege erhält Friedensnobelpreis: Der kongolesische Arzt Denis Mukwege wird zusammen mit der Jesidin Nadia Murad mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Beide setzen sich für im Krieg misshandelte Frauen ein. Mukwege hat in der ostkongolesischen Provinzhauptstadt Bukavu zehntausenden Opfern sexueller Kriegsverbrechen das Leben gerettet. Im Jahr 2014 war er für sein Engagement bereits mit dem Sacharow-Preis augezeichnet worden. Der mit umgerechnet etwa 860.000 Euro dotierte Preis wird am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, in Oslo verliehen.
taz.de
Marokko und Ägypten lehnen Asylzentren ab: Marokko und Ägypten wollen keines der von der EU angestrebten Sammelzentren für aus Seenot gerettete Migranten auf ihrem Boden errichten. Marokko sei generell gegen alle Arten von Zentren, sagte Außenminister Nasser Bourita. Das sei Bestandteil der Migrationspolitik des Landes und eine nationale souveräne Position. Zentren seien kontraproduktiv, meinte Bourita, auch Geldzahlungen änderten an dieser Haltung nichts. Die EU versucht, Asylzentren jenseits ihrer Grenzen zu errichten, um dort über Asylbegehren von Migranten zu entscheiden. Die bisherigen Gespräche mit nordafrikanischen Ländern sind jedoch kaum vorangekommen.
spiegel.de
Äthiopiens Premier muss die eigenen Reihen schließen: Im äthiopischen Awassa tagte bis zum Wochenende der einmal jährlich stattfindende Kongress der Staatspartei EPRDF. Der neue Präsident Abiy Ahmed, von vielen als Reformer gefeiert, musste sich von den Delegierten bestätigen lassen und für die Fortsetzung seines Reformkurses werben. Trotz wirtschaftlicher Öffnung und dem frischen Frieden mit Eritrea droht das Land von zahlreichen ethnischen Konflikten zerrissen zu werden. “Wenn wir ein entwickeltes Äthiopien wollen, sollten wir keine Gewalt im Namen der Ethnizität oder der Religion begehen”, rief der bedrängte Regierungschef seine Anhänger am Donnerstag zu Geschlossenheit auf.
derstandard.at
Burkina Faso: Französische Luftangriffe gegen islamistische Kämpfer deutschlandfunk.de
DHL und Entwicklungsministerium testen Arzneimitteldrohne in Afrika deutsche-apotheker-zeitung.de
Keine zwei Drittel der Einwohner Subsahara-Afrikas wollen auswandern correctiv.org
– BACKGROUND –
Mysteriöse Entlassungswelle in Algerien: Algeriens Sicherheitsapparat wird derzeit von einer beispiellosen Entlassungswelle erschüttert. Seinen Anfang nahmen die Ereignisse, als vor knapp drei Monaten der Chef der mächtigen nationalen Polizeibehörde DGSN, Abdelghani Hamel, seinen Platz räumen musste. Auch die Kommandanten der Luftwaffe und der Bodenstreitkräfte sowie der Generalsekretär des Verteidigungsministeriums mussten mittlerweile gehen. Über die Gründe wird spekuliert. Angeblich gibt es eine Verbindung zwischen den Entlassungen und dem spektakulären Fund von 701 Kilogramm Kokain im Hafen der Mittelmeerstadt Oran Ende Mai. So hat ein Militärgericht fünf jüngst entlassenen Generälen die Pässe entzogen und Untersuchungen wegen angeblicher Bereicherung gegen sie eingeleitet.
derstandard.at
Wettlauf der EU mit China: Im Vergleich zum chinesischen Investment und Engagement in Afrika, bleiben die europäischen Bemühungen dürftig. Zwar kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zuletzt in seiner Rede zur Lage der Union einen Plan für Investitionen, Annäherung und Austausch an und vollzog dabei eine Kehrtwende weg von der klassischen Entwicklungshilfe. Doch während Europa noch im Unkonkreten bleibt und vor allem auf Ausbildung und mehr Handel setzt, nimmt China bereits viel Geld in die Hand. Ob Autobahnen, Kraftwerke, neue Brücken – bei Infrastrukturprojekten sind die Chinesen ganz vorne mit dabei. Im Rahmen der chinesischen “Belt and Roads Initiative” sollen bald weitere 60 Milliarden Dollar Investment nach Afrika fließen.
spiegel.de
– ANGEZÄHLT –
Auf über 140 Milliarden Euro beläuft sich das Handelsvolumen Chinas mit Afrika im Jahr 2017. Europa kommt auf fast 120 Milliarden Euro. Die USA liegen abgeschlagen bei ca. 30 Milliarden Euro.
spiegel.de
– ZITAT –
“Es existierten weder innerhalb Afrikas funktionierende Freihandelszonen, noch panafrikanisch.”
Jann Lay, Leiter des Giga-Instituts in Hamburg, findet die europäische Vorstellung von einem in Handelsfragen geeinten Afrika illusorisch.
spiegel.de
– ZULETZT –
Melania Trump im „Drecksloch“: Die First Lady der USA, Melania Trump, ist auf ihrer ersten großen Auslandsreise ohne ihren Mann nach ihrer Ankunft in Malawi auf Proteste gestoßen. In der Hauptstadt Lilongwe hielten Demonstranten am Straßenrand Poster, unter anderem mit der Aufschrift „#MELANIATOO“ oder „Willkommen in Malawi. #KEINDRECKSLOCH“, hoch. US-Präsident Donald Trump war Anfang des Jahres in die Kritik geraten, als er Berichten zufolge einige afrikanische Staaten als Dreckslöcher bezeichnet haben soll.
spiegel.de

KW 40: Aufgeladene Stimmung in Kamerun, Regierungskrise in Tunesien, Agrarprojekte in der Sahelzone erhalten Alternativen Nobelpreis

– NEWS –
Aufgeladene Stimmung in Kamerun: Im englischsprachigen Teil Kameruns ist am Sonntag eine Ausgangssperre verhängt worden. Die Maßnahme gilt bis einschließlich Montag. Hintergrund ist die symbolische Ausrufung der Unabhängigkeit des anglophonen Teils vor einem Jahr. Kundgebungen sollen so unterbunden werden. Der anglophone Landesteil fühlt sich durch die frankophone Mehrheit benachteiligt und diskriminiert. Präsident Paul Biya versucht mit aller Härte die Unabhängigkeitsbestrebungen mit Ausgangssperren, Durchsuchungen und Reisebeschränkungen zu unterdrücken. Hinzu kommt, das Kamerun am kommenden Sonntag wählt und der 85-jährige Biya, der seit 1982 herrscht, seine siebte Amtszeit anstrebt.
derstandard.at
Regierungskrise in Tunesien: Der tunesische Präsident Beji Caid Essebsi hat nach Jahren der intensiven Zusammenarbeit die Koalition mit den gemäßigten Islamisten der Ennahda-Partei aufgekündigt. Hintergrund sind Flügelkämpfe innerhalb der Regierungspartei Nidaa Tounes. Dort stehen Parteichef und Sohn des Präsidenten, Hafez Caid Essebsi, und der Premierminister Youssef Chahed unversöhnlich gegenüber. Die Ennahda-Partei stand Chahed nahe, was den Präsidenten zum Aufkündigen der Zusammenarbeit veranlasste. Präsident Essebsi strebt nach eigenem Bekunden keine Neuwahlen an. Eine stabile Regierung scheint es weiterhin zu geben, denn Premierminister Chahed kann auf die Unterstützung von Ennahda und einigen Abgeordneten aus den eigenen Reihen zählen, auch wenn Nidaa Tounes nicht mehr geschlossen hinter ihm steht.
taz.de
Agrarprojekte in der Sahelzone erhalten Alternativen Nobelpreis: Offiziell heißt der Preis “Right Livelihood Award” und wird seit 1980 jedes Jahr Anfang Dezember verliehen. Neben Preisträgers aus Saudi-Arabien, Guatemala und Kolumbien geht der Preis auch an den Australier Tony Rinaudo und Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso für ihr Engagement bei der Bewaldung der Sahelzone. Letzterer begann 1980 damit, ein knapp 40 Hektar großes Stück unwirtlichen Landes in Waldgebiet zu verwandeln. Sein Versuchsfeld gehört heute zu den facettenreichsten Waldgebieten der Sahelzone. Das besondere: die Bäume werden zusammen mit Weizen angebaut. Durch die Wurzeln bleibt Regenwasser länger im Boden – gut für den Weizen.
dw.com
WHO warnt vor Ebola-Ausbreitung: Die WHO warnt vor einer Ausbreitung der Ebola-Seuche auf weitere Landesteile im Kongo und auch auf Nachbarländer. Die an der betroffenen Region Nord-Kivu im Osten des Landes angrenzenden Provinzen und die Nachbarländer Uganda und Ruanda müssten ihre Kontrollmaßnahmen verstärken, um Schlimmeres zu verhindern. Es bestehe ein “sehr großes” Risiko. Kämpfe um die Stadt Beni in der Provinz Nord-Kivu unweit der ugandischen Grenze zwischen Regierung und Rebellen würden die Lage zusätzlich erschweren.
zdf.de
Südafrika: Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu im Krankenhaus derstandard.at
Marokkos Marine beschießt Flüchtlingsboot taz.de
Britischer Thronfolger Prinz William trifft in Afrika auf den Fußballer Prince William gala.de
– BACKGROUND –
Schädliche Steuerabkommen: Eine Studie von Martin Hearson von der London School of Economics kommt zu dem Ergebnis, dass Entwicklungsländer in Afrika und Asien durch das über die Jahre entstandene internationale System von Steuerabkommen benachteiligt werden. Die Studie wird am Mittwoch im EU-Parlament vorgestellt, denn besonders die Doppelsteuerabkommen der 28 EU-Staaten richten großen Schaden an. So sorgt das durchschnittliche Abkommen mit afrikanischen oder asiatischen Ländern dafür, dass 60 Prozent der Steuern in Europa gezahlt werden. Zwar ist kein Staat verpflichtet, unvorteilhafte Steuerabkommen einzugehen, doch Entwicklungsländer erhoffen sich durch sie den Zugang zu ausländischen Investitionen. “Die bestehenden Abkommen müssen auf ihre Schädlichkeit hin untersucht und gegebenenfalls geändert werden”, fordert Martin Schirdewan von der Partei Die Linke, die zu den Auftraggebern der Studie gehört.
derstandard.at
Maniok als Chance: Die Nutzpflanze Maniok ist in vielen afrikanischen Ländern Hauptbestandteil der Ernährung. Oft ohne große Ergänzung, was zu Mangelerscheinungen führen kann. Doch in der Pflanze steckt auch viel ungenutztes Potential sagen Agrarforscher der Universität Hohenheim. Denn Blätter und Stängel, die nach der Ernte der stärkehaltigen Knolle zumeist auf den Feldern zurückgelassen werden, enthalten hochwertige Proteine, essentielle Aminosäuren und Vitamine. Außerdem kann durch effizientere Schälverfahren die Stärkeausbeute verbessert werden. Eine Verwertung der Schalen in einer Biogasanlage kann zudem klimaschädliches Methangas reduzieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Forschungsprojekt mit 856.000 Euro.
medizin-aspekte.de
– ANGEZÄHLT –
50 Prozent wird im Jahr 2050 nach aktuellen Prognosen der Anteil Afrikas an der Weltbevölkerung sein.
welt.de
– ZITAT –
“Erstens müssen wir dafür sorgen, dass Kinder nicht nur überleben, sondern sich entfalten können: Die meisten afrikanischen Staaten haben an der weltweiten Revolution für höhere Kinderüberlebenschancen teilgenommen. Ruanda hat nur wenige Jahre nach dem Genozid von Grund auf ein effizientes Gesundheitssystem geschaffen und so den bisher stärksten Rückgang der Kindersterblichkeit erzielt. In einem nächsten Schritt müssen wir dafür sorgen, dass Kinder ein selbstbestimmtes Leben führen können.”
US-Milliardär Bill Gates appelliert an Deutschland, in die Zukunft insbesondere der jungen Menschen in Afrika zu investieren.
welt.de
– ZULETZT –
16 Milliarden an Bargeld in Liberia verschwunden: In Liberia sind mehrere Container voller neuer Geldscheine im Wert von 16 Milliarden liberianischen Dollar (88 Millionen Euro) verschwunden. Die im Ausland produzierten Banknoten sind zwischen November 2017 und August 2018 am Hafen und Flughafen der Hauptstadt Monrovia angeliefert worden und waren seitdem nicht mehr gesehen. Der gesamte Bargeldumlauf in Liberia ist nicht viel höher. Seit Ende 2017 ist in dem Land der ehemalige Fußballspieler George Weah an der Macht. Die Scheine wurden angeblich noch von der alten Regierung bestellt. Die neue wusste davon aber nichts. Die Posse zeigt: Liberia, einst Briefkastenheimat der größten Billigschiffsflotte der Welt, bleibt im Zentrum dubioser Geschäfte.
taz.de

KW 39: Libyens Regierung bittet UN um Hilfe, Bobi Wine zurück in Uganda, Deutschland und Algerien wollen enger kooperieren

– NEWS –
Libyens Regierung bittet UN um Hilfe: Die offizielle Libysche Regierung hat die Vereinten Nationen um Hilfe angesichts der anhaltenden Gewalt in der Hauptstadt Tripolis gebeten. Um “das Leben und den Besitz von Zivilisten” zu schützen müssten “konkrete und effektive” Maßnahmen ergriffen werden. Die UN-Mission in Libyen (Unsmil) müsse dem Sicherheitsrat “die Realität der blutigen Vorkommnisse in Libyen vor Augen führen”. Am Freitag kam es bei Zusammenstößen zu 15 Toten und Dutzenden Verletzten. Seit 26. August – dem Beginn der Kämpfe in den südlichen Vororten, kam es damit zu mehr als 100 Toten.
derstandard.at
Bobi Wine zurück in Uganda: Der ugandische Oppositionelle, Rapper Bobi Wine ist von einer ärztlichen Behandlung aus den USA zurückgekehrt. Hunderte von Fans haben ihn vor seinem Haus in Kampalas Vorstadtbezirk Magere begrüßt und gefeiert und das obwohl Polizei und Militär versucht hatten, die Bevölkerung fernzuhalten. Wine war nach Inhaftierung und Folter schwer verletzt in die USA gebracht worden. Jetzt seine Rückkehr, um weiter „für Freiheit zu kämpfen“, wie er tief gerührt und von der Folter gezeichnet versicherte.
taz.de
Deutschland und Algerien wollen enger kooperieren: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel will mit Algerien enger zusammenarbeiten, um ausreisepflichtige Algerier abzuschieben. Es gebe eine konstruktive Zusammenarbeit deutscher und algerischer Behörden bei der Rückführung, sagte Merkel nach einem Treffen mit Ministerpräsident Ahmed Ouyahia in der algerischen Hauptstadt Algier. Man habe jetzt gute Modalitäten gefunden, wie man Personen noch effizienter zurückschicken könne, die kein Aufenthaltsrecht in Deutschland haben. Ouyahia sagte, sein Land wolle das Thema der etwa 3.700 ausreisepflichtigen Algerier in Deutschland so schnell wie möglich abarbeiten. Zugleich setzte sich die Kanzlerin für mehr Freiheiten der Menschen in Algerien ein. Merkel würdigte auch den Einsatz Algeriens, des flächenmäßig größten Landes Afrikas, zur Lösung der Konflikte in der Region. Die Zahl der Abschiebungen nach Algerien ist einem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2015 waren demnach lediglich knapp 60 Personen aus Deutschland nach Algerien zurückgebracht worden. Im vergangenen Jahr seien es etwa 500 gewesen.
zeit.de, tagesschau.de, faz.net
Europäische Niger-Mission verlängert: Die EU verlängert das Mandat der Mission EUCAP Sahel Niger bis 30. September 2019. Dafür hat der Europäische Rat in vergangenen Woche grünes Licht gegeben. 63,4 Mio. Euro werden dafür für den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2020 bereitgestellt. Seit 2012 unterstützt EUCAP Sahel Niger die nigerischen Behörden mit Beratung und Schulung im Sicherheitsbereich. Ziel ist, Terrorismus und organisierte Kriminalität in der Region zu bekämpfen. Seit 2016 unterstützt die Mission die zentralen und lokalen Behörden sowie die Sicherheitskräfte auch bei der besseren Kontrolle und Bekämpfung der irregulären Migration.
consilium.europa.eu
Äthiopien: Fünf Menschen bei Demonstrationen in Addis Abeba getötet orf.at
Mindestens 16 Tote bei Angriff in Demokratischer Republik Kongo derstandard.at
Tansania: 225 Tote bei Fährunglück auf dem Victoria-See taz.de
– BACKGROUND –
Rechnungshof kritisiert EU-Ausgaben für afrikanische Sicherheitsarchitektur: Der Europäische Rechnungshof hat das finanzielle Engagement der EU in der afrikanischen Sicherheitspolitik kritisiert. Dieses habe nur „wenig Auswirkung gehabt und muss neu ausgerichtet werden”. EU-Kommission und Europäischer Auswärtige Dienst sollten vielmehr eine Übernahme der sogenannten Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur (APSA) durch die Afrikanische Union unterstützen. Dadurch würde die „EU-Unterstützung weg vom Schultern der operativen Kosten und hin zu Maßnahmen für den Kapazitätenaufbau“ umgestaltet werden. Rund 80 Prozent der EU-Mittel werden im Moment für friedensunterstützende Maßnahmen verwendet, beispielsweise für die Mission der Afrikanischen Union in Somalia. Die EU-Kommission begründet dies damit, dass die teuren friedensunterstützenden Operationen sonst von der EU selbst übernommen werden müssten.
euractiv.de
Wildhüter: Kein Job für harte Kerle. Ein Projekt in Simbabwe zeigt, wie moderner Tierschutz gelingen kann, wenn man die lokale Bevölkerung einbindet. Die Antiwilderer-Truppe Akashinga, die 300 Quadratkilometer Land beaufsichtigt und gegen Wilderer vorgeht, besteht nur aus Frauen. Ihr Territorium gehört zum 3500 Quadratkilometer großen Ökosystem des Unteren Sambesi. Vor 15 Jahren lebten hier noch 20.000 Elefanten. Heute sind es nur noch 11.000. Am Werk sind professionelle Verbrechersyndikate. Ihre Unterstützer finden sie in der lokalen Bevölkerung. “Es ist sehr schwierig, einen Wilderer festzunehmen, der in meinem oder dem nächsten Dorf lebt. Aber egal, ob Nachbar oder Verwandter, wer hier den Tieren etwas antut, den werden wir fangen”, sagt Rangerin Vimbai Kumire. Das Projekt setzt auf die Nähe der Frauen zu den Dorfgemeinschaften und auf ihre Überzeugungskraft. Bislang kamen Wildhüter meist aus anderen Teilen des Landes, damit die Nähe zu den Menschen vor Ort sie nicht korrumpiert.
spektrum.de
– ANGEZÄHLT –
Etwa 50 Prozent der 68 Millionen Flüchtlinge weltweit werden auf dem afrikanischen Kontinent beherbergt. Nur 17 Prozent befinden sich in Europa.
deutschlandfunk.de
– ZITAT –
“Investitionen und Wirtschaftsprojekte mit Afrika sind eine wichtige Grundlage, um gemeinsame Herausforderungen zu meistern. Immerhin sind die EU Hauptpartner Afrikas. 36 Prozent des afrikanischen Handels werden mit der EU abgewickelt, nur 16 Prozent mit China. 40 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen entfallen in Afrika auf die EU und nur 14 Prozent auf China.”
Bundespräsident Alexander Van der Bellen will im Rahmen der UNO-Vollversammlung in New York für den “EU-Afrika-Gipfel” wird am 18. Dezember in Wien werben.
kleinezeitung.at
– ZULETZT –
Nigerias Politiker schmieren ihre Anhänger: Im Februar sind in Nigeria Wahlen und wer bei Nigerias größter Oppositionspartei PDP (Peoples Democratic Party) Abgeordneter, Gouverneur oder gar Präsidentschaftskandidat werden will, muss tief in die Tasche greifen, um Unterstützer für Wahlveranstaltungen zu organisieren. „So machen wir das mit unseren politischen Anführern“, sagt PDP-Lokalpolitikerin Maimuna Washima, das sei ganz normal, dass etwas Geld fließe. „Wenn jemand aus meinem Landkreis kandidiert und ich ihn begleite, muss er mir doch zumindest den Transport bezahlen. Das ist doch kein Verbrechen.“ Für die Kandidaten eine lohnende Investition. Im Ölstaat Nigeria verdienen zum Beispiel Senatoren jährlich 1,7 Millionen Dollar.
taz.de

KW 38: Merkel und Kurz wollen mehr Kooperation mit Afrika, Kagame begnadigt Victoire Ingabire, Sudans Präsident Bashir löst Regierung auf

– NEWS –
Merkel und Kurz wollen mehr Kooperation mit Afrika: Österreich und Deutschland wollen ihre Afrika-Aktivitäten besser koordinieren. Österreichs Kanzler Kurz will im Rahmen der EU-Präsidentschaft im Dezember zu einem Afrika-Gipfel einladen, bereits im Oktober will Deutschland einen Afrika-Gipfel in Berlin abhalten. Dabei soll weniger die Migration, als die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Zentrum stehen. Bezüglich der Grenzschutzagentur Frontex sei das Ziel, so zu arbeiten, dass Boote mit Flüchtlingen und Migranten gar nicht erst ablegen würden.
dw.com
Kagame begnadigt Victoire Ingabire: In Ruanda ist Oppositionsführerin Victoire Ingabire zusammen mit weiteren rund 2.000 Häftlingen überraschend per Gnadenerlass aus der Haft entlassen worden. “Das ist der Anfang der Öffnung des politischen Raums in Ruanda, wie ich hoffe”, so die Hutu-Politikerin. Ingabire wurde im Jahr 2012 wegen “Genozid-Ideologie” und “Spaltung” verurteilt. Sie hatte öffentlich die Regierungsversion zum Völkermord von 1994 angezweifelt. Präsident Paul Kagame folgt damit einem Urteil des Afrikanischen Gerichtshof aus dem November 2017, dass Ruanda Ingabires Recht auf freie Meinungsäußerung und eine ordnungsgemäße Verteidigung vor Gericht verletzt habe.
derstandard.at, taz.de
Sudans Präsident Bashir löst Regierung auf: Der sudanesische Präsident Omar Hassan al-Bashir hat in einer Fernsehansprache die Auflösung der Regierung bekannt gegeben. Er begründet den Schritt mit der anhaltenden Wirtschaftskrise. Ziel sei die Wiedererlangung wirtschaftlicher Stabilität und eine Verbesserung des Umfelds für Investitionen aus dem Ausland. Außerdem soll die Zahl der Ministerien aus Spargründen von 31 auf 21 verringert werden. Muatas Musa wird als neuer Regierungschef ernannt wie die Regierungspartei am späten Sonntag in einer Krisensitzung entschieden hat. Dem Sudan sind nach der Unabhängigkeit des Südens im Jahre 2011 ein Großteil der Öleinnahmen weggebrochen. US-Sanktionen zwischen 1997 und 2017 taten ihr Übriges. In dem Land herrscht eine hohe Inflation.
derstandard.at
Äthiopien und Eritrea öffnen ihre Grenze: Letzten Dienstag ist die Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea nach 20 Jahren Konflikt und Krieg wieder geöffnet worden. Die Regierungschefs beider Länder, Abiy Ahmed und Isaias Afwerki, nahmen an der feierlichen Zeremonie teil. Ab sofort ist es für Menschen und Güter wieder möglich, die Grenze zu passieren. Nachdem sich Eritrea nach einem blutigen Bürgerkrieg 1993 von Äthiopien losgesagt hatte, kam es fünf Jahre später zu einem Grenzkrieg, bei dem zehntausende Menschen starben. Erst Anfang Juli wurde der Kriegszustand offiziell beendet, in beiden Ländern wurden Botschaften eröffnet.
dw.com
Betrug mit Börsengeschäften: Ägyptisches Gericht erlässt Haftbefehl gegen Mubaraks Söhne derstandard.at
Bonner Start-up SSC Industries will die Holzkohleproduktion in Afrika durch den Einsatz von Biomasse nachhaltiger machen biooekonomie.de
Französischer Demographieforscher: Bild einer massiven Migration aus Afrika ist falsch heise.de
– BACKGROUND –
Europas Plan für Afrika: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat bei seiner Rede zur Lage der Union “einen neuen Pakt mit Afrika” angekündigt. So soll in der nächsten Haushaltsperiode das EU-Budget für Afrika auf 40 Milliarden Euro erhöht werden. Privaten Investoren sollen mit Risikogarantien Investitionen leichter gemacht werden. Auch sollen die Investitionsbanken der EU-Mitglieder und der Europäischen Investitionsbank (EIB) eingebunden werden. So stellt die EIB bis 2020 sechs Milliarden Euro zur Verfügung, die Investitionen in Höhe von 35 Milliarden Euro auslösen sollen. In den nächsten fünf Jahren will die sogenannte Allianz für Afrika zehn Millionen Jobs schaffen, 750.000 Menschen sollen eine Berufsausbildung erhalten, über 100.000 Studenten vom Austauschprogramm Erasmus profitieren.
dw.com
Mehr deutsches Engagement gefordert: Deutsche Unternehmen investieren nach Ansicht der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft DEG noch immer zu zögerlich in Afrika. „Wir können deutsche Unternehmen nur begleiten, wenn sie die Entscheidung treffen, in einem Entwicklungsland zu investieren“, sagte Christiane Laibach, seit Juli Sprecherin der Geschäftsführung bei der hundertprozentigen Kfw-Tochter. „Die deutschen Firmen sind im Export in andere EU-Staaten oder nach China recht gut aufgestellt. Der Druck, auch in Afrika tätig zu werden, ist für sie nicht groß genug.“ Der Kontinent biete große Chancen, die müsse man aufzeigen. Dabei sei auch die Politik gefragt. Außerdem müsse sich bei der Besteuerung etwas tun. „Von mehr als 50 afrikanischen Ländern hat Deutschland gerade mal mit 13 Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen“, sagte Laibach. Investiert eine deutsche Firma in einem afrikanischen Land, wird sie deshalb sowohl dort wie hierzulande besteuert.
tagesspiegel.de
– ANGEZÄHLT –
Nur ein Viertel der Menschen in Afrika trinken Alkohol – oft wegen einem muslimischen Hintergrund. Für internationale Alkoholkonzerne gilt Afrika deswegen als Markt der Zukunft – vor allem seitdem in Europa und den USA der Absatz stagniert.
deutschlandfunkkultur.de
– ZITAT –
“Afrika ist bis heute, neben Indien, der am wenigsten entwickelte Biermarkt weltweit. Das Glas ist sozusagen erst halb voll. Das heißt: Afrika und Indien werden langfristig immer wichtiger für Heineken.”
Heineken-Chef Jean Francois van Boxmeer gerät angesichts der Möglichkeiten auf dem afrikanischen Markt ins Schwärmen.
deutschlandfunkkultur.de
– ZULETZT –
Afrikas Schulen brauchen mehr Unterricht in lokalen Sprachen: 2.000 verschiedene Sprachen gibt es südlich der Sahara. Doch im Schulunterricht herrschen immer noch die Sprachen der Kolonialzeit vor. Oft verstehen die Schüler ihre Lehrer beim Schuleintritt nicht. “Wenn Sie eine Maßnahme suchen, um Kinder vom Lernen abzuhalten, dann haben Sie diese bereits gefunden: Durch das Unterrichten in einer Sprache, die sie in ihrem Umfeld nicht hören”, sagt die norwegische Bildungsforscherin Birgit Brock-Unte, die derzeit an der Witwatersrand-Universität in Südafrika unterrichtet.  Der “Global Education Monitoring Report 2016” der UNESCO belegt, dass Kinder mindestens sechs Jahre in ihrer Muttersprachen unterrichtet werden sollen, sonst würden sie nur langsam oder lückenhaft lernen. Doch Veränderungen entstehen nur langsam. In Nigeria gibt es um die 500 Sprachen – doch der Unterricht findet meist auf Englisch statt. Ein Pilotprojekt versucht jetzt, die verbreitetsten Lokalsprachen Haussa, Yoruba und Igbo im Unterricht zu fördern.
dw.com

KW 37: Geberkonferenz endet mit Milliardenhilfe, Pekings Schulterschluss mit Afrika, Menschenrechtler kritisieren Massenprozess

– NEWS –
Geberkonferenz endet mit Milliardenhilfe für Tschadsee-Region: Die Teilnehmer sagten insgesamt rund zwei Milliarden Dollar an Hilfsgeldern für die afrikanische Krisenregion zu. Außerdem wollen Entwicklungsbanken günstige Kredite in Höhe von fast 470 Millionen Dollar bereitstellen. Auf der zweitägigen Konferenz hatten mehr als 70 Staaten, internationale Organisationen und zivilgesellschaftliche Gruppen über eine Stabilisierung der Region gesprochen. In der Region leben rund 50 Millionen Menschen. Zweieinhalb Millionen sind auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Terror und den Folgen des Klimawandels.
deutschlandfunk.de, taz.de
Pekings Schulterschluss mit Afrika: Chinas Staatschef Xi Jinping hat Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Dollar für die Entwicklung in Afrika angekündigt. Zu Beginn des China-Afrika-Forums in Peking sagte Xi letzte Woche, die Investitionen seien für die kommenden drei Jahre geplant. Im Paket seien 15 Milliarden Dollar als “Hilfen und zinslose Kredite” vorgesehen. Damit begegnete er Sorgen auf afrikanischer Seite, die Unterstützung der Volksrepublik könne zur Verschuldung des Kontinents führen. Am zweitägigen Forum zur Zusammenarbeit zwischen China und Afrika nahmen am Montag und Dienstag letzter Woche zahlreiche afrikanische Staatsoberhäupter teil. Stunden vor dem Forum hatte Xi bei einem Treffen mit afrikanischen Spitzenpolitikern und Geschäftsleuten versichert, Chinas Investitionen in Afrika seien an keinerlei politische Bedingungen geknüpft.
tagesspiegel.de, spiegel.de
Menschenrechtler kritisieren Massenprozess gegen Muslimbrüder: Ein Strafgerichtshof in Kairo hat am Samstag die Urteile im sogenannten Rabaa-Prozess verkündet. Dabei wurden Todesurteile gegen 75 angeklagte Muslimbrüder bestätigt, gegen mehr als 600 Anhänger wurden Gefängnisstrafen erlassen. Unter den Verurteilten befinden sich hochrangige Funktionäre der in Ägypten als Terrororganisation eingestuften Organisation. Das Verfahren steht in Zusammenhang mit der Machtübernahme der Armee am 3. Juli 2013. Die Muslimbrüder demonstrierten wochenlang gegen die Absetzung des gewählten Präsidenten Mohammed Morsi. Am 14. August 2013 wurden mehrere Protestcamps von ägyptischen Sicherheitskräften mit äußerster Brutalität gestürmt. Der Vorfall vor der Rabaa-Al-Adawiya-Moschee in Kairo gilt mit 900 Toten blutigstes Massaker in Ägyptens Geschichte. Amnesty Internationale kritisierte de Urteile als “beschämend”. Die Integrität des ägyptischen Justizsystems sei erschüttert. Kein einiger Polizeibeamte sei für das Massaker zur Rechenschaft gezogen worden.
derstandard.at
Machtwechsel in Angola abgeschlossen: In Angola ist Präsident João Lourenço am Samstag auch in der Regierungspartei zum Nachfolger des früheren Staatschefs José Eduardo dos Santos an die Spitze gewählt worden. Bei einem Parteitag in Luanda erhielt Lourenço rund 98,6 Prozent der Stimmen. Der langjährige Präsident dos Santos war bei den Wahlen 2017 nicht mehr angetreten. Lourenço plant nun einen Bruch mit der Politik seines Vorgängers. Es müsse “korrigiert werden, was falsch ist – Korruption, Nepotismus, Schmeichelei und Straflosigkeit, die sich in den vergangenen Jahren in unserem Land breitgemacht haben”, so Lourenço. So wurden bereits in den vergangenen Monaten alte Seilschaften dos Santos aus ihren Ämtern entfernt.
derstandard.at
Italien plant für November Libyen-Konferenz in Sizilien derstandard.at
Ebola-Ausbruch im Kongo: Kontrollmaßnahmen funktionieren taz.de
Österreich plant für Anfang Dezember im Rahmen der EU-Präsidentschaft einen Afrika-Gipfel in Wien finanznachrichten.de
– BACKGROUND –
Südafrika rutscht in Rezession: Südafrika, lange als Boomland gefeiert, rutscht in die Rezession. So schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent. Zu Jahresbeginn waren es sogar noch 2,6 Prozent. Das erneute Minus kam überraschend, Volkswirte hatten sogar mit einem Wachstum von 0,6 Prozent gerechnet. Durch die Zahlen gerät auch die Landeswährung Rand unter Druck. Das schwache Wachstum stellt Präsident Cyril Ramaphosa vor eine gewaltige Herausforderung. Schon jetzt liegt die Arbeitslosenquote bei 27 Prozent. Von der Politik wird erwartet, gegen Armut und Ungleichheit vorzugehen. Hauptursache für die schlechten Zahlen ist die Landwirtschaft, deren Produktion um 29,2 Prozent einbrach. Auch gingen die Investitionen im Bergbau zurück.
spiegel.de
Ruanda buhlt um Investitionen: Ruanda buhlt um internationale Unternehmen. Die Infrastruktur ist vorbildlich, die Regierung versucht im Rahmen ihres ehrgeizigen Planes “Vision 2020” Investoren ins Land zu locken. Die Firmengründung ist relativ einfach, wer mehr als 10 Millionen Dollar investiert, muss keine Unternehmenssteuern zahlen. Sogar VW hat in einer Sonderwirtschaftszone in Kigali eine kleine Fabrik eröffnet. Vor allem China ist als Investor aktiv. Hier fließt das Geld vor allem in die Infrastruktur wie den Straßenbau. Hotels in Kigali haben sich auf Besuch aus Fernost eingestellt: Chinesische Gerichte stehen auf der Speisekarte und der Wellness-Bereich lockt mit fernöstlichen Massagen. Paul Kagame und der chinesische Präsident Xi Jinping sollen in freundschaftlicher Verbindung stehen. So besuchte Xi im Juli als erster chinesischer Regierungschef das Land und brachte weitere Investitionen auf den Weg.
taz.de
– ANGEZÄHLT –
30 Millionen Menschen werden jedes Jahr auf dem afrikanischen Kontinent geboren. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist nicht einmal volljährig. Doch in vielen Ländern will eine überalterte politische Klasse nichts von ihrer Macht an die Jüngeren abgeben.
taz.de
– ZITAT –
“Wir haben ganz klargemacht, dass wir nichts Illegales unterstützen und dass jeder, der denkt, dass dieses Land ihm nicht bietet, was ihm als Bürger geboten werden sollte, und der beschließt, die Wüste und das Mittelmeer herauszufordern, dies auf eigene Gefahr tut.”
Nigerias Präsident Muhammadu Buhari stellt angesichts des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel klar: nigerianischen Flüchtlingen wolle man nicht helfen.
taz.de
– ZULETZT –
Afrika und Südamerika sind jetzt vernetzt: Ein direktes Seekabel zwischen Afrika und Amerika hat Huawei Marine Networks fertiggestellt. Es verläuft auf einer Länge von fast 6.000 Kilometern zwischen Kribi in Kamerun und Fortaleza in Brasilien und soll weltweit zu besseren Datenverbindungen beitragen. So werden neue Routing-Pfade zwischen Afrika und Nordamerika, aber auch zwischen Europa und Südamerika möglich. Lu Yimin, Chef von China Unicom, sagte: “China hat strategische Partnerschaften mit Afrika und Südamerika.”
golem.de

KW 36: Merkel in Afrika, Parlamentswahlen in Mauretanien, Tschadsee-Konferenz in Berlin

– NEWS –
Merkel in Afrika: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Rahmen ihrer Afrika-Reise Ghana, Senegal und Nigeria besucht. Im Zentrum stand vor allem eine bessere wirtschaftliche Zusammenarbeit.Nur durch die Wirtschaft, so Merkel, könnten Arbeitsplätze und Perspektiven geschaffen und die Migration eingedämmt werden. Dabei deutet sie auch an, dass die Regierung deutsche Firmen im Afrika-Geschäft stärker unterstützen könnte. Im internationalen Wettbewerb würden anderen Staaten Angebote oft mit Finanzierungsmodellen anbieten. Die Regierung arbeite daran, die deutschen Firmen ebenfalls stärker zu unterstützen. Am 30. Oktober plant Deutschland in Berlin einen großen Afrika-Gipfel im Rahmen der Initiative “Compact with Africa”, die unter der deutschen G20-Präsidentschaft angestoßen worden war.
zdf.de, de.reuters.com, taz.de
Parlamentswahlen in Mauretanien: In Mauretanien haben am Samstag die Parlaments-, Regional- und Kommunalwahlen begonnen. Die Abstimmung gilt als wichtiger Vorentscheid für die Präsidentschaftswahlen in sieben Monaten. 98 Parteien waren zur Wahl angetreten. Ein neuer Rekord. Internationale Beobachter waren nicht im Land. Ergebnisse werden für Mitte der Woche erwartet. Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz regiert seit einem Putsch im Jahr 2008. Die Opposition und NGOs werfen ihm Menschenrechtsverstöße vor. Azis hatte eigentlich erklärt, nicht mehr für eine dritte Amtszeit antreten zu wollen. Äußerungen aus der Regierung nähren allerdings Befürchtungen der Opposition, er könnte doch noch für eine weitere Amtszeit kandidieren.
derstandard.at
Südsudan: Rebellenführer unterzeichnet Friedensabkommen: Im Südsudan hat Rebellenführer Riek Machar am Donnerstag das Friedensabkommen von Anfang August unterzeichnet. Damit steigen die Chancen auf Frieden exorbitant, denn Machar hatte das von mehreren Konfliktparteien ausgehandelte Abkommen bis vor wenigen Tagen noch abgelehnt.  Gegenstand des Abkommens sind eine Waffenruhe und die Bildung einer Übergangsregierung. Allerdings war bereits 2015 ein Friedensabkommen gescheitert. Seit 2011 ist der Südsudan unabhängig, seit 2013 tobt ein blutiger Bürgerkrieg, der mehr als vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben hat – etwa ein Drittel der Bevölkerung.
derstandard.at
Spanien schiebt Migranten aus Ceuta ab: Spanien hat in einer ungewöhnlichen Aktion 116 Flüchtlinge nach nur rund 24 Stunden wieder nach Marokko zurückgeschickt. Die Flüchtlinge waren vorletzte Woche bei einem neuen Massenansturm von Marokko aus in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt. Laut Polizeiberichten überwanden sie den Grenzzaun und bewarfen die Grenzbeamten mit Ätzkalk, Batteriesäure und Exkrementen. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Rücküberstellung basiere auf ein Abkommen zwischen Madrid und Rabat von 1992, wonach sich Marokko zur Rücknahme von Flüchtlingen auch aus Drittländern bereit erklärt, und das in den vergangenen Tagen auf Antrag Madrids reaktiviert worden sei, berichtete „El País“ unter Berufung auf das spanische Innenministerium.
tagesspiegel.de, welt.de
Hunderte Häftlinge aus Gefängnis in Tripolis geflohen derstandard.at
Uganda: Proteste nach Folter an Oppositionellenführer Robert Kyagulanyi dauern an taz.de
China-Afrika-Gipfel: 50 afrikanische Staatschefs machen in Peking dem wichtigsten wirtschaftlichen Partner ihre Aufwartung deutschlandfunk.de
– BACKGROUND –
Tschadsee-Konferenz in Berlin: In Berlin treffen sich auf Einladung der Vereinten Nationen, Norwegens, Deutschlands und Nigeria die Anrainerstaaten des Tschadsees. Zu Beginn zeigte sich Außenminister Heiko Maas besorgt über „eines der größten humanitären Dramen unserer Zeit“. Die Region sei „zum Tummelplatz für Terrorgruppen wie Boko Haram und den IS geworden, die auch für unsere Sicherheit in Europa eine Bedrohung sind“, so Maas. Achim Steiner, Chef des UN-Entwicklungsprogrammes UNDP, warnte vor einer Fluchtwelle aus der stark vom Klimawandel betroffenen Region. Mehr als 2,4 Millionen Menschen sind nach Angaben der EU-Kommission in der Region aufgrund von Terrorismus, Armut und Klimawandel vertrieben. Bis Dienstag diskutieren mehr als 50 Delegationen die Themenfelder humanitäre Hilfe, Stabilisierung und nachhaltige Entwicklung in der Krisenregion.
faz.net, spiegel.de
Deutschland gibt Gebeine aus Kolonialzeit an Namibia zurück: Die Regierung hat am Mittwoch während der deutschen Kolonialherrschaft gestohlene und nach Deutschland gebrachte Gebeine an Namibia zurückgegeben. Bei der Übergabezeremonie in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin bat die Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering, Namibias Kulturministerin Katrina Hanse-Himarwa für das „schreckliche Unrecht“ während der deutschen Kolonialzeit „aus tiefstem Herzen um Verzeihung“. Die Deutschen würden sich zu ihrer historischen Verantwortung bekennen. Hanse-Himarwa erklärte, das namibische Volk wünsche sich eine offizielle Entschuldigung der Regierung für den Genozid während der Kolonialzeit.
welt.de, tagesspiegel.de
– ANGEZÄHLT –
Mit einer Arbeitslosigkeit von nur 2,4 Prozent und einem Wirtschaftswachstum von 8,4 Prozent gilt Ghana als wichtiger Stabilitätsanker in Westafrika.
tagesschau.de
– ZITAT –
“Das liegt an der absoluten Vernachlässigung der Region durch den Staat. Die Menschen verlassen sich auf die Religion und religiöse Institutionen. Das Predigen wird jedoch nicht reguliert. Dazu kommt die Armut, fehlender Zugang zu Bildung und Alternativen. Um das zu ändern, muss die Regierung kurz- und langfristige Strategien entwickeln.”
Atta Barkindo ist katholischer Priester und leitet in Abuja das Kukah Centre für Konfliktforschung und Friedensbildung. Er nimmt an der Tschadsee-Konferenz in Berlin teil und fordert einen völlig neuen sozialen Ansatz im Kampf gegen die Terror-Gruppe Boko Haram.
taz.de
– ZULETZT –
Ja, mir san mit’m Radl da: Afrika wurde von der Bundesregierung lange links liegen gelassen. Erst seit der Flüchtlingskrise gerät der Kontinent verstärkt in den Fokus. Dass der Besuch hochrangiger deutscher Politiker nicht alltäglich ist, zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkels Ankunft im Senegal. So zeigte die Militärkapelle bei der Begrüßung am Flughafen einige Unsicherheiten in der Liedauswahl. Neben der Nationalhymne wurden die alten Schlager “Ja, mir san mit’m Radl da” und “Schöne Maid, hast Du heut’ für mich Zeit” zum Besten gegeben.
merkur.de

KW 33: Kabila kandidiert nicht, Keïta wiedergewählt, Müller fordert Öffnung des Marktes für Waren aus Afrika

– NEWS –
Kabila kandidiert nicht: Kongos Präsident Joseph Kabila hat auf eine neuerliche Kandidatur verzichtet und damit eine Verfassungskrise in seinem Land abgewendet. Kabila werde bei der Präsidentschaftswahl im Dezember die Kandidatur seines Ex-Innenministers Emmanuel Ramazani Shadary unterstützen, sagte Regierungssprecher Lambert Mende am Mittwoch in Kinshasa. Kabilas Wunschkandidat ist allerdings wegen Menschenrechtsverletzungen im Visier der EU: Im vergangenen Jahr belegte sie Shadary mit Sanktionen. Kabilas Sprecher gab die Entscheidung wenige Stunden vor Ablauf der Bewerbungsfrist für die Wahl bekannt. Bis zuletzt hatte der Präsident offen gelassen, ob er sich über die in der Verfassung verankerte Begrenzung der Amtszeit hinwegsetzt und erneut für das Präsidentenamt kandidiert.
tagesspiegel.de
Keïta wiedergewählt: Der in Mali seit 2013 amtierende Staatschef Ibrahim Boubacar Keïta ist nach vorläufigen Ergebnissen wiedergewählt worden. Auf ihn entfielen 67,17 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Soumaila Cisse erhielt 32,83 Prozent der Stimmen. Bei der Stichwahl vom Sonntag gingen allerdings nur noch 25 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne. Cissé sprach bereits am Mittwoch von einer “Diktatur der Wahlfälschung”. Die EU-Chefwahlbeobachterin, die Italienerin Cécile Kyenge, räumte “Unregelmäßigkeiten” ein. Von einem Betrug wolle man aber nicht sprechen. Die Opposition hat ohnehin kein großes Vertrauen in das Urteil der EU. Schließlich gilt Staatschef Keïta als Günstling Frankreichs im Kampf gegen die in der Region umtriebigen Dschihadisten.
derstandard.at, taz.de
Müller fordert Öffnung des Marktes für Waren aus Afrika: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat von der deutschen Wirtschaft mehr Engagement in Afrika gefordert. Nur 1.000 von 3,5 Millionen deutschen Unternehmen würden sich bislang auf dem Kontinent engagieren. Dabei hätten 42 von 54 afrikanischen Ländern im vergangenen Jahr ein höheres Wirtschaftswachstum als Deutschland verzeichnet. “Das zeigt, welche enorme Dynamik Afrika entwickeln kann”, fügte Müller hinzu. Derzeit seien vor allem chinesische, türkische und russische Unternehmen in Afrika aktiv. Um sichere Rahmenbedingungen gerade auch für mittelständische Unternehmen aus Deutschland zu schaffen, will der Minister gemeinsam mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium ein “Entwicklungsinvestitionsgesetz” auf den Weg bringen.
tagesspiegel.de, faz.net, spiegel.de
Nigers Präsident in Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren europäischen Ansatz in der Migrationspolitik verteidigt. Die Regierung arbeite beispielsweise in dem afrikanischen Durchgangsland Niger bei der Bekämpfung des Schlepperwesens mittlerweile mit Italien, Frankreich und der EU-Kommission zusammen, sagte Merkel am Dienstag in einer Bürgerfragerunde zur Europapolitik in Jena. Die CDU-Chefin sprach sich für eine enge Partnerschaft mit Afrika aus, um die Migration nach Europa zu steuern. Merkel zufolge könnten die afrikanischen Länder die Migranten zurücknehmen, die nicht rechtmäßig nach Europa gekommen seien und kein Asyl bekämen. Die Kanzlerin empfing am Mittwoch den Präsidenten der Republik Niger, Issoufou Mahamadou, im Gästehaus der Regierung in Meseberg.
taz.de
Anfechtung des Wahlergebnisses in Simbabwe: Amtseinführung von Emmerson Mnangagwa abgesagt derstandard.at
Wahlkampf in Uganda: Regime geht brutal gegen Journalisten und Opposition vor taz.de
Lufthansa Cargo schließt Lücken in Afrika aero.de
– BACKGROUND –
Radikale Muslime protestieren gegen Reformen: In Tunis haben Hunderte Menschen, darunter viele Geistige, gegen liberale Reformen im Land demonstriert. Auf Plakaten stand “Nein zur Änderung der göttlichen Worte” und “Tunesier halten sich an die Lehren des Islam”. Die Reform der Regierung sieht vor, dass Frauen gleiche Erbrechte wie Männer erhalten und Homosexualität entkriminalisiert werden soll. Tunesien ging als einziges Land nach dem arabischen Frühling als Demokratie hervor und führt mehr als andere Länder Reformen in Richtung Gleichberechtigung der Geschlechter durch. Allerdings leben nach wie vor viele radikale Muslime in dem Land.
derstandard.at
Schwierige Handelsbeziehungen: Jahrzehntelang waren die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Afrika einseitig ausgerichtet. Produkte kamen vor allem aus Afrika. Umgekehrt gab es hohe Zölle, doch mit zunehmenden Welthandel musste auch Afrika seine Märkte öffnen. Heute regeln Europäische Partnerschaftsabkommen mit einzelnen afrikanischen Ländern den Handel. Bernd Lange, EU-Abgeordneter für die SPD und Vorsitzender des EU-Handelsausschusses, fasst das so zusammen: “Wir öffnen den Entwicklungsländern – gerade den afrikanischen, mit denen wir auch Verträge geschlossen haben – zu 100 Prozent den Markt und geben ihnen die Möglichkeit, ihre Produktion langfristig zu schützen.” Kritiker fürchten, dass das zum Beispiel Bauern in Afrika in den Ruin treibt. Viele afrikanische Staaten sind daher auch skeptisch mit dem Abschluss von Abkommen, sie finden diese eben nicht partnerschaftlich. Der Afrika-Beauftragte der Bundeskanzlerin, Günter Nooke, sagt: “Man kann nicht kaputt machen, was man auf der anderen Seite als Entwicklungsministerium versucht aufzubauen.”
tagesschau.de
– ANGEZÄHLT –
125 Cholera-Tote wurden seit Februar in Ost-Kasai im Zentrum des Kongo gezählt. 2100 Menschen werden derzeit medizinisch behandelt.
watson.de
– ZITAT –
“Afrikas Jugend wird sich nicht auf die Flucht begeben. 42 von den 54 afrikanischen Ländern hatten im vergangenen Jahr ein höheres Wirtschaftswachstum als Deutschland. Das zeigt, welche enorme Dynamik Afrika entwickeln kann. Der Anteil Afrikas am weltweiten Handel beträgt aber nur zwei Prozent – die EU hat einen Anteil von fast 40 Prozent. Und: Die afrikanische Bevölkerung wird sich bis zum Jahr 2050 auf mehr als 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln, was zur Folge hat, dass jedes Jahr 20 Millionen junge Menschen zusätzlich auf den Arbeitsmarkt drängen werden.”
Entwicklungsminister Gerd Müller fordert von der deutschen Wirtschaft, sich mehr in Afrika zu engagieren.
welt.de
– ZULETZT –
Schimpansen in Sierra Leone schützen: Bereits seit 1995 steht in Tacugama Sierra Leones einziges Schutzgebiet für Schimpansen. Die Initiative überstand Militärherrschaft und Bürgerkrieg und schützt heute etwa 80 Tiere mit 30 Angestellten. „Unsere Schimpansen kann man als Botschafter für die 6.000 in Sierra Leone noch wild lebenden Tiere sehen“, ist Gründer Bala Amarasekeran stolz. Die Anzahl der in Freiheit lebenden Schimpansen in Afrika ist in den letzten drei Jahrzehnten um 80 Prozent geschrumpft. Weil zum Beispiel Sierra Leone bis in die 70er Primaten für klinische Versuche exportiert hat und weil durch die Rodung der Wälder zur Holzkohleherstellung ihr Lebensraum Stück für Stück verschwunden ist. Weil immer wieder Affen ausbrachen, werden jetzt die Projekte erweitert, um die Wälder in Sierre Leone und damit der Lebensraum für die Tiere besser zu schützen. „Dörfer, die unmittelbar an Waldgebiete grenzen, erhalten von uns Unterstützung“, sagt Bala: Lehrkräfte, Brunnen, zementierte Gemeinschaftsräume. Als Gegenleistung fordert Amarasekeran den Schutz der Affen.
taz.de