Alice Greschkow

KW 20: Mehr Infektionskrankheiten treten in der Coronakrise auf, WHO will Naturmedizin testen, Westafrikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg

– NEWS –
Mehr Infektionskrankheiten treten in der Coronakrise auf: Da die Ressourcen der afrikanischen Gesundheitssysteme gegenwärtig auf die Eindämmung des Coronavirus fokussiert sind, werden andere Infektionskrankheiten vernachlässigt – und sie breiten sich wieder aus. Masern-Impfkampagnen wurden in den letzten Wochen ausgesetzt. Malaria bedroht die Menschen vor Ort und es wurden wieder neue Fälle von Ebola und Polio verbucht. Eigentlich war bereits eine Feier anlässlich des Aussterbend der Kinderlähmung geplant – allerdings dürfte diese ausfallen, wenn sich die Krankheit erneut verbreitet. In vielen afrikanischen Staaten drohen die Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte im Gesundheitswesen wieder verloren zu gehen.
tagesspiegel.de
WHO will Naturmedizin testen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Afrikanische Union (AU) wollen Naturmedizin klinisch testen. Zwar warnen die Institutionen vor vermeintlichen Kräuter-Wundermitteln, jedoch fordern sie, dass medizinische klinische Standards in Afrika genauso eingehalten werden wie in anderen Regionen der Welt. Ein Unternehmen in Madagaskar hatte einen Trank entwickelt, den es als Mittel gegen das Coronavirus anpries, da es das Immunsystem stärken solle. Der Kräuter-Cocktail wurde in großen Mengen nach Guinea-Bissau bestellt, auch Anfragen aus anderen Ländern erfolgten. Nun wolle AU und WHO sich dem Thema wissenschaftlich annähern, damit die Bürger eine qualitative Information über medizinische Wirkstoffe erhalten.
pharmazeutische-zeitung.de
Touristen bleiben aus – Naturschützer befürchten negative Folgen für Wildtiere: Wegen der Corona-Pandemie sind in Afrikas Wildparks kaum Touristen – die Einnahmen brechen ein. Nicht nur, dass Jobs durch das Ausbleiben der Reisenden bedroht sind, die Ranger in den Wildparks befürchten, dass die Mittel zur Neige gehen, um die Tiere in den Naturparks vor Wilderern zu schützen. Private Schutzgebiete hoffen nun auf Spenden, um zumindest einen Teil ihrer finanziellen Einbußen abfedern zu können und Wilderer abzuwehren. Noch immer versuchen diese Tiere wie Elefanten zu erschießen, um die Stoßzähne auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.
zdf.de
Südafrika startet klinische Studie mit Tuberkuloseimpfung: Im Kampf gegen das Coronavirus verabreicht Südafrika 500 Probanden im Rahmen einer klinischen Studie die BCG-Impfung, die normalerweise zum Schutz von Tuberkulose eingesetzt wird. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Menschen mit einer Impfung einen milderen Verlauf im Falle einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben. In einer zweiten Welle soll die Studie auf 3.000 Personen ausgeweitet werden, die primär im Gesundheitswesen arbeiten. Frankreich, Australien und die Niederlande führen ebenfalls Studien mit dem BCG-Impfstoff durch. In Südafrika erkranken noch immer jedes Jahr rund 300.000 Menschen an Tuberkulose.
aerzteblatt.de
Immer mehr Corona-Lockerungen: In Nigeria werden die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus im Zeitraum von sechs Wochen abgebaut. Erste Öffnungen fanden in den Metropolen bereits statt: Geschäfte öffneten wieder. Im öffentlichen Raum müssen Menschen Gesichtsmasken tragen und Abstandsregeln einhalten. Auch in Ruanda, Simbabwe und Namibia sollen Lockerung vollzogen werden. Südafrika und Ghana haben bereits zuvor schrittweise Öffnungen beschlossen.
onvista.de
Früheres VW-Werk in Südafrika wird zur Corona-Klinik: 4000 Menschen sollen in einer früheren Produktionsstätte des Autoherstellers Volkswagen betreut werden können, wenn sie am Coronavirus erkranken. Der erste Teil soll binnen sechs Wochen fertiggestellt werden und 1400 Patienten aufnehmen können. Das deutsche Entwicklungsministerium finanziert den Umbau und stellt auch Schutzkleidung im Wert von über fünf Millionen Euro zur Verfügung. Südafrika hat bisher die meisten registrierten Erkrankungen auf dem afrikanischen Kontinent.
industriemagazin.at
Das Ende der chinesischen Flitterwochen welt.de
Die Angst vor dem Hunger ist größer faz.net
Südafrika: Neue Airline soll entstehen austrianaviation.net
Heuschreckenplage gefährdet eine ganze Region t-online.de
– BACKGROUND –
Westafrikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg: Während am 8. Mai in Deutschland und den Alliierten-Staaten dem Ende des Zweiten Weltkrieges gedacht wurde, gibt es wenige Erinnerungen und Respekt für die westafrikanischen Soldaten, die damals von europäischen Kolonialherren eingezogen wurden. Rund eine Million Männer wurden an die Front gegen Deutschland und seine Bündnispartner geschickt – bis nach Südostasien. Nach Kriegsende gab es wenig Anerkennung und Entschädigung für die Soldaten, die im Weltkrieg mit belgischen und französischen Soldaten gegen das faschistische Deutschland kämpften. Die meisten von ihnen sind bereits gestorben, die wenigen Überlebenden beklagen, dass ihnen nur eine dürftige Kriegsrente geblieben ist.
dw.com
Eritreische Flüchtlinge in Äthiopien: Offiziell leben in Äthiopien 750.000 Flüchtlinge – die Dunkelziffer wird sehr viel höher geschätzt. Ein signifikanter Teil stammt aus dem Nachbarland Eritrea, das seit der Unabhängigkeit von Äthiopien 1993 als autoritäre Militärdiktatur kategorisiert wird. Es gab seitdem keine Wahlen mehr im Land, der Militärdienst, durch den Männer wie Frauen gehen müssen, wird von Amnesty International mit Zwangsarbeit verglichen. In Äthiopien finden die Flüchtlinge etwas Ruhe im Camp – allerdings könnte das Lager an der Grenze bald geschlossen werden. Für viele bedeutet die Flucht ein Leben am Rand der Illegalität – Papiere fehlen nämlich oft.
spiegel.de
Konflikte zwischen Kolonialismus und Postkolonialismus: Historiker und Anthropologen sind sich mittlerweile uneins über die Frage wie das Leben im Kolonialismus tatsächlich war. Während über lange Zeit das Bild des absoluten Machtanspruchs gegenüber den kolonialisierten Menschen verworfen wurde, sind postkoloniale Autoren der Auffassung, dass der Kolonialismus mit dem Holocaust vergleichbar sei. Sie sehen tiefe Konfliktlinien mit Hinblick auf Rassismus, Abwertung und Diskriminierung, die sich bis heute ziehen. Auch über die Wege zur Unabhängigkeit wird gestritten – Postkolonialisten unterstreichen die Gewalt und den Kampf vieler Menschen auf dem Weg zum eigenen Staat, während andere Forscher darauf hinweisen, dass der Systemübergang sehr viel ruhiger vonstattenging.
faz.net
– ANGEZÄHLT –
Rund 100.000 Menschen haben in Kenia ihr Obdach aufgrund einer starken Überschwemmung verloren.
rnd.de
– ZITAT –
“In Äthiopien sind die Exporte nach Europa um ein Drittel zurückgegangen. Fabriken schließen, 1,5 Millionen Jobs gehen bereits verloren. Viele Millionen Menschen rutschen in Armut ab.”
Entwicklungsminister Gerd Müller warnt vor den Folgen durch die Coronakrise.
dw.com
– ZULETZT –
Universität von Pretoria stellt Schutzmasken mit 3D-Drucker her: Weil die Schutzkleidung in Südafrika knapp ist, hat die Universität Pretoria sich dazu entschieden Schutzmasken für das Krankenpersonal mit dem 3D-Drucker herzustellen. 20 Stück werden täglich produziert: sie bilden eine Schutzscheibe, die als erste Barriere vor Tröpfchen schützen soll.
dw.com

KW 19: Proposal for migration reform, Libyan government rejects ceasefire, intellectuals demand own African way in the crisis

– NEWS –
Proposal for migration reform: To simplify legal migration from Africa to Europe, the German Council of Experts on Migration (SVR) is proposing a new system. People from Africa who want to migrate to Europe could, in return for a temporary work visa, leave a deposit at the German embassy in their country of origin. If they leave the country, the money would be returned to them. SVR chairwoman Petra Bendel said that the topic of migration had been “relegated to the background” in the media in the wake of Corona. She added that Europe was dependent on migration, not least because of demographic developments. After the expiry of their work visa, the immigrants would go back to their home countries and contribute to development with the money earned there. Afterwards they could apply for a new visa.
taz.de
Bundeswehr soldiers injured in Mali: An incident occurred in Mali in which five German soldiers were injured. Apparently, during a patrol in a vehicle the ammunition in a smoke grenade was triggered. How the incident occurred is still unclear.
spiegel.de
Libyan government rejects ceasefire: The internationally recognized Libyan government rejected the ceasefire proposed by General Haftar. They wanted to continue “to eradicate illegal armed groups”. Haftar had previously announced that he did not want to fight again until the end of Ramadan. The United Nations had also called for a ceasefire to prevent further spread of the corona virus. Most recently, Haftar’s troops had suffered some military setbacks.
theguardian.com
South Africa fights Coronavirus: Apparently, South Africa seems to have the outbreak of the corona virus better under control than initially feared. So far, the country reports only 5350 cases of infection. The mortality rate is 1.3 percent. Michael Ryan, Director of the World Health Organization’s Emergency Programme, said: “A lot of innovative things are happening on the African continent. He praised South Africa in particular: “South Africa’s approach to getting Covid-19 under control is remarkable, some even groundbreaking”. Due to the strict restrictions imposed by the South African government, many people are suffering from hunger; the economy is largely at a standstill. The first easing of the restrictions is now underway. In some sectors of the economy, production is to be increased to 50 percent, many shops are to be allowed to sell more products again, and the wine industry, which has been so battered, is to be allowed to export abroad again.
bbc.com
Anti-Apartheid fighter Denis Goldberg died: Denis Goldberg, one of the most important fighters against the apartheid system in South Africa, has died at the age of 87. Goldberg had been sentenced to life imprisonment in 1964 together with Nelson Mandela for his activism. After the end of apartheid, he worked for a time as an advisor to the then Minister of Water and Forestry, Ronnie Kasrils.
theguardian.com
Attacks on park rangers in the Congo: On a road in the Virunga National Park in Congo, 13 gamekeepers and five civilians were killed in attacks. The director of Congo’s conservation agency ICCN, Cosma Wilungula, said the day of the attacks was one of the deadliest in the park’s history. According to the park administration, the attackers were members of the FDLR-Foca, a Hutu rebel group. They originally attacked the local population, and the park rangers were only defending them. Their president, Victor Byiringiro, was the target of an attack by the Rwandan army two weeks ago. The rangers were militarily upgraded by the EU last year. They are accused, especially by Congolese Hutu, of abusing their power. In the past, the rangers are said to have destroyed houses in the park. Rumour has it that recently local civil defence forces have joined forces with the FDLR to take action against the rangers.
nytimes.com
Kakuma refugees seek relocation over insecurity theeastafrican.co.ke
Coronavirus: Which African countries are ahead on testing? bbc.com
South Africa’s unemployment rate could hit 50%: report businesstech.co.za
U.S. Military’s Hub in Africa Fights to Keep the Coronavirus Out foreignpolicy.com
– BACKGROUND –
Border closures particularly affect Africans: The border closures of many countries are causing a great deal of trouble for African trade. 43 of 45 African countries have temporarily closed their borders. The African Free Trade Area (AfCFTA) and a common African passport should actually be implemented by 2020. The corona pandemic has temporarily put a damper on these plans. According to the African Union, the border closures would have “a devastating effect on health, the economy and social stability in many African countries”. Meanwhile, the Impfallianz GAV warned that vaccines would become scarce in some states. Although this problem has now been solved, many African states still rely on permeable borders to transport goods, but also for people who travel to other countries to work. “Mobility is part of everyday life for most Africans. You go somewhere else for a while, work, earn income and send it to your family, acquire skills and bring them back, create networks across borders,” says Robert Kappel, professor emeritus of the Institute for African Studies at the University of Leipzig.
dw.com
Intellectuals demand own African way in the crisis: African intellectuals have written an open letter addressed to the heads of state of African countries. The manifesto was written by Amy Niang, a lecturer in international relations, the Senegalese economist Ndongo Sambal Sylla and the law lecturer Lionel Zevounou, and signed by over a hundred African intellectuals. They criticise the way African countries are dealing with the Corona pandemic, arguing that it is based on the European model without taking African peculiarities into account: “The majority of the population must get out to earn money. Many are also used to working in times of crisis. They also have experience with epidemics. If there had been room for other ideas, they might have found another solution. But the global direction is set and everyone has to stick to it. In my view, this is a problem”. Another letter from African intellectuals calls for Africa to reflect on its own strengths: “Africa needs leaders who are not only interested in its wealth of natural resources, but who have empathy for its people and whose dignity is close to their hearts.
africanarguments.org
Islamists increasingly operating in Mozambique: Islamist terrorist groups are increasingly concentrated in the Cabo Delgado region in northern Mozambique. On 8 April this year, 52 people were murdered there by jihadists. The Catholic Archbishop of Cabo Delgado, Dom Luis Fernando Lisboa, estimates that at least 200,000 people in Mozambique’s north-east have been driven from their villages in the past three years. The group carrying out the attacks is apparently an offshoot of the Islamic State (IS). According to the Mozambican government, the terrorists are said to come from abroad, especially from Tanzania. Although Cabo Delgado is sparsely populated, it is rich in natural gas. The security situation in the region is therefore a particular priority for the government. “The insecure situation in the region is hampering our efforts to achieve greater prosperity and development,” said Mozambique’s President Filipe Nyusi.
dw.com
– NUMBER –
The European Union is paying almost 100 million Euros to the Libyan coast guard to prevent fugitives from crossing the Mediterranean. Human rights organisations criticise the camps, where the fugitives are often held in inhumane conditions.
spiegel.de
– QUOTE –
“600 million people in Africa still do not have access to electricity. If everyone could get a coal-based power outlet, hundreds of new coal-fired power plants would have to be built.”
German Development Minister Gerd Müller calls for African development aid to be combined with environmental protection.
spiegel.de
– AT LAST –
People flee from Southern Europe to North Africa: At present, many refugees apparently dare to cross from Southern Europe to North Africa and pay large sums of money to smugglers. Due to the corona pandemic, the economy in Spain and Italy has come to a standstill. Many refugees therefore no longer see any prospects in Europe.
faz.net

KW 13: Umbrüche im Sudan und Südsudan, Streit um Staudamm zwischen Äthiopien und Ägypten, Ostafrika kämpft gegen Heuschreckenplage

– NEWS –
Umbrüche im Sudan und Südsudan: Im Sudan sowie im Südsudan finden tiefgreifende Umbrüche und Machtverschiebungen statt. Nachdem der Machthaber Omar al-Baschir nach 30 Jahren gestürzt wurde und die Zivilgesellschaft sich zunehmend besser organisiert, haben insbesondere junge Menschen Hoffnung auf einen demokratischen Übergang des Staates. Durch eine Stabilisierung des Sudans soll auch der panafrikanische Zusammenhalt gestärkt werden. Allerdings gibt es auch konträre Kräfte: Saudi-Arabien rekrutiert junge Sudanesen als Soldaten im Krieg gegen den Jemen. Im Südsudan ist die Tendenz noch immer chaotisch. Obwohl das Ende des Al-Bashir-Regimes begrüßt wurde, schafft es das Land nicht, Frieden und die Grundversorgung im Land zu sichern.
deutschlandfunkkultur.de
Streit um Staudamm zwischen Äthiopien und Ägypten: Weil Äthiopien den größten Stausee Afrikas am Nil füllen möchte, um für seine 100 Millionen Einwohner Elektrizität herzustellen, ist ein Streit zwischen dem ostafrikanischen Land und Ägypten ausgebrochen. Die Ägypter, die nilabwärts liegen, befürchten, dass durch das Füllen des Stausees nicht mehr nur Wasser bei ihnen ankommen würde. Der Sudan möchte zwischen beiden Parteien vermitteln und drängt darauf eine Einigung zu erzielen. Auch die USA haben im Streitfall eine klare Forderung: der Stausee solle nicht gefüllt werden, bis keine Lösung erzielt wird.
deutschlandfunknova.de
Sorge in Südafrika vor dem Coronavirus steigt: Das Gesundheitssystem in Südafrika ist bereits jetzt stark ausgelastet – im Land gibt es jährlich 6000 Tuberkulosefälle, auch die Anzahl der HIV-positiven Menschen ist im Land unter den höchsten der Welt. Diese beiden Faktoren erhöhen das Risiko am Coronavirus zu sterben. Ein weiterer Faktor, der gerade in den Townships zum Problem werden könnte, ist die Dichte der Siedlungen. Familien wohnen in den Siedlungen eng zusammengepfercht mit mehreren Generationen beieinander. Der Zugang zu sanitären Einrichtungen ist erschwert. Die Südafrikaner fordern mehr Initiativen von der Regierung, um sich auf die Ausbreitung des Coronavirus vorzubereiten. Gegenwärtig sind Einreisesperren verhängt, um Infektionsketten aus dem Ausland nicht einzuführen.
spiegel.de
Ostafrika kämpft weiterhin gegen Heuschreckenplage: In Ländern wie Kenia, Sudan, Äthiopien und Eritrea besteht weiterhin eine große Gefahr für die Landwirtschaft. Grund dafür ist die seit Wochen anhaltende Heuschreckenplage. Gegenwärtig reift die zweite, zum Teil dritte Generation der Heuschrecken heran. Da es allerdings ein den vergangenen Wochen kaum geregnet hat, sind die Bedingungen für die Fortpflanzung der Insekten wieder erschwert. Die Ostafrikaner erhalten Unterstützung von westafrikanischen Experten, um Personal zu schulen und Strategien gegen die Plage zu entwickeln. Kritisch ist der bisherige Einsatz von chemischen Mitteln – diese töten die Heuschrecken zwar innerhalb weniger Stunden, jedoch sterben auch Honigbienen und die Belastung für die Umwelt steigt.
deutschlandfunk.de
Afrikanische Einkaufsplattform für Diaspora in Saarbrücken gegründet: 2011 kam Lydie Idel Fonkwe als Studentin nach Deutschland und stellte fest, dass es sehr kostspielig sei, ihre Familie in Kamerun finanziell zu unterstützen. Die Geldüberweisungen seien mit hohen Gebühren verbunden. Sie startete als Alternative die Onlineplattform “Familov”, bei der Menschen aus der Diaspora heraus Produkte in Supermärkten online erwerben können, die dann vor Ort von ihren Verwandten abgeholt werden. Nach eigenen Angaben nutzen bereits 8.000 Menschen diese Möglichkeit um ihre Angehörigen zu unterstützen.
sol.de
Großbrand in Lagos rnd.de
Außenseiter im Portfolio dasinvestment.com
Made in Senegal: Ein neuer Coronavirus-Test soll nach zehn Minuten ein Ergebnis bringen nzz.ch
Jack Ma Foundation spendet Masken und Testkits an Afrika german.china.org.cn
– BACKGROUND –
Dürre in Südafrika bedroht Gesundheit: Trockenheit, marode Rohre und Ressourcenverschwendung führen dazu, dass gerade arme Südafrikaner keinen Zugang zu fließendem Wasser haben. In den Townships kommt braunes, verdrecktes Wasser aus dem Wasserhahn, Trinkwasser muss gekauft werden. Dieser Umstand könnte vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie gefährlich werden. Zwar gibt es in Südafrika bisher verhältnismäßig wenige Fälle, jedoch können die Bürger im Land der Aufforderung regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen, um die Infektionsrate einzudämmen, wenn sie keinen Zugang zu fließendem Wasser haben. Um diesen Umstand zu ändern, müsste das Versorgungsnetz modernisiert werden, jedoch seien auch Verhaltensänderungen der Bevölkerung notwendig – trotz der Dürre nutzen Südafrikaner pro Kopf 60 Liter mehr Wasser als der Weltdurchschhnitt.
domradio.de
Wie Afrika sich aus der Ebola-Erfahrung auf das Coronavirus vorbereitet: Der afrikanische Kontinent ist im Vergleich zu Europa und Asien bisher nicht so stark vom Coronavirus betroffen, allerdings sind viele Staaten alarmiert. Sie reagieren mit Maßnahmen, die sie aus den Erfahrungen der Ebola-Epidemie 2014 ableiteten. Die Regierung Ghanas stellt 100 Millionen Dollar für Gegenmaßnahmen zur Verfügung, In Kenia, Ruanda und Senegal wurden öffentliche Veranstaltungen abgesagt, Gabun hat nach der ersten Coronadiagnose die Schulen geschlossen, im westafrikanischen Liberia weiß man um die Wichtigkeit des Faktors Zeit. Auch in den nordafrikanischen Ländern gibt es Schließungen von Orten des öffentlichen Lebens, jedoch reagieren die Behörden dort noch langsamer – dabei sind diese Staaten mit stärkerer gefährdet, da ihre Bevölkerung älter ist als in den meisten Staaten von Subsahara-Afrika.
n-tv.de
Warum die Armutsquoten in afrikanischen Staaten trotz Wirtschaftswachstum steigen: Wer die wirtschaftlichen Fortschritte in Afrika begreifen will, muss mehrere Aspekte beachten: auf der einen Seite ist das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahrzehnt überdurchschnittlich stark gewachsen und der Anteil der Menschen in extremer Armut (weniger als zwei Dollar pro Tag zum Leben) ist zwischen 1990 und 2015 von 54 auf 41 Prozent gesunken. Gleichzeitig gibt es jedoch durch das Bevölkerungswachstum in absoluten Zahlen mehr Menschen, die von Armut betroffen sind. Laut Afrobarometer ist die gelebte Armut in vielen Ländern wieder gestiegen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Demokratisierung in Staate wie Benin oder Tansania ins Stocken geraten sei – die Bedürfnisse der Bürger würden dadurch weniger Gehör finden. Das Coronavirus birgt weitere Gefahren: für die ölreichen Staaten brechen Umsätze durch die geringere Nachfrage an Erdöl ein.
dw.com
Medizinische Fakenews verbreiten sich rasant in Afrika: Im Zuge des Coronavirus gibt es eine Reihe von gesundheitsgefährdender Desinformation, die über soziale Netzwerke und Messenger verbreitet wird. Unter anderem wird verbreitet, dass das Coronavirus ab 27 Grad zerfällt – die Leute sollen regelmäßig warmes Wasser trinken, heißt es in Kettennachrichten. Auch Nachrichten über vermeintliche Beweise, dass schwarze Haut zur Immunität führen würde, werden rasant verschickt. Dabei handelt es sich um eine gefährliche Botschaft, da Menschen erst gar nicht beginnen können, Schutzmaßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen umzusetzen, weil sie fälschlicherweise glauben, das Melanin würde sie vor dem Virus schützen.
spiegel.de
– ANGEZÄHLT –
Die “African Youth Study” zeichnet ein optimistisches Bild junger Afrikaner. 75 Prozent der jungen Afrikaner glaubt, dass sie mit ihrer Arbeit die Gemeinschaft verändern können.
sueddeutsche.de
– ZITAT –
“Der beste Ratschlag an Afrika ist, sich auf das Schlimmste vorzubereiten, und heute damit anzufangen.”
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, warnt afrikanische Staaten vor dem Coronavirus.
merkur.de
– ZULETZT –
Nashornpopulation: Kampf gegen Wilderei mit Teilerfolg: Im Kampf gegen die Wilderei in afrikanischen Staaten kann ein bemerkenswerter Erfolg verbucht werden: die Zahl der in Freiheit lebenden Afrikanischen Spitzmaulnashörner ist seit 2012 von 4845 auf 5630 gestiegen. Ein Wermutstropfen ist, dass die Anzahl der Breimaulnashörner um 15 Prozent auf 18.000 Tiere zurückging.
n-tv.de

KW 10: Erster Corona-Virus-Fall in Subsahara-Afrika, EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen trifft AU-Vertreter, Erste afrikanische Netflix-Serie angelaufen

– NEWS –
Erster Corona-Virus-Fall in Subsahara-Afrika: In der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos kam es zum ersten Corona-Virus-Fall. Es handle sich um einen Italiener, der in Nigeria arbeitet und zuvor aus Mailand in das Land geflogen sei. Sein Zustand sei stabil, Sicherheitsvorkehrungen wie die Suche nach Kontaktpersonen werden getroffen. Zuvor war es zu Ansteckungen in Algerien und Ägypten gekommen. In Afrika gelten 13 Länder als Risiko-Staaten aufgrund des schwachen Gesundheitssystems: Algerien, Angola, Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo, die Elfenbeinküste, Ghana, Kenia, Mauritius, Südafrika, Tansania, Uganda und Sambia.
spiegel.de
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen trifft AU-Vertreter: Am vergangenen Donnerstag ist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Addis Abeba geflogen, um mit Vertretern der Afrikanischen Union (AU) zu sprechen. Die EU wolle nicht mehr nur auf die Krise des Kontinents reagieren, sollen eine nachhaltige Partnerschaft entwickeln, vor allem in Hinblick auf das wirtschaftliche Potenzial des Landes. Lange war die AU von Korruptionsvorwürfen gebeutet und galt als Papiertiger, zuletzt gab es jedoch Fortschritte in gezielten strategischen Projekten. Vor dem Hintergrund, dass Länder wie China ihre Partnerschaft mit Afrika massiv ausgebaut haben, müsse auch die Europäische Union stärkere Kooperationen eingehen.
tagesschau.de
Erste afrikanische Netflix-Serie angelaufen: Mit “Queen Sono” ist die erste afrikanische Produktion beim Streaming-Anbieter Netflix verfügbar geworden. An 37 Orten mehrerer Staaten wurde die Serie gedreht. Im Fokus steht die Agentin Queen Sono. Die Serie ist mit politischen Narrativen gespickt, die Geschichten über Rassismus, Apartheid und Korruption erzählen. Dabei werden auch europäische Investoren kritisiert. Die Serie zeigt darüber hinaus die Kontraste des Kontinents – von modernen Metropolen bis hin zu armen Slums.
tagesspiegel.de
Afrikanische Union schickt 3000 Soldaten in die Sahelzone: Um den Terrorismus in Westafrika zu bekämpfen, hat die Afrikansche Union 3000 Soldaten in die Region geschickt. In den vergangenen vier Jahren sind 4000 Personen terroristischen Gruppierungen zum Opfer gefallen. Die EU, die Uno, Frankreich und die USA haben ebenfalls Truppen in der Sahelzone stationiert. Die USA kündigten an, ihr Kontingent zu reduzieren, während Frankreich aufstocken will. Die AU erklärte, es brauche afrikanische Lösungen für die Probleme und wollen den Frieden in der Region fördern. Terroristische Milizen destabilisieren eine Reihe von Staaten und verüben wiederholt Anschläge auf Soldaten und Zivilisten.
spiegel.de
Südafrikanisches Startup will Dosenwein in die USA exportieren: Südafrika gehört zu dem Top-10-Weinproduzenten weltweit und das Startup “Uncanny” möchte auf dieser Grundlage Dosenwein expandieren. Die Gründer visieren die USA an, wo Dosenwein sich wachsender Popularität erfreue. Die Verkaufszahlen würden sich in Südafrika gut entwickeln, sodass auch Partnerschaften in Europa ebenfalls denkbar seien. Das Startup legt wert darauf, dass die Dosen umweltfreundlicher hergestellt werden als gängige Modelle.
faz.net
Südafrikas Staatsschulden liegen auf untragbarem Niveau handelsblatt.com
„Die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen ist in Gefahr“ deutschlandfunk.de
Dritte Amtszeit für Guineas Präsidenten? dw.com
Siemens baut Windkraftanlage in der afrikanischen Republik Djibouti it-times.de
– BACKGROUND –
Ausländische Direktinvestitionen entfalten nicht ihre volle Wirkung in Afrika nicht: Der Wirtschaftswissenschaftler Abraham Mensah Acquah aus Ghana kommentiert in einem Artikel, dass ausländische Direktinvestitionen oft nicht den gewünschten Effekt bringen. Zum einen sei das Bankensystem in vielen afrikanischen Ländern unterentwickelt, aber auch bei der Finanzierung von Projekten sei oft ein Risiko verbunden. Die Investitionen versickern, was sowohl den afrikanischen Volkswirtschaften, als auch den Investoren schadet. Der Experte sieht Handlungsbedarf in den Regierungen, um Kredite effizienter zu verteilen.
theconversation.com
Afrikanische Staaten müssen Eurobonds zurückzahlen: In den kommenden Jahren werden Rückzahlungen von ausländischen Staatsanleihen in vielen afrikanischen Staaten fällig. Die sogenannten Eurobonds gelten für viele Volkswirtschaften als attraktive Option, um frisches Kapital zu erhalten – die eigenen Finanzmärkte sind oftmals zu unterentwickelt für diesen Prozess. Staaten, die sich wirtschaftlich stark entwickelt haben, haben bereits begonnen die Schulden abzubezahlen, darunter Südafrika, Marokko, Gabun, Ghana, Kenia und Nigeria. Dort seien die Gelder produktiv investiert worden. Allerdings gibt es auch Zahlungsschwierigkeiten in einigen Staaten wie Mosambik und Sambia. Der Experte Jürgen Kaiser, politischer Koordinator des Bündnisses “erlassjahr.de”, erklärt, dass in überschuldeten Staaten wie Sambia Eurobonds den wirtschaftlichen Druck verschärft hätten.
dw.com
Weihbischof Lohmann fordert Unterstützung für Niger: Weihbischof Rolf Lohmann ist seit knapp 40 Jahren der erste deutsche Bischof, der das westafrikanische Land Niger Anfang des Jahres besuchte. Nun ruft er zu Spenden für das Land auf. Seine Schilderungen über den Besuch sind von den Spuren Boko Harams geprägt – die islamistischen Terroristen hätten Zerstörung, Gewalt und Chaos hinterlassen. For Lohmann gilt, dass die Flüchtlingsarbeit vor Ort in den Vordergrund gerückt werden müsse – Binnenvertriebene befinden sich oftmals in gefährlichen Situationen. Ziel des Bischofs ist es, Partnerschaften aufzubauen, sodass Familien in Niger Vertriebene aufnehmen – dafür müsse jedoch die Finanzierung gesichert sein.
kirche-und-leben.de
Togo: Im Westen nichts Neues: Hans-Joachim Preuss, Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, kommentiert die Präsidentschaftswahlen aus Benin mit Besorgnis: Faure Gnassingbé wurde mit 72,4 Prozent als Präsident bestätigt und tritt seine vierte Amtszeit an. Dabei sei jedoch fraglich, wie robust die demokratische Fassade im Land tatsächlich sei. Zwar hätten gute wirtschaftliche Entwicklungen dem Präsidenten einen berechtigten Auftrieb verschafft, allerdings zeichnen sich Einschränkungen in den Bürgerrechten ab. Die Versammlungsfreiheit ist reglementiert und von 1,5 Millionen Diaspora-Togolesen durften weniger als 350 ihre Stimme für die Präsidentschaftswahl abgeben. Der soziale Friede sei weiterhin fragil. Der Präsident müsse zudem das Wirtschaftswachstum stabilisieren. Es zeichne sich jedoch kein Trend ab, dass demokratische Strukturen unter Gnassingbé besser werden würden.
ipg-journal.de
– ANGEZÄHLT –
In Ostafrika geht jeden Tag infolge der Heuschreckenplage Nahrung für 35.000 Menschen verloren.
berneroberlaender.ch
– ZITAT –
“Ich werbe dafür, dass wir in Europa einsehen: Eine gute Zukunft Afrikas ist für unsere Entwicklung und für die Entwicklung unseres ganzen Planeten von entscheidender Bedeutung.”
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf seiner Kenia-Reise.
zdf.de
– ZULETZT –
Aus Eritrea zu den Olympischen Spielen: Samuel Fitwi Sibhatu ist vor fünf Jahren aus Eritrea nach Europa geflüchtet. Mittlerweile ist er in Deutschland eingebürgert, absolviert eine Lehre als Maler und Lackierer und hat ein besonderes Talent: innerhalb kurzer Zeit hat der 23-Jährige eine Topform im Langstreckenlauf erreicht und hat nun einen Traum – er möchte sich für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizieren. Bis Mai hat er Zeit, seine Leistung dafür unter Beweis zu stellen.
sportschau.de

KW 09: Afrika wappnet sich gegen Corona-Virus, Bundespräsident Steinmeier reist nach Kenia und Sudan, Empörungswelle in Südafrika über Apartheid-Kommentar

– NEWS –
Afrika wappnet sich gegen Corona-Virus: Zwischen China und vielen afrikanischen Staaten sind in den vergangenen Jahren enge Wirtschaftsbeziehungen entstanden. Aus diesen könnten nun akute Gefahrenquellen für die Gesundheitslage in Afrika entstehen. Der gewachsene Personen- und Güterverkehr fordert große Vorsichtsmaßnahmen. Zwischen Kenia und China wurden die Flüge eingestellt, an Flughäfen scannen Wärmekameras die Einreisenden. Auf dem gesamten Kontinent wurde bisher lediglich eine Corona-Infektion in Ägypten festgestellt. Die Weltgesundheitsorganisation nimmt das Risiko sehr ernst. In vielen Ländern Afrikas sind die Gesundheitssysteme schwach.
deutschlandfunk.de
Bundespräsident Steinmeier reist nach Kenia und Sudan: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Samstag seine fünftägige Reise nach Kenia sowie den Sudan angetreten. Kenia gilt als Motor der ostafrikanischen Wirtschaft – Steinmeier möchte sich von den Entwicklungen vor Ort ein besseres Bild machen. Vor allem im Bereich der digitalen Finanzdienstleistungen ist Kenia Vorreiter – bargeldloses Zahlen gehört zur Normalität. Steinmeier bezeichnet den Besuch als “überfällig”. Auch im Sudan wird der Bundespräsident die aktuellen Geschehnisse aus nächster Nähe erleben wollen. In einem Vorabinterview erklärte er, dass er großen Respekt vor den mutigen Transformationen im Land habe.
br.de
Empörungswelle in Südafrika über Apartheid-Kommentar: Der letzte weiße Präsident Südafrikas sorgte für einen Eklat: Frederik Willem de Klerk erklärte in einem Interview, dass die Apartheid kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstelle. Der 84-Jährige Nobelpreisträger löste einen Sturm der Entrüstung aus. Einige Aktivisten forderten, dass sein Nobelpreis aberkannt wird und er inhaftiert wird. De Klerk sah sich infolgedessen zu einem kleinen Rückzieher gedrängt und relativierte seine Aussage leicht. Eine richtige Entschuldigung erfolgte jedoch nicht.
tagesspiegel.de
Togo beendet Präsidentschaftswahl: Im westafrikanischen Land Togo ist am Samstag die Präsidentschaftswahl beendet worden. 3,6 Millionen Bewohner waren wahlberechtigt, ein Ergebnis wird erst im laufe der kommenden Woche erwartet. Regierungschef Fauré Gnassingbé hat gute Chancen auf eine Wiederwahl, obwohl er bereits seit 15 Jahren an der Macht ist. Er kam 2005 nach dem Tod seines Vaters mithilfe des Militärs an die Macht. Eine Verfassungsreform ermöglich es, dass er zwei weitere Amtszeiten das Land führen darf. Der frühere Regierungschef Agbéyomé Messan Kodjo kandidierte ebenfalls – ihm werden jedoch schlechte Chancen zugerechnet.
nau.ch
Ruandischer Musiker und Oppositioneller stirbt in U-Haft: Der Musiker und Aktivist Kizito Mihigo soll sich in Ruanda nach drei Tagen in Untersuchungshaft das Leben genommen haben. Zweifel an der offiziellen Darstellung zum Tod des 38-Jährigen wachsen. Mihigo war 2014 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er an einer Verschwörung zur Ermordung des Präsidenten Robert Kagame mitgewirkt haben soll. 2018 wurde er jedoch begnadigt. Kürzlich wurde er jedoch wieder unter dem Vorwurf festgenommen, dass er sich nach Burundi absetzen und dort den Milizen im Kampf gegen Ruanda anschließen wolle.
spiegel.de
Baden-Württemberg will Kooperationen mit Äthiopien ankurbeln: Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut berichtet von der Eröffnung des zweiten Landesbüros in Äthiopien. Das Land habe laut der Politikerin ein großes Potenzial für wirtschaftliche Entwicklung. Die Friedensbestrebungen des Präsidenten Abiy Ahmed würden das wirtschaftliche Umfeld fördern. Im Baden-Württemberg-Büro in Addis Abeba können sich Unternehmer über mögliche Kooperationen zwischen beiden Ländern und Markteintrittsstrategien informieren.
sueddeutsche.de
Wie Marokko Technologie aus Afrika für Afrika fördert schwaebische.de
Wenig Hoffnung auf Wandel in Westafrikas ältester Familiendiktatur dw.com
Unruhiges Wahljahr in Afrika neues-deutschland.de
Welthungerhilfe fürchtet “apokalyptische” Folgen der Heuschreckenplage in Afrika wz.de
– BACKGROUND –
Sudan unterstützen – Darfur sichern: In einem Gastbeitrag erklären Wibke Hansen, Leiterin des Bereichs Analyse beim Zentrum für internationale Friedenseinsätze (ZiF) und Volker Perthes, Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), dass es richtig ist die Transformation Sudans zu begleiten und zu fördern. Der wirtschaftliche Aufschwung stärkt Zivilgesellschaft und Stabilität, das Land habe klare Bestrebungen die Vergangenheit zu bewältigen. Gleichzeitig müsse die internationale Staatengemeinschaft darauf beharren, die UN-Blauhelmmission in Darfur zu verlängern. Dort befinden sich 1,8 Millionen Binnenvertriebene, für deren Sicherheit gesorgt werden müsse.
tagesspiegel.de
Hass im Internet wird immer stärker reguliert – Kritiker befürchten Zensur: In Äthiopien wurde ein Gesetz gegen Hass im Internet vorgelegt, das Hetze und Gewaltaufrufe in sozialen Medien kontrollieren soll. Noch bevor es allerdings in Kraft getreten ist, befürchten Journalisten, dass es zu Zensur und Unterdrückung kommen könne. Immer mehr afrikanische Staaten nehmen sich das deutsche Netzdurchsuchungsgesetz zum Vorbild, um gegen Aggression im Internet vorzugehen – allerdings besteht die Tendenz, dass Regime autokratisch agieren und Journalisten und Oppositionelle mundtot machen.
dw.com
Sicherheitslage in Nigeria verschärft sich: Terrorismus und Gewalt führen zu wachsenden Problemen in Nigeria. Eine Analyse der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung deutet darauf hin, dass gewalttätige Kräfte das System zunehmend destabilisieren. Die Armut und demographische Entwicklung bieten den perfekten Nährboden für mehr Gewalt und Eskalation. Islamistische Terroristen sind dabei nicht die einzigen gefährlichen Akteure, bewaffnete Banden drangsalieren vor allem den Norden des Landes.
kas.de
Fotograf Olaf Heine widmet sich Ruandas Frauen: Olaf Heine ist nach Ruanda gereist und hat Frauen und ihre Töchter fotografiert – im Kern stand dabei immer der Bürgerkrieg zwischen Hutu und Tutsi. Ruandas Frauen sind ein treibender Motor in der Wirtschaft und haben den höchsten Parlamentsanteil der ganzen Welt, doch im Alltag gibt es eine Reihe von herausfordernden Nuancen. Heine hat die Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern festgehalten, die sich den Fragen stellen müssen wer ihre Väter sind, wie viele Vergewaltigungen es gab und was der Konflikt für Spuren hinterließ.
n-tv.de
– ANGEZÄHLT –
75 Prozent der Afrikaner sind jünger als 35 Jahre.
derstandard.de
– ZITAT –
“Wichtig wäre es, dass wir europäisch gemeinsam auftreten und nicht wieder jeder sein Einzelangebot abgibt.”
Entwicklungsminister Gerd Müller fordert eine gemeinsame Afrika-Strategie der EU.
stimme.de
– ZULETZT –
Tennis-Profi Federer möchte wieder in Afrika spielen: Am 7. Februar spielten die Tennis-Profis Roger Federer und Rafael Nadal im südafrikanischen Kapstadt. Federer erklärte, es sei für ihn ein Traum gewesen in Afrika zu spielen und er sei stolz gewesen, dass das Interesse am Sport so groß gewesen sei, dass die Stadiontickets schnell ausverkauft waren. Der Profi-Sportler kündigte an, nach Afrika zurückkehren zu wollen für weitere Spiele.
tennisworldde.com

KW 08: Heuschreckenplage in Ostafrika, Digitale Banken in Südafrika, Einheitsregierung im Südsudan

– NEWS –
Bedrohliche Heuschreckenplage in Ostafrika: Eine ungewöhnliche Heuschreckenplage belastet Ostafrika, vor allem Somalia, Kenia und Äthiopien sind davon betroffen. Die starken Regen der vergangenen Monate haben die Brutbedingungen für die Tiere begünstigt. Für Landwirte ist dies eine besondere Bedrohung – ab April werden neue Kulturpflanzen angebaut. Sollte die Anzahl der Heuschrecken bis dahin nicht unter Kontrolle sein, droht Hunger – die Insekten zerstören die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Mit Unterstützung der UN kämpfen die Menschen daher mit Chemikalien gegen die Verbreitung der Heuschrecken – dabei werden auch Flugzeuge eingesetzt, die weite Flächen von der Plage befreien sollen. Jedoch bewegen sich die Tiere schnell und legen bis zu 150 Kilometer am Tag zurück.
zeit.de, zdf.de
Boom digitaler Banken in Südafrika: In Südafrika geraten traditionelle Geldinstitute unter Druck – es gibt Schließungen und Schwierigkeiten mit der Solvenz. In die Nische des modernen Konsumverhaltens preschen junge, digitale Banken hervor. Diese versprechen Finanzdienstleistungen ohne bürokratische Hürden, wie die “Tyme Bank”, die in Kapstadt in einem Supermarkt einen Automaten aufgebaut hat. Eine “Botschafterin” der Bank hilft bei den ersten Schritten. Lediglich die Personalausweis- und Handynummer sind nötig, um in kurzer Zeit eine Debit-Karte aus dem Bankautomaten zu erhalten. Das Finanz-Ökosystem des Landes gibt ein Indiz darauf, wie künftige Geschäftsmodelle aussehen – näher am Kunden, ohne komplizierte Konditionen.
faz.net
Einheitsregierung im Südsudan möglich: Salva Kiir, Präsident des Südsudans, stimmte einer zentralen Forderung der Opposition zu: eine Neuordnung der Bundesstaaten soll möglich sein. Damit ebnet er den Weg für eine Einheitsregierung. Er sieht in der geografischen Neuordnung einen schmerzhaften Prozess, der jedoch unabdingbar für den Frieden in der Region sei. 2018 unterzeichnete Kiir ein Friedensabkommen mit Oppositionsführer Riek Machar und einigte sich auf eine Einheitsregierung. 2011 hatte der Südsudan seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt – infolgedessen tobte ein Bürgerkrieg im Land, der fast 400.000 Menschen da Leben kostete.
dw.com
Entwicklungsminister Gerd Müller fordert stärkeren EU-Fokus auf Afrika: Im Interview kritisiert Entwicklungsminister Gerd Müller, dass auf der Münchener Sicherheitskonferenz das Thema Afrika zu wenig diskutiert wird und mahnt die EU zu einer gemeinsamen Lösung für die Herausforderungen, die sich auf dem Kontinent anbahnen. Er merkt an, dass die Bevölkerung Afrikas sich bis 2050 verdoppeln wird – Wassermangel, Hunger und Elend zeichnen sich vielerorts ab. Bei seinen Besuchen in Nigeria und dem Sudan hat er sich selbst davon überzeugt, welche Rolle der Klimawandel dabei spielt. Diese Länder seien am stärksten von klimabedingten Dürren und Wassermangel betroffen. Müller will höhere Investitionen seitens der EU und einen “Jahrhundertvertrag” – bisher sei die EU de facto kaum präsent bei der Bekämpfung von destabilisierenden Faktoren, die Terrorismus und Krieg begünstigen.
n-tv.de
Korruptionsvorwürfe: Afrikas Fußballchef Ahmad Ahmad soll 24 Millionen Dollar veruntreut haben: Der Chef des afrikanischen Fußballverbands Caf, Ahmad Ahmad, soll zwischen 2017 und 2019 Millionen Dollar in der Organisation abfließen lassen – in zum Teil undurchsichtige Kanäle. Ein Finanzbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) legt verdächtige Transaktionen dar. Oft fehlten bei Überweisungen Verwendungszweck und Informationen zur Nachverfolgung. Ein Ethikverfahren soll klären, wohin die Gelder tatsächlich geflossen seien.
sueddeutsche.de
Braucht Westafrika Hilfe im Kampf gegen Piraten? dw.com
EU bezahlt Niger für Sperren der Fluchtroute – es gäbe humanere Maßnahmen focus.de
Kamerun wählt neues Parlament dw.com
Geflüchtete aus Eritrea demonstrieren in Frankfurt fr.de
– BACKGROUND –
Startup will Gesundheitsversorgung durch moderne Monitore verbessern: Das Startup GOAL-3 hat es sich zum Ziel gemacht, das dritte Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen – “Gesundheitsversorgung für alle” – in Afrika zu unterstützen. Dafür werden Krankenhausmonitore entwickelt, die Vitalwerte wie Puls und Blutdruck messen. Für die Entwickler sei es wichtig, die Monitore so auszubauen, dass sie den Tod durch heilbare Krankheiten verhindern. Blutvergiftungen seien ein häufiges Problem in vielen afrikanischen Ländern – mit moderner Messung der Sauerstoffwerte sei es allerdings möglich, Todesfälle merklich zu reduzieren. Allerdings sei es eine Herausforderung eine breite Akzeptanz der Technik auch in Krankenhäusern zu erreichen.
innovationorigins.com
Klimaaktivistin Nakate gegen Ölförderung: Die ugandische Klimaaktivistin Vanessa Nakate wurde aus zweifelhaften Gründen berühmt – man hatte sie aus einem Foto herausgeschnitten, in dem sie neben anderen Klimaaktivistinnen wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer steht. Die Symbolkraft des Bildes nutzt Nakate, um mehr Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu gewinnen. Afrika würde häufig in Klimadiskussionen vergessen, dabei ist der Kontinent aufgrund der Hitze und Dürre stark betroffen. Die 23-Jährige berichtet davon, dass es jedoch schwierig sei vor Ort ein starkes Momentum wie in Europa für Klimaaktivismus zu schaffen – der Fokus der meisten Menschen läge auf der finanziellen Not, Interesse an Klimaschutz sei begrenzt. Gleichzeitig gestatten oft repressive politische Systeme keinen öffentlichen Aktivismus. Eine hohe Priorität haben Ölförderungen in der Region. Nakate ist strikt dagegen – zwar würden Ölförderungen kurzfristig Geld bringen, langfristig sei die Konsequenz jedoch Zerstörung.
derstandard.de
Radio weiterhin beliebt in Afrika: Das Radio bleibt in Afrika das beliebteste Medium für den Zugang zu Information. Vor allem in ländlichen Gegenden, die keinen sicheren Zugang zu Elektrizität haben, sei es für die Bevölkerung wichtig, Nachrichten über batteriebetriebene Radios zu empfangen. Zusätzlich haben noch viele Handys einen UKW-Empfang in Afrika. Radiosender stellen sich jedoch auch auf digitale Technologien ein – obwohl die wachsende Beliebtheit sozialer Medien kaum Zuhörer kostet. Sie bieten zunehmend Radioformate auch auf Facebook und Twitter an. Eine Hürde bleibt die politische Stabilität – autoritäre Regierungen unterbinden den Ausbau des Radiofunks. In stabileren Staaten wie Südafrika hingegen rüstet man auf digitale Übertragungsstandards um.
dw.com
Unklarheit über Aktivitäten russischer Söldner in Afrika: Immer wieder werden Berichte über russischen Söldner in unterschiedlichen Ländern in Afrika laut – zuletzt wiederholt aus Libyen. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass privatwirtschaftliche Söldner in mehreren Staaten präsent sind. Unter anderem in der Zentralafrikanischen Republik. Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte zwar, dass es dort offizielle Ausbildungsmaßnahmen mit Unterstützung russischer Offiziere gegeben haben soll, jedoch haben Investigativjournalisten Verbindungen zur privaten Sicherheitsfirma “Wagner” ausfindig gemacht, die Söldner nach Afrika entsenden soll. In Russland ist es gesetzlich verboten private Söldner ins Ausland zu schicken.
deutschlandfunk.de
– ANGEZÄHLT –
Afrikas Elefantenpopulation ist seit 1979 von 1,3 Millionen Tieren auf ein Viertel gesunken.
rnd.de
– ZITAT –
“Die Lage in Libyen ist in höchstem Maße beunruhigenden. Die Feuerpause der Konfliktparteien hängt am seidenen Faden und ist bereits mehr als 150 Mal gebrochen worden.”
Stephanie Williams, UN-Vize-Sondergesandte, zum Konflikt im nordafrikanischen Staat.
tagesspiegel.de
– ZULETZT –
Kenianer vertritt internationale Studierende an der Uni Oldenburg: Der 29-jährige Seith Onyango aus Kenia ist zum Vertreter der internationalen Studierenden gewählt worden und übermittelt Verbesserungswünsche an die Hochschulverwaltung. Unter anderem geht es um die Ausweitung der Sprachkurse und Unterstützung bei Arztbesuchen. Der junge Mann hat in Oldenburg eine besondere Leidenschaft entwickelt: Grünkohl. Er ist diesen zu traditionellen Gerichten aus Kenia. Für Studierende organisiert er Kohlfahrten gemeinsam mit deutschen Kommilitonen, um sich kulinarisch der Kultur zu nähern.
nwzonline.de

KW 03: Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Kongo, Krisengipfel zur Sahelzone, Waffenstillstand in Lybien gebrochen, Anschlag auf Brücke zwischen Nigeria und Kamerun

– NEWS –
UN sieht mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Kongo: Die Vereinten Nationen haben einen Bericht zum Konflikt zwischen den Volksgruppen Hema und Lendu veröffentlicht. So wurden in der Provinz Ituri von Dezember 2017 bis September 2019 mehr als 700 Menschen getötet. Vor allem die Hema-Gemeinschaften seien von der brutalen Gewalt betroffen. Ziel der Angriffe sei laut dem Bericht die Kontrolle über Land und Ressourcen. Die Vereinten Nationen forderten die Behörden dazu auf, die staatliche Präsenz in der Region zu verstärken und unabhängige Ermittlungen zuzulassen.
rp-online.de
Krisengipfel zur Sahelzone in Pau: Am Montag treffen sich die Staatschefs von Mali, Niger, Burkina Faso, Mauretanien und Tschad zusammen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Vertretern der EU und der Afrikanischen Union, um über den Anti-Terror-Kampf in der Sahelzone zu beraten. Bei der Kooperation zwischen der Eingreiftruppe der fünf afrikanischen Staaten, den französischen Soldaten und den Truppen der Vereinten Nationen, die im Rahmen der Mission MINUSMA in Mali stationiert sind, kam es in der Vergangenheit oft zu Problemen. Für die EU ist die Sicherheit in der Sahelzone aufgrund der geographischen Nähe von großer Bedeutung. Unterdessen wächst in den westafrikanischen Staaten der politische Widerstand gegen die französische Militärpräsenz. Laut einem Vertreter der Zivilgesellschaft in Niger forderte Präsident Macron seine Partner im Sahel dazu auf, kritische Stimmen gegen die Militärmission zu verhindern.
dw.com
Waffenruhe in Lybien nach kurzer Zeit gebrochen: Nachdem es am Sonntagmorgen zunächst so schien, als hielte die zwischen General Khalifa Haftar und der lybischen Regierung vereinbarte Waffenruhe, werfen sich die beiden Konfliktparteien nun gegenseitig vor, dagegen verstoßen zu haben. Der Waffenstillstand wurde unter Vermittlung von Russland und der Türkei geschlossen. Die Türkei hatte eigene Truppen entsandt, um die Regierung in Tripolis zu unterstützen, während Haftar unter anderem von Russland unterstützt wird. Bundeskanzlerin Merkel will mit einer internationalen Konferenz auf eine politische Lösung setzen. Präsident Putin sagte ihr dafür bei einem Treffen am Mittwoch seine Unterstüzung zu.
sueddeutsche.de
Koloniale Tradition: Perücken in Afrikas Gerichtssälen: Viele Richter und Anwälte in den ehemaligen britischen Kolonien Afrikas tragen auch heute noch Perücken aus Pferdehaar im Gerichtssaal. So bestellte beispielsweise die Regierung Simbabwes kürzlich 64 neue Haarteile, die in einigen Ländern Afrikas aufgrund ihrer kolonialen Herkunft nicht unumstritten sind. In Malawi erlaubte das Verfassungsgericht nun den dortigen Juristen zumindest im Sommer auf die Perücken verzichten zu dürfen. Die Temperaturen dort stiegen zuletzt auf 45 Grad im Schatten.
fr.de
Viele Tote nach Anschlag auf Brücke zwischen Nigeria und Kamerun: Die Brücke El Beid, die zwei wichtige Handelsorte in Nigeria und Kamerun verbindet, wurde mutmaßlich von islamistischen Terroristen gesprengt. Dabei starben mindestens 30 Menschen. Ein Provinzgouverneur Kameruns sprach hingegen von Kindern, die eine Granate aufgehoben und versehentlich gezündet hätten. Bereits in der Vergangenheit sprengte die Terrororganisation Boko Haram gezielt wichtige Brücken. Die Region Gamboru, in der der jetzige Angriff geschah, wird von Boko Haram als Rückzugsort genutzt.
taz.de
Museum in Kamerun: Wahrung des kulturellen Erbes: Im Museum Blacktitude in Kameruns Hauptstadt Youndé lassen sich über 1000 Exponate betrachten, die zum Großteil von dortigen Volksgruppen stammen. Das Museum verkauft seine Ausstellungsstücke prinzipiell nicht. Ausgeliehen werden die Objekte aber beispielsweise an Volksgruppen, damit diese sie für rituelle Zwecke nutzen können. Museumsdirektor Christian Nana Tschuisseu setzt sich für die Rückgabe von Objekten ein, die bislang in westlichen Museen verweilen. Doch es gibt in Kamerun auch Stimmen wie Chembifon Muna von der Muna-Kunst-Stiftung, die das wachsende Interesse an afrikanischer Kunst im Ausland positiv sehen und den afrikanischen Kunstexport fördern möchten.
deutschlandfunkkultur.de
Nach langer Trockenheit: Heftige Unwetter in Angola nzz.ch
Nach Angriff auf Luftwaffenstützpunkt: USA verlegen weitere Truppen nach Kenia de.reuters.com
Mehr als ein Dutzen Blauhelmsoldaten bei Angriff in Mali verletzt spiegel.de
Sadio Mané wird Afrikas Fussballer des Jahres sueddeutsche.de
– BACKGROUND –
Awra Amba: Kommune in Äthiopien: Die Gemeinde Awra Amba im Norden Äthiopiens existiert seit über 40 Jahren. Deren Mitglieder, bestehend aus etwa 144 Familien, wollen dort demokratisch über die Verteilung des Einkommens der Gemeinde bestimmen sowie Geschlechterrollen und religiöse Grenzen überwinden. Der Gründer der Gemeinde, Zumra Nuru, war lange Wanderprediger und musste im Bürgerkrieg fliehen, bevor er die Siedlung etablieren konnte. Heute ist Awra Amba dank einer Molkerei, einer Kornmühle und drei Lebensmittelgeschäften wirtschaftlich erfolgreich und kann unter anderem eine Schule und eine Bibliothek vorweisen. Inzwischen gibt es sogar ein eigenes Hostel, das von Touristen aus dem Ausland gebucht werden kann.
sueddeutsche.de
Kinderhandel in Nigeria: In Nigeria betreibt ein ganzer Geschäftszweig den Handel mit Kindern. Dabei werden nicht nur Babys entführt, oft werden auch schwangere Frauen gefangengehalten. Die jungen Frauen werden dabei oftmals mit dem Versprechen auf Arbeit in die Großstadt geholt und daraufhin gekidnappt und geschwängert. Nach der Geburt werden die Babys dann vor allem an kinderlose Paare verkauft. In Südnigeria wurden seit 2006 etwa 300 Frauen aus solchen ‘Babyfabriken’ befreit. Einer nigerianischen Aktivistin zufolge herrsche auf verheiratete, kinderlose Frauen ein hoher sozialer Druck, der die illegale Adoption von Kindern verstärke.
n-tv.de
Bobi Wine: Vom Rapper zum Politiker: Der ugandische Rapper Bobi Wine stellt eine Bedrohung für die herrschende politische Elite Ugandas dar. Mehr als zwei Millionen Menschen folgen ihm in den sozialen Medien, wo er sich immer wieder für soziale Gerechtigkeit und gegen Korruption und Jugendarbeitslosigkeit einsetzt. Damit ist er vor allem bei den Jugendlichen des Landes beliebt. 2019 kündigte Bobi Wine dann an, für die Präsidentschaft kandidieren zu wollen. Wegen seiner politischen Tätigkeit wird Bobi Wine immer wieder verhaftet, auch starb bereits sein Fahrer, als auf seinen Konvoi geschossen wurde. Trotzdem gelang es ihm, mit 80 Prozent der Stimmen seines Wahlbezirks in das Parlament einzuziehen.
sueddeutsche.de
– ANGEZÄHLT –
Mehr als 6000 Menschen sind im Kongo innerhalb eines Jahres an Masern gestorben.
spiegel.de
– ZITAT –
“Die EU darf Afrika nicht länger nur als Absatzmarkt für subventionierte billige Agrarprodukte behandeln.”
Entwicklungsminister Gerd Müller über den geplanten EU-Afrika Pakt.
handelsblatt.com
– ZULETZT –
Tradition und Algorithmen: Modedesign im Senegal: Die senegalesische Modedesignerin Diarra Bousso ist studierte Mathematikern und arbeitete bereits mit 22 Jahren an der Wall Street in New York. Sie entschied sich jedoch gegen eine Karriere in der Welt der Banken und kehrte zurück in den Senegal um dort Kleider zu entwerfen. Inzwischen lebt sie wieder in den USA, um dort weiter Mathematik zu studieren. Die Muster ihrer Kleider designt sie heute mit Hilfe von Algorithmen. So verbindet sie die Tradition des Kunsthandwerks mit modernen Mitteln.
nzz.ch

KW 51: Sudans Ex-Präsident verurteilt, Anschlag auf Hotel in Mogadischu, Südafrika ohne Strom, Neuer Präsident in Algerien

– NEWS –
Sudans Ex-Präsident Omar al-Bashir zu Hausarrest verurteilt: Im April wurde der langjährige Machthaber Sudans Oman al-Bashir gestürzt, nun wurde er wegen Korruption und Geldwäsche zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt. Konkret drehte sich das Verfahren um 25 Millionen Dollar, die der ehemalige Machthaber aus Saudi-Arabien erhalten haben soll. Da er bereits 75 Jahre alt ist, darf er nach sudanesischem Gesetz für diese Straftaten nicht ins Gefängnis, sondern verbüßt den Hausarrest in einer Pflegeeinrichtung. Omar al-Bashir regierte den Sudan über drei Jahrzehnte. Die Verurteilung war nun die erste – weitere Anklagen wie gegen die Tötung von Demonstranten wurden gegen ihn erhoben.
dw.com
Angriff auf Hotel in Mogadischu: In der somalischen Hauptstadt Mogadischu griffen Anhänger der extremistischen Shebab-Miliz ein Hotel an. Dabei wurden zehn Menschen getötet, fünf davon sollen Angreifer gewesen sein. Während der stundenlangen Gefechte zwischen den Terroristen und den Sicherheitskräften des Hotels konnten 80 Personen evakuiert werden – darunter auch Mitglieder der somalischen Regierung. Die Shebab-Miliz verübt immer wieder neue Attentate – die Terroristen besetzen weiterhin weite ländliche Gebiete des Landes und möchten die Macht an sich reißen.
zeit.de
Weimarer Menschenrechtspreis afrikanische Aktivistinnen verliehen: Für ihren Kampf für Menschenrechte in Westsahara und im Sudan wurden Laila Fakhouri und Ihsan Fagiri mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der thüringischen Stadt wurde vor 25 Jahren ins Leben gerufen. Beide Frauen setzen sich in ihren Heimatregionen mit friedlichen Mitteln gegen Unterdrückung ein – Fakhouri gegen die Unterdrückung ihres Volksstammes, Fagiri gegen die Unterdrückung von Frauen. Eigenen Angaben zufolge hätten sie allerdings jeweils Repressionen erfahren.
welt.de
Neuer Präsident in Algerien: Unter Demonstrationen fanden die Präsidentschaftswahlen in Algerien statt, denn allen fünf Kandidaten werfen die Protestierenden vor, nicht im Sinne der Bevölkerung zu handeln, sondern teil einer kleptokratischen Polit-Clique zu sein. Der frühere Regierungschef Abdelmadjid Tebboune ging als Gewinner der Präsidentschaftswahl hervor. Ihm wird vorgeworfen, eng mit dem Armeechef Ahmed Gaid Salah verhandelt zu sein. Die Wahl stand unter Kritik – Journalisten erhielten kein Visum, EU-Wahlbeobachter wurden nicht eingeladen, die offizielle Wahlbeteiligung lag bei knapp 40 Prozent.
tagesschau.de
Abiy Ahmed erhält Friedensnobelpreis: Am vergangenen Dienstag wurde der Friedensnobelpreis bei einem Festakt in Oslo offiziell an Äthiopiens Präsidenten Abiy Ahmed übergeben. Der Politiker bedankte sich bei seinem eritreischen Amtskollegen Isayas Afewerki für die Bereitschaft den Friedensprozess zwischen beiden Ländern fortzuführen. Das Nobelpreis-Komitee unterstrich Ahmeds Leistungen in diesem Prozess, der den blutigen Bürgerkrieg zwischen beiden Staaten beendete.
tagesspiegel.de
Kein Strom in Südafrika Der südafrikanische staatliche Stromversorger Eskom kommt mit dem Energiebedarf im Land nicht zurecht und drosselt im wirtschaftsstärksten Land des Kontinents regelmäßig den Strom. Mehrmals am Tag wird dabei die Stromzufuhr für einige Stunden gekappt. Das sogenannte “Loadshedding” erreichte in der vergangenen Woche Stufe 6 – bisher galt Stufe 4 als Maximum. Für die Industrie wird Laodshedding zu einem großen Problem, denn die Wirtschaft strauchelte 2019 sowieso schon – eine Rezession unter schlechten Produktionsbedingungen ist nun kaum abzuwehren.
faz.net
Botswana vergibt doch keine Jagdlizenzen für Elefanten bbc.com
Erdrutsch: Mindestens 30 Tote im Kongo deutschlandfunk.de
17 Menschen bei Milizen-Angriffen in der Demokratischen Republik Kongo getötet https://www.zeit.de/news/2019-12/14/17-menschen-bei-milizen-angriffen-in-der-demokratischen-republik-kongo-getoetet
Ruanda startet freiwilliges Impfprogramm gegen Ebola aerzteblatt.de
– BACKGROUND –
Folgen des Klimawandels in Ostafrika bereits sichtbar: Immer mehr Überschwemmungen, aber auch immer mehr Dürren – das Wetter in Ostafrika verschärft sich und wird damit zur Gefahr für die Bewohner. Sintflutartige Regenströme in Kenia, Erdrutsche im Kongo – dies sind nur einige Indizien auf den Klimawandel. Die heftigen Regenschauer führen dazu, dass die Flüsse verdrecken und Krankheiten sich leichter ausbreiten. Gleichzeitig werden die Dürren ebenfalls heftiger in der Region. Die UNO befürchtet drohende humanitäre Krisen und Millionen von Flüchtlingen.
tagesschau.de
Sudan: Akademiker vorhanden – Arbeitsplätze nicht: Im Sudan arbeiten viele angehende und ausgebildete Akademiker in Berufen, in denen sie überqualifiziert sind. Nachdem Ex-Machthaber Omar al-Bashir das Land wirtschaftlich nicht entwickelte, sondern sich selbst bereicherte gibt es für die junge Bevölkerung wenige Perspektiven im Land. Beachtlich ist, dass im Sudan – wo es 19 Universitäten gibt – die Arbeitslosenquote für Akademiker höher ist, als für den Rest der Bevölkerung. Es gibt schlicht keine passenden Arbeitsplätze für Bauingenieure oder Naturwissenschaftler. Stattdessen gegen viele junge Menschen beispielsweise in Bäckereien schuften, um mit einem Tagelohn von etwa 2,50 Euro über die Runden zu kommen. Die explosive Mischung aus gebildeten Akademikern und der desolaten Wirtschaftslage sorgt für Spannungen im Land.
welt.de
E-Commerce in Afrika noch vor großen Hürden: Das in Nigeria gegründete Unternehmen Jumia sollte den Online-Versand nach Afrika bringen – doch 2019 wirken die Bilanzen ernüchternd. Jumia zog sich aus drei von zehn Ländern zurück – die Infrastruktur sei zu schlecht, es gibt keine oft keine Hausnummern, Online-Bezahlmethoden sind noch nicht etabliert. In diese Lücke versuchen mehrere afrikanische Unternehmen zu greifen und das digitale Bezahlen attraktiver zu machen. Alibaba, Chinas großes Online-Versandhaus, sieht im afrikanischen Kontinent Potenzial und hat sich in Äthiopien niedergelassen. Während aber in Westeuropa über 60 Prozent der Menschen Onlinebestellungen tätigen, sind es in den meisten afrikanischen Ländern unter fünf Prozent. Bis E-Commerce zu einer attraktiven Alternative für die Bevölkerung bspw. in Ruanda wird, muss an den grundlegenden Problem zunächst gearbeitet werden.
dw.com
– ANGEZÄHLT –
Um knapp 11 Jahre ist die Lebenserwartung auf dem afrikanischen Kontinent seit 1990 gestiegen.
deutschlandfunk.de
– ZITAT –
“Wir wünschen uns, dass das Horn von Afrika das Horn des Friedens wird.”
Äthiopiens Präsident Abiy Ahmed bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises.
tagesspiegel.de
– ZULETZT –
Afrikanische Länder bei Klimafragen unterrepräsentiert: Die ugandische Bürgerrechtlerin Nakabuye Hilda Flavia machte auf der zweiwöchigen UN-Klimakonferenz in Madrid darauf aufmerksam, dass zu wenige Stimmen des globalen Südens vertreten seien. Die Klimakrise, die sich in ihrem Heimatland bereits anbahnt, sei in vielen Medien ignoriert worden.
deutschlandfunk.de

KW 47: Sidama stimmen für Regionalstaat, Afrika-Konferenz für mehr Investitionen, Extremistenangriffe in Burkina Faso, Wahlen in Guinea-Bissau

– NEWS –
Sidama in Äthiopien stimmen für Regionalstaat: Das Sidama-Volk hat mit einer überwältigenden Mehrheit von 98,5 Prozent für einen autonomen Regionalstaat innerhalb Äthiopiens gestimmt. Die Wahlbeteiligung soll bei 99,8 Prozent gelegen haben. Unter den 109 Millionen Äthiopiern machen die Sidama nur einen kleinen Teil aus – sie sind 4,4 Millionen Menschen. Das Ziel sei es über Steuern, Bildung und Sicherheit selbst entscheiden zu können. Experten beobachteten das Referendum mit Sorge und sehen die Gefahr für eine Zersplitterung des Landes, da es weitere Autonomiebestrebungen im Land gäbe. Ministerpräsident Abiy Ahmed, der im Oktober mit dem Friedensnobelpreis für die Schlichtung des äthiopisch-eritreischen Kriegs ausgezeichnet wurde, bewertet das Referendum als Zeichen für den demokratischen Weg, auf dem sich das Land befinde.
dw.com
Afrika-Konferenz hält Mittelstand zu Investitionen in Afrika an: Die Bundesregierung lud zur zweiten Afrika-Konferenz ein. Dabei betonte Kanzlerin Angela Merkel, dass man den Kontinent viel stärker in den Fokus nehmen müsse: “Ob es um Frieden, Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung, Migration, und andere große Fragen unserer Zeit geht – wir alle sind uns einig, dass Afrika mit seinen über 50 Staaten und einer wachsenden, einer jungen Bevölkerung bei der Lösung globaler Fragen eine wichtige Rolle zukommt”, erklärte die Politikerin. Bei der Konferenz ging es auch darum, Wachstumsimpulse in Afrika zu setzen. Dafür wurde ein Fonds in Höhe von einer Milliarde Euro installiert, von dem gerade kleine und mittelständische Unternehmen schöpfen sollen. Der Ansatz wird von Experten kritisiert – es handle sich um eine paternalistische Herangehensweise, die sicherstellt, dass der Profit bei internationalen Investoren landet und nicht bei lokalen Unternehmen.
tagesschau.de
Neue Extremistenangriffe in Burkina Faso: In Burkina Faso sind 19 Menschen ums Leben gekommen nachdem eine Islamistengruppe einen Militärstützpunkt angriff und von den Truppen zurückgedrängt wurde. Sieben weitere wurden verletzt. Im Land mehren sich die islamistischen Angriffe wieder. Das Land ist im Fokus von al-Kaida und dem Islamischen Staat, die versuchen ihren Präsenz in Afrika stärker auszubauen, nachdem sie im Nahen Osten strategische Rückschläge erlebten. Auch in Niger und Mali verstärkt sich der Einfluss islamistischer Terrororganisationen.
tagesschau.de
Wahlen in Guinea-Bissau finden statt: Lange war unklar, ob die Präsidentschaftswahlen in Guinea-Bissau stattfinden können, doch am gestrigen Sonntag wurden sie trotz der angespannten Lage im Land durchgeführt. Die politischen Akteure im Land blockieren sich gegenseitig und verhindern damit eine Weiterentwicklung. Es wird kein eindeutiges Ergebnis erwartet, denn mehrere Kandidaten kommen aus demselben Lager. Insgesamt treten 12 Personen im ersten Wahlgang an, eine Stichwahl wird erwartet.
dw.com
Unglück mit Propellerflugzeug im Kongo zdf.de
Hunderttausende schadhafte Kondome in Uganda zurückgerufen aerzteblatt.de
Schwere Unwetter in Kenia zdf.de
Tote bei Anschlag auf Patrouille in Mali tagesschau.de
– BACKGROUND –
Politischer Hip-Hop bewegt Ostafrikas Jugend: Sie rappen auf Sheng, einer Mischung aus Swahili und Englisch, und erreichen damit eine große Reichweite: Ostafrikas Hip-Hop-Stars erreichen mit ihren Texten Millionen von jungen Menschen. Es geht in den Texten jedoch um viel mehr als Geld und Autos – Hip-Hop ist zur politischen Stimme der Generation geworden, die die Konflikte ihrer Länder überwinden will und sich gegen die Politik stellt. Zusammenarbeit mit internationalen Stars ist keine Seltenheit – das verschafft den Botschaften weiteren Auftrieb. 60 Prozent der Afrikaner sind jünger als 30 und wollen Veränderung. Sie diskutieren in ihren Liedern die politischen Eliten und fordern auf, sich gegen korrupte Systeme aufzulehnen.
tagesspiegel.de
Chinesischer Arbeiter gestalten den Boom in Afrika: In Afrika arbeiten rund 200.000 Wanderarbeiter an Bau- und Industrieprojekten. Die meisten von ihnen haben die Heimat wegen der attraktiven Gehälter angenommen – sie verdienen zum Teil das doppelte von dem, was ihnen an Bauobjekten in China angeboten worden wäre. Die Chinesen arbeiten mit afrikanischen Subunternehmen, die jedoch nicht zu gleichermaßen attraktiven Gehältern beschäftigt werden. Auch in Äthiopien sind die Chinesen präsent. Der Staatskonzern China State Construction Engineering Company baut im ostafrikanischen Land und in Ägypten gegenwärtig die höchsten Wolkenkratzer des Kontinents. Leben und Arbeiten mit kulturellen Unterschieden gestaltet sich jedoch nicht immer einfach – weder für die Chinesen, noch für ihre Gastgeber.
spiegel.de
Imame und Priester sollen mit Boko Haram reden: Die Terrormiliz Boko Haram lässt Nigeria nicht zur Ruhe kommen. Immer wieder kommt es zu Terroranschlägen und Morden. Die Organisation Kukah Center in der Hauptstadt Abuja fordert daher auf, Priester und Imame als Vermittler zwischen den Fronten zu nutzen. Experten erklären, dass die Religion eine übergeordnete Rolle bei den Konflikten im Land spiele – auch im Alltag würden Gespräche dazu zurückkehren. Diplomatische und politische Akteure würden nicht gleichermaßen anerkannt werden. Der Vorschlag wird allerdings kritisch betrachtet – es sei zu viel von Priestern verlangt, dass sie die Terroristen in großer Anzahl überzeugen.
deutschlandfunk.de
Kinder von DDR-Vertragsarbeitern aus Mosambik suchen ihre Eltern: Rund 20.000 Vertragsarbeiter aus Mosambik arbeiteten in der DDR. 90 Prozent von ihnen mussten das Land mit der Wiedervereinigung verlassen. Viele von ihnen haben Familien gegründet, jedoch ist nach der Ausweisung eines Elternteils der Kontakt oft abgebrochen, es gibt Schwierigkeiten an Informationen zu kommen. Eine neue Organisation – “Solibabys” – möchte die Suche erleichtern. Ehemalige Vertragsarbeiter teilen darin ihre Erfahrungen und Tipps, um Familien zusammenzuführen. Für die Kinder von Vertragsarbeitern soll die Organisation eine große Erleichterung bieten.
rbb24.de
– ANGEZÄHLT –
72,2 Prozent der Direktinvestitionen in Afrika stammen auch China.
wiwo.de
– ZITAT –
“Gehen Sie mal nach Nigeria, dort herrscht ein brummender Unternehmergeist. Die Leute haben viele Geschäftsideen und setzen sie um. Die wundern sich über die langsamen Deutschen.”
Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins der Deutschen Wirtschaft.
tagesspiegel.de
– ZULETZT –
Früherer Kolonialpalast in Togo wird zum Kulturzentrum:
Der sogenannte “Palast von Lomé”, frühere Residenz des deutschen Gouverneurs in Togo, wird zum Kulturzentrum umgebaut. Togo gehörte zwischen 1884 und 1916 zu den deutschen Kolonien. Der Palast wurde 1993 zerstört und musste vor dem Umbau erst renoviert werden. Nun sollen dort zeitgenössische und traditionelle Kunstwerke aus der Region ausgestellt werden.
deutschlandfunkkultur.de

KW 45: Aufstände in Äthiopien, Haft für kongolesischen Rebellenführer, China stoppt Eisenbahnfinanzierung in Kenia, Gelbfieber in Nigeria, Apps hilft Landwirten

– NEWS –
Ministerpräsident Abiy Ahmed droht Aufständischen mit Vernichtung: Der frischgebackene Friedensnobelpreisträger und Ministerpräsident Äthiopiens Abiy Ahmed kämpft gegen die Aufstände im eigenen Land. In den vergangenen Wochen kam es bei Ausschreitungen zu Todesfällen und massenweisen Verhaftungen. Abiy Ahmed irritiert in einer Pressemitteilung mit radikalen Worten: “Wir werden weiterhin das Unkraut ausreißen und den Weizen pflegen. Und wir werden den Weizen nicht aufgeben zu Gunsten des Unkrauts”, heißt es. Im Vielvölkerstaat gibt es Spannungen über die Dominanz unter den unterschiedlichen Gruppen. Aus seiner eigenen Volksgruppe der Oromo richten sich zunehmend mehr Menschen gegen den Politiker – nämlich die radikalen Qeerroo. Diese hatten sich bessere Lebensbedingungen erhofft und sind wütend über fehlende Fortschritte für ihre Gruppe. Gegen die Aufständischen geht Ahmed mit harter Faust vor.
spiegel.de
30 Jahre haft für Bosco Ntaganda: Der Internationale Strafgerichtshof hat den kongolesischen Rebellenführer Bosco Ntaganda zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt. Der 46-jährige Warlord hat eine Reihe von Kriegsverbrechen begangen, dazu gehören: Morde, Vergewaltigungen, die zwangsweise Rekrutierung von Kindersoldaten, sexuelle Ausbeutung, Verschleppung. Zwischen 2002 und 2003 soll der damalige stellvertretende Stabschef des Militärflügels der „Union der kongolesischen Patrioten“ den Befehl für ein Massaker an den Lendu gegeben haben. Der Stamm wollte sein Vieh und Land gegen die Verdrängung schützen – es ging um Bodenschätze wie Diamanten. Das verhängte Strafmaß kann noch angefochten werden, auch über die Höhe der Entschädigungen ist noch kein finales Urteil gesprochen.
faz.net
China stoppt Finanzierung für großes Infrastrukturprojekte in Kenia: Eine Eisenbahnstrecke von China bis nach Uganda hätte von chinesischen Investoren getragen werden sollen – die Geldgeber steigen nun vorzeitig aus dem Projekt aus. Der Grund dafür ist die vermutete geringe Wirtschaftlichkeit sowie Widerstand seitens der Bevölkerung. Die Chinesen hatten zuvor eine Strecke von Kenias Hauptstadt Nairobi bis zur Küstenstadt Mombasa bauen lassen – in fünf Stunden erreichten Passiere die Städte. Für manche Reisende ist dies noch nicht schnell genug, da sie über die Schnellzüge in China und Europa wissen. Zudem wurde der Nachtzug gestrichen – eine beliebte Alternative. Das Projekt zwischen Nairobi und Mombasa hatte die Investoren 3,2 Milliarden Euro gekostet. Die Erlöse aus den Fahrkartenverkäufen sind bisher nicht zufriedenstellend. Kenia sucht derweil nach anderen Investoren für die neue Strecke nach Uganda, jedoch warnt die Weltbank vor der bereits hohen Staatsverschuldung.
deutschlandfunk.de
Tödliche Gelbfieberfälle in Nigeria gemeldet: Im Nordosten Nigerias sind jüngsten Pressemeldungen zufolge 29 Personen an Gelbfieber ums Leben gekommen. Bereits im September waren 224 Verdachtsfälle registriert. Der Bezirk Bezirk Alkaleri im Bundesstaat Bauchi ist am stärksten betroffen. Gelbfieber wird durch Mückenstiche verbreitet. Die Virusinfektion tötet statistisch 20 Prozent der Betroffenen.
Afrikanische Länder halten an fossilen Energien fest: Auf der Africa Oil Week in Kapstadt in der vergangenen Woche zeigten Politiker aus mehreren afrikanischen Staaten ihre Entschlossenheit an fossilen Energien festzuhalten. 600 Millionen Menschen seien auf dem Kontinent ohne Zugang zu Strom, dies könne sich nur mit günstigen Versorgungsmöglichkeiten ändern. Der kleinen Schar von Umweltaktivisten, die die Konferenz begleiteten, entgegnete man, dass die Alternative zu fossilen Energien die Dunkelheit sei. Die Politiker sehen die Notwendigkeit für Strom als einen der Hauptfaktoren bei den Wachstumsprozessen. Gabriel Obiang Lima, Energieminister von Äquatorialguinea, klagte zudem an, dass der Druck Ölfelder nicht zu erschließen unfair sei – man müsse Arbeitsplätze schaffen und die Volkswirtschaften ankurbeln.
berliner-zeitung.de
Nigeria schließt Grenzen dw.com
Intellektueller Aufbruch in Afrika sueddeutsche.de
Ausbildung in Eritrea nzz.ch
Westafrika wird wieder von Terror überzogen derstandard.de
– BACKGROUND –
Afrikanisches Leben in Guangzhou: In der südchinesischen Stadt Guangzhou haben sich mindestens 15.000 Afrikaner niedergelassen und versuchen sich professionell weiterzuentwickeln. Der mitunter starke Rassismus ist eine Hürde, dennoch schaffen es viele sich ein stabiles Leben zu etablieren. Auch für Kreative ist China ein attraktiver alternativer Markt zu Europa und Nordamerika. Musiker verdienen mehr als in ihren Heimatländern und versorgen ihre Familien mit dem Geld. Dennoch sind Ausweiskontrollen und Gängelungen im öffentlichen Leben die Regel – China hat mit 0,7 Prozent (2015) die niedrigste Einwanderungsquote der Welt. Das Land ist nicht geübt in multikulturellem Zusammenleben.
spiegel.de
EU-Migrationspolitik weitet sich in Afrika aus: Die EU verhandelt ihr Budget neu und mit Hinblick auf Migration ist die Linie klar – es soll mehr gegen die Fluchtbewegung aus Afrika über das Mittelmeer geschehen. In Kooperation mit internationalen Organisation und Staaten versucht die EU durch Entwicklungshilfe eine Strategie aufzubauen, um den Migrationsdruck zu reduzieren bevor die Geflüchteten in die gefährlichen Boote steigen. Dabei wird die Sahara zunehmend tödlicher – auf dem Weg nach Europa sterben viele Menschen dort unter den harten Bedingungen der Wüste. Die EU will derweil Staaten wie Niger in der Kooperation unterstützen und finanziert Flüchtlingslager und Bürokratie vor Ort. Die EU sieht deshalb vor den Entwicklungsfonds abzuschaffen und setzt stattdessen auf den weiter gefächerten Fonds für Nachbarschaft, Entwicklung und Internationale Kooperation. Dieser soll mit 93 Milliarden Euro ausgestattet werden.
taz.de
Apps unterstützt Bauern: Mehr als 170 Millionen Afrikaner kultivieren ihr Land mit grundlegenden Werkzeugen und ohne vertieftes Wissen. Dass die Gewinne aus der Landwirtschaft dabei kaum zum Leben reichen, stellt für die Bauern eine große Herausforderung dar. Eine neue App soll nun Abhilfe schaffen – FBS Innova heißt die Anwendung, die vom ghanaeschen Staat und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) betrieben wird. Sie erklärt durch ein Sprachmodul wie Bauern ihr Land besser bewirten können, welche Getreide- und Gemüsesorten zu welcher Jahreszeit welche Pflege brauchen und wie sich die Erträge besser kontrollieren lassen.
deutschlandfunk.de
Der Mauerfall hatte auch einen Einfluss auf Afrika: Anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls, reflektiert der letzte DDR-Außenminister Markus Meckel: “Für alle Partnerländer der DDR hatte der Mauerfall immense Konsequenzen, vor allem für afrikanische Staaten wie Mosambik, Angola oder auch Äthiopien.”
Auch für die rund 20.000 afrikanische Studenten und Vertragsarbeiter in Ostdeutschland aus den sozialistischen “Bruderstaaten” der DDR änderte sich mit dem Fall der Mauer alles – viele mussten das Land verlassen. Meckel konstatiert, dass in der Partnerschaft des Sozialismus ein großes Interesse über allem schwebte: der ideologische Export für Stellvertreterkriege zwischen Ost und West jenseits der eigentlichen Territorien. Mit dem Zusammenbruch der sozialistischen Seite spürten die Staaten, die technische Hilfe aus sozialistischen Staaten erhielten, wie ein Vakuum entstand, das noch über Jahre bestehen blieb.
dw.com
– ANGEZÄHLT –
95 Luxusautos ließ der König von Eswatini, Mswati III., importieren und sorgt damit für Unruhen. Der Lebensstil für ihn und seine 14 Ehefrauen sei ein Schlag für die Bevölkerung, von der zwei Drittel unter der Armutsgrenze leben.
dw.com
– ZULETZT –
Jubiläumsjahr der Literaturreihe “Stimmen Afrikas”: Im zehnten Jahr der Literaturreihe “Stimmen Afrikas”, sind viele Ziele für die erhöhte Sichtbarkeit afrikanischer Autoren noch nicht erreicht. Christa Morgenrath, Leiterin des Festivals „Stimmen Afrikas“, hofft auf einen afrikanischen Literaturnobelpreisträger in naher Zukunft sowie die Aufnahme afrikanischer Literatur in Standardkanons. Beim Kölner Festival sei es besonders wichtig die Vielfalt der afrikanischen Intellektuellen zu zeigen und eine andere Perspektive auf den Kolonialismus und die Geschichte zu generieren.
deutschlandfunkkultur.de